[AT] Stadtregionalverkehr Wien 2030+ mit 2. Stammstrecke (Allgemeines Forum)

ThomasK, Freitag, 11. Oktober 2019, 02:12 (vor 34 Tagen) @ J-C
bearbeitet von ThomasK, Freitag, 11. Oktober 2019, 02:17

Das muss man natürlich alles erst einmal in alle Ruhe durchanalysieren.

Aber hier greifen die Verantwortlichen das auf, was ich in meiner Analyse auch schon im vorhergehenden Thread unabhängig festgestellt habe.

Wien hat sowohl zwischen Floridsdorf und Heiligenstadt einerseits, als auch zwischen Karlsplatz und Hauptbahnhof andererseits ein ganz erhebliches Infrastrukturdefizit, das unbedingt behoben werden muss.

WIE man dieses Infrastrukturdefizit beheben will, ist natürlich auch eine Frage der finanziellen Ressourcen.

Eine Kombination aus 3S-Bahn Floridsdorf - Heiligenstadt und U5 Karlsplatz - Hauptbahnhof hat natürlich nicht dieselbe verkehrliche Wirkung wie eine S-Bahnstrecke gemäß Variante C+C1.

Andererseits würde die 3S-Bahn und die U5 zusammen nur ein Bruchteil der Summe kosten, was die Variante C+C1 kostet.

Klar ist, dass, falls man die Variante C+C1 realisiert, die U5 nicht mehr vom Karlsplatz zum Hauptbahnhof verlängert werden kann.

Für drei kapitalintensive ÖPNV-Anlagen (U1 + U5 + S-Bahn) ist zwischen Karlsplatz und Hauptbahnhof das Verkehrsaufkommen nicht hoch genug, also ENTWEDER U1 + U5 ODER U1 + Variante C/C1.

Gleichwohl freue ich mich sehr, dass der VOR nun in dieselbe Kerbe haut wie ich und sich dafür ausspricht zwischen Karlsplatz und Hauptbahnhof neben der U1 eine ZWEITE kapitalintensive ÖPNV-Anlage zu errichten.

Anders sieht die Situation zwischen Floridsdorf und Heiligenstadt aus.

Da eine 3S-Bahn bei weitem weniger kapitalintensiv ist wie eine U-Bahn und auch keine Nutzungsdauer von 100 Jahren hat und darüberhinaus recht schnell gebaut werden kann (Bauzeit ca. 2 Jahre, Rückbau 9 Monate) sollte meiner Meinung nach auf eine 3S-Bahn - im Gegensatz zur U5 Karlsplatz - Hauptbahnhof auch dann nicht verzichtet werden, wenn man sich auf die Realisierung von C+C1 geeinigt hat.

Bis die Strecke C+C1 realisiert ist, ist es eh schon 2040 und bis dahin ist die 3S-Bahn längst abgeschrieben. Steuerrechtlich gilt in Deutschland für Seilbahnen eine Nutzungsdauer von 17 Jahren. Letztes Jahr habe ich dazu ein Telefonat mit dem Bundesfinanzministerium geführt. Wie es in Österreich ist, weiß ich nicht, aber für einen Überbrückungszeitraum von 15 Jahren würde die 3S-Bahn schon sehr gute Dienste leisten.

Nach der Fertigstellung der Strecke C + C1 müsste dann auch nicht notwendigerweise die dann bereits vorhandene und in Betrieb befindliche 3S-Bahn Floridsdorf - Heiligenstadt abgebaut werden.

Die von VOR vorgestellten 7 Varianten sehe ich keinesfalls als exklusives Oder an. Nun geht aus den Folien nicht hervor, was im Einzelnen geplant ist, aber nach dem ersten Augenschein sollte sich die Realisierung von C+ C1 auch mit der Realisierung von E und ggf. auch noch von A oder D kombinieren lassen.

Klar ist aber auch, dass die Realisierung von C/C1 die Realisierung von B1 und auch von B2 ausschließt.

Leider geht der Vortrag nicht detaillierter auf die Planungsgrundlagen ein.

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Bedauerlicherweise wird der Vortrag durch die schreckliche Folie 3 völlig besudelt.

Übrigens ist die Folie 3 schon nicht mehr aktuell. Mittlerweile hat es schon weder eine Umplanung gegeben und der Fertigstellungstermin 2026 gilt auch nicht mehr. Der S-Bahnhof Ostbahnhof soll jetzt nicht mehr auf der Nordseite gebaut werden, sondern auf der Südseite des bestehenden Ostbahnhofes der ersten Stammstrecke. Grund ist, dass die alte Planung bautechnisch nicht umgesetzt werden kann.

Schade, dass VOR seinen Vortrag durch die Hereinnahme der Folie 3 partiell entwertet. Aber in diesem Thread wäre das Thema fehl am Platz.


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