Night train in timetable 2011 (Allgemeines Forum)

Zugreisender, Mittwoch, 03.03.2010, 22:56 (vor 5990 Tagen) @ Oscar (NL)

Wenn es langfristig noch Nachtzüge geben soll muss ein Umdenken hin zu neuen Entwicklungen und Konzepten stattfinden. Wie es Oskar ja schon dargestellt hat graben die immer vermehrten Hochgeschwindigkeitsverbindungen vielen klassischen Nachtzügen das Potential ab. Von Stuttgart nach Köln zum Beispiel ist ein Nachtzug seit der KRM nicht mehr sinnvoll, und seit dem TGV Est genauso von Frankfurt und Stuttgart nach Paris. Weiterhin Sinn machen aber Nachtzüge auf Relationen wie München und Berlin nach Paris und diese können dann gerne einen kurzen Stopp in Stuttgart oder Frankfurt einlegen, welcher besonders für Tariffüchse interessant sein könnte. Denn einmal ist ein Billigangebot nur im NZ verfügbar, an einem anderen Tag dagegen nur im TGV/ICE.

Zur Zeit sind die HGV-Verbindungen aber noch nicht auf allen Relationen so weit ausgebaut das der NZ überhaupt keine Chance mehr hat. In Frankreich zum Beispiel gibt es auf den Relationen Metz-Nizza, Metz-Montpellier und Strasbourg-Marseille täglich jeweils zwei Züge pro Richtung, einen TGV und einen Lunea. Da selbst der TGV mindestens sechs Stunden benötigt ist der Lunea mit ca. neun Stunden Couchette oder Schlafwagen eine angenehme Alternative.

In den nächsten Jahren brauchen wir aber ein neues Konzept, welches meiner Meinung nach so aussehen müsste:

Verbindungen bis 300 Km mit herkömmlichen Zügen

HGV-Verbindungen bis 600 Km mit ICE/TGV/Thalys/Eurostar

Verbindungen ab 800 Km bis 1200 Km mit herkömmlichen Nachtzügen und

Verbindungen ab 1500 Km bis 2000 Km mit einem neu zu entwickelnden HGV-Nachtzug auf europäischer Ebene

Ab 2000 Km Flugzeug.

Diese neue Zuggattung könnte schon heute die folgenden Relationen sehr gut abdecken und hätte durchaus Chancen sowohl gegen den HGV-Tagesverkehr als auch gegen das Flugzeug:

London-Rom

London(/Brüssel)-Budapest

London-Berlin(-Warschau)

(London-)Paris-Madrid/Lissabon/Porto

Hamburg und Berlin-Rom

Bei der Entwicklung dieses Zuges darf aber nicht jede Bahngesellschaft ihr eigenes Süppchen kochen sondern es muss einen einheitlichen Zug geben, damit ist dessen Entwicklung auch deutlich wirtschaftlicher.


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