Infos kann man manchmal nicht zeitiger veröffentlichen. (Allgemeines Forum)

s103, Freitag, 21.06.2019, 10:56 (vor 2488 Tagen) @ Christian_S

Hallo,

Das Problem ist, dass die DB gar nicht zeitiger informieren kann, wenn der FDL erst bei Einfahrt des Zuges den Bahnsteigwechsel beschließt, weil ein anderer Zug noch am Bahnsteig steht, der ursprünglich für den Zug vorgesehen war.

Informationen können erst veröffentlicht werden, sobald sie vorliegen. Die betriebliche Disposition ist halt eben manchmal extrem kurzfristig, gerade im Störungsfall. Da kann man nicht Stunden vorher festlegen, wann wo welcher Zug halten soll.


Genauso ist es. Es gibt in so einem Fall zwei Möglichkeiten:

1) kurzfristig flexibel handeln, wodurch natürlich die Reisenden ggf einen kurzfristigen Bahnsteigwechsel hinnehmen müssen.

2) den Zug solange am Esig stehen lassen, bis der planmäßige Bahnsteig frei ist bzw die Weichenstörung behoben ... das kann ggf dauern, das ist für alle Reisende, die im Zug sitzen oder darauf warten, aussteigen zu können (um ggf einen Anschluss zu erreichen) extrem ärgerlich

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Ich kenne Fdl, die Variante 2 bevorzugen und den ICE lieber minutenlang, manchmal auch 10 min, "draussen" stehen lassen, nur um den Reisenden keinen kurzfristigen Bahnsteigwechsel zuzumuten. So sehr ich den Ärger von Reisenden mit viel Gepäck verstehe, die dann ins Rennen kommen, wenn sie plötzlich woanders hin geschickt werden, so dämlich ist es aber auch für Reisende in einem Zug, denen Anschlüsse garantiert worden, und die wegen dieser sturen Betriebsabwicklung und draußen vor dem letzten Signal stehen und so ihre Anschlüsse verpassen ...

Variante 1 dürfte tendenziell besser sein, sofern Infrastruktur und Auslastung das erlauben, ohne dass sich dadurch gravierendere weitere Störungen ergeben. Als Fahrgast bin ich eigentlich flexibel, und selbst falls ich mit nur aufzuggängigem Gepäck einen Bahnsteigwechsel nicht rechtzeitig schaffen sollte, kann ich akzeptieren, dass man manchmal eben im Interesse Anderer (hier geringstmöglicher Anschlussverlust für die Mehrheit anderer Reisender) das Nachsehen hat.

Wie auch immer die kurzfristige Disposition aussieht: Gut schon einmal, dass es überhaupt mit Durchsagen funktioniert hat. Weiter zur Disposition mit kurzfristigem Gleiswechsel gehört die Einplanung einer angemessenen Zeit für den Marsch der einstiegswilligen Fahrgäste. Diese Verzögerung wäre bei der Dispositionsentscheidung ebenfalls mit einzubeziehen, und per Durchsage zu informieren, dass der Zug entsprechend z. B. noch 3 Min. wartet.

Solche Dispositionsentscheidungen sind komplex, was wohlbekannt ist. Auch die Informationsweiterleitung für die Durchsage und zum Zugführer ist in so kurzer Frist eine Herausforderung.
Nicht einfach, aber lösbar. Und die Lösung muss so aussehen, dass es total egal ist, ob ein Beteiligter bei DB Netz, S&S, FV oder Flixtrain ist, oder die FDL wegen Personalmangels gerade unterbesetzt ist ;-) .
Das zu lösen lohnt sich, denn vergleichbare Situationen treten nun einmal nicht nur alle 2 Wochen auf.


Schöne Grüße
Gero


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