NL: eine Sache von Access-Points. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Mittwoch, 09.01.2019, 11:37 (vor 341 Tagen) @ Aphex Twin

Hallo Aphex Twin,

Ein Access-Point kann ein vollwertiger Bahnhof sein oder eine provisorische Haltestelle; Hauptsache ist, man hat Zutritt zum System Bahn.
Zwar haben wir relativ wenige Access-Points, aber man kann auch die Frage stellen:

- wieviele Leute bedient ein Access-Point? (Utrecht Centraal etwas mehr als Uithuizermeeden)
- wie gross ist das Einzugsgebiet eines Access-Points? (Steenwijk eher gross, Almere Parkwijk eher klein)

Eine relevante Metric dafür ist wohl wieviel Prozent der Bevölkerung in einem 'Abstand' von z.B. 15 Minuten von einer Bahnstation entfernt wohnen (bzw. arbeiten). Wobei man hier natürlich zwischen Fussweg, Fahrrad oder Bus differenzieren könnte.

Leider wird bei uns mit zwei Massstäben gemessen.

1. Ich nannte als Beispiel Almere Parkwijk. Der Bahnhof liegt zwischen Almere Centrum und Almere Buiten eingeklemmt. Zwischen Centrum und Buiten liegen 5 km.
a. Ihr werdet kaum wissen, wie LAUT Almere über den fehlenden "IC"-Status von Almere Buiten gemeckert hat! Als Kompromiss hält jetzt nur "IC" 24nn dort, weil der in Lelystad beginnt/endet. "IC"s die nicht in Lelystad beginnen/enden, halten weder in Almere Buiten noch in Lelystad, z.B. "IC" Amsterdam-Groningen).
b. Ähnlich laut wurde um den Bahnhof Almere Parkwijk gemeckert. Hier sieht man den Unterschied zwischen NL und den Europaländern mit S-Bahnen. Dort wäre so ein Bahnhof selbstverständlich; es hätte sogar Bahnhöfe Almere Literatuurwijk und Almere Faunabuurt gegeben. Und auch Muiderberg, jenseits der Wasserstrasse IJmeer/Gooimeer, hätte ein Bahnhof gehabt.

Auch sowas: Helmond. 4 Bahnhöfe. Darüber macht Eindhoven sich jedes Jahr lustig mit Karneval. Wann baut Ihr die Bahnhöfe Helmond Kasteelherenlaan und Helmond Bokhorst? In Deutschland oder der Schweiz hätte es diese Bahnhöfe vermutlich längst gegeben.

2. Eindhoven hat dagegen etwa soviele Einwohner wie Almere aber nur zwei Bahnhöfe. Wer ganz im Norden der Stadt wohnt, muss also erst mal 20-25 Minuten im Bus zur Stadtmitte. Oh Ironie: im Viertel 't Hofke, eingeklemmt zwischen den Strecken nach Venlo und Weert, meckern alle über Lärmbelästigung vorbeifahrender Züge aber keiner um einen fehlenden Bahnhof...

Oder umgekehrt was der Median-'Abstand' in Minuten ist. Grossstädte mit einer dichten Bebauung und einem dichten Bus- und/oder Tramnetz erlauben es eine Mehrheit der Bevölkerung gut zu versorgen auch wenn es in der Fläche Defizite gibt.

In Almere kommt man mit dem Rad und zu Fuss sehr gut zu den 6 Bahnhöfen. Dennoch hat die Stadt auch sehr gute Busverbindungen.
In Eindhoven, das nur 2 Bahnhöfe hat, sind die Reisewege sogar mit dem Bus noch lange, vor allem wenn man Veldhoven, Meerhoven (Airport) und Waalre dazurechnet.
Zwar haben wir freie Busspuren aber die zugehörigen Buslinien sind langsam.

Dann sieht es in Nijmegen schon besser aus. Drie Bahnrichtungen, alle drei von einem Randbahnhof versehen (Richtung Den Bosch sogar zwei = Goffert und Dukenburg). Ab Hauptbahnhof verkehren Busse via eine "Busrennbahn" in rasantem Tempo nonstop nach Heyendaal und bedienen ab dort die Aussenviertel und den Unicampus. Morgens wird dort etwa in Minutentakt gefahren.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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