Ein paar Eindrücke meiner Rundreisen (4) (Reiseberichte)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 04.09.2018, 20:18 (vor 2754 Tagen) @ Alibizugpaar

Knipps 25: Schon wieder Halle. Nach einer Nacht im ICE München - Berlin zeigen sich mir drei Silberhamster von Regio DB, S-Bahn Mitteldeutschland und Abellio. Für mich ging es mit der S3 nach Leipzig.
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Knipps 26: Von dort über Falkenberg nach Berlin. Im bekannten Bahnhof Falkenberg scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Bahnsteig, Signale, Umfeld - alles sah nach Reichsbahn aus. Uns empfing beim Ausstieg ein sog. Polenböller - vielen Dank. Ein munteres Grüppchen Männer und Frauen verzog sich nach einem Anschiss von zwei Bahnern auf den Bahnhofsvorplatz, wo man Flaschen zischen hörte. Es war gerade 9 Uhr durch. Zum Gesang "Nazis raus, Nazis raus - aus dem Knast" und viel Gelächter wurden Straßenlampen geschüttelt, bis man die Stromkabel anschlagen hören konnte. Beim gebotenen Drama dachte ich an den Begriff 'Monkey House'. Aber trostlos wirkte die Region auf mich allemal. Die große Politik hat sie wohl wirklich vergessen.

Mit einer schicken 112 zog es mich weiter nach Berlin.
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Knipps 27: In die berühmte Normannenstraße. Ins Museum mit sachkundiger Führung. Hier saß und wirkte Armeegeneral, Parteigenosse, Volkskammer-Mitglied, Vorsitzender des FC Dynamo und Träger des Ordens 'Held der Sowjetunion' Erich Mielke - auf seine Art. Die Ausstellung war bedrückend und ausgesprochen gut besucht.
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Bleibt auch die Erkenntnis, daß noch diverse politische Umstände aus der jungen Bundesrepublik aufzuarbeiten sind.

Knipps 28: Ein kleiner Hans. Eher ein Hänschen. Und er döste in Pritzwalk unter der Sonne.
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Knipps 29: Nachtreisen im ICE sind ja so ein Ding. Aber wer nachts ins geschlossene Restaurant geht, der kann sich neben Wasser auch Kleinigkeiten nehmen. Der Krempel steht da manchmal kistenweise offen rum. Werden die Kekse aktuell in der 1.Klasse verteilt?
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Knipps 30: Da sage noch einer, daß junge Frauen ihren Handys durch die Reihe bis zur Hörigkeit verfallen sind. Was für ein unwirkliches Erlebnis ist es dann, wenn eine kleine Horde von 8 Exemplaren dieser Sorte einen IC betritt und dann tatsächlich beginnt mit Ausdauer Karten zu kloppen? Kein Handy zu sehen oder zu hören. Ich dachte an eine Hafenlokal-Szene im Schimanski-Krimi der 80er Jahre. Fehlten nur noch Bier, Zigarettenqualm und schlechte Radiomusik. Und vor dem IC denken wir uns natürlich eine 103 - nächster Halt Duisburg.
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Knipps 31: OK, mit einem wahren Mädchentraum will ich diesen Beitrag dann auch schließen. Wer auch von Euch jetzt ganz Feuer und Flamme ist, der kann so eine Kutschfahrt im englischen Blackpool buchen. Ich wünsche eine romantische Zeit.
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Bis zum nächsten Mal...

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797


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