Über die Pfefferminzbahn zum Neusiedler See – 2/5 m 48 B (Reiseberichte)

TD, Samstag, 28.07.2018, 19:32 (vor 2793 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Rundreise über die Pfefferminzbahn zum Neusiedler See. Im ersten Teil waren wir von Konstanz über Umwege nach Magdeburg gereist und von dort zu einem Tagesausflug Richtung Thüringen gestartet.

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Zum Ende des ersten Teils sind wir in Kranichfeld angekommen, dem Endpunkt der Ilmtalbahn. Hier setzen wir den Bericht nun fort. Bis zur Rückfahrt des Zugs bleibt noch Zeit, um uns weiter im Ort umzusehen.

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Und so geht es nun über die Ilm hinauf zur Niederburg; die mittelalterliche Hauptburg wurde im Jahr 1147 erstmals erwähnt, später diente sie als FDGB-Ferienobjekt.

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Und nach einem Blick über das Ilmtal und die Dächer von Kranichfeld...

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...widmen wir uns wieder der Bahn. Von Kranichfeld geht es nun auf der Ilmtalbahn zurück nach Weimar.

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Die Strecke führt zunächst durch das Ilmtal nach Bad Berka, dann verlässt sie das Flusstal und gewinnt kurvenenreich an Höhe, auf der offenen Hochfläche führt die Strecke weiter nach Weimar.

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Für die Weiterfahrt nach Erfurt hatte ich mich eigentlich schon auf Abellio eingestellt – das sieht zumindest die Verbindungsauskunft so vor. Aber dann kommt die DB mit der BR 612 vorbei, warum also nicht zur Abwechslung ein roter Zug?

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Ich glaube ich wiederhole mich, aber auch hier kann man als Baden-Württemberger wieder neidisch werden. Ein paar Eindrücke aus der Ba-Wü-Version der BR 612 habe ich schon gesammelt, ich muss nur mal schauen, wann ich die in Form eines Reiseberichts bringe.

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So, von Erfurt aus geht es nun nach Norden, mit einem „kurzen“, dreiteiligen Talent 2 von Abellio fahren wir nach Sömmerda, schließlich steht heute die Bereisung der Pfefferminzbahn noch auf dem Tagesplan.

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Die Strecke führt durch die vom Kiesabbau geprägt Landschaft der Erfurter Seen und weiter durch das Tiefland des Thüringer Beckens.

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Nach 20 Minuten ist die 19.000-Einwohner-Stadt Sömmerda erreicht. Auch hier bleibt Zeit für eine kleine Runde durch die Innenstadt.

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Geprägt wird der Marktplatz von der Stadtkirche St. Bonifatius, dem Fachwerk-Pfarrhaus und dem Rathaus aus dem Jahr 1539.

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Doch nun zurück zum Bahnhof von Sömmerda. In Sömmerda kreuzen sich die Bahnstrecken Erfurt-Sangerhausen und die Pfefferminzbahn, der Bahnhof ist als Turmbahnhof ausgeführt – übrigens der einzige Turmbahnhof Thüringens. Hinter dem Empfangsgebäude verläuft die Strecke Erfurt-Sangerhausen, im Vordergrund die Verbindungskurve zur Pfefferminzbahn.

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Für uns geht es zum unteren Bahnhofsteil, wo auf Gleis 4 ein Desiro zur Fahrt auf der Pfefferminzbahn nach Buttstädt wartet. Die Pfefferminzbahn führt von Straußfurt über Sömmerda nach Großheringen. Auf dem westlichen Abschnitt zwischen Straußfurt und Sömmerda wurde der Personenverkehr schon Ende 2007 eingestellt, so dass Sömmerda heute einer der beiden Endpunkte der Pfefferminzbahn ist.

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Dieses Bild entstand bei Kölleda. Ich glaube, was da auf dem Feld wächst, ist keine Pfefferminze, tatsächlich war Kölleda aber traditionell ein Zentrum des Arznei- und Gewürzkräuteranbaus und insbesondere der Pfefferminze, weshalb die Bahnstrecke die Beinamen Pfefferminzbahn oder Pfeffibahn bekam. Es gibt auch eine Anekdote, dass der Eröffnungszug mit Pfefferminz-Girlanden geschmückt gewesen sein soll und sich deshalb der Name im Volksmund eingebürgert hat.

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Die eingleisige Bahnstrecke wurde durch die Saal-Unstrut-Eisenbahn-Gesellschaft (SUE) erbaut und 1874 eröffnet. Früher war alles besser? Nun, nicht unbedingt, denn durch überhöhte Baukosten ging der SUE das Geld aus und es konnte kein rollendes Material mehr beschafft werden, den Betrieb musste deshalb eine benachbarte Bahngesellschaft erbringen und die SUE ging schließlich in den Konkurs.

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Die Pfefferminzbahn unterquert die Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle, in Sichtweite verläuft die Gänsebachtalbrücke. Die 1.001 Meter lange Brücke wurde wegen ihres „ästhetischen Stützenrhythmus“ mit dem Deutschen Brückenbaupreis ausgezeichnet.

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Dann ist Buttstädt erreicht, die Endstation des Zugs. Bis 2017 wurde die Strecke Sömmerda-Großheringen im Zweistundentakt bedient, ergänzt um Verstärkerzüge. Zwei Stunden Aufenthalt in Buttstädt wären mir zu lang gewesen, aber mit dem Verstärkerzug passt das ganz gut, so dass nun der nächste Stadtrundgang ansteht. Nach einer Runde um den Bahnhof...

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...geht es in die Altstadt. Schon von weitem ist der Turm der Kirche St. Michaelis zu sehen. Hätte ich die Kamera gerade gehalten, würde man vielleicht sehen, dass der Turm schief ist, denn eine fehlerhafte Glocke veränderte mit ihren Schwingungen die Statik des Turms, so dass er seit 1690 nicht mehr lotrecht steht.

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Der mittelalterliche Stadtkern ist geprägt vom Renaissance-Rathaus...

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...und der Kirche St. Michaelis.

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Es geht gleich weiter...

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