Die Antwort fällt leider relativ leicht & schwer zugleich (Fahrkarten und Angebote)

GUM, Donnerstag, 19.04.2018, 10:56 (vor 2896 Tagen) @ br752
bearbeitet von GUM, Donnerstag, 19.04.2018, 11:00

Die Bahn hat sich - ähnlich wie die Lufthansa auch - für ein extrem dynamisches Preissystem entschieden.

Dies bedeutet, dass irgendein möglichst der Öffentlichkeit unbekannter Algorithmus das optimale Produkt aus verkauften Plätzen * Deckungsbeitrag errechnet.

Dabei kommt es bei beiden Verkehrsträgern oftmals zu sehr absurden Situationen:

1.) Bei der Lufthansa wundern sich die ohnehin schon extrem teure Flugkarten innehabenden Kunden der Business Class darüber, dass sie oftmals nicht einmal innerhalb eines Tages umbuchen können. Obwohl sie das eigentlich mitbezahlt haben.

Da ist plötzlich der Buchungscode "C" ausgebucht und derselbe Sitz wird als "J" verkauft.

Ein Beispiel dafür gibt es heute wieder zwischen München und Berlin:


16:00 - 17:05
MUC - TXL
0 Stop(s) 1h 05min
LH2044
from 484,52 EUR

Also ein einfacher innerdeutscher Flug mit gerade einmal einer Stunde Flugzeit für 484,52 Euro(!)

Die auch nicht billigen "Vollpreis-" bzw. "Flextickets" können dann im Normalfall nur gegen Nachzahlung umgebucht werden.

Man könnte also sagen, dass je nach Nachfrage, Messe am Zielort und sonstigen EInflussfaktoren die Preise bis auf "absurd teuer" steigen können.

2.) Bei der Bahn scheint es ähnlich zu sein. Denke mal an die schnellen Neubaustrecken und Rennbahnen, auf denen die 14/16-Teiler ohnehin immer sehr gut gefüllt werden können.

Da geht das Sparpreisangebot manchmal fast gegen Null. Auf anderen Strecken kann es sein, dass vielleicht 10 oder 20 Prozent angeboten werden.

Wenn dann eine Familie im ICE T7 vier Plätze 1. Klasse bucht, dann ist das 10% Kontingent fast weg.

Zumal die Bahn mit Reduzierung von Sparpreisen auch einen "Sog" in Richtung der gegen Jahresbeitrag erhältlichen Rabattierungskarten 50/25 auslösen kann.

Die enorm viel Geld in die Kasse spülen und in anderen Branchen unbekannt sind. Sage einmal in irgendeiner anderen Branche, dass er bei Deinem Unternehmen nur dann 25 % bekommt, wenn er vorher einen dreistelligen nicht erstattbaren Betrag einzahlt.


In der Folge steigt bei beiden Verkehrsmitteln der "Spread" zwischen dem günstigsten und teuersten Fahrschein (auch bei gleichen Umbuchungsbedingungen) und der gleichen Beförderungsklasse enorm an.

Damit soll in der Theorie das Verkehrsmittel für alle Gruppen unterschiedlicher Zahlungsbereitschaft attraktiv sein.

Es scheint so, dass es aufgeht. Denn die "Schnäppchenjäger" verbringen sehr lange auf den Seiten von Bahn, Fluggesellschaft oder auch dem grünen Bus.

Ist also leider ein Zeittrend, der etwa seit 2007 verstärkt auftritt.

Die unvergessene Deutsche BA kam mit 2 "Vollpreisen" (umbuchbar Vollpreis und Super-Bär) sowie den drei Vorausbuchungstarifen Apex7, Apex14 und Sonderaktion aus.

Nach London gab es dazu noch eine "Business Class"-Streifenkarte.

Heute leben Kunden und Unternehmen aber mehr in einer "Rabattzocker" Atmosphäre.

So macht es eigentlich keinen Sinn ständig neue Kontingente nachzuladen. Ist aber so.

Tut mir leid, dass Ich Deine Frage - lieber br752 - nicht wirklich beantworten konnte.

Aber vielleicht hilft es ein bisschen die Denkwelt zu verstehen?

Liebe Grüße

GUM

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