Savoyen, Toskana und zurück – Teil 3.2 [16 Bilder] (Reiseberichte)

MC_Hans, 8001376, Donnerstag, 23.11.2017, 20:27 (vor 3040 Tagen) @ MC_Hans

Den zweiten Tag in Florenz bin ich zu einem kleinen Ausflug in die Toskana aufgebrochen. Auch hier habe ich leider keine wirklichen Bahnbilder, Asche auf mein Haupt.

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Einer Empfehlung folgend suche ich das mittelalterliche Städtchen San Gimignano und Siena, die berühmte zweite Hauptstadt der Toskana, auf.

San Gimignano entstand aus einer etruskischen Siedlung und wuchs aufgrund seiner Lage an der Via Francigena, einer Nord-Süd-Verbindung mit vielen Rom-Pilgern. Handel und Landwirtschaft sorgten ebenfalls für eine gewisse Bedeutung und Wohlstand.

Hinter dem Bahnhof Santa Maria Novella beginnt mein Ausflug am Busbahnhof. Die SITA, eine Tochter der Trenitalia, betreibt von hier aus mehrere überregionale Buslinien. Die Preise sind ähnlich den Ticketpreisen der TI im Regionalverkehr. Die Fahrt mit Umstieg in Poggibonsi dauert etwa 90 Minuten und führt zunächst über die Autobahn. Es fahren akzeptable Reisebusse. Bis zum Umstieg Poggibonsi kommt man aber auch direkt per Bahn, sofern einem das lieber ist.

Zwei Bilder aus dem Bus:
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Wie in Florenz zählt auch in San Gimignano das historische Zentrum zum Weltkulturerbe der UNESCO, und zwar auch wegen seiner mittelalterlichen Türme. Diese dienten den Familien als Wohn- und Verteidigungsbauwerk. Torre ist im Italienischen übrigens feminin, genauso wie Piazza – im Deutschen sind beide Herren, der Turm, der Platz.

Seit dem Mittelalter wurde auf Geheiß der Florentiner Stadtoberen jegliche Investition in Städtebau gestoppt, sodass eine architektonische Starre eintrat.

In der Fußgängerzone auf dem Weg ins Zentrum, zentral der Rathausturm, rechts daneben die Torre dei Becci:
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In den Lädchen gibt es allerlei Tand zu kaufen. Auch hier sind sehr viele Tagestouristen unterwegs, die mit dem Mietwagen anreisen oder mit Bussen herangekarrt wurden (bin ja auch einer). Pro Jahr sollen es mehrere Zehntausend sein. Es ist aber auch mit den vielen Menschen sehr schön hier.

Auf der dreieckigen Piazza della Cisterna: Rechts der kalksteinerne Brunnen mit darunterliegendem Wasserspeicher, zentral die Torre del Diavolo. Der Platz diente als Handelsplatz und Schaustellerbühne.
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Eigentlich besteht der Tag bisher nur aus Essen, herumfahren, herumlaufen und Geld ausgeben. Am Ende der Fußgängerzone kombiniere ich Aktivität eins und vier und verweile in einer Bar bei Brot, Käse, Schinken, Bier und Wein – lecker. Sie heißt I Macchaioli und hat sehr herzliche Gastgeber – eine Empfehlung eines Mitreisenden auf der Busfahrt.

Man könnte einen Besuch sicher auf ein bis zwei Tage ausdehnen, es gibt Museen und ein paar schöne Restaurants. Ich bin nach ein paar Stunden aber schon wieder am Aufbrechen, da ich noch nach Siena fahren möchte.

Zum Abschied die Sicht auf die Hügel östlich der Stadt:
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Nach etwas Verwirrung, wo nun der richtige Bus abfährt, erreiche ich wieder Poggibonsi und steige dort in den nächsten Bus nach Siena.

Vorbeifahrt an Monteriggioni:
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Die Ticketkontrolle in den Bussen verläuft etwas eigentümlich. Das Ticket muss zunächst bei Fahrtantritt im Bus entwertet werden. Am Ziel in Poggibonsi wartet dann ein Kontrolleur, der auf dem Bussteig kontrolliert. Auf meiner letzten Fahrt zwischen Poggibonsi und Siena wurde dann wieder während der Fahrt kontrolliert – und das gleich zweimal und mit je zwei Mann.

Einfahrt in Siena:
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Nach der Ankunft suche ich den Weg durch die Gassen ins Zentrum und schlendere ein bisschen umher. Auch in Siena zählt die Altstadt zählt zum UNESCO-Welterbe. Gegründet worden soll es von den Kindern des Remus – also genau wie Rom eine göttliche Abstammung. Heute leben ca. 50.000 Einwohner in der Stadt.

Immer der Nase nach – Blick auf den berühmten Turm des Pallazo Pubblico:
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Nochmal von weiter unten:
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Jetzt bin ich direkt an der berühmten Piazza del Campo mit dem rötlichen Pflaster. Hier stand einst ein antikes Theater, später wurde dann der Platz angelegt. Das berühmteste Event in Siena, das Pferderennen Paliodie Siena findet zweimal im Jahr auf dem Campo. Manch einer kennt diese Kulisse aus dem James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“.

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Hinüber zum Dom: Romanisch-gotische Front, Baubeginn im 13. Jh., Vergrößerung im 14. Jh. angestrebt, aber nie fertiggestellt:
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Hier geht mir leider die Zeit aus, da ich abends verabredet bin und den nächsten Zug nach Florenz erwischen möchte. Der Bahnhof liegt ca. 20 Fußminuten von der Altstadt entfernt, wenn man nicht weiß, dass es auch einen Stadtbus gibt, oder welcher der richtige ist ;-) Es reicht aber noch um das Ticket zu kaufen und zu entwerten.

Siena liegt an der sog. Centrale Toscana, einer größtenteils eingleisigen, nicht-elektrifizierten Bahnstrecke zwischen Empoli und Chiusi. Sie wurde 1849 eröffnet.
Stündlich verkehrt ein Zug nach Florenz und Chiusi, beide beginnen und enden in Siena. Früher hielt auch mal ein IC aus Florenz nach Rom, inzwischen aber nicht mehr. Von der Centrale zweigt in Siena ein Ast nach Montepescali ab und mündet dort in die Strecke Pisa – Rom. Wegen eines Erdrutsches ist er derzeit nicht durchgängig befahrbar.

Ich nehme einen der Regios nach Florenz, leider aus Zeitnot wieder ohne Bild. Hier fährt eine Lok-Wagen-Garnitur mit einer D.445 an der Spitze. Die Großraumwagen sind in der Aufteilung ähnlich den bekannten n-Wagen in Deutschland. Der Zug ist gut besucht und mindestens ebenso gut klimatisiert.

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Die Fahrt dauert dann ca. 90 Minuten und verläuft ruhig und pünktlich. Auch schön fand ich, dass unterwegs Reinigungspersonal zusteigt, welches sich sehr sorgfältig um die Sauberkeit an/auf den Sitzen und in den Toiletten kümmert.

Kurz nach der Galleria Bellosguardo:
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Am letzten Abend unternehme ich noch einen kleinen Spaziergang vor der Rückreise. Mit dem Blick von der Ponte alle Grazie auf die Ponte Vecchio verabschiede ich mich in den dritten und letzten Teil.

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Gleich geht’s weiter...


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