Savoyen, Toskana und zurück – Teil 2.2 [19 Bilder] (Reiseberichte)

MC_Hans, 8001376, Montag, 23.10.2017, 21:50 (vor 3071 Tagen) @ MC_Hans

Savoyen, Toskana und zurück – Teil 2.2 [19 Bilder]

Ankunft in Chambéry:
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In Chambéry marschiere ich zunächst dem Pulk hinterher. An Gleis eins (bzw. A) steht ein verspäteter TGV aus Turin. Der wird hier mit dem zuvor erwähnten TGV aus Annecy vereinigt und fährt in dann Doppeltraktion über Lyon nach Paris.
Nach der Ausfahrt besuche ich die Innenstadt. Die zwei Stunden Übergang sollten reichen, um sich ein bisschen umzusehen. In der Touristeninformation, wo man sehr freundlich empfangen wird, bekomme ich einen Plan, der einige interessante Orte zu einer Route zusammenfasst: sehr praktisch.

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Chambéry hat ca. 60.000 Einwohner und verfügt über einen Flughafen und eine Universität. Durch seine historischen Sehenswürdigkeiten und seine Lage am Fuße der Savoyer Alpen spielt der Tourismus eine wichtige Rolle.

Das Schloss aus dem 13. Jahrhundert:
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St. François-de-Sales, 1488 zur Kathedrale geweiht und mittlerweile Sitz des Erzbischofs. Innen zeigt sie eine Ausstellung zum Grabtuch von Turin.
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Nach dem Besuch der Innenstadt spaziere ich noch bei Jean-Jacques Rousseau vorbei. Er lebte von 1729 bis 1742 hier und wird mit einer Statue im Parc du Clos Savoiroux gewürdigt.

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Ich mache mich auf den Rückweg zum Bahnhof. Mit einem Fahrzeugdepot und als Endbahnhof der Mont-Cenis-Bahn kommt ihm eine gewisse Bedeutung im französischen Schienennetz zu. Die zentrale Lage im TER-Netz Rhône-Alpes beschert dem Reisenden Nahverkehr-Direktverbindungen nach Valence, Grenoble, Genf, Lyon, Bourg-Saint-Maurice oder Modane; ein Teil der TGV zwischen Paris und Mailand halten hier, und manchmal lässt sich auch ein Eurostar blicken.

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Mit dem Bau des Mont-Cenis-Basistunnels zwischen Frankreich und Italien soll die Bestandsstrecke und somit auch Chambéry vom Güterverkehr befreit werden. Ein Abzweig von der neuen Magistrale soll die Region anschließen; es wird mit Reisezeitverkürzung von bis zu 45 Minuten in Richtung Lyon/Paris geworben (Fahrzeiten heute: 1 h / 3 h).

Ich mache mich auf zum Gleis, gleich soll ja mein TER nach Modane fahren. Das hier ist er aber nicht, wie sich gleich herausstellen wird:
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Runter über die Treppe; defekte Aufzüge können auch die Franzosen:
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Am Gleis erwartet mich dieses Gefährt:
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Ich befürchte erst einen trägen, muffigen Triebwagen à la 628, werde aber eines Besseren belehrt. Drinnen erwartet mich nämlich angenehmes und gemütliches TER-Design:
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Die Fahrt ist gut besucht, und es geht pünktlich Richtung Mont Cenis los.

Die Mont-Cenis-Bahn verbindet seit Mitte des 19. Jh. die Savoyen mit dem Piemont. Der französische Teil wird auch als Maurienne-Strecke bezeichnet, benannt nach dem sie umgebenden Maurienne-Tal. Die Strecke überwindet bis zur Grenze bei Modane eine Distanz von ca. 100 km und einen Höhenunterschied von 787 m. Die Elektrifizierung wurde in den 1920er-Jahren mit einer 1,5-kV-Stromschiene vorgenommen. Seit 1976 erfolgt der Betrieb mit derselben Spannung unter Fahrdraht.

Die Mittagssonne sorgt weiter für bestes Reisewetter durch die mediterrane Landschaft.

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In Montmélian bzw. St.-Pierre-d‘Albigny verzweigt sich die Strecke nach Grenoble bzw. Bourg-St.-Maurice und lässt ab da auch die Isère links liegen. Es geht weiter am Flüsschen Arc entlag das Tal hinauf.

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Trotz einiger Halte fühlt es sich sehr zügig an. Der Triebwagen bringt zwischen 120 km/h und 140 km/h auf die Schiene und bietet, was Sitze, Klima und Lautstärke angeht, sehr angenehmen Komfort. Ausgedehnte Gleisanlagen und Rangierbahnhöfe an der Strecke erinnern an den Güterverkehr, auf den Schienen sieht man allerdings wenig davon. Dagegen sind immer wieder Baufelder für den Basistunnel in Sichtweite.

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St.-Michel-Valloire:
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Pünktlich erreiche ich auf 1057 m die Endstation Modane. Noch einmal der Triebwagen der Baureihe Z 9600, der mich hergebracht hat:
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Gleich geht’s weiter...


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