Flexpreis: Stempel am ersten Tag!? (Fahrkarten und Angebote)

musicus, Dienstag, 09.05.2017, 20:20 (vor 3283 Tagen) @ Tino

Hat das eigentlich einen _ernsthaften_ Finanziellen Vorteil fuer die Bahn oder ist das nur die (Vor-)Dressur der Kunden um sich an Zug/Tag-genaue Fahrkarten auch fuer den Flexpreis zu gewoehnen?

Die Ausgestaltung des Differenzierten Flexpreis spricht stark dafür, dass es darum geht, für Flexpreisen an reisestarken Tagen mehr Geld verlangen zu können als an schwächer nachgefragten Tagen. (SuFu -> "mobility pricing")
Persönlich vermute ich, dass die Differenzen zukünftig größer und die Zahl erhöhter Flexpreise mehr werden werden. Die Achterbahnfahrerei der Flexpreise hat zudem den Vorteil, dass ihre Attraktivität an nachfrageschwächeren Tagen steigen und die Erlöse an reisestarken Tagen deutlich wachsen können. Der Kunde muss sich nicht festlegen und die DB optimiert ihr Ergebnis. In gewissen Szenarien eine win-win-Situation, in anderen Szenarien Geldmacherei, je nach persönlichem Reiseverhalten. Die Auslastungssteuerung bleibt natürlich eine Lüge.

und ob. Einige Beispiele aus der Vergangenheit (alter Flexpreis)
- Fahrgast kauft sich Flexpreis und wird nicht kontrolliert

Liegt nicht am Fahrgast.

bzw. (noch besser) meldet sich nicht unaufgefordert bei der Fahrscheinprüfung.

Liegt auch nicht am Fahrgast. Der ZuB kann jederzeit von jedem Passagier das Ticket verlangen!

Kunde nutzt das Ticket erneut und macht dieses 'Spiel' womöglich auch bei der Rückfahrt. So fährt er zwei Tage und zählt nur für einen.

Das ist dann eben Betrug - ermöglicht durch Fahrlässigkeit beim Zugpersonal.

- Kunde kauft Hin- und Rückfahrt. Gleiches Spiel wie oben nur der Kunde nutzt das Ticket einen Monat.

So sehr einfach ist es dann auch wieder nicht, der "alte" Flexpreis war mitnichten eine Lizenz zum Flatrate-Keruz-und-Querfahren! Pro Richtung betrug die Geltungsdauer nämlich auch maximal zwei Tage.

Zudem gab es Kunden die tagtäglich in dieser Zeit die Lounges aufgesucht hat.

Ja und? Ich darf ja auch tagtäglich in die Lounge. Ohne Ticket. Andere dagegen haben einen 1. Klasse-Fahrschein und kommen an keiner einzigen Lounge vorbei. Die Aussage "Lounges werden besucht." ist wahr und kein Argument in der Diskussion um die Geltungsdauern und Preisgestaltungen von Flexpreisen.

Natürlich verursacht solch ein Verhalten Mindereinnahmen. Sicher ist auch, dass mit den neuen Flexpreisen weiterhin dieses 'Spiel' möglich ist nur nicht mehr ganz so dreist.

Alle diese Szenarien funktionieren ja nur, wenn die Fahrscheinkontrollen durch das Zugpersonal unzureichend sind. Und das Zwei-Tages-Beispiel galt natürlich nur für Fahrten von über 100km einfacher Wegstrecke. Ganz abgesehen davon bedingen solche Betrügereien, dass man innerhalb kurzer Zeit mehrmals dieselbe Relation (oder Teile derselben) zu bereisen beabsichtigt.

Neuester Trick übrigens beim HandyTicket dem Mitarbeiter zu suggerieren dass er im anderen Zug bereits kontrolliert wurde.

Nur blöd dass dies mittlerweile auf den MTs aufgeblendet wird. Ich kann nur an jeden Mitarbeiter appellieren Tickets (egal ob Sparpreis oder Flexpreis) immer zu scannen.
Ganz recht! Aber eben in der Verantwortung des Zugpersonals und nicht des Reisenden.


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