Eis, Kaffee, Venezia [m. 48 B.] Teil 2 (Reiseberichte)

JanZ, HB, Freitag, 13.01.2017, 21:31 (vor 3355 Tagen) @ JanZ

... doch der zweite folgt sogleich!

Am nächsten Morgen fahre ich eine Stunde früher als nötig um 7.20 Uhr, um in Tirano nicht nur acht Minuten zum Umsteigen zu haben. Prompt hat mein Zug auch zwischendurch genau +8, die er aber bis Tirano wieder herausfährt – malerisch am Comer See entlang.

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An der Endstation

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angekommen, erkunde ich erst mal die Gegend und trinke einen Cappuccino an der Bar. Mein Trenord-Triebwagen macht sich derweil bereit für die Rückfahrt:

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Wegen der Partnerschaft mit der Hakone Tozan Railway gibt es im RhB-Bahnhof das Stationsschild auch auf Japanisch:

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Derweil ist mein Zug angekommen. Der Triebwagen wird erst mal auf ein Nebengleis rangiert und die Abwassertanks geleert:

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Der Bernina-Zug (nicht der nur einmal am Tag verkehrende Express) besteht aus einem Triebwagen vom Typ „Allegra“ (rätoromanisch für „Hallo“) mit angehängten Wagen, u.a. einem Panoramawagen, in dem der Sitzplatz aber 5 Franken extra kostet. Also setze ich mich in den fast leeren normalen Wagen am Ende, wo sich außerdem die Fenster öffnen lassen.

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Pünktlich um 11 Uhr geht es los, und der Zug schraubt sich nach der Ortsdurchfahrt von Tirano immer weiter in die Höhe. Am nächsten Bahnhof Campocologno ist die Schweiz erreicht, und ein Beamter der Grenzwache geht kurz durch den Zug. Bald kommt einer der Höhepunkte, der Kreisviadukt von Brusio:

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Und weiter schraubt sich der Zug in die Höhe. In Poschiavo kommt uns ein Allegra mit vorgesetztem Schneepflug entgegen:

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Die Frage, wo denn der dazugehörige Schnee sei, beantwortet sich spätestens bei Alp Grüm:

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Und am höchsten Punkt bei Ospizio Bernina macht der Lago Bianco seinem Namen alle Ehre, obwohl er eigentlich nach seinem kalkigen Wasser benannt ist.

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Von jetzt ab geht es wieder talwärts. Bald kommt der Umstieg in Pontresina, wo ich auch vom Gleichstrom- ins Wechselstromnetz der RhB wechsle.

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Im Zug sitze ich nur wenige Minuten, bevor ich dann in Samedan in den Zug St. Moritz – Chur umsteige. Beide Umstiege funktionieren innerhalb von wenigen Minuten, der in Samedan sogar am selben Bahnsteig – ein Hoch auf den Schweizer ITF! Der Zug nach Chur fährt über die Albulastrecke, die im Winter mindestens so beeindruckend ist wie im Sommer 2006, als ich sie zum ersten Mal befahren habe.

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Schließlich erreichen wir das Rheintal und dann bald Chur, wo ich am selben Bahnsteig von der RhB-Meterspur in die SBB-Normalspur wechsle. Recht bald nach der Abfahrt schlafe ich ein. Als ich nach einer halben Stunde wieder aufwache, höre ich ein nervendes Knarren, das ich nicht einordnen kann. Möglicherweise reibt sich ein Sitz irgendwo an seiner Aufhängung. In Zürich HB steige ich wie die meisten Fahrgäste aus. Ursprünglich war mein Plan, die gute halbe Stunde hier zum Essen zu nutzen, aber es sagt mir nichts so richtig zu, und die Preise sind erwartungsgemäß auch nicht gerade niedrig. Also verbringe ich die Zeit mit ÖPNV-Fotos,

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... bis ich dann zu meinem ICE gehe. Der steht am äußersten Gleis bereit und trägt einen Gruß aus der Heimat.

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Nach der Abfahrt wird mitgeteilt, dass der Zug wegen Bauarbeiten umgeleitet wird (da es draußen dunkel ist, sehe ich nicht, über welche Strecke) und wir Basel mit ca. +5 erreichen werden. Ich will im Bordrestaurant essen, der Mitarbeiter dort sieht meinen Rabattgutschein für den Quinoa-Salat und teilt mir mit, dass dieser auf Schweizer Gebiet nicht gilt und nur die Zahlung in Franken möglich ist. Also warte ich bis nach der Grenze, wo ich dann den Salat mit einem Focaccia esse, beides schmeckt recht gut.
Einzige Besonderheit auf der weiteren Fahrt ist die Umleitung über die Main-Neckar-Bahn, somit bleibt die Fahrplanänderung auf der Hinfahrt nicht die einzige. Die dadurch bedingte Fahrzeitverlängerung hatte ich schon eine Woche vorher als Verspätungsalarm bekommen. Statt wie gebucht um 21.48 bin ich also erst um 22.16 Uhr zu Hause, was sich durch mehrere außerplanmäßige Halte auf der nordmainischen Strecke noch mal um 15 min verzögert. Die RB nach Wertheim würde ich gerade noch erreichen, aber ich habe in weiser Voraussicht mein Rad am Bahnhof geparkt und mache mich auf den Weg nach Hause, wo ich sehr bald ins Bett falle.


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