Advent zwischen Limmat und Brocken – Fortsetzung 1 (Reiseberichte)
Tag 2: Mainz – Darmstadt – Göttingen – Kreiensen – Bad Harzburg - Goslar
Wenn man die Berichte der letzten Tage im Forum betrachtet, kann man zum Schluss kommen, dass die Mehrzahl der Fahrgäste in den ersten Betriebstagen des Locomore aus bahninteressierten Nutzern bestand, die nur des Mitfahrens willen an Bord waren – und da will ich mich gar nicht ausnehmen.
Jedenfalls starten wir nun am zweiten Reisetag im Oberdeck eines Doppelstockwagens mit einer Regionalbahn von Mainz nach Darmstadt.
Bei unserer Ankunft in Darmstadt wird der Locomore mit einer Verspätung von 25 Minuten angezeigt. Wir haben zwar ausreichend Luft in unserem Reiseplan, aber trotzdem stimmt mich die Aussicht auf die lange Wartezeit nicht gerade positiv. Kurz darauf wird die Verspätung in einer Durchsage mit 20 Minuten angegeben. Und dann geht es recht schnell: bei der nächsten Durchsage beträgt die Verspätung nur noch 10 Minuten und schließlich rollt der Zug mit +5 in den Bahnhof ein. Eine solche wundersame Verspätungsreduzierung dürfte es bei Bahnens gerne öfter geben!
Ich denke die rasante Aufholjagd wird dadurch zustande gekommen sein, dass Locomore nur Strom höchster Qualität einsetzt.
Wir reisen in der Business-Klasse. Es handelt sich hierbei um ein klassisches 6er-Abteil, bei dem jedoch nur drei Plätze verkauft werden, so dass jeweils der Platz gegenüber und die Plätze neben dem Fahrgast frei bleiben.
Gibt es bei der Westbahn eigentlich in der Plus-Klasse noch die „Reserviert“-Bänder für die freibleibenden Sitze? Das wäre vielleicht auch eine Anregung für Locomore und würde den Business-Fahrgäste ersparen, die vermeintlich freien Plätze gegen andere Fahrgäste verteidigen zu müssen.
Bei der Strecke Stuttgart-Berlin gibt es wohl keine klare Präferenz, welche Seite denn die landschaftlich interessantere ist, insofern braucht man sich bezüglich der Stellung der Abteilwagen bei Locomore wohl keine Gedanken zu machen. Nur im Kinzigtal hätte mir rechts besser gefallen.
Irgendwann legt ein Mensch in Alltagskleidung eine Zeitung ins Abteil. Eine Werbeaktion der Süddeutschen Zeitung oder doch ein Locomore-Mitarbeiter mit dem Zeitungsservice? Auf den in der Business-Klasse versprochenen inklusiven Snack sowie das Heiß- und Kaltgetränk ab 60 Minuten Fahrt warten wir zudem vergeblich. Da gibt es beim Service doch noch Luft nach oben.
In Göttingen endet unsere Fahrt mit Locomore. Mal schauen, ob sich für mich irgendwann die Gelegenheit für eine zweite Chance für den Fernzug ergibt. Von meinem Wohnort Konstanz aus ist eine Nutzung jedenfalls kaum sinnvoll möglich, da die Anschlüsse in Stuttgart nicht passen und nur mit einer Zwischenübernachtung machbar sind.
Ich bin schon unzählige Male auf Bahnreisen durch Göttingen gefahren und hier auch schon umgestiegen, die Stadt selbst kannte ich bisher aber nicht. Und so drehen wir nun eine Runde durch die Altstadt.
Zu den Wahrzeichen der Stadt gehört die gotische St.-Johannis-Kirche. Ein weiteres Wahrzeichen, das alte Rathaus, ist bei unserem Besuch durch ein Baugerüst verdeckt.
Die Altstadt ist geprägt von zahlreichen Fachwerkhäusern, hier die Junkernschänke aus dem 15. Jahrhundert. Übrigens eine der ältesten Weinstuben in Deutschland.
Doch nun zurück an den Bahnhof. Der metronom verkehrt ja nun schon etliche Jahre auf verschiedenen Strecken in Norddeutschland. Für mich hatte es bisher aber noch keine Gelegenheit zu einer Mitfahrt gegeben, das wollen wir heute auf der Strecke bis Kreiensen nachholen.
metronom ist mittlerweile die größte nichtbundeseigene Eisenbahn. Für die kurze Fahrt durch das Leinebergland nehmen wir im Oberdeck der Wendezuggarnitur Platz.
In Kreiensen steigen wir auf einen LINT (BR 648) um zur Fahrt auf der Braunschweigischen Südbahn nach Bad Harzburg.
Noch Bedarf an einem nebligen Streckenbild aus dem Harzvorland? Aber noch etwas Geduld, wir werden heute die Sonne noch sehen.
Der Bahnhof Bad Harzburg ist ein Kopfbahnhof am Ende von zwei befahrenen und einer stillgelegten Strecke. Vom Querbahnsteig gelangt man in das erhöht liegende Empfangsgebäude.
Das Ostfenster im Empfangsgebäude zeigt eine Ansicht von Bad Harzburg. Das Jugendstilfenster wurde 1945 durch die Druckwelle zerstört, die von einem Fliegerangriff auf die sechs Kilometer entfernte Luftmunitionsanstalt Stapelburg ausging. 1986 wurde das Bleiglasfenster wiederhergestellt.
Wir starten nun zu einem Off-Topic-Ausflug durch die Innenstadt des Kurorts und folgen dem Fluss Radau...
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TD,
25.12.2016, 20:46
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25.12.2016, 20:47
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TD,
25.12.2016, 20:48
- Vielen Dank - 462 001, 26.12.2016, 16:04
- Danke! - oppermad, 26.12.2016, 19:04
- Danke! owt
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brandenburger,
26.12.2016, 20:17
- Vielen Dank für die erste Foto* aus Göttingen! - ktmb, 26.12.2016, 10:39
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- Advent zwischen Limmat und Brocken - Twindexx, 27.12.2016, 19:51
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