Advent zwischen Limmat und Brocken – 1/2 m 80 B. (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
wie in den vergangenen Jahren möchte ich Euch auch in diesem Jahr auf eine kleine vorweihnachtliche Rundreise mitnehmen. Ich war lange Zeit unschlüssig, wohin die Tour in diesem Jahr gehen sollte, gefragt war eine Kombination aus interessanten Bahnzielen, etwas Natur und etwas Stadt und für die Adventsstimmung natürlich auch ein paar Weihnachtsmärkte.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/077-Harz/77-000Karte.jpg)
Herausgekommen ist eine erstklassige viertägige Tour um das vierte Adventswochenende. Wir starten zu einem Abschiedsbesuch der SBB Lounge im Hauptbahnhof Zürich, nutzen den Panoramawagen, der neu wieder nach Deutschland kommt und drehen eine Runde mit der Mainzelbahn durch Mainz. Am zweiten Reisetag testen wir Locomore und fahren in den Harz und nach Goslar. Der dritte Tag steht im Zeichen der Brockenbahn, bevor wir am Abend nach Braunschweig fahren. Nach metronom und erixx steht am vierten Tag mit enno eine weitere mir noch unbekannte Bahngesellschaft auf dem Tourplan, anschließend starten wir zu einer persönlichen Prämierenfahrt im ICE 4 bevor mit dem ehemaligen Metropolitan der letzte besondere Zug auf unserem Plan steht.
Tag 1: Konstanz - Zürich - Mainz
Heute soll es zunächst nach Mainz gehen, um dort meinen Bruder für die weitere Tour abzuholen. Schwarzwald- oder Gäubahn sind zwar schön, aber irgendwie bin ich den häufig gefahrenen Strecken überdrüssig. Nachdem die Bahn sogar einen Sparpreis Europa von Konstanz über Zürich nach Mainz anbietet, ist die Entscheidung klar. Und so geht es zunächst mit einem Interregio der SBB von Konstanz nach Zürich.
Die Fahrt nach Zürich ist unspektakulär und verläuft mehr oder weniger im Dezember-Nebel, von daher halte ich mich mit Streckenbildern zurück.
Ich war in Konstanz eine Stunde früher losgefahren als nötig und habe nun in Zürich Zeit für einen kleinen Ausflug zu den etwas ausgefalleneren Verkehrsmitteln der Stadt. Für mein erstes Ziel geht es über die Limmat...
...zur Polybahn. Die Standseilbahn führt vom Central zur Polyterrasse bei der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Die Universität hieß früher Polytechnikum, daher der Name der Bahn. Die Talstation befindet sich in einer Häuserzeile...
...der Eingang befindet sich auf der anderen Seite. Die Bahn wird seit 1996 vollautomatisch betrieben mit einem Takt von 2,5 Minuten.
Unter dem Namen Zürichbergbahn nahm die Verbindung 1889 den Betrieb auf, damals noch als Wasserballastbahn. Als die Bahn in den 1970er-Jahren in die roten Zahlen rutschte und vor der Einstellung stand, wurde sie von der Schweizerischen Bankgesellschaft gerettet und der Betrieb von den Verkehrsbetrieben Zürich übernommen. Nachdem die Schweizerische Bankgesellschaft in die UBS übergangen ist, heißt die Bahn heute UBS Polybahn.
Bei einer Streckenlänge von 176 Metern und einer Höhendifferenz von 41 Metern ist die Fahrtzeit mit 100 Sekunden recht kurz.
Die Bergstation wurde im Jahr 2001 renoviert und wieder mit dem ursprünglichen sienaroten Anstrich versehen. Noch ein Hinweis, falls jemand ebenfalls das Polybähnli besuchen möchte: samstagsnachmittags sowie an Sonn- und Feiertagen ist die Bahn nicht in Betrieb.
So ganz habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dem Nebel noch entfliehen zu können und so laufe ich von der Bergstation der Polybahn zur Talstation der nächsten Standseilbahn mit dem verlockenden Namen Seilbahn Rigiblick.
Die schmalspurige Standseilbahn wird ebenfalls von den Verkehrsbetrieben Zürich betrieben, sie führt hinauf zur Bergstation Rigiblick auf dem Zürichberg.
Die Bahn wurde 1901 in Betrieb genommen, sie wurde in den Jahren 1978 und 1979 modernisiert und verlängert, seither läuft der Betrieb vollautomatisch. Im Inneren gibt es Haltewunschtasten für die Zwischenstationen.
An der Strecke gibt es drei Zwischenstationen, die Station Hadlaubstrasse ist als Kreuzungsstation ausgelegt. Die reine Fahrzeit ohne Zwischenhalte beträgt zwei Minuten.
Bis zur Bergstation Rigiblick überwindet die Bahn eine Höhendifferenz von 94 Metern, die Strecke ist 385 Meter lang.
„Die Bergstation Rigiblick bietet eine herrliche Aussicht über die ganze Stadt“ – heißt es auf der Internetseite des Zürcher Verkehrsverbunds. Davon kann heute allerdings keine Rede sein, und so steige ich gar nicht erst aus, sondern fahre gleich wieder hinab.
Von der Zwischenstation Goldauerstrasse ist die Talstation schon zu sehen, angesichts des 6-Minuten-Takts der Bahn wird in vielen Fällen der Fußweg wohl schneller sein.
Unweit der Talstation befindet sich eine Tramhaltestelle, und so fahre ich nun mit der Linie 10 zurück an den Hauptbahnhof. Die Tramlinie wird von den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG) betrieben.
Mit dem Christkindlimarkt soll es nun noch etwas Weihnachtsstimmung hier im Forum geben – und das sogar mit Bahnbezug, denn der Weihnachtsmarkt ist im Hauptbahnhof von Zürich. Mit 150 Ständen gehört er zu den größten Indoor-Weihnachtsmärkten in Europa. Im Zentrum leuchtet ein mit 7000 Swarovski-Kristallen geschmückter Weihnachtsbaum.
Nun schaue ich noch für einen Kaffee zu einem Abschiedsbesuch in der SBB Lounge vorbei. Die beiden Lounges in Genf und Zürich werden zum Jahresende geschlossen. Schade, ich war hier immer gerne zu Gast.
Zu den Neuerungen des Fahrplanwechsels gehört, dass die Panoramawagen der SBB wieder nach Deutschland kommen. Und so habe ich mir für die Fahrt nach Mainz den EC 8 ausgesucht. Wegen technischer Probleme wird der Zug zu spät in Zürich bereitgestellt und die Fahrt beginnt mit einer Verspätung von 10 Minuten. Da ich heute keine Anschlüsse mehr brauche und der Zug zudem einen langen Aufenthalt in Basel hat, kann ich das entspannt sehen.
Gut, bei dem Wetter bräuchte es keinen Panoramawagen...
...aber rund um Basel gibt es tatsächlich eine Nebellücke. Hier in Basel schlägt das deutsche Reservierungssystem voll zu. Während der Panoramawagen von Zürich bis Basel sehr gut besetzt war, leert sich der Wagen schlagartig und auf der weiteren Fahrt bis Mainz verirren sich maximal fünf Fahrgäste in den Wagen.
Der Blick aus dem Zugfenster bei der Fahrt über den Rhein in Basel wird das einzige sonnige Bild mit blauem Himmel am heutigen Tag bleiben, kurz darauf tauchen wir wieder in den Dezembernebel ein.
Von der weiteren Fahrt auf der Rheintalbahn kann ich nicht viel berichten und witterungsbedingt gibt es auch keine Streckenbilder. Hier ist schon Rheinhessen erreicht und der Panoramawagen ermöglicht einen Blick auf die Kilianskirche von Nierstein.
In Mainz heißt es den Panoramawagen zu verlassen. Die Fahrt in dem Wagen durch das Mittelrheintal spare ich besser für den Sommer auf.
In Mainz wurde zum Fahrplanwechsel mit der Mainzelbahn eine 9,2 Kilometer lange Straßenbahn-Neubaustrecke vom Hauptbahnhof zum Lerchenberg eröffnet. Da es nun schon dunkel ist, gibt es nur ein Alibi-Bild von der Endhaltestelle Hindemithstraße.
Den Abend lassen wir nun auf dem Weihnachtsmarkt in Mainz ausklingen zu Füßen des 1000jährigen Martinsdoms.
Es geht gleich weiter...
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TD,
25.12.2016, 20:46
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TD,
25.12.2016, 20:47
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TD,
25.12.2016, 20:48
- Vielen Dank - 462 001, 26.12.2016, 16:04
- Danke! - oppermad, 26.12.2016, 19:04
- Danke! owt
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brandenburger,
26.12.2016, 20:17
- Vielen Dank für die erste Foto* aus Göttingen! - ktmb, 26.12.2016, 10:39
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25.12.2016, 20:47