Vom Vatikan zur Wocheiner Bahn (1/5 m 66 B) Fortsetzung (Reiseberichte)

TD, Samstag, 19.11.2016, 17:52 (vor 3411 Tagen) @ TD

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...hinüber zum normalspurigen Bahnhof der Trenitalia. Der Regionalverkehr von Tirano nach Mailand wird von der Trenord betrieben, zum Einsatz kommt ein lokbespannter Zug mit einem Erste-Klasse-Wagen in auffälligem Rot.

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Durch das Veltlin folgen wir nun dem Fluss Adda bis zum Comer See, dann führt die Strecke teilweise direkt am Seeufer entlang.

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Der 8-Minuten-Übergang in Tirano war mir etwas zu kritisch in Bezug auf eine zuggebundene Fahrkarte ab Mailand, so dass ich unterwegs einen Puffer eingebaut hatte. Nachdem ich Tirano schon kannte, war ich auf der Suche nach einem schönen Zwischenhalt auf das 3.000-Einwohner-Städtchen Bellano am Comer See gestoßen. Und so verlassen wir am Bahnhof Bellano-Tartavalle Terme den Zug.

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Neben einer Altstadt und einer Uferpromenade gibt es hier mit der Orrido di Bellano eine weitere Sehenswürdigkeit. Unweit des Bahnhofs befindet sich der Zugang zur Orrido-Schlucht, die vom Wildbach Pioverna in den Felsen gefressen wurde. Für drei Euro Eintritt kann man hier auf Stegen, Treppen und in den Fels geschlagenen Pfaden durch die enge Klamm wandeln.

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Am Fuße der Schlucht steht der „Cà del Diavol” (Casa del Diavolo); das Teufelshaus wacht nicht nur über den Fluss Pioverana, sondern auch über die Bahngleise, die unmittelbar an der Schlucht vorbeiführen.

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Wir folgen nun dem Fluss bis zur Mündung im Lago di Como. Der Comer See ist der drittgrößte See Italiens, nur schade, dass das Bergpanorama etwas getrübt ist. Auch die Altstadt ist recht schmuck mit engen Gassen und Treppen.

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Nun zurück an den Bahnhof, wir setzen jetzt die Fahrt nach Mailand fort. Interessant fand ich die Online-Buchung bei der Trenitalia. Die Strecke Bellano-Rom lässt sich durchgehend buchen, per Mail kommen dann zwei PDF-Fahrscheine, für Bellano-Milano mit Trenord-Logo, für Milano-Rom mit Trenitalia-Logo.

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Diesmal verkehrt ein Minuetto-Triebwagen von Trenord (ETR 425 / Coradia Meridian).

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Die Strecke führt weiter entlang des Comer Sees. Vor dem Zugfenster taucht bald die Halbinsel von Bellagio auf, die den See in zwei Arme teilt.

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Die weitere Fahrt ist ereignislos und wir erreichen pünktlich Milano Centrale. Nachdem wir heute bisher nur im Regionalverkehr unterwegs waren, gibt es nun zum Abschluss ein Kontrastprogramm mit dem Frecciarossa 1000 (ETR 1000), dem Stolz der Trenitalia im Hochgeschwindigkeitsverkehr. Die ersten der auf bis zu 360 Stundenkilometer ausgelegten Züge sind seit 2015 im Regelbetrieb. Die Züge verfügen über vier Klassen von Standard über Premium und Business bis zu Executive.

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Ja gut, die Fahrt in der Executive-Klasse ist schon etwas dekadent – aber als mich bei der Buchung ein Super Economy-Preis angelacht hatte, konnte ich nicht widerstehen. Die Executive-Klasse nimmt den ganzen Endwagen ein, sie besteht aus einem Großraumbereich mit Einzelsitzen und einem abgetrennten Meetingraum. Bei den Sitzen lassen sich per Knopfdruck die Rückenlehne und die Beinstützen verstellen, außerdem lassen sich die Sessel durch den Fahrgast per Knopfdruck in einem begrenzten Radius drehen. Durch einen versteckten „Geheimknopf“ kann das Personal die Sitze zudem um 180 Grad drehen, so dass niemand rückwärts oder vom Reisepartner abgewandt sitzen muss. Steckdosen, Leselicht und ein ausklappbarer Tisch sind natürlich auch integriert.

Den Fahrgästen werden zunächst Hot Towels gereicht und es werden die Getränkewünsche aufgenommen, dann können wir aus der Speisekarte wählen und eine Wunschzeit für das Essen festlegen. Speisen und Getränke sind inklusive.

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Die Strecke ist landschaftlich nicht besonders spektakulär...

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...und so werfen wir mal einen Blick in das WLAN-Bordportal des Frecciarossa.

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Mich interessieren natürlich besonders die Kartenansicht und die Geschwindigkeitsanzeige. Nur schade, dass man offenbar eine Straßenkarte verwendet, auf der die Bahnstrecke gar nicht eingezeichnet ist.

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Pünktlich wie vereinbart wird nun das Abendessen serviert, mein Bruder hat sich für Hähnchenbrust entschieden, für mich gibt es Tagliatelle.

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So ganz perfekt ist das System aber auch nicht, gerade auf der an Tunneln nicht armen Direttissima zwischen Bologna und Florenz gibt es kein GPS-Signal und damit weder Kartenansicht noch Geschwindigkeitsanzeige.

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Bei den trüben Wetteraussichten für Rom...

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...brauchen wir noch ein paar frische Vitamine.

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Leider behält der Wetterbericht Recht und es regnet am Abend in Rom, deshalb gibt es nun keine weiteren Bilder mehr und wir beenden mit einem letzten Foto aus dem Frecciarossa diesen Teil des Reiseberichts.

Am nächsten Reisetag starten wir vom vatikanischen Bahnhof nach Castel Gandolfo, aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Tobias

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