Konkurenzfähigkeit des Nachtzuges (Allgemeines Forum)

GibmirZucker, Freitag, 27.05.2016, 00:34 (vor 3601 Tagen) @ Quasar

der Nachtzug ist meiner Ansicht nach eher was für Nostaliger. Für eine Fahrt in den Urlaub mit dem Nachtzug gehen mindestens zwei Urlaubstage mehr drauf, als eigentlich geplant. Ich glaube kaum, dass jemand bis 17 Uhr arbeitet, dann zum Bahnhof hetzt um pünktlich gegen 20Uhr am Startbahnhof zu sein. Ja ich weis, Zeitmanagment ist dabei ein großer Vorteil, aber ich bin da eher skeptisch.

Erster Überlegungsfehler. Vielleicht machst du Fernreisen nur für den Urlaub, aber Urlauber sind nur akustisch die tonangebende Kategorie im Nachtzuggeschäft. Sie sorgen auf bestimmten Routen für ausgebuchte Zügen zu Ferienbeginn, sind aber in der Berechnung der Wirtschaftlichlichkeit nur sekundär. Wenn Nachtzüge aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden sind, dann weil die Grundauslastung zu niedrig war. Und diese beruht auf dem geschäftlichen Verkehr. Und da hat der Nachtzug die Nase vorn, wenn der Reisende auf einer Strecke unterwegs ist, die nicht direkt vom Flugzeug bedient wird. Offenburg-Dresden als Beispiel.

Heikel wird es aber, wenn
- die Züge unzuverlässig sind, d.h. häufig ausfallen (wie es bei Zürich-Barcelona immer wieder war)
- schlechten Komfort bieten (häufig kein Wasser vorhanden, schmutzige Bettwäsche, keine Klimaanlage)
- die gewünschte Relation zu Unzeiten bedienen.

Dann kann es durchaus der Fall sein, dass man lieber einmal noch zwei Stunden mit ICE oder Auto zum nächsten Flughafen fährt. Wirtschaftlicher Nachtzugverkehr ist nur möglich, wenn die Qualität stimmt. Und da werden die Österreicher mal zeigen müssen, ob sie was verbessern können. Die Menschen sind träge, ich rechne dass sich erst nach 3-4 Jahren sagen lässt, ob die Nachtzüge und den gegebenen Voraussetzungen wirtschaftlich sind.


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