Von Tendabahn und Pinienzapfenzug 1/8 (34 Bilder) (Reiseberichte)

TD ⌂ @, Samstag, 09.05.2015, 17:25 (vor 1853 Tagen)

Hallo zusammen,

ich war dieses Jahr im Juli und August überwiegend mit dem Deutschlandpass quer durch die Republik unterwegs mit besonderen Zügen zur Oberweißbacher Bergbahn, von TGV bis Inselbahn und mit dem IC "Schwarzwald" an die Ostsee. Allerdings hatte mich dann doch noch das Fernweh gepackt. Eigentliches Ziel waren die Tendabahn sowie die Chemins de Fer de Provence, darum herum habe ich dann eine fünftägige Tour gebastelt.

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Wir fahren von Konstanz über die Gotthardstrecke nach Lugano und unterbrechen die Fahrt für einen Abstecher zur Lugano–Ponte Tresa-Bahn, dann fahren wir weiter über Mailand nach Turin. Am zweiten Tag fahren wir über Cuneo auf dem italienischen Streckenast der Tendabahn bis Ventimiglia und zurück nach La Brigue. An Tag drei geht es von dort auf dem französischen Streckenast nach Nizza und mit der Chemins de Fer de Provence nach Digne-les-Bains. Am vierten Tag überwinden wir mit dem Bus eine Lücke im Schienennetz und fahren über den Col de la Croix Haute nach Grenoble und weiter nach Annecy. Auf der letzten Etappe geht es mit dem Mont-Blanc-Express in die Schweiz und entlang des Genfer Sees und via Zürich wieder nach Hause. Die erstklassige Tour fand Anfang September statt, begleitet hatte mich mein Bruder.

Die Tour war für mich eine der schönsten Bahnreisen, die ich bisher unternommen habe. Das soll jetzt kein Eigenlob für den Reisebericht sein, ob Euch der Bericht gefällt, müsst Ihr schon selbst entscheiden, aber ich habe für mich unglaublich viele Eindrücke von der Reise mitgebracht. Ein bisschen kommt das auch in der Menge der Bilder zum Ausdruck; während ich für andere Reiseberichte über fünf bis sechs Tage normalerweise bei 150- 200 Bildern bleibe, sind diesmal trotz heftigen Löschens noch knapp 260 Bilder für den Reisebericht übrig geblieben. Anfangs sind die Bilder noch nicht ganz so strahlend, aber das Wetter wird mit jedem Reisetag besser.

So, jetzt aber genug der Vorrede, los geht‘s!


Tag 1: Konstanz – Lugano – Ponte Tresa – Mailand – Turin

Heute beginnen wir unsere Rundfahrt, das Ziel der ersten Etappe ist Turin. Allerdings füllt die Fahrt von Konstanz nach Turin den Tag noch nicht ganz aus, so dass ich auf die Idee komme, unterwegs noch einen Abstecher zur Lugano–Ponte Tresa-Bahn einzubauen.

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Ich will den Beginn unsere Reise nicht wegen eines Staus oder einer roten Ampel gefährden und so sind wir recht zeitig am Bahnhof von Konstanz und drehen noch eine Runde am Hafen. Hier fährt gerade „unser“ seehas über die Rheinbrücke ein, mit diesem Zug wollen wir nun die Reise beginnen.

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Aus tariflichen Gründen starten wir die Reise erstmal in die „falsche“ Richtung, wir fahren nämlich nicht in die Schweiz, sondern besteigen den seehas zur Fahrt auf der deutschen Seite.

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Wir fahren nun entlang des Untersees nach Radolfzell und weiter nach Singen, dort steigen wir um in den IC nach Zürich. Der Zug kommt über die Gäubahn aus Stuttgart, hier findet ein Lokwechsel statt.

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Häufig warte ich für die Innenbilder bis zum Endbahnhof, um den Wagen leer ablichten zu können. Das ist hier bei der überschaubaren Besetzung auf dem grenzüberschreitenden Abschnitt aber nicht nötig.

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Wir queren nun zwischen Singen und Schaffhausen die deutsch-schweizerische Grenze, passieren den Rheinfall und fahren dann durch den sogenannten Jestetter Zipfel nochmals über deutschen Boden, hier die Valentinskirche in Lottstetten, bevor wir dann endgültig die Schweiz erreichen.

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Dann fahren wir über den Rhein und in Sichtweite des Flughafens weiter südwärts und bald schon ist der Hauptbahnhof Zürich erreicht, hier der Blick über das Gleisvorfeld.

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In Zürich ist Umsteigen angesagt, mit einem ICN geht es nun Richtung Gotthardstrecke.

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Das Wetter überzeugt noch nicht so recht, graue Wolken über dem Zürichsee...

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...wechseln sich ab mit sonnigen Abschnitten wie hier am Vierwaldstätter See.

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Dann beginnt die Fahrt auf der Bergstrecke, hier mit Blick auf das SBB-Wasserkraftwerk Amsteg. Das historische Gebäude aus dem Jahr 1922 steht heute zu einem großen Teil leer, da es durch einen Neubau in einer Felskaverne ersetzt wurde. Zusammen mit einem weiteren Kraftwerk im Tessin wird von hier aus die Gotthardlinie mit Strom versorgt.

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Und die Doppelschleife von Wassen mit Blick zur berühmten Kirche und den Gleise der tieferen Ebene.

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In Lugano verlassen wir den Bahnhof der SBB und wechseln hinüber zum Meterspur-Bahnhof der Lugano–Ponte Tresa-Bahn bzw. offiziell Ferrovie Luganesi SA (FLP).

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Die schmalspurige FLP hat als einzige von einstmals vier Schmalspurbahnen in der Region überlebt, sie verbindet Lugano mit dem Ort Ponte Tresa an der italienisch-schweizerischen Grenze.

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Die Strecke führt zunächst durch zwei Tunnel und verläuft dann parallel zur Autobahn in Richtung des Flughafens Lugano-Agno. Die Strecke umrundet den Flughafen in einem großen Bogen und schwenkt dann wieder nach Süden.

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Dann erreicht die Strecke einen der Arme des Luganersees und führt an dessen Ufer nach Ponte Tresa. Nach gut 12 Kilometern ist der Endbahnhof in dem 800-Einwohner-Ort erreicht.

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Der Fluss Tresa bildet hier die Grenze zwischen Schweiz und Italien, rechts der italienische Teil von Ponte Tresa.

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Wir laufen nun einmal über die Brücke, rechts die italienische Zollstation. Der italienische Teil gehört zur Gemeinde Lavena Ponte Tresa.

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Und nach einer kleinen Rund durch das italienische Ponte Tresa...

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...geht es wieder zurück in die Schweiz.

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Echt schade, ich glaube bei Sonnenschein wäre es hier am Luganersee noch viel schöner.

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Also wieder zurück zum Bahnhof der FLP. Rechts darüber die Kirche San Bernardino von Siena. Die FLP ist als S60 in die S-Bahn Tessin integriert, sie verkehrt werktags im Viertelstundentakt. Am Tag unseres Besuchs scheint es aber irgendwelche Probleme zu geben, fast alle Bahnen sind verspätet und es fallen Kurse aus.

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Am Ufer des Luganersees geht es nun zurück nach Lugano, die Fahrt dauert planmäßig 25 Minuten. Die meisten der Triebwagen verfügen über einen Niederflur-Mittelwagen.

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Und hier erreichen wir den FLP-Bahnhof in Lugano. Wir haben noch etwas Zeit...

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...und machen uns auf den Weg über viele Treppenstufen hinab in die Altstadt und zum Seeufer.

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Und nach einem Abstecher zur Piazza della Riforma geht es wieder hinauf zum Bahnhof. Von dort aus fahren wir weiter nach Mailand und Turin, aber dazu dann mehr demnächst in Teil 2.


Viele Grüße und ein schönes Wochenende


Tobias

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www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.


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