(OT): Zeitungsmarkt (Allgemeines Forum)

Jogi, Dienstag, 28.07.2009, 19:27 (vor 6195 Tagen) @ Blaschke

Hoffentlich krieg ich nix auf die FInger, da es nun zu sehr OT wird :)

Andererseits haben wir in Deutschland ein vielfältiges Verlags- und Pressewesen, was [..] schon allein das ist ein gewisser Garant dafür, dass besser recherchierte bzw. nachgeprüfte Artikel veröffentlicht werden.

Nun ja, in gewisser Weise ist das noch so. Wobei die zunehmende Konzentration und der Einstieg mancher Medienmogule doch durchaus sehr kritisch gesehen werden muss.

Ja, das muss man, schon allein um die Vielfalt zu erhalten. Andererseits gibt es hier in der BRD noch gewisse Spielregeln, die eine zu starke Konzentration verhindern. Und eine Konzentration der Verlage lässt sich schon seit Ende der 60er beobachten, die kleinsten waren schlicht nicht überlebensfähig. Die Mantelseiten irgendwelcher Kreiszeitungen sind auch ein Ergebnis davon.

Auch der Trend zu freiberuflichen Journalisten fördert nicht gerade die Meinungvielfalt.

Wie hieß es doch mal: Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing. :(

Seitdem ich mal in der taz und in der "Financial Times Deutschland" einen fast identischen Sport-Bericht - verfaßt vom selben Autor - gelesen habe, bin ich bzgl. der Meinungsvielfalt doch arg ernüchtert.

Gut, bei Sportberichten geht die Welt nicht unter. Es ist aber auch ein wirtschaftlicher Zwang. Und wie so oft kollidieren (mehr oder weniger idealistische) Ansprüche mit der Wirklichkeit.

Die Verleger alten Schlages wollten i.d.R. noch - neben dem Geldverdienen - ihre Meinung unters Volk bringen und die öffentliche Meinungsbildung in ihrem Sinne beeinflussen. Mittlerweile macht man Zeitungen vorrangig, um Geld zu verdienen. Da hat sich nach meinem Dafürhalten einiges gewandelt - nicht unbedingt zum Vorteil...

Hatten "die Verleger des Schlages" so etwas wirklich vor? Nach meinem Wissen waren, nachdem die Besatzungsmächte nach dem 2. WK allmählich die Lizenzen für Zeitungsdruck ausgaben, eher idealistische Ansprüche vorherrschend, verbunden mit dem Willen, "es besser machen zu wollen" als die Vorgängergeneration setzte ein recht kritischer Journalismus ein.
Mit dem aufstehenden Stern des Radios in 50ern und später mit dem Fernsehen gab die (Tages-)Zeitung ihre Fackel ab, aktuell zu informieren, dafür aber tiefgründiger durch mehr Zeit zur Recherche. Hierbei musste (und muss) aber auch das Zielpublikum betrachtet, was aber angenährte Objektivität nicht ausschließen muss.

Wie das jetzt mit der vorliegenden Quelle, dem Münchner Merkur, ist weiß ich nicht, aber der Rheinische Merkur, so er denn irgendwie mit dem Münchern verwandt oder verschwägert ist, ist auch in den oben beschriebenen "lokalen Bezug" einzuordnen.

Die haben nun wirklich gar nichts miteinander zu tun! Einzige Gemeinsamkeit ist das "Merkur" im Namen. Und die vielleicht konservative Ausrichtung beider Blätter

Gut, dann hab ich da Dünnpfiff verzapft. Ich entschuldige mich dafür! Danke für die Aufklärung.

So, mein Schlusswort über das Zeitungswesen:
IMO hängt es auch stark davon, inwieweit man den Idealen eines guten Journalisten folgt, ob man gut recherchierte Artikel zu lesen bekommt. Da heute Redakteure auch bei der Zeitungserstellung (wo die Artikel plaziert werden) eine Schlüsserolle inne haben und deshalb unter Zeitdruck stehen hilft für eine eigene fundierte breigefächerte Meinugsbildung vor allem eine Sache: das Lesen mehrer Nachrichten, sei Tageszeitung, Internet, Wochenzeitung, Tagesschau oder sonst was. Nur Kaffeesätze sollten es nicht sein.. ;)


Nochmals herzliche Grüße aus Stuttgart,
Jogi


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