Eine Adventstour mit Pfänderbahn und CNL Cassiopeia (Teil 3) (Reiseberichte)
Von Halt in Stuttgart bekomme ich nicht mehr viel mit, später wache ich beim Rangieren in Mannheim nochmals auf. Gegen acht Uhr am nächsten Morgen kommt dann die Pfeife eines Gegenzugs dem Wecker zuvor.
Für das Frühstück wird das Abteil in Tagesstellung gebracht und der Tisch montiert, der unter einer Abdeckung im Fußbereich des Wagengangs untergebracht ist.
Überpünktlich erreichen wir den Bahnhof Paris Est. Es ist Sonntagmorgen des ersten Advent, um kurz vor halb Zehn geht es noch sehr ruhig am Bahnhof zu.
Wir haben nun knapp vier Stunden Zeit, bevor wir hier in Paris Est die Heimfahrt antreten möchten. Wir besorgen uns Tickets für die Metro und drehen nun eine kleine Runde durch Paris.
Mit 36 Metern unter der Erdoberfläche ist die Station Abbesses die tiefstgelegene Station der Pariser Metro. Es gibt zwar auch einen Aufzug, aber ein bisschen Frühsport beim Treppensteigen auf der Wendeltreppe kann nicht schaden.
Dafür nutzen wir dann für die nächsten 36 Meter Höhenunterschied mit dem Funiculaire de Montmartre einen Schrägaufzug. Aber da wir hier ja nicht in einem Aufzugsforum sind, muss irgendwie noch einen Bahnbezug her: das Design der Wagen stammt vom gleichen Designer, der auch die Wagen des TGV Atlantique entworfen hat.
„Die Stadt wird gekrönt von der blenden weißen Basilika Sacré-Cœur“ – das sagt zumindest mein Reiseführer. Dessen Autor war wohl nicht an einem trüben Novembertag hier, denn sowohl Basilika als auch die Stadt präsentieren sich eher grau.
Weiter geht es an die Seine...
...und zur Kathedrale Notre-Dame. Aber halt, hier stimmt die Perspektive noch nicht.
So ist es schon besser, ich denke jetzt passt’s:
Zum Abschluss besuchen wir noch den Weihnachtsmarkt auf den Champs-Elysées...
...dann geht es zurück zu den Fernzügen.
Die TGV und ICE gen Osten kenne ich schon, und so habe ich mir zur Abwechslung für die Heimfahrt die Ligne 4 ausgesucht. Die Altbaustrecke von Paris nach Mulhouse ist nur teilweise elektrifiziert, nach Belfort verkehrt ein diesellokbespannter Intercite.
Die Sitze finde ich sehr bequem, hier lässt es sich während der vierstündigen Fahrt gut aushalten.
Dass die Strecke landschaftlich nicht besonders aufregend werden würde, wusste ich. Dass es aber so trostlos werden würde, hätte ich nicht gedacht. Ich kann nur davon abraten, die Strecke an einem grauen nebligen Novembertag zu befahren...
...denn da ist selbst die Toilette farbenfroher.
Der Zug endet in Belfort, bis zur Weiterfahrt bleiben nun 40 Minuten Zeit. Das ist etwas knapp für die Innenstadt – vor allem wenn man sich verläuft ;)
Durch Belfort fließt die Savoureuse, wir kommen noch bis zur Kathedrale St. Christophe, dann müssen wir aber umkehren.
Am Bahnhof wartet schon der Zug nach Mulhouse. Für eine Dreiviertelstunde nehmen wir im Triebzug von TER Alsace Platz.
Mit Altkirch, Walheim, Tagolsheim, Zillisheim oder Hasenrain klingen die Stationsnamen an der Strecke schon wieder sehr vertraut.
Ich bin ganz stolz, für die Heimfahrt eine Verbindung gefunden zu haben, die Hafas nicht findet. Entweder hakt es an dem 7-Minuten-Übergang in Mulhouse oder dem Übergang in Basel vom französischen Bahnhofsteil, dass die schnellste Verbindung nicht angezeigt wird. Der 7-Minuten-Übergang auf den Zug nach Basel ist jedenfalls kein Problem, im Gegenteil, der Zug wird mit Verspätung angekündigt, da wird es dann aber hintenraus knapp.
Aber egal, jetzt steigen wir erstmal ein und suchen uns ein schönes Plätzchen im TER-200-Wendezug mit Corail-Wagen.
Für die SNCF ist der 7-Minuten-Übergang in Mulhouse dagegen kein Problem. Ebenfalls interessant: man bezahlt nur die tatsächlich verfügbare Klasse, zwei Züge mit unterschiedlichen Klassen passen auf eine Fahrkarte.
Mit etwa 10 Minuten Verspätung erreichen wir Basel. Mist, eigentlich war diese Zeit zum Proviantkauf eingeplant. Aber gut, wir haben noch eine Notration Kekse im Rucksack, das sollte bis nach Hause reichen.
Und so geht es nun gleich mit der Straßenbahn zum Badischen Bahnhof. So ganz pünktlich ist die Straßenbahn auch nicht, gerade so erreichen wir noch den IRE nach Singen. Nur Bilder habe ich jetzt keine mehr, aber Eindrücke von der Baureihe 611 und von der Hochrheinbahn habe ich ja schon in einigen anderen Reiseberichten gezeigt. An dieser Stelle der Hinweis: mein Reiseberichtsarchiv gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
In Singen erreichen wir noch einen verspäteten Zug der Schwarzwaldbahn und kommen so sogar noch vor unserem Plan wieder zu Hause an.
Zugegeben, wenn man am Montag erzählt, dass man am Wochenende für knapp 4 Stunden in Paris war, kann man schon ein paar schräge Blicke kassieren. Dass man dafür 33 Stunden unterwegs war und warum die Reise über Pfänder, Lindauer Hafenweihnacht und München gehen sollte, verschweigt man dann lieber.
Aber mir hat‘s gefallen – und das ist ja die Hauptsache...
Viele Grüße und einen schönen zweiten Advent
Tobias
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- Eine Adventstour - Sören Heise, 07.12.2014, 14:42
- Top! Nur bitte nicht ewig über's Wetter nörgeln; danke :-) - Blaschke, 07.12.2014, 14:59
- Eine Adventstour - 462 001, 07.12.2014, 15:56
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