München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2 (Reiseberichte)
Tag 2 (Fr, 3. Okt 2014)
geplanter Fahrtverlauf:
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| Konstanz | | 16:03 | IR 2132 |FB |
| Zürich HB | 17:21 | 17:32 | IC 732 |FB RE UA BR MB HD KK |
| Bern | 18:28 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 2:25; |
Nach einem gemütlichen Tag am Bodensee ging’s Freitagnachmittag weiter nach Bern.
Der IR wird in Konstanz eingesetzt und ist dementsprechend auch noch leer. Sitzplatz also trotz ohne Reservierung kein Problem. Dass das in der Schweiz generell so wäre, das kann ich allerdings nicht ohne weiteres bestätigen. Am Komfort gibt’s für einen IR wenig zu bemängeln. Der Zug ist eine Wendezuggarnitur aus EW IV.
Der Schweizer Schaffner ist übrigens der erste, der auch die zweite Bahncard sehen will, den deutschen war immer die Identifizierungs-BC ausreichend. Außerdem scheint ihn die Fahrkarte zu amüsieren. Ist München – Fiesch via Konstanz schon so ungewöhnlich? Aber erstmal geht’s quer durch den Thurgau. In gemütlicher Fahrt erreichen wir nach einer knappen halben Stunde Weinfelden. Luftlinie sind wir nun immerhin schon 11 km weiter ;-). Auch die nächste ITF-Kante bis Winterthur wird eher beschaulich, gemütlich zurückgelegt.
Dafür wird’s ab Winterthur _richtig_ voll. Es sind nicht nur alle Sitzplätze belegt, im Prinzip sind auch alle Stehplätze belegt, denn der Gang ist zugestellt. Spätestens ab dem Züricher Flughafen, wo nochmals ein gehöriger Schwung Leute dazukommt, aber quasi niemand aussteigt. Freitagnachmittag halt. Die Hoffnung, in Zürich kommen wir da schon durch, wir sind sicherlich nicht die einzigen, die aussteigen wollen, wird nur zum Teil erfüllt. Mit Gepäck, an anderen Leuten vorbei zu kommen, die mit Gepäck im Gang stehen, ist dann teilweise schon eine Herausforderung, aber wir schaffen es aus dem Zug heraus: und siehe da: wir stehen direkt vor dem Abgang zum Bahnsteigtunnel. Also nichts wie raus aus dem Getümmel nach unten, und erstmal in Ruhe nach dem Abfahrtsgleis für die Weiterfahrt suchen.
Auf Gleis 17 soll’s weitergehen. Wo ist das eigentlich? Ach, hier. Na gut, dann eben dieselbe Treppe wieder herauf. Da hätte man sich halt mal vorher informieren sollen. Falls es im Zug eine Ansage der Anschlusszüge gab, hab ich sie jedenfalls in der allgemeinen Unruhe verpasst.
Der Andrang am Gleis lässt dann darauf schließen, dass es auch im nächsten Zug nicht leerer wird. Es kommt ein ziemlich langer Zug aus IC-2000-Dostos angefahren, der schon gut besucht ist. Es gelingt uns trotzdem im Untergeschoss zwei freie Plätze nebeneinander zu finden. Soweit so gut. Nur wohin mit dem Gepäck? Die Gepäckablage kommt einem sehr bekannt aus den deutschen Dostos vor. Da passt nun wirklich gar nichts hinein. Zwischen den Sitzreihen ist auch schon sämtlicher Platz ausgenutzt. Vorläufig haben also unsere Taschen einen Sitzplatz, wir stehen im Gang daneben ;). Wir erhalten aber von unseren zukünftigen Gegenübersitzerinnen den freundlichen Hinweis, dass es am anderen Ende des Wagens Gepäckregale gibt. Da ist dann in der Tat noch Platz für zwei Taschen, danach war hier aber auch alles voll.
Die restlichen Gepäckstücke – gerne in Form von Seesäcken und Gewehr - stehen mit ihren Besitzern im Eingangsbereich und auf den Treppen. Auch gefühlt 20 Dostos reichen also Freitagnachmittag zwischen Zürich und Bern nicht.
Kurz darauf machen wir mit einem weiteren Feature der IC-2000 Bekanntschaft, die aus dem deutschen Nahverkehr bekannt ist: Die Steckdosen sind überkopf, und das auch nur in jeder zweiten Reihe. Unser Gegenüber muss nun nämlich ihr Notebook bei uns überm Kopf einstecken. Es funktioniert erstaunlich gut. Die Wagen sind kein Komfortwunder, aber für ihr Einsatzgebiet wohl recht zweckmäßig. Ob ich bei der Auslastung von St. Gallen bis Geneve fahren möchte. Hm.
Zwischen Olten und Rothrist kommen wir kurz zum Stehen, da steht uns wohl noch der Zug aus Basel im Weg. Mit eigentlich nicht erwähnenswerten - wenn wir nicht in der Schweiz wären - 3 Minuten Verspätung erreichen wir dann Bern. Wieder stehen wir direkt vor der Treppe. Oben an der „Welle“ werden wir schon erwartet. Das Wochenende kann beginnen.
Tag 3 (Sa, 4. Okt 2014)
geplanter Fahrtverlauf:
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| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
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| Bern | | 08:07 | IC 810 |FB RE UA BT MB HD KK |
| Brig | 09:11 | | Fußweg | 7 Min. |
| Brig Bahnhofplatz | | 09:23 | R 530 |FB |
| Fiesch | 09:56 | | Fußweg | 6 Min. |
| Fiesch FE | | 10:30 | SB |FB |
| Fiescheralp | 10:37 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 2:30; |
Samstag steht dann erst einmal die große Wanderung auf dem Programm, da ist früh aufstehen angesagt. Gleich in der Früh sind dann die Vorzüge (no pun intended!) des Schweizer ÖV zu bestaunen. Es fährt auch schon um 08:01 ein Zug nach Brig, den wir dann dankend nehmen. Fährt dieser Zug denn einfach „auf Verdacht“ an jedem Herbst-Samstag, oder schaut der zuständige SBB-Mitarbeiter am Tag vorher auf den (sicherlich äußerst zuverlässigen) schweizer Wetterbericht und entscheidet dann, ob dieser Zug eingelegt wird?
An diesem Tag war er jedenfalls notwendig. Die Besetzung ist recht gut. Außerdem lernen wir, dass in die Gepäckablage der IC-2000-Dostos auch kein normal gepackter Wanderrucksack passt. Nun ja. Eine Aktenmappe dürfte reinpassen (ein dicker Ordner vmtl. schon wieder nicht mehr).
Kurz hinter Bern lichtet sich auch der Frühnebel und das Frutigtal begrüßt uns bei strahlendem Herbstwetter. Damit ist’s auch gleich wieder vorbei, es geht in den Lötschbergbasistunnel. Die Fahrt über den Berg ist nicht nur am Nichtanschluss in Brig, sondern auch an unserem generell sehr engen Zeitplan gescheitert. Knapp 15 Minuten später sind wir südlich des Alpenhauptkamms, das Wetter bleibt uns gewogen.
Der Bahnsteig am Bahnhofplatz in Brig quillt schon über, obwohl wir mit dem Vorzug gekommen sind! Das ändert sich auch nicht, nachdem der Glacier-Express ein- und wieder ausgefahren ist. Die wollen wohl tatsächlich alle in den Regio. So ist das halt, wenn den GA-Besitzer der Samstags-Ausflug nichts kostet. Aber, es passen alle rein ins Bähnli, wird halt ein bisschen gemütlicher. So ganz klappt’s dann auch nicht mehr mit der schweizer Pünktlichkeit. Aber alles im grünen Bereich, Ankunft in Fiesch war dann so gegen 5 nach zehn. Den Weg zur Seilbahn braucht man nicht zu kennen, einfach den gefühlt 100 anderen hinterher. Und es klappt zuverlässig: wenn der erste falsch abbiegt, die anderen rennen einfach hinterher ;-). In die erste Seilbahn kommen wir nicht mehr hinein, in die zweite schon, die dann tatsächlich um ca. 10:30 fährt. Das haben die bestimmt schon bei der Fahrplanauskunft berücksichtigt ;-). Für unsere schweizer Freunde ist selbst die Seilbahn im GA drin. Der gemeine Tourist muss 16 CHF zahlen, was in Anbetracht des sonstigen Preisniveaus geradezu ein Schnäppchen ist.
So. In gut 7 Stunden geht’s dann von der Fischeralp über’s Obere Tälli und den Tälligrattunnel zum Märjelensee und zur Pause direkt am Gletscher. Dann über Roti Chumme und Biel zur Bettmeralp. Ein paar visuelle Eindrücke:
![[image]](http://abload.de/img/p1110649yfu3d.jpg)
Kurzer und einziger Blick auf den zweitlängsten Gletscher der Alpen (Fischergletscher) mit Finsteraahron
![[image]](http://abload.de/img/p11106552pure.jpg)
Direkt am Aletschgletscher
![[image]](http://abload.de/img/p1110675znupe.jpg)
Überm Alteschgletscher
![[image]](http://abload.de/img/p1110669rsuf0.jpg)
In diesem Bild könnte eine Bahnstation versteckt sein
Nach einem echt guten Pfefferhirsch für wirklich günstige 24 CHF auf der Bettmeralp treten wir pünktlich zum Regenbeginn die Rückfahrt an.
geplanter Fahrtverlauf:
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Bettmeralp | | 18:55 | SB |FB |
| Betten Dorf | 19:00 | 19:05 | SB |FB |
| Betten BAB | 19:09 | | Fußweg | 2 Min. |
| Betten Talstation | | 19:15 | R 559 |FB |
| Brig Bahnhofplatz | 19:33 | | Fußweg | 7 Min. |
| Brig | | 19:49 | IC 843 |FB RE UA BT HD KK |
| Bern | 20:54 | | | |
+-------------------------+--------+--------+----------+----------------+
| Fahrzeit: 1:59; |
Auf der Bettmeralp lerne ich wieder die guten Seiten des Schweizer ÖVs kennen: ich kann gleich direkt ein Billet bis Brig erstehen. Das spart den schnellen Kauf beim Umstieg von Seilbahn auf MGB in Betten Talstation. Mit zwei in den ITF integrierten - wenn auch nicht ganz nullsymmetischen ;-) – Seilbahnen fahren wir ins Tal hinab. Zwischen Ankunft Seilbahn und Abfahrt MGB muss man nicht einmal ins Freie und nach eine paar Minuten kommt auch schon der Regio nach Brig hinab.
Die weitere Rückfahrt verläuft unspektakulär und weitgehend im Dunkeln, was überwiegend an der Tageszeit liegt und weniger an den Tunneln.
gesamter Thread:
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 1 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:40
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:41
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:42
- Danke fürs Schreiben - Sören Heise, 07.10.2014, 19:16
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 - Regiosprinter, 07.10.2014, 22:07
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 - guru61, 09.10.2014, 08:02
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2 - Aphex Twin, 08.10.2014, 00:41
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:42
- Sammelkommentar :-) -
JeDi,
07.10.2014, 19:07
- Sammelkommentar :-) - lokuloi, 08.10.2014, 18:56
- Danke! Macht Lust auf einen Gletscherbesuch.
-
redcobra,
07.10.2014, 21:28
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:41