München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 1 (Reiseberichte)
Im Vorfeld
Vor ein paar Wochen haben wir beschlossen, dass es mal wieder an der Zeit wäre, Freunde in Bern zu besuchen. Dafür hatten wir uns das verlängerte Wochenende mit dem 3. Oktober herausgesucht, versprach es doch eine stressfreie Anreise am Feiertag. Die Wahl für das Verkehrsmittel Bahn war auch schnell getroffen. Ebenso stand bald fest, dass eine Wanderung zum Aletschgletscher Bestandteil des Wochenendes werden sollte. Zu guter Letzt haben wir uns dann noch dafür entschieden, den Donnerstagnachmittag auch zu nutzen und einen Zwischenstopp in Konstanz am Bodensee zu machen. Dabei sollte zumindest die Etappe zwischen Friedrichshafen und Konstanz mit dem Schiff (Katamaran) zurückgelegt werden. Schließlich dauert das nur 20 Minuten länger, hat aber dann doch schon mehr „Urlaubs-Feeling“. Nichts gegen die Bodenseegürtelbahn, ich fahr sie gerne. Aber eine Schifffahrt ist dann doch schöner.
Der Fahrkartenkauf war einerseits unkompliziert, anderseits auch mit ein paar Überraschungen „gesegnet“. Ein Europa-Spezial Schweiz von München über Friedrichshafen Hafen und Konstanz nach Fiesch war erstaunlicherweise problemlos buchbar – natürlich ohne Schiffsanteil, hier musste man dann für die Fahrkarte eine Bahnfahrt erzwingen. Allerdings tauchte der via-Punkt Friedrichshafen Hafen auf der Fahrkarte gar nicht auf, nur auf der Verbindung. Nun ja, die Gefahr hier zwischen Stadt und Hafen kontrolliert zu werden, schätze ich dann doch als gering ein.
Interessanterweise war die für die Rückfahrt auf direktem Weg via Lindau keine Fahrkarte ab Fiesch zu bekommen – unbekannter Auslandstarif. Hier musste ich mich mit einer Fahrkarte Brig – München begnügen. Evtl. hätte es am Schalter eine solche Fahrkarte gegeben. Aber meine letzte Erfahrung mit dem Schalter war gelinde gesagt desaströs, da hatte ich keine Lust darauf Zeit zu verwenden. Gut - es hätte noch die Möglichkeit der Agentur gegeben.
Tag 1 (Do, 2. Okt 2014)
geplanter Fahrtverlauf:
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| Bahnhof | An | Ab | Zug Nr. | Bemerkungen |
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| München Hbf | | 13:46 | EC 114 |FR FB BT |
| Ulm Hbf | 15:02 | 15:12 | IRE 4229 |FB EH |
| Friedrichshafen Stadt | 16:24 | 16:33 | RB 22675 |FB K2 |
| Friedrichshafen Hafen | 16:34 | | Fußweg | 5 Min. |
| Friedrichshafen Fähre | | 17:02 | KAT |DU FB BT K7 |
| Konstanz Hafen | 17:54 | | Fußweg | 6 Min. |
| Konstanz | 18:00 | | | |
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| Fahrzeit: 4:14; |
Der Donnerstagnachmittag wurde also zum Überstunden abbauen genutzt. Die Anfahrt zum Münchner Hbf erfolgte wie quasi immer mit der U-Bahn.
Es war noch Zeit sich mit einem Nachmittags-Cappuccino einzudecken, unser Zug kam dann pünktlich aus Klagenfurt auf Gleis 12 an. Der Zug bestand aus ICmod-Wagen und war schon erstaunlich gut ausgelastet. Auf eine Reservierung hatten wir verzichtet, nur bis Ulm hätte sich die nicht wirklich gelohnt, im schlimmsten Falle hätten wir halt stehen müssen.
Aber es fanden sich zwei Plätzchen, die ab Ulm reserviert waren. Genau passend also. An den ICmod-Wagen gibt’s nichts auszusetzen. Die kann man schon so lassen.
Pünktlich zieht unsere 101er uns dann aus München heraus in flotter Fahrt Richtung Augsburg, sogar ohne Halt in Pasing, wie bei allen Zügen, die schon am Ostbahnhof halten. Die Fahrt scheint problemlos zu verlaufen, uns so nutzen wir die altbekannte Strecke für eine kleine Nachmittagsbrotzeit, die wir allerdings selbst mitgebracht haben.
Die Einfahrt nach Augsburg erfolgt dann doch ungewöhnlich langsam, wir fahren auf Gleis 3 ein und dass auf Gleis 1 immer noch der ICE 516, bestehend aus 2x BR 407, steht lässt nichts Gutes erahnen. In der Tat erfolgt dann auch sehr bald die Durchsage, dass sich die Abfahrt wegen Personen im Gleis auf unbestimmte Zeit verzögert. Die Reiseauskunft „spricht“ auch von +30. Da sah ich unser Schiff schon ohne uns davonschwimmen: also doch mit dem IRE nach Radolfzell.
Allerdings: die Durchsage war keine Minute vorbei, die Unruhe im Wagen hatte schon zugenommen, setzte sich der ICE von Gleis 1 und ein Güterzug, der auch im Augsburger Hbf zum Halten gekommen war, quasi gleichzeitig in Bewegung. Das war dann doch ein gutes Zeichen. Und in der Tat: ein paar Minuten später und mit gerade einmal 10 Minuten Verspätung ging’s dann weiter. In Anbetracht der üppigen Reserven war ich wieder optimistisch was den Anschluss in Ulm anbelangte. Es ging dann auch problemlos weiter. In Günzburg war die Bahnsteig-Bremsung derart zielgerichtet, dass die Bremsen anfingen zu stinken, das hatte ich eigentlich schon länger nicht mehr erlebt. Von den 10 Minuten Verspätung in Augsburg waren bis Ulm keine 5 Minuten mehr übrig, der Umstieg also problemlos möglich.
In Ulm herrschte in die andere Richtung allerdings ein wenig Chaos. Die Fernzüge Richtung München waren alle reichlich verspätet, unser IRE aus Stuttgart fiel komplett aus. Allerdings gab’s einen Ersatzzug zur gleichen Zeit am gleichen Gleis. Dem Bahnlaien ist wahrscheinlich gar nichts aufgefallen. Der Ersatzzug bestand aus 2 x BR 611. Da kann man nicht meckern. Ein bisschen lauter als im Dosto, aber darüber hinaus auf jeden Fall komfortabler. Die Fahrt nach Friedrichshafen verlief nun wirklich unspektakulär. Nur die Schaffnerin sah sich die Fahrkarte genau an, fand dann aber anscheinend keinen Haken ;). Wir kamen pünktlich am Stadtbahnhof an. Ein 628er brachte uns dann problemlos zum Hafenbahnhof.
Dort wartete dann vor dem Fahrkartenautomat des Katamarans eine Traube von Menschen in Tracht, und auch am Automat selbst hing ein Zettel mit Hinweisen zum Oktoberfest in Konstanz. Oje. Nicht, dass ich jetzt deswegen aus München geflohen wäre, aber wenn man schon zu der Zeit vereist, will man nicht noch unterwegs das nächste Oktoberfest haben. Aber es ist klein genug, als dass man in Konstanz nichts davon mitbekommt. Aufgefallen ist es dann wirklich nur auf dem Schiff, das wirklich fast vollständig in der Hand vom Festbesuchern war. Wir konnten uns bei schönstem Herbstwetter trotzdem einen Sitzplatz im Freien ergattern. Das „boarding“ dauerte dann ein bisschen länger, aber beim Schiff kommt’s jetzt auch nicht auf jede Minute an, bei der Abfahrtszeit. Die Ankunft in Konstanz war weitgehend pünktlich, ich könnt’s auf die Minute gar nicht sagen.
Zur Abwechslung ein paar Bilder von der Überfahrt:
![[image]](http://abload.de/img/p1110613ynu3j.jpg)
Friedrichshafen
![[image]](http://abload.de/img/p1110619muu7d.jpg)
Auf der Überfahrt
![[image]](http://abload.de/img/p1110621ruun1.jpg)
Wir nähern uns dem Ziel
![[image]](http://abload.de/img/p1110625tfu0c.jpg)
Die Constanze
Den Abend beschlossen wir mit einem Stadtbummel und einem Burger im DOM (http://www.dom-konstanz.de/). Cooles Ambiente und sehr empfehlenswert, wenn man das dort gebotene Essen (hauptsächlich Burger und Steaks) prinzipiell mag.
gesamter Thread:
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 1 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:40
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:41
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:42
- Danke fürs Schreiben - Sören Heise, 07.10.2014, 19:16
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 - Regiosprinter, 07.10.2014, 22:07
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 - guru61, 09.10.2014, 08:02
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2 - Aphex Twin, 08.10.2014, 00:41
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 3 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:42
- Sammelkommentar :-) -
JeDi,
07.10.2014, 19:07
- Sammelkommentar :-) - lokuloi, 08.10.2014, 18:56
- Danke! Macht Lust auf einen Gletscherbesuch.
-
redcobra,
07.10.2014, 21:28
- München – Fi-esch und zurück (ohne Eisenbahnbilder), Teil 2 -
lokuloi,
07.10.2014, 18:41