Unter 1:10 (Allgemeines Forum)

GUM, Mittwoch, 18.06.2014, 11:03 (vor 4310 Tagen) @ heinz11

Interessant wären auch Lokführergehälter aus derselben Zeit, um einen Vergleich anstellen zu können. Denn ich bezweifle stark, dass zu Bundes- und insbesondere zu Reichsbahnzeiten das Verhältnis 1:40 betrug.

Diese Tabelle gilt aber nur, wenn der Lokführer auch ein Beamter ist. Denn entscheidend ist, was hinten heraus kommt, will sagen: Die Beamten haben bei gleichem Bruttogehalt ein deutlich höheres Netto, weil sie keine Abzüge für Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlen müssen und im Krankheitsfall über die Beihilfe abgesichert sind. Und ich wage zu bezweifeln, daß neu eingestelltes Personal den Beamtenstatus erhält.

Genau das war eben die Ausgangsfrage im Beitrag von Ösi. Wie lassen sich die Gehaltsstrukturen der früheren Bundesbahn mit dem heute privatrechtlich organisierten Mobilitätsdienstleister Nr. 1 vergleichen.

De facto bedeutet die Privatisierung für alle Neueinstellung eine Annäherung an die Konditionen eines "normalen" Wirtschaftsunternehmens. Mit den entsprechenden damit verbunden Einbußen.

Im Übrigen hat sich im gesamten öffentlichen Dienst die Unsitte eingebürgert, Dienstposten, die sowohl nach TVöD als auch mit Beamten besetzt werden, für letztere eine Stufe höher einzugruppieren. Als Begründung wird auf die (geringfügig) geringeren Bruttogehälter für Beamte verwiesen, was aber in der Endabrechnung, siehe oben, eben nicht stimmt.

Das halte ich nicht unbedingt für eine Unsitte. Der öffentliche Dienst bietet jede Menge Beschäftigungschancen für engagierte Menschen. Und im Brutto-Vergleich mit der sogenannten "freien Wirtschaft" dürfen natürlich auch nicht der erhebliche Leistungsdruck und die auf die Arbeitnehmer ausgeübten Druckinstrumente fehlen. Deshalb ist es eine echte Fehlentscheidung sich nicht für den öffentlichen Dienst zu entscheiden.

Anders sieht es natürlich in sicherheitsrelevanten Positionen (wie dem angesprochenen General als berechtigtem Spitzenverdiener) aus, die mit einem früheren Bundesbahndirektor vergleichbar sind. Nicht jeder mag es auf seinem Weg zum Arbeitsplatz mehrere Pforten zu durchgehen und sich jedes Mal mit einer Ausgangskarte ab-/anzumelden und vor der Sicherheitszone den Ausweis in die entsprechend farbig codierte Zugangskarte zu tauschen. Da geht irgendwie das Freiheitsgefühl verloren - obwohl ich natürlich weiß, dass diese Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.

Um noch mal kurz auf das Gehaltsthema zurückzukommen: Es ist unglaublich, was man sich vom 10-fachen Durchschnittsgehalt aus gesehen alles gönnen kann. Da braucht es dann keine "Grube-Ausstattung" um motiviert zu sein.

Beispielsweise das hier:
http://www.lufthansa.com/mediapool/pdf/01/media_1971830401.pdf

Billigflieger bringen auf dem gleichen Platz 66 statt 8 Plätze unter! Also Faktor 8,25.

Oder diesen wunderbaren Sitzplatz (für nur 1,6 mal den 2. Klasse-Fahrpreis plus 15 Euro):
http://www.oebb.at/de/Services/Zuege_und_Ausstattung/Wagenausstattung/Business_Class/in...

Faktor 40 braucht also zur Motivation kein Mensch....

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