Realisierung der Fahrgastrechte (Fahrkarten und Angebote)

westtoeast, Donnerstag, 05.06.2014, 17:11 (vor 4337 Tagen) @ kater_k

Meines Wissens braucht es die Bestätigung aus dem Zug gar nicht, sondern es reicht, wenn man das ausgefüllte Formular am Computer ausfüllt und einsendet. Habe ich jedenfalls bei normalen Tickets schon öfter so gemacht, wenn die Verspätungsformulare im Zug nicht verteilt wurden, und es war nie ein Problem. Dann würde es schon reichen, sich die Verspätungsdaten aus dem Internet zu ziehen und dann einfach diese einzureichen, ganz egal, ob man auch nur in der Nähe des betroffenen Zuges war.

Ich möchte übrigens dem Fragesteller eine solche Absicht natürlich überhaupt nicht unterstellen, aber es ist doch offensichtlich eine Gratwanderung bei den FGR wenn so offensichtliche Missbrauchsmöglichkeiten bestehen. Wenn man manchmal erlebt, was manche Leute anstellen, um sich den Ticketpreis zu sparen, kann man sich nur noch an den Kopf fassen. Vor kurzem in einem ICE zwischen Düsseldorf und Köln beobachtet: Als der ZUB in den Wagen kam fiel auf einmal der Kopf einer Frau, die an einem Vierertisch schräg mir gegenüber saß auf den Tisch und sie fiel sofort ein – als sie dann angetippt wurde zeigte sie irgendein Dokument, dass sie offensichtlich zu kostenfreien Fahrten im Nahverkehr berechtigt und hatte gar nicht mitbekommen, dass sie in einem ICE sass. Als sie dann ein Ticket Düsseldorf–Köln bezahlen sollte war sie total verdutzt, dass der Zug nach Köln fährt, denn sie müsste doch in die entgegengesetzte Richtung! Ich war echt überrascht, dass ihr der ZUB dann erstens geglaubt hat (!) und zweitens Verbindungen für sie ab Köln rausgesucht hat. Gar nicht überrascht war ich, dass die dann den Hauptbahnhof Köln zielstrebig durch den Ausgang Breslauer Platz verliess (wo ich auch lang musste).

Anderer Fall als ich mal in der 1. Klasse unterwegs war: Ehepaar (Mann mit Gehhilfe) setzen sich in die 1. Klasse, weil sie sich offensichtlich am Bahnsteig falsch hingestellt hatten. Bei der Kontrolle fehlte dann wohl erstens der Berechtigungsnachweis (irgendein ermäßigtes Ticket, dass wohl auch von einem Versicherungsträger bezahlt wurde) und zweitens wollte sie dann einfach sitzen bleiben, weil man nicht so weit bis zur 2. Klasse laufen können. Da war der ZUB aber resolut und sagte freundlich und bestimmt, er würde das mit dem Gepäck übernehmen und schon einmal vorgehen und zwei Plätze suchen und der Gang sei auch breit genug für den Rollator.

Die Geschichten sind zwar etwas OT, zeigen aber, dass es immer irgendwelche Leute gibt, die einfach nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und dann natürlich auch gut gemeinte Regelungen wie die FGR ausnutzen. Und am Ende zahlen das dann alle ehrlichen Fahrgäste mit.


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