Monatliche Netzkarte wieder einführen (Fahrkarten und Angebote)

Axterix, München/Düsseldorf, Montag, 05.09.2011, 12:20 (vor 5513 Tagen) @ Reiserentner

Hallo Reiserentner

[...]

Meine studierende Tochter, die ständig online Fahrkerten kauft, wußte es auch nicht. Sie hat sich mit ihrem Freund sofort so einen Weltmeisterinnenpass gekauft und die Beiden sind zusammen und allein schön herumgefahren.

Die Angebote werden zwar von der Bahn beworben, allerdings find ich, dass der werbegesättigte Bahnkunde diese Angebote in der Werbung seltens erkennt, wenn er nicht gerade darauf wartet.

Damit die BC100 nicht unattraktiv wird, könnte man die Städtetickets wie jetzt beim Weltmeisterinnenpass durchaus weglassen, vielleicht auch nur von Mai bis September und im Dezember (Weihnachtsmärkte) anbieten, auch beim Preis wäre noch etwas Luft nach oben.

Die Markforschung würde vor einer Dauereinführung dieses Produktes bestimmt ermitteln, wie viele Fahrten mit diesem Monatspass durchschnittlich gemacht würden - bestimmt deutlich mehr, als monatlich durchschnittlich mit der BC100. Dementsprechend würde der Preis aussehen. (Ich kann mir gut vorstellen, dass das Bahnmarketing dazu sogar Zahlen hat)
Meine Idee zu möglichen Varianten:
- Monatsnetzkarte zum Preis 1/6 der BC 100
- Monatsnetzkarte mit Ausschlusszeiten (z.B. Fr. 0-12 Uhr und So. 12 Uhr bis Mo. 12 Uhr) für 1/12 der BC
Außerdem würde ich die Karte fest an den Kalendermonat (1. bis letzer Tag des Monats) binden ;-) Ansonsten wird es viele Wochenend-Urlaubs-Optimierer geben.

Ansonsten (sprich Monatsnetzkarte für 300 EUR) wäre das Resultat, dass sehr viele Stammkunden das Angebot nutzen würde.
Heißt:
- Bahncard 100 Kunden würde letztendlich weniger Geld bei der Bahn lassen für annähernd die gleichen Fahrten
und
- Stammkunden ohne BC 100 nur in den Monaten, in denen es sich finanziell lohnt die Monatskarte kaufen (auch weniger Geld bei der Bahn lassen)

- Zusätzliche Fahrten würden durch Gelegenheitsnutzer des Tickets generiert werden (volle Züge an Pendlertagen werden noch voller) [denn theoretisch bekomme ich für leere Züge ja Angebotstickets, nur wenn das nicht klappt (sprich ich die vollen Züge nehmen will/muss) kaufe ich doch die Monatsnetzkarte]

[Pendler-Gedankenspiel: 4 Reisen a 2 Fahrten a 49,- EUR = 392 EUR]

Vielleicht könnte man das Ticket auch so aufziehen wie das Ex-Eurodomino-jetzt-Interrail, mit Ausschlusstagen und Preisen des Lidl-Tickets...
1 Monat, 8 Fahrten(=Tagesnetzkarten), nicht Freitag = für 250 bis 300 EUR.

Nachdem das alles
1. zu kompliziert oder
2. zu teuer ist,
würde es nicht angenommen werden und außerdem
3. seitens der Öffentlichkeit und Fahrgastverbände als neuem Beitrag zum Tarifdschungel negative Presse generieren.

Solange Angebote
- keine Zusatzfahrgäste in schwach ausgelasteten Zügen bringen
- keine Neukunden generieren, sondern nur dafür sorgen, dass
- im Mittel weniger für "auf-jeden-Fall-getätigte-Bahnreisen" gezahlt wird,
kann ich gut verstehen, dass ein Unternehmen, das (von der Politik gewollt) wirtschaftlich arbeiten muss, diese nicht einführt.

Die Dame vom Kundendialog der Bahn verweigert jedenfalls eine Antwort auf die Frage, warum es diesen Pass nicht ständig gibt.

In großen Unternehmen werden an der Produktentwicklung unbeteiligte Mitarbeiter selten über "abgelehnte" Marketing-Ideen oder die Gründe von Produktänderungen informiert. Aber auch eingeweihte Mitarbeiter dürften bestimmt nicht darüber reden...


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