Eystrup: Grenzfälle und Grenzpfähle (Aktueller Betrieb)

fjk, Dienstag, 14.06.2011, 10:53 (vor 5504 Tagen) @ fabs

Moin,

nach intensiven Beobachtungen über das lange Wochenende hole ich dieses wichtige Thema noch einmal hervor und berichte, zumeist fabs' An- und Einsichten bestätigend:

Die Bahnsteigsituation in Eystrup ist in etwa


              |   |   | | Ef |
_._____.____  |       | |____|            Bahnsteig (gepfl.)       _____
______________|xxxxxxx|_______________________________   _______________|
< ============#########====================Gleis 1====###====================================== <
H             |   |   |  _____________________________| |__________________________________      
              |       | |__________________________________________________________________|   HB
 > ===========#########===========================Gleis 2====================================== >
              |   |   |


Hier verkehren vor allem die Garnituren des Star-RE (Hannover-Bremen-(Norddeich)) mit 5, 6 oder 7 Dostos. Laut Bahnsteigauskunft sind die Bahnsteige über 300 m lang und 31 cm hoch. Wie die Skizze zeigt, erstreckt sich der Bahnsteig an Gleis 1 (Fahrtrichtung Hannover) aber über einen (beschrankten) Bahnübergang. Hier mag zwar offiziell auch Bahnsteig sein, naturgemäß hat er aber Gleishöhe, was nicht sehr gut zur Einstiegshöhe der Dostos passt. Jenseits des Bahnübergangs geht der Bahnsteig auf normaler Höhe und in vergleichbarer Machart weiter (hier beherrschen allerdings Bewuchs zwischen den Platten und Schilder im Bundesbahndesign das Bild). Der Bahnsteig zu Gleis zwei beginnt erst am Bahnübergang und erstreckt sich entsprechend weiter Richtung Bremen, er ist asphaltiert und über einen Gleisübergang zu erreichen. An Gleis 1 schließen an den Bahnsteig Richtung Bremen kleinere Güterbahnhofsteile an, betrieben und benutzt von der MWB und den VGH, vollgestellt wie die gesamte norddeutsche Tiefebene oft von Wiebe, deswegen kann der Bahnsteig zu Gleis 1 dort nicht ohne weiteres weitergehen; das letzte Ende ist auch schon recht schmal.

Nun zum Beobachtungsprotokoll:

Ein getesteter siebenwagiger Star-RE Richtung Hannover hielt noch mit dem dritten Wagen (teilweise?) jenseits des Bahnübergangs, die Durchsage kam selbstverständlich. Aus dem Zug lässt sich hier nun wenig beobachten.
Am Wochenende verkehrt neben dem Star-RE ein richtiger Zug über die KBS 124 Minden-Nienburg-Verden-Rotenburg (statt wochentags mehr (Bielefeld-Nienburg) oder weniger (Verden-Rotenburg, wenn nicht SEV, weil fabs da Container oder andere umgeleitete ICE spazieren fahren) moderne Triebwagen: 111 und vier Silberlinge. Hier sind nun aufschlussreichere Beobachtungen möglich (weil man besseren Um- und Überblick hat?!). Erstens: Vier Wagen und die Lok passen an den "Hausbahnsteigteil" von Gleis 1, ein wenig Platz bleibt dann noch - wenn die Lok also nicht mit an den Bahnsteig müsste, könnte ein fünfwagiger Dosto "so eben" passen. "Früher" hatten die Star-RE die Lok oft Richtung Hannover, aber das könnte sich geändert haben oder uneinheitlich sein. Die Lok in Bremer Richtung "hinter" den Bahnsteig zu stellen könnte nämlich betreiblich ungünstig sein, wegen der anschliessenden Gütereinrichtungen, sprich: der Bahnsteig geht da nicht weiter, weil da eine Weiche wartet. Also: vier Wagen sind der "einfache" Grenzfall, fünf würden schon besondere Voraussetzungen erfordern. Und natürlich ist ein Siebenwagenzug besser.
Zweitens: auf dem Fortsetzungsteil des Bahnsteigs zu Gleis 1 jenseits der Straße sind zwar auch aus dem n-Wagen keine normalen Halttafeln zu sehen, dafür aber zwei sehr an Grenzpfähle gemahnende mit Sprühfarben rot-gelb-gestreift gestaltete Kanthölzer, an denen die (einigermaßen professionellen) Schilder "5/6 Wagen" und "7 Wagen" (die Erinnerung ist schon wieder getrübt, es könnte auch "Wg" heißen) angebracht sind ("." in der Skizze).
Nun liegt doch die Vermutung nahe, dass diese Pfosten nicht nur einseitige Grenzpfähle sondern den genauen Haltepunkt für die entsprechenden Garnituren vorgebende Markierungen sein sollen. Und weiter lässt die auffällige (und offenbar vor Ort entstandene) Machart hoffen, dass dabei die örtliche Situation insofern berücksichtigt wurde, dass bei Einhaltung (Wortspiel:-)) der Wagen auf dem Bahnübergang so zum Stehen kommt, dass die Einstiege noch am Haus- oder schon am Fortsetzungsbahnsteig sind. Kann natürlich nur passen, wenn die Belokungsseite der Garnituren einheitlich ist. Vielleicht hat sich darüber aber auch keiner Gedanken gemacht oder die "Länge zwischen den Türen" ist zu kurz für die Breite der imposanten Eystruper Hauptstraße.
Diese Überlegungen passen nicht zu fabs' oben verlinkten Beobachtungen, auch schien mir der Abstand zwischen den beiden Pfählen kleiner als eine Dostowagenlänge. Wenn die Konstellation aber für den siebenwagigen Zug passt, warum verwendet man sie nicht auch für die kürzeren? Oder sind die Pfähle vielleicht erst während der Pfingstbauarbeiten (maibaumartig) errichtet worden?
Drittens: 31 cm hört sich ja nicht hoch an. Zu den Einstiegsstufen des n-Wagens passt die Höhe in Eystrup aber so perfekt, dass auch fahrkartenlose Kleinkinder da keine Probleme mit haben. Für Fahrräder, die Barrierefreifraktion und Traglastenbelastete ist diese Konstellation natürlich trotzdem nicht eben bequem...

schließt das Protokoll ab und wartet auf Belokungsseiten- und Straßenbreiteninfos.
fjk


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