Kurzreiseebericht: Mit dem Regionalzug durch Italien (Allgemeines Forum)

nordpol, Donnerstag, 26.05.2011, 23:29 (vor 5435 Tagen)

Hallo zusammen,

vorgestern war es soweit. Eine Bahnfahrt durch Italien stand an. Ich möchte kurz von der Reise berichten, sozusagen als Dank für die Hilfe bei einem Fahrkartenproblem, die ich vor ein paar Tagen hier bekommen habe.

Die Fahrt ging von Pisa nach Rimini, mit Umstiegen in Firenze S.M.N. und Faenza. Also eine Italiendurchquerung von der einen zur anderen Küste. Fahrkarten habe ich mir schon in Deutschland besorgt, zum fairen Preis von 17 Euro.

Ich habe mir vor der Fahrt alte, überfüllte und unklimatisierte Züge vorgestellt, bei denen sich niemand sonderlich aufregt, wenn sie verspätet sind oder auch einmal ganz ausfallen. Daher war ich auch sehr überrascht, als ich zumindest zwei der drei Züge als komfortabler als deutsche Regionalzüge empfand.

Los ging es pünktlich um 13:03 Uhr vom Flughafenbahnhof Pisa. Dieser hat zwei Gleise. Die meisten Züge fahren nur zum ca. 1 km entfernten Hauptbahnhof von Pisa, alle zwei Stunden verkehren aber auch Direktzüge nach Florenz, die von Pisa Centrale aus ohne Halt verkehren.

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Zug am Bahnsteig in Firenze S.M.N.


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Innenraum des Zuges


Womit ich nicht gerechnet habe: Der Zug war klimatisiert, fuhr auf die Minute pünktlich und war nur schwach besetzt. Besonders überrascht haben mich die bequemen Sitze, die Beinfreiheit und die Armlehnen auch zwischen zwei Plätzen.

Nach einem fast zweistündigen Aufenthalt in Florenz, bei dem ich mir die Stadt ansah, ging es weiter mit einem Dieseltriebwagen nach Faenza. An diesem Bahnhof trifft die Strecke von Florenz auf die Bahnlinie entlang der Adria. Abfahrt in Florenz war von Gleis 17. Dieses Gleis liegt weit entfernt von der Bahnhofshalle. Das hatte ich nicht erwartet und kam somit sehr gehetzt erst 2 Minuten vor der Abfahrt zum Zug. Um das Gleis zu erreichen, muss man erst einen langen Bahnsteig entlang laufen (ca. 300 m), was ich zuerst etwas verwirrend fand.
Auch dieser Zug war modern und auf fast frostige Temperaturen heruntergekühlt. In diesem Zug wurde ich auch das einzige Mal kontrolliert und der Schaffner war mit meinem am Bahnhof entwerteten Ticket zufrieden.
Nach eineinhalb Stunden Fahrt über die eingleisige Strecke mit vielen Tunneln und schönen Aussichten erreichte ich dann Faenza. Ein frisch renovierter, kleiner Bahnhof.

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Mein Zug aus Florenz bei der Ankunft in Faenza.


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Frisch renoviertes Bahnhofsgebäude


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Neue Unterführung


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Fernzug Richtung Norden bei der Einfahrt


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Blick Richtung Norden


Nach einer halben Stunde Aufenthalt ging es weiter nach Rimini. Ein paar Minuten zu spät rollte ein alter Elektrotriebwagen ein. Im recht warmen Zug ging es dann mit offenen Fenstern Richtung Süden. So hatte ich mir Bahnfahren in Italien doch schon eher vorgestellt.

Leicht verspätet erreichte ich dann nach sechs Stunden Reisezeit Rimini gegen 19 Uhr.

Mein Fazit: Den Komfort der Regionalzüge, die ich erlebt habe, fand ich völlig ausreichend und angesichts der günstigen Ticketpreise sogar überwältigend. Ich würde auch beim nächsten Mal wieder Nahverkehrszüge nutzen und kann es Euch nur empfehlen.

Grüße
nordpol


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