(CZ) Wieder schwerer Unfall mit 4 Todesopfern (Aktueller Betrieb)

Waldbahn, Donnerstag, 06.06.2024, 05:59 (vor 7 Tagen)

Moin

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/tschechien-zusammenstoss-zug-tote-100.html

Im tschechischen Pardubice ist ein vollbesetzter Personenzug mit einem Güterzug zusammengestoßen. Bei dem Unfall in der Nacht auf Donnerstag habe es vier Tote und viele Verletzte gegeben, sagte eine Sprecherin des Rettungsdienstes im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

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Gruß
Waldbahn

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J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 07.06.2024, 12:35 (vor 6 Tagen) @ Waldbahn
bearbeitet von J-C, Freitag, 07.06.2024, 12:39

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Der RegioJet-Nachtzug Prag - Chop überfuhr ein rotes Signal, das bemerkte der Lokführer und leitete eine Schnellbremsung ein. Der Güterzug fuhr jedoch mit 40 km/h. Es ist also der Güterzug bei ca. 40 km/h mit dem stillstehenden Regiojet kollidiert.

Das Ironische ist, der Bahnhof von Pardubice ist eben extra modernisiert worden, doch das ETCS soll erst ab 1. Jänner 2025 in Betrieb genommen werden und das sonst vorhandene Sicherungssystem aus Mirel/Ls ist eben noch rudimentärer als die deutsche PZB.

Außerdem war der Güterzug im Gegengleis und offensichtlich hatte dieser gegenüber dem Regiojet-Fernzug Vorrang.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

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611 040, Erfurt, Freitag, 07.06.2024, 15:07 (vor 6 Tagen) @ J-C

Naja so rudimentär ist die PZB nicht. Damit sind solche Unfälle nicht so einfach möglich.

"Interessant" finde ich auch, dass die Tf beider Züge ohne größere Verletzungen überlebt haben, jedoch mind. 4 Reisende des RJ gestorben sind. Die größten Kräfte und der "direkte Einschlag" müsste doch am ehesten die Tfs betreffen.
Wobei man im WLABmz natürlich auch von oben aus dem Bett fallen kann, was in unglücklichen Fällen so ausgehen kann...

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❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

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J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Sonntag, 09.06.2024, 18:36 (vor 3 Tagen) @ 611 040
bearbeitet von J-C, Sonntag, 09.06.2024, 18:37

Der erste Wagen wurde am meisten deformiert - es ist ein ex ÖBB Bcmz

jene will RegioJet nun ausreihen Die CD prüfen selbiges nun ebenso, da jene dieselbe Type im Fuhrpark haben.

Es handelt sich um die ältesten RegioJet-Liegewagen - eine Produktion des österreichischen Unternehmens Jenbacher Werke aus der Zeit um 1980. Sie sind seit 2013 bei RegioJet im Einsatz, nach dem Unfall in Pardubice verfügt das Unternehmen über 13 weitere Exemplare. Aufgrund des Ausfalls der Wagen wird das Unternehmen wahrscheinlich den Betrieb von Nachtzügen einschränken, was seine Wirtschaftlichkeit erheblich beeinträchtigen wird.

Der vordere Teil des ersten Wagens des Unglückszuges hat sich von oben gesehen um etwa 150 Grad gebogen. Hier kamen die Menschen ums Leben. Um 22:00 Uhr am Freitag gab eine Sprecherin von RegioJet eine Erklärung an Journalisten ab, in der sie den kausalen Zusammenhang zwischen dem gebrochenen Wagenrahmen und den Todesopfern bestätigte.

Eine ähnliche Verformung konnte bereits bei einem früheren Unfall in Österreich mit einem Waggon desselben Typs beobachtet werden. Im April 2018 fuhr in Salzburg eine Rangierlokomotive zu heftig auf eine stehende Wagengruppe auf - und während die anderen mehr oder weniger unbeschädigt blieben, brach derselbe Wagen der Baureihe Bcmz buchstäblich auseinander, an der gleichen Stelle, an der das Dach bei dem Unfall in Pardubice gebrochen war. An der gleichen Stelle, wenn auch in viel geringerem Ausmaß, brach in Pardubice ein weiterer Waggon der gleichen Bauart. Er wurde ein paar Positionen von der Lokomotive weggeschoben - auch die Wagen vor ihm wurden dabei nicht beschädigt.

Radim Jančura, erklärte am Samstagmorgen gegenüber dem Wirtschaftsblatt Hospodářské noviny, dass er am Montag eine Petition einreichen werde, die zu einer europaweiten Stilllegung eines bestimmten Typs österreichischer Waggons führen könnte. Nach Angaben von RegioJet weisen die Fahrzeuge der Bcmz-Serie einen Konstruktionsfehler auf, durch den die "Karosserie" des Fahrzeugs bei einem Aufprall viel leichter brechen kann.

Laut Hospodářské noviny haben sich die österreichischen Behörden mit dem Unfall im Jahr 2018 befasst, aber keine einschlägigen Sicherheitsempfehlungen verabschiedet. Auch die lokale nationale Eisenbahngesellschaft ÖBB tat dies nicht.

Die tschechischen Bahnen haben vor etwa zehn Jahren ebenfalls gebrauchte Wagen aus der Jenbach-Produktion aus dem gleichen Zeitraum gekauft - aber sie haben sie rekonstruiert.

Eine Kollision mit 40 km/h ist definitiv nicht ohne, aber nachdem der RegioJet-Zug erwiesenermaßen bereits stand, stellt sich natürlich die Frage, wie gerade die Jenbacher Wagen sich so heftig verbiegen konnten.

Vielleicht ist das die Folge, wenn man solche alten Wagen gebraucht übernimmt.

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(Bildquelle: ČD)

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JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 09.06.2024, 23:50 (vor 3 Tagen) @ J-C

Vielleicht ist das die Folge, wenn man solche alten Wagen gebraucht übernimmt.

Ziemlich sicher nein. Das dürfte schlicht an der Konstruktion der Fahrzeuge liegen und nicht am Alter.

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Weg mit dem 4744!

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