Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) (Allgemeines Forum)
N'Abend Maggus!
Stichwort S21: D braucht ein zukunftsfähiges Verkehrssystem. Immer mehr Menschen wollen immer besser flexibel sein. Was ist daran auszusetzen? Klar ist, dass man für die Baumaßnahmen diverse bestehende Infrastrukturen abreißen muß.
Stuttgart 21 ist nicht erst seit gestern in der Diskussion - doch gerade außerhalb Stuttgarts kennen viele die Details erst seit kurzem. Und das wohl auch dank der Proteste der Stuttgarter.
Vor ein paar Jahren noch hatte ich hinter dem Begriff Stuttgart21 ein Projekt vermutet, dass einen erheblichen verkehrlichen Nutzen hätte.
Da wusste ich auch noch nicht, das gleichzeitig mit dem Bau des Tiefbahnhofs der Kopfbahnhof verschwindet und der Kapazitätsgewinn so gegen Null geht.
Auch bei mir in Berlin/Brandenburg haben einige "Modernisierungen" wenig später zu Problemen geführt. So hat heute jede der 5 großen RE-Linien mindestens einen Bahnhof der Kategorien zu kurz oder viel zu kurz und oft genug zu hohe Bahnsteige...
Klar ist aber auch, dass es nach Beendingung der Baumaßnahme Ersatzvornahmen geben wird. Die Verlegung einer platzraubenden Bahnhofsfläche unter die Erde macht oberirdisch Platz für andere Projekte. Gerade in Zeiten des Klimawandels kann das für Stuttgart eine Chance sein, das Stadtklima nachhaltig positiv zu beeinflussen.
In der aktuellen Konzeption wird die platzraubende Bahnhofsfläche durch das Rosensteinviertel ersetzt. Neue Einwohner und neue Pendler die zusätzlich in den Talkessel kommen - und damit unweigerlich auch noch mehr Autos.
Einen wirklichen Vorteil für das Stadtklima kann ich so jedenfalls nicht entdecken.
Infrastruktur ist immer!!! dynamisch. Wer anderes behauptet, lebt in der Vergangenheit und hat den Zukunftsgedanken nicht verstanden.
Wie das geht, habe ich selbst in Berlin gesehen.
Der Unterschied ist jedoch, das die mit Stuttgart21 zu schaffende Infrastruktur bereits den heute gegebenen Ansprüchen kaum genügt, weil viel zu eng dimensioniert. Mehr geht aber schon aus Kostengründen kaum - ein Teufelskreis.
Die Bahnwelt hat sich seit dem Projektstart in den 1990ern stark gewandelt, und ein Kopfbahnhof bereitet heute fast keinem Zug mehr Probleme.
Die bei Wende- und Triebzügen benötigte Wendezeit wird an fahrgaststarken Knoten wie Stuttgart eh von den ein- und aussteigenden Fahrgästen praktisch ausgefüllt.
Stelle man sich die Reaktionen der Herrschaften Protestler vor, wenn Daimler B-W verlassen würde, weil wichtige Strukturanpassungen verhindert würden.
Welchen Vorteil würde Daimler aus Stuttgart21 ziehen können?
Was bitte spricht gegen eine(n) moderne(n), ansprechende(n) und stolz vorzeigbare(n) Bahn(hof)?. Ich erinnere nur, dass der Transrapid bereits erfolgreich verhindert wurde.
Wenn er die benötigten Kapazitäten bietet und gleichzeitig nicht sinnvolleren Projekten die Finanzmittel abgräbt: nichts
Der Transrapid hat nur im Personenschnellverkehr Vorteile - und gerade da muss hinterfragt werden, ob dieser in einem kleinen Land wie Deutschland überhaupt sinnvoll ist
Mit Deiner (unterschwellig herauszuhörenden) Meinung bin ich völlig auf einer Schiene.
Grüße
Haiko
gesamter Thread:
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) -
Maggus,
23.07.2010, 16:39
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) -
Zugreisender,
23.07.2010, 17:21
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) -
Maggus,
23.07.2010, 21:57
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) - Giovanni, 24.07.2010, 00:09
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) - Zugreisender, 26.07.2010, 13:51
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) -
Maggus,
23.07.2010, 21:57
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) -
Fernpendler,
23.07.2010, 22:39
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) - Giovanni, 24.07.2010, 00:53
- Über den Umgang der Deutschen mit Großprojekten (hier: S21) -
Zugreisender,
23.07.2010, 17:21