Irrwitzige Kontrollen am Bahnhof in China (Allgemeines Forum)

zettelbox, Montag, 28.09.2026, 09:43 (vor 14 Stunden, 44 Minuten) @ Mike65
bearbeitet von zettelbox, Montag, 28.09.2026, 09:46

Ich bin geschäftlich viel in Asien unterwegs, und auch öfter mal mit dem Zug. Ich kann deine Eindrücke im Wesentlichen bestätigen.

Das Zugfahren in Asien insgesamt ist in der Realität nicht ganz so rosarot, wie es hier oftmals wahrgenommen wird. In China nicht, und in Japan auch nicht.

Ob man Kontrollen beim Zugfahren überhaupt benötigt, dazu kann man sicher lange streiten, wie hier ja auch schon getan wird. Den Vergleich zu Flugzeugen finde ich schwierig, denn der 11.09. hat doch gezeigt, was da passieren kann (und nein, die damaligen Sicherheitskontrollen sind mit den heutigen nicht ansatzweise zu vergleichen, der 11.09. hat hinsichtlich der Sicherheitsvorschriften alles verändert und der 11.09. würde heute an zig Stellen scheitern).

Das Problem der Kontrollen in China ist in der Tat, dass sie maximal willkürlich sind. Gerade wenn ich durch Asien reise und dementsprechend mein ganzes Gepäck dabei habe, ist das häufig wild. Elektronische Geräte, und insbesondere Sprays sind ständig ein Problem. Ich reise oft mit lokalen Geschäftspartnern, die den Sicherheitskonrollen dabei auch mal recht klare Ansagen machen und plötzlich darf ich meine Powerbanks oder auch mal mein Deo-Spray dann doch mitnehmen. Als Tourist ohne lokale Begleitung hat man da aber keine Chance und ist der Willkür des kontrollierenden Personals unterworfen.

Der ganze Prozess in China ist viel komplizierter, beginning bei der Reservierungspflicht, verknüpfung auf das Reisedokument/Reisepass bei Touristen, Einlasskontrolle in das Bahnhofsgebäude, und dann erneute Zulassungsbeschränkungen zum Bahnsteig, wo jeweils nur für den jeweils nächsten Zug die Fahrgäste zugelassen werden. Und Auslasskontrollen gibt es bei einigen Bahnhöfen ebenfalls, wo ich dann ständig Probleme mit meinem deutschen Reisepass habe und teilweise lange rufen und warten muss, bis Personal mit rauslässt.

In Japan läuft es im Wesentlichen entspannter, aber diese Geschichten, dass es nahezu keine Verspätungen gäbe, sind insbesondere außerhalb des Shinkanzen-Verkehrs totaler Quatsch. Es gibt verspätete und ausfallende Züge, platzende Anschlüsse, schwierige Kommunikation (insbesondere dann keine Durchsagen auf Englisch), und so weiter. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn auch in Japan gibt es mal defekte Infrastruktur, einen defekten Zug und insbesondere viel mehr als bei uns: Umweltkatastrophen durch Erdgeben und Überflutungen. Es läuft trotzdem natürlich viel besser als in Deutschland, aber keineswegs so absurd perfekt, wie es hier häufig dargestellt wird.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum