CN: neue Generation Rennzüge soll 400 km/h fahren. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 02.07.2026, 14:05 (vor 9 Stunden, 26 Minuten)

Hallo ICE-Fans,

zur Zeit wird in China eine neue Familie Rennzüge ausgerollt: die CR450-Familie.
Während ich irgendwie immer noch am 350-380 km/h Fuxing Hao gewöhnen muss, wird in China schon der nächste Schritt gemacht: 400 km/h Rennzüge.

Ein ausführliches Video dazu.

Es wird also 19 Megaballungsräume ("City Clusters") geben (ab 17:58 im Video). Meine erste Gedanke war Jing-Jin-Ji, etwa Beijing-Tianjin-Hebei (ich berichtete schon eher). Diese Region soll von 80 Millionen zu 130 Millionen Einwohnern wachsen. Als erster wird aber der sgn. Greater Bay Area genannt, etwa Shenzhen-Guangzhou-Hong Kong. Rennzüge zwischen denen verbinden diese Städte schon innerhalb die Stunde. Eine dritte ist situiert rundum Shanghai (die Yangtze-Delta).

Diese 19 Megaballungsräume sollten auch miteinander verknüpft werden. Und dafür braucht es diese CR450. Man stellt sich vor: Beijing-Shanghai, 1300 km in 3:30.

Allerdings ist das ganze nur sehr eingeschränkt oder gar nicht in Europa machbar.
Und dann ist es kein Wunder, dass DE und NL immer noch zulassen, dass zwischen Rhein-Ruhr-Sieg und der Randstad zwei Stunden lang gebummelt wird. Wobei ich gestehen muss, dass diese beiden Regionen in China eher als Kleinstädte gelten.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

"Why Europe Is Weirdly Nervous"

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 02.07.2026, 15:15 (vor 8 Stunden, 17 Minuten) @ Oscar (NL)


Ein ausführliches Video dazu.


Ich würde ja gerne solch ein Video anschauen, aber solche Titel halten mich grundsätzlich davon ab. Dass man einen 400 km/h Zug auf die Schiene schicken will, ist jetzt auch nicht völlig neu.

Allerdings ist das ganze nur sehr eingeschränkt oder gar nicht in Europa machbar.
Und dann ist es kein Wunder, dass DE und NL immer noch zulassen, dass zwischen Rhein-Ruhr-Sieg und der Randstad zwei Stunden lang gebummelt wird. Wobei ich gestehen muss, dass diese beiden Regionen in China eher als Kleinstädte gelten.

Im Gegensatz zu China hat man auch ein tendenziell dichteres Bahnnetz in Europa aufgebaut. Was China aufgebaut hat, ist definitiv beeindruckend. Ich bin in der Praxis aber froh, dann doch in Europa mit der Bahn zu reisen. Auch jenseits der Schnellfahrstrecken kann man in der Regel mit einem guten Angebot rechnen. Und es ergibt auch nicht wirklich Sinn, nach chinesischen Standards würden solche Hochgeschwindigkeitszüge nicht sehr viele Orte bedienen.

Ist halt die Frage auch, wie weit man das Rad-Schiene-System ausreizen möchte. 400 km/h mit der Friktion an den Schienen und der Oberleitung, das könnte wartungsintensiv werden.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

"Why Europe Is Weirdly Nervous"

MartinN, Fricktal, Schweiz, Donnerstag, 02.07.2026, 16:03 (vor 7 Stunden, 29 Minuten) @ J-C
bearbeitet von MartinN, Donnerstag, 02.07.2026, 16:03


Ist halt die Frage auch, wie weit man das Rad-Schiene-System ausreizen möchte. 400 km/h mit der Friktion an den Schienen und der Oberleitung, das könnte wartungsintensiv werden.

...nicht nur Wartungsintensiv, auch der Energieverbrauch wird wahnsinnig hoch sein. Vor Jahren sagt man das die Schwelle der Wirtschaftlichkeit bei etwa 250Km/h sei. Heut mit verbesserter Aerodynamik wird dieser Wert vielleicht bei 280Km/h sein aber niemals bei 400Km/h.

Es geht halt um Prestige

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 02.07.2026, 18:51 (vor 4 Stunden, 40 Minuten) @ MartinN
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 02.07.2026, 18:54

Und spätestens da wird man merken, dass das anderswo einfach eher keinen Sinn ergibt. Da braucht man lange, um überhaupt zu beschleunigen und bremst dann auch bald wieder, weil man bereits das nächste relevante Zentrum erreicht oder wegen der dichten Besiedlung die Geschwindigkeit nicht durchgehend halten kann.

Soweit ich weiß, geht es in China beim HGV vor allem um Prestige, da muss es nicht so wirtschaftlich sein, Hauptsache man beweist sich damit in der Welt und beim eigenen Volk.

Bei einigen funktioniert das, die wünschen sich dann, dass die Chinesen dann alles vermeintlich so viel besser machen würden. Ich kenne schon jemanden hier im Forum, der dazu eine pointierte Meinung hat...

Doch anders als der Titel vom Video es vermuten lässt, auf das ich mich bezog, nein, ich denke niemand hier ist nervös deswegen. Zumindest hat niemand einen triftigen Grund dazu.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

>49% mehr Leistungsbedarf bei 400 km/h statt 350 km/h

Alphorn (CH), Donnerstag, 02.07.2026, 21:29 (vor 2 Stunden, 2 Minuten) @ J-C
bearbeitet von Alphorn (CH), Donnerstag, 02.07.2026, 21:33

Eine überraschende Tatsache bei hohen Geschwindigkeiten ist, dass die benötigte Leistung grob in dritter Potenz mit der Geschwindigkeit steigt. Der Luftwiderstand steigt zwar nur quadratisch, aber die Leistung zum Durchfahren einer gegebenen Luftsäule muss in kürzerer Zeit erbracht werden, daher insgesamt kubisch.

Der Energieverbrauch pro Streckeneinheit steigt daher zwar "nur" quadratisch, aber der sehr hohe Leistungsbedarf bedingt schwerere und teurere Trafos und Motoren. Vermutlich ist der Unterschied sogar noch grösser als die erwähnten 49%, da die ja Motoren auf eine höhere Geschwindigkeit als 400 km/h ausgelegt werden müssen, um die 400 km/h in vernünftiger Zeit zu erreichen.


Überraschenderweise sagt AI, dass der Schienenverschleiss bei Fester Fahrbahn nur in 2. Potenz steigt.

(Nebenbei, bei Strassen steigt der Verschleiss in vierter Potenz mit der Achslast)

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