OT: Umstiegsplanung. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 09.04.2026, 13:43 (vor 3 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Der Blaschke, Donnerstag, 09.04.2026, 13:47

Huhu.

ach und..
..wenn ich schon die Verbindung erwähnte,
5 Minuten Umstieg in Husum RE 74 vs. RE 6, Gleis 1 vs. Gleis 4 - klappt das mit ü80?

Warum plant man sowas? Mit Ü80 wird's im Leben alles zeitlich knapp?

Oma in Bremen hat es neulich verstanden. Der RE nach Norddeich fiel von Hannover bis Bremen aus. Durchgesagt wurde bis zur Abfahrt nur, dass der Zug übervoll sei. Eine Minute NACH planmäßiger Abfahrt kam die Meldung, statt von 3 führe der Zug von Gleis 10. Also machten sich geschätzte 300 Fahrgäste samt Zugbegleiter hektisch auf den Weg nach 10.

Einzig Oma blieb da. Faßte sich über die Überfordertenveranstaltung am Kopf und meinte nur, da renn ich doch jetzt nicht rüber - dann nehm ich eben den nächsten Zug. Und rief schwups die Tochter an, dass es später wird.

SO geht Zugfahren.

Clou am Rande: selbstverständlich fuhr der Zug nicht von 10 - Ortskundige wissen: von da kommt man nicht nach Oldenburg und Norddeich; völlig falsche Bahnhofsseite. Der Zug kam aus der Abstellung und fuhr nur durch Gleis 10, um rüberzurangieren nach Gleis 3. Durchsagen erfolgten zwischenzeitlich parallel: Blechelse verkündete die Verlegung auf 10. PARALLEL gab's ne manuelle Ansage: der Zug verkehre von 3.

Wo man die Kunden nun einsammelte, weiß ich nicht; ich flüchtete mit der S 4 Richtung Nordenham. In Hude kam der Ersatzzug nach Norddeich dann nebenan eingefahren; ein Hamster. Laut Auskunft soll es ein Doppelhamster gewesen sein. Sehen die auch mal Norddeich. Fragt sich nur, ob das gut ist: Nicht, dass da ein Hamster am Deich ausbüxt und schön den Deich unterhölt wie anderswo Dachse einen Bahndamm.


Na ja, zurück zum Umstieg: warum plant man sowas wie in Husum überhaupt erst ein? Das handhabt man, wenn man es richtig macht, genau umgekehrt: ein längerer Aufenthalt bzw eine Verbindung mit längeren Umstiegszeiten generell ist die Regel - bekommt man einen schnelleren Anschluss, dann ist das der Ausnahmefall.

Also ich weiß ja nicht, für wen du da die Verbindung planst - aber es zeigt mir, dass du auf dem Gebiet wohl noch was lernen musst.

Ich hatte mal in der S 1 nach Minden Opi mit 2 Krücken. Sollte umsteigen in den RE 6. Wir hatten knapp plus 10. Auf Nachfrage machte ich Opi klar, dass der Anschluss definitiv nichts werden wird. Und sagte, dass das selbst pünktlich eher nicht klappe. Opa war darüber empört; wie ich darauf käme. In Minden zeigte ich ihm dann den Weg und begleitete ihn: von 12 die lange Rampe runter, durch den Tunnel, Aufzug hoch, um's Empfangsgebäude drumrum zu Gleis 1. Mit 2 Krücken schwer gehbehindert. Da hatte Opa dann verstanden, was ich meinte: Das sei für ihn doch in planmäßig 5 Minuten nie zu schaffen. Und er fragte mich, warum man ihm im Reisezentrum in Hannover (!!!) denn sowas verkaufe, wo man dort doch seine Gehbehinderung gesehen habe. Ich konnte ihm nur sagen, dass auch in Reisezentren mittlerweile öfters nur noch Theoretiker, Kurzausgebildete und Ortskundig-Ahnungslose sitzen. Na ja, Opi hat sich dann beruhigt und bedankt, dass wenigstens einer jetzt mal vernünftig, hilfsbereit und brauchbar ist - auch wenn der dummerweise nicht mal bei der Bahn, sondern nur für die Bahn arbeitet und das auch nur indirekt.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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