[CH] Rundreise zur Rigi und Sportzüge (Reiseberichte)
Hoi,
Die Zahnradbahnen auf die Rigi fallen uter den regulären Service Public für die dortigen Siedlungen und sind somit im GA-Geltumgsbereich.
Nein, das tun sie tatsächlich nicht. Die Anerkennung des GA ist ein unternehmerischer Entscheid der Rigi-Bahnen und der Hotellerie auf der Rigi. Sie sind nicht Teil des öV-Grundagebots und müssten daher gar nichts anerkennen. Aber natürlich darf auch jedes Transportunternehmen ausserhalb des Service Public das GA und damit auch Halbtax und Tageskarten voll anerkennen. Gibt auch noch ein paar andere Transportunternehmen, die das machen.
Sie bekommen dann einfach pro Passagier einen bestimmten Betrag aus dem grossen Geldtopf der GA-Einnahmen. Das ist für die Bahn tatsächlich weniger als wenn sie das GA gar nicht oder nur zu 50% akzeptieren und noch zusätzliche Billette verkaufen würden. Umgekehrt kommen damit aber auch mehr Gäste. Für die Bahn allein dürfte sich das immer noch nicht rechnen. Hier wird allerdings die Rechnung zusammen mit der Hotellerie und dem Restaurant gemacht. Die volle GA-Anerkennung haben die Rigi-Bahnen erst seit Dezember 2009 und scheinbar ging die Rechnung bis jetzt auf.
Auch die Sportzüge fallen unter diese Regelung, weshalb die nationalen Tageskarten anerkannt werden, neben den speziellen Rigi-Fahrkarten. Nur Interrail gilt hier nicht.
Interrail gibt eine 50%-Ermässigung. Auch das ist ein unternehmerischer Entscheid. Aus dem Interrail-Topf gibt es zwar auch Geld, aber Interrailer sind nicht dafür bekannt, Gäste des Hotels oder des Restaurants zu werden. Dafür holt man sich dann bei der Bahnfahrt etwas Geld. Ganz extrem ist hier die Rochers-de-Naye-Bahn ab Montreux, GA/Halbtax/Tageskarten werden zu 100% anerkannt (wie auf die Rigi), aber Interrail gibt überhaupt keine Ermässigung.
Für Gebirgsbahnen ungewöhnlich ist die Nutzung der Normalspur, die Trassierung kommt ohne enge Kurven aus (oder muss es folglich).
Enge Kurven gehen auch mit Normalspur, ist dann einfach nicht mehr interoperabel gemäss TSI. Eine Bergbahn ist das aber sowieso nicht. Auf jeden Fall können die Rigi-Bahnen in Arth-Goldau Wagen mit den SBB austauschen; oder neue Triebzüge geliefert bekommen.
Wie im Foto vom Bahnsteig in Vitznau schon gesehen, fahren wir mit den neuesten Anschaffungen der Rigi-Bahnen nach oben, den Triebwägen RB Bhe 4/6 von Stadler. Diese seit 2021 in Betrieb stehenden Fahrzeuge sind die ersten hier eingesetzten, die den Bremsstrom ins Netz zurückspeisen können. Alle älteren elektrischbetriebenen Fahrzeuge die wir im Laufe des Tages sehen werden, verheizen die Bremsenergie über Wärmetauscher auf dem Dach.
Die sechs Bhe 4/6 fahren bisher nur auf der VRB, die ARB wird bis 2030 noch umgebaut für deren Einsatz. Als Dienstzüge können sie dort zwar fahren, wurden ja in Arth-Goldau von Stadler auf der Schiene ab Erlen angeliefert, aber nicht als planmässige Personenzüge. Hier gibts halt noch immer Unterschiede zwischen ARB und VRB, die nun nochmals weniger werden. Es wurden für 2030 nun vier Bhe 4/6 bei Stadler nachbestellt, ab dann können die dann zehn Triebzüge auch auf der ARB fahrplanmässig eingesetzt werden. Zehn Triebzüge reichen aber nicht für den kompletten Betrieb, nur für das behindertengerechte Grundangebot. Für die zusätzlichen Züge in Sichtabstand werden weiterhin die älteren Fahrzeuge zum Einsatz kommen.
Theoretisch schön ist auch der Panorama-Platz am Zugsende, direkt neben dem Führerstand. Immer sofern die Türe so gestellt wurde, dass er zugänglich ist und den Führerstand abschliesst.
Ich glaub, der kostet extra. Zumindest war das die Idee bei Bestellung der Fahrzeuge.
Wir sehen hier den Sportpendel im Bahnhof Kulm. Was hier aussieht wie ein Viehwagen, ist der halb offene erste Wagen des Sportpendelzuges. Gefragt habe ich mich, ob es wirklich mal ein Viehwagen war, oder einfach ein ehem. Personenwagen ist, der auf die schnellen Wechsel optimiert umgebaut wurde.
1875 als Personenwagen gebaut, 1993 zum Schlittelwagen umgebaut.
Die Rückfahrt führte uns von Arth-Goldau mit einem größeren Schlenker über Rotkreuz und via Luzern (diesmal ohne Umstieg) zurück nach Basel und Deutschland.
Die Linie via Küssnacht und Meggen würde gleich lang dauern wie über Rotkreuz, ist aber nicht doppelstocktauglich. Einstöckige IC 21 oder der IR 26, der sowieso mit den Traverso fahren muss, werden allerdings immer wieder mal kurzfristig ad-hoc via Meggen geführt statt auf der geplanten Strecke via Rotkreuz. Da ist der Betrieb sehr flexibel.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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- [CH] Rundreise zur Rigi und Sportzüge -
Südsüdwest,
12.03.2026, 22:09
- Rigi lohnt immer. Egal zu welcher Jahreszeit
-
Waldbahn,
13.03.2026, 18:36
- Danke - sflori, 13.03.2026, 23:32
- [CH] Rundreise zur Rigi und Sportzüge -
Twindexx,
15.03.2026, 12:02
- [CH] Rundreise zur Rigi und Sportzüge - Südsüdwest, 15.03.2026, 17:11
- Rigi lohnt immer. Egal zu welcher Jahreszeit