Schrecklich ... (Reiseberichte)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 05.03.2026, 22:47 (vor 1 Tag, 17 Stunden, 35 Min.) @ Bahne aus Leidenschaft

Huhu.

Jetzt geht das hier mit dem ausführlichem Wehklagen über das Wetter auch schon los. Herrjemine. Das ist schon bei Tobias' Berichten ein regelmäßiger Stimmungskiller. Schrecklich.

Ewald Lienen war mal auf Mallorca tätig. Am Anfang war der ständige Sonnenschein ein Traum. Irgendwann stellte er aber fest, dass das für Menschen unserer Klimazone nicht gemacht ist. Und er freute sich dann über jeden seltenen Regen.

Mal wieder ein Ort, wo man als Deutscher kleinlaut sein sollte. Anfang des 1. Weltkriegs wurden hier 674 Einwohner von der deutschen Armee umgebracht.

Wenn jeder kleinlaut ist, dessen Vorfahren im Laufe der Geschichte in einen Krieg zogen, dann ist es sehr still auf der Welt.

Es gibt keinen Grund zur Protzigkeit oder zur großen Klappe - andersrum muss ich auch nicht in Schutt und Asche versinken!

Der Bahnhof Bruxelles-Central ging 1952 mit dem Nord-Süd-Tunnel in Betrieb, der heute die am stärksten befahrene Strecke des belgischen Bahnnetzes ist. An die Bauzeit von über 40 Jahren kommt der Stuttgarter Tunnelbahnhof noch lange nicht ran, aber der hat auch nicht zwei Weltkriege als Ausrede für die Bauverzögerungen und ich hoffe inständig, dass das auch so bleibt.

40 Jahre Bauzeit würden wir auch ohne Krieg schaffen. Deine Hoffnung auf Frieden teile ich allerdings nicht; ist sehr unwahrscheinlich. Spannend wird, ob die ganzen S21-Gegner dann bei Beschuß auch konsequent oben bleiben, während die anderen Leute das alles da unten als Bunker benutzen.

Chris und Katharina haben nach ihrer Ankunft nämlich ausfindig gemacht, dass das große Feuerwerk draußen am Atomium ist. Da ich schon mal dort war, erinnere ich mich an die recht lange Fahrt mit der U-Bahn raus und nachdem wir alle heute Morgen ziemlich früh aufstehen mussten, ist unsere Motivation insbesondere auf die Rückfahrt nach Mitternacht nicht so groß.

Jugend von heute - nicht mehr belastbar.

Als Debby noch wochenends Nachtbus fuhr hier - 18 Uhr bis 5.30 Uhr - war es selbstverständlich, dass ich sie stets begleitete. Bis 5.30 Uhr. Manchmal fuhren Kollegen/Bekannte mit, die Ambitionen hatten. Am besten war Philipp, Fahrer in derselben Firma. Um 0.30 Uhr war er dann kaputt. Müde. Als ich mich darüber etwas amüsierte, meinte er nur, dass er ja vorher selbst auch ne 10-Std-Schicht gefahren sei. Hab ihm dann erklärt, dass es mir nicht anders geht, zwar nur 8 Std, aber immerhin über 300 km und ich direkt vom Pillenfahren zu Debby kam - er dagegen etwas 'Pause' gehabt habe. Und ich sei 25 Jahre älter. Er schob dann um 1 Uhr ab. Bis 5.30 Uhr hat's nie einer auch nur annähernd geschafft. Alles Jammerlappen - stets sehr zur Enttäuschung von Debby ... Die war mit ihren zarten 25 Jährchen auch meist fertig. Während es mich nach kurzem Schlaf allerspätestens mittags wieder auf der Zug zog zur Fahrgastbefragung. Mein Gott, wenn ich tot bin, ist noch Zeit satt zum Schlafen.

Und Restaurantbuchen klappt auch nicht ...

Die Generation hätten wir 1943 gebraucht. Da wär der Rußlandfeldzug schon in Frankfurt(Oder) gescheitert, weil sie nicht wüßten, wie sie über den Fluß kommen, dann nach einem Weg suchten und sich später im Spreewald verlaufen hätten und verschollen gegangen wären.

Dann haben wir es ans Meer geschafft. So richtiges Strandfeeling kommt bei beißendem Westwind und Sandflug allerdings nicht auf.

Ooooh, doch! St. Peter-Ording beim Orkan Kyrill - geil! Und Wind und Wetter ausgesetzt, abends ein schöner Grog - und du hast gepennt wie ein Murmeltier.

Am Meer befindet sich die ehemalige königliche Sommerresidenz und daneben dieses Reiterstandbild für den zweiten König Leopold II., das mir heute ziemlich daneben wirkt, wenn ich an die durch ihn verursachten Gräuel im Kongo-Freistaat denke. So wirklich großartige Leistungen, für die man ihm ein Denkmal bauen müsste, fallen mir spontan nicht ein.

Guck, trotzdem gibt's ein Denkmal. Kontrast zu siehe vorherige Anmerkung zum kleinlaut sein ...

Aufwärmen können wir uns danach erstmal in der Kusttram Richtung De Panne. Die angeblich längste Straßenbahnstrecke der Welt stand, was kaum verwundern dürfte, recht weit oben auf meiner Wunschliste für diesen Urlaub.

Warum 'angeblich'?


Bislang erscheint mir als größter Lichtblick da noch Katharina. Schön, dass es die noch gibt. Erinnere mich noch an Argentinien - war das doch oder?

Mal gucken, 4 Teile gibt's ja noch. Freue ich mich natürlich trotz der kleinen Lästerei hier drauf!!


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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