Whale Watching im Massif Central (7/8) (Reiseberichte)
Inzwischen bin ich auf dem Heimweg nach Karlsruhe. Am Ende des letzten Teils bin ich im burgundischen Autun angekommen, wo ich mich jetzt am Bahnhof und morgen in der Stadt umschauen werde: https://www.ice-treff.de/index.php?id=724260
Tag 8: (Thiers – Moulins –) Autun
Nach Autun wollte ich schon länger gerne mal, aber wegen seiner abgelegenen Lage habe ich es bisher noch nie hingeschafft. So war das schon, als ich 2009 mit der Familie im Burgundurlaub und so war es während meiner Zeit in Lyon. Von dort wäre ich sogar recht zügig mit dem TGV nach Le Creusot TGV und dann mit dem Bus nach Autun gekommen, aber der eine TGV, der sich für einen Tagesausflug angeboten hätte, war zumindest für einen Studenten immer schweineteuer.
Eigentlich wollte ich in diesem Urlaub erst morgen in einem Rutsch von Clermont-Ferrand nach Besançon durchfahren. Als sich aber herauskristallisierte, dass die Bahn auf den Puy de Dôme nicht fahren würde und Clermont-Ferrand deshalb aus der Reiseplanung fliegen würde, kam mir während des Urlaubs auf der Suche nach Alternativen wieder recht spontan Autun in den Sinn.
Der Bahnhof sieht noch gepflegt aus normalerweise scheint auch noch eine Fahrkartenschalter geöffnet zu haben. Aktuell jedoch nicht, worauf ein Aushang hinweist. Wenn ich die Wahl zwischen Schalter, aber keine Züge mehr oder wie bei uns in Deutschland Züge, aber kein Schalter mehr hätte, würde ich doch Letzteres bevorzugen.
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Die Gleissperren machen deutlich, dass hier nichts mehr durchfahren kann. In diese Blickrichtung nach Norden fährt schon seit 2011 nichts mehr. Über Avallon und Auxerre gab es sogar Direktverbindungen nach Paris.
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Die Bahntrasse liegt zufälligerweise auf dem Weg zu meiner Unterkunft. So ein Pech aber auch!
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Gegenüber gibt es einen kleinen Ringlokschuppen und weitere Dieselloks. Gehör(t)en die zu einem Museumsbahnverein?
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Leider ist der Zustand der Lok nicht so besonders.
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Autun wurde von den Römern als Ersatz für das nahegelegene Keltenoppidum Bibracte gegründet und war bis weit ins Mittelalter eine der bedeutendsten Städte Galliens, des Burgunderreichs und des Frankenreichs. 532 war hier die Entscheidungsschlacht, in der die Söhne des ersten christlichen Frankenkönigs Chlodwig (ja auch der Mann von Radegunde mit dem Kloster in Poitiers aus dem zweiten Teil) das Burgunderreich besiegten und eroberten. Danach residierten hier auch Frankenkönige und bis 1276 die Herzöge von Burgund.
Inzwischen ist es hier ziemlich ruhig geworden und Autun ist mit seinen nur 13.000 Einwohnern nicht über die römischen Stadtgrenzen hinausgewachsen. Sichtbarste Relikte der Römer sind zwei Stadttore.
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Zum Abendessen kehre ich in eine Empfehlung meiner Gastgeber ein. Zu meiner Überraschung gibt es kein Charolaisrind auf der Karte, aber das Lamm hat auch sehr gut gemundet.
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Bei einem Verdauungsspaziergang entdecke ich diese schöne historische Ladenpassage.
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Tag 9: Autun – Dole – Besançon
Wie gestern in Thiers habe ich den Vormittag zur Stadtbesichtigung und der wird mir gerade so reichen. Das Kaff ist ganz schön weitläufig. Ich starte mit dem zweiten Römerstadttor. Auf dem Weg dorthin komme ich über die nördliche Bahnhofsausfahrt, wo ich gestern Abend rumgestolpert bin, hier in Blickrichtung Avallon.
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Und da geht es zum Bahnhof.
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Zum besagten zweiten Stadttor ist wegen Bauarbeiten gar nicht so leicht zu kommen.
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Noch ein Stück weiter außerhalb steht inmitten von Charolaisrindern der massige Rest des Janustempels, dem die Kuh im Vordergrund lässt wenig Respekt zollt.
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Der Rindernachwuchs weiß noch nicht so recht, was er von diesem komischen deutschen Touri halten soll.
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Während das Kalb gegenüber von seiner Mama umsorgt wird.
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Zurück in der Stadt folge ich der römischen Stadtmauer hoch zur Kathedrale.
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Die Kathedrale Saint-Lazare ist Sitz des Bistums Autun und birgt die angeblichen Reliquien des von Jesus wiedererweckten Lazarus. Der Heilige soll der Legende nach per Schiff aus dem Heiligen Land nach Marseille gekommen sein und dort erster Bischof geworden sein. Im frühen Mittelalter wurden dann seine Reliquien vor den Sarazenen weit von der unsicheren Mittelmeerküste entfernte Autun in Sicherheit gebracht.
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Ein spannendes romanisches Tympanon gibt es über dem Portal. Irgendwie haben die Figuren etwas Abstrakt-Modernes.
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Keine Ahnung, welche Adligen oder reichen Bürger hier bestattet sind, aber schicke Grabfiguren hat das Ehepaar, das ich nach der Kleidung ca. aufs Jahr 1600 datieren würde.
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Jetzt noch schnell zum Römertheater, bevor ich zur Unterkunft zurück und zum Bus muss. Naja, so viel macht das jetzt nicht her, wenn man schon andere Theater wie in Lyon oder Vienne kennt.
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Etwas außerhalb über der Stadt gäbe es noch den Rest einer Pyramide von einem römischen Grab, die man aus der Stadt sehen kann. Von dort hätte ich bestimmt eine gute Aussicht auf die Stadt gehabt, aber dafür war echt keine Zeit mehr übrig, denn nach der Abfahrt um 11.30 Uhr ist erstmal mehrere Stunden Mittagpause im Fahrplan.
Diesmal ist der Bus der Nachfrage entsprechend ein Kleinbus und nimmt eine Abkürzung über enge Nebenstraßen. Einziger Zwischenhalt ist am Bahnhaltepunkt Brion-Laizy.
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Kaum in Étang kommt auch schon mein Anschlusszug nach Dijon.
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Die Auslastung des AGC auf der einzigen richtigen Ost-West-Verbindung in der ganzen großen Region Burgund ist recht gut, aber in der deklassierten 1. Klasse ist noch was für mich frei.
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Die Industriestadt Le Creusot dürfte vielen Frankreichkennern hier ein Begriff sein. Immerhin war hier die Lokomotivschmiede Schneider ansässig, deren Werk heute Alstom gehört. Einen Museumsbahnverein gibt es auch noch.
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Direkt nach dem Stadtrand verläuft die Strecke über einen Damm durch diesen Stausee.
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Hinter Montchanin zweigt eine Kurve zur LGV Sud-Est mit dem Bahnhof Le Creusot TGV ab. Die kann aber mangels Oberleitung hier und über der Kurve nur für Bauzüge sein. In dem kleinen Werk steht interessantes Zeug rum.
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Nach 40 Minuten fahrt ist die Fahrt durch Täler beendet und die Weinberge der Côte d’Or sind erreicht. Kurz darauf geht es auf die Hauptstrecke Lyon-Dijon.
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Nachdem ich erst letztes Jahr in Dijon war ( https://www.ice-treff.de/index.php?id=704153 ), wird dort heute nur Richtung Besançon umgestiegen. Für alle die wie ich dachten, die Zeit der Corailwägen zwischen Dijon und Lyon sei endgültig vorbei, habe ich hier zwei Beweisbilder von unserer Parallelausfahrt mit dem TER nach Lyon.
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Zum Check-In in Besançon bin ich noch etwas früh, weshalb ich noch einen Zwischenstopp in Dole, der alten Hauptstadt der Franche-Comté, einlege. Unter der Altstadt liegen der Doubs und der parallele Canal du Rhin au Rhône.
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Bis zur Eroberung durch Ludwig XIV. 1674 war die France-Comté, auf Deutsch Freigrafschaft (Burgund) in habsburgischem Besitz und Teil des Heiligen Römischen Reichs und Dole seine Hauptstadt, da das größere Besançon eine freie Reichsstadt war. Nach der französischen Eroberung wurde Besançon dann aber in die Provinz eingegliedert und 1676 wurde der Verwaltungssitz dorthin verlegt, wonach es hier ruhiger wurde. Noch aus der großen Zeit als Hauptstadt unter den Habsburgern stammt das Hôtel-Dieu.
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Wie in Lyon zeigt eine bemalte Hauswand berühmte Bürger der Stadt. Rechts oben im Fenster steht die Freigräfin Beatrix von Burgund mit einem Banner ihres Gatten Kaiser Friedrich Barbarossa. Während ihrer für dynastische Ehen überaus glücklichen Ehe hat sie selbstbewusst und aus eigenem Recht ihr väterliches Erbe von hier regiert. Links darunter auf dem Balkon steht in Rüstung der Habsburger Kaiser Karl V., mit dem die Personalunion der Freigrafschaft mit Spanien begonnen hat und der die Stadt zur Festung ausbauen ließ. Oben links im Fenster steht der wohl berühmteste Sohn der Stadt Louis Pasteur, mit Robert Koch Begründer der Mikrobiologie und Entwickler von Impfstoffen gegen Milzbrand und Tollwut, im Labor.
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Der wurde hier im Gerberviertel als Sohn eines ebensolchen Gerbers geboren. Das Haus ist heute ein Museum. Aufgewachsen ist er aber einige Kilometer weiter südlich in Arbois am Jurarand, wo sein Vater eine eigene Gerberei erworben hatte und wo ich 2021 an seinem Denkmal war ( https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10552491 ).
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Nach etwas über zwei Stunden geht es zurück zum Bahnhof.
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Am Empfangsgebäude hängt diese Plakette. Noch starten die Züge der Ligne des Hirondelles nach St-Claude. Mal schauen, wie lange noch. Letztes Jahr kamen mir verschiedene Sachen dazwischen, dieses Jahr will ich einen Versuch starten. Bei den 10 schönsten Bahnstrecken der SNCF, die sie mir im November in einer Mail beworben hat, war sie schon nicht mehr dabei.
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An den Bahnsteigen informieren diese interessanten Plakate über das neue Vegetationskonzept im Gleisbereich.
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Nach Ankunft in Besançon-Viotte bietet sich mir diese Régiolis-Parade. Einer davon war meiner.
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Wenn ich heute schon den letzten Interrailreisetag nutze, will ich grünlich sein und fahre noch die Strecke zum TGV-Bahnhof ab. Für diese wurde der Anfang der alten Bahnstrecke nach Vesoul reaktiviert und elektrifiziert, um TGV von der LGV in den Stadtbahnhof Viotte führen zu können. Daneben verkehrt ein Pendel-TER, der mich in einer Viertelstunde auf nicht uninteressanter Strecke zum Bahnhof Besançon – France-Comté TGV bringt.
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Aus Richtung Parkplatz versteckt sich das Empfangsgebäude im Hang.
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Trotz Oberleitung ist der Pendelzug ein Baleine Bleue, mein letzter des Urlaubs.
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Mit dem gleichen Wal geht es nach Abwarten des leicht verspäteten TGV wieder direkt zurück nach Viotte. Von dort könnte ich in wenigen Minuten zu Fuß zu meiner Unterkunft gehen oder ich nehme den TER auf der Ligne des Horlogers (Uhrmacherlinie) Richtung Valdahon bis zum ersten Zwischenhalt Besancon-Mouillère. Der ist ziemlich unspektakulär, aber quasi direkt an der Unterkunft.
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Das urige kleine Lokal mit Morbiflettte auf der Karte, das Thomas mir wärmstens empfohlen hat, ist leider schon voll und ab morgen in Betriebsferien und so weiche ich in den sehr hübschen Bouillon aus.
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Nachdem es gestern nicht mit Charolaisrind geklappt hat, nehme ich heute Steak Tartar von jenem Rind.
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Im letzten Teil geht es dann morgen durch das Jura und die Schweiz nach Hause.
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