Zwei Thermodynamiker sammeln Verspätung im IR Traianus (7/9) (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Sonntag, 02.02.2025, 20:57 (vor 8 Tagen)

Im letzten Teil habe ich einen „Ruhetag“ in Budapest eingelegt: https://www.ice-treff.de/index.php?id=710243 Heute auf dem Weg zurück nach Deutschland weiter nach Prag


Tag 12: Budapest – Prag
Heute verlasse ich Ungarn schon wieder auf dem umwegigen Heimweg Richtung Tschechien. Tagesziel ist Prag. Kurz nach 7 Uhr bin ich am Westbahnhof, wo der EC Hungaria mit überdimensionierter „Rangierlok“ schon bereitsteht.
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Die „richtige“ Lok in Form einer CD-Vectron hängt natürlich am anderen Ende des Zugs. Rechts wartet des diesellokbespannte Vorortverkehr Lajosmizse.
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Da hat es sich ja gelohnt, dass ich reserviert habe …
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Dichte Nebelschwaden am Stadtrand lassen mich schon fürchten, dass es mir bei der Fahrt durchs Donautal ergeht wie vor zwei Jahren und ich nur Nebelsuppe sehe. Sehr bald klart es aber schon auf und die Sonne zeigt sich wie hier auf Höhe von Visegrád.
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Ein vorletztes Mal für diesen Urlaub sehe ich hier die Donau.
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Zeit fürs Frühstück. Im Vergleich zu dem im Corona sogar mit frischem Brot.
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Eine längere Schleichfahrt durchs slowakische Flachland erweckt Rumäniengefühle und verursacht einiges an Verspätung in Bratislava.
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Vor zwei Jahren bin ich hier ausgestiegen, jetzt geht es weiter Richtung Prag.
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Anstatt nach dem Bahnhof Kúty wie von mir erwartet Richtung tschechische Grenze und Břeclav links abzubiegen, fahren wir leicht rechts. Wir werden doch nicht etwa umgeleitet. Ein Blick in die Bahn-App bestätigt den Verdacht. Fast eine Stunde Fahrzeit für die paar Kilometer von Kúty nach Břeclav wäre auf direktem Weg ganz schön langsam. Das erklärt auch, warum heute der Zug von Regiojet über Wien schneller als der EC über den kürzeren Weg via Bratislava gewesen wäre.
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Sehr gemütlich kriechen wir durch die Kurven des normalerweise personenverkehrfreien Grenzübergangs bei Hodonín.
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Schon auf der tschechischen Seite steht ein in die Jahre gekommenes Kraftwerk.
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Interessanterweise steht der EC in Hodonín angeschrieben, obwohl der Halt in der Bahn-App nicht angezeigt wird. Von Hodonín nach Břeclav wird uns eine Zatopek-Lok ziehen. Der Vectron bleibt aber hinten am Zug.
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Vom „legendären“ internationalen Bahnknoten sehe ich durch die Umleitung leider nur den Nordkopf. Am anderen Ende des Gleisfelds zeigt sich die ÖBB.
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Brünn sieht aus dem Zug ganz nett aus. Da könnte ich auch irgendwann mal aussteigen.
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Kurz nach uns fährt der Railjet aus Wien ein. Wegen unserer Verspätung scheint der Fernverkehr aufeinander aufzulaufen. Erfreulicherweise dürfen wir aber zuerst ausfahren. Dabei passieren wir eine hübsche Brillenschlange. Doch auch hier ist rechts davon modernes Zugmaterial auf dem Vormarsch.
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Nach Brünn schlängelt sich die Strecke durch das Svitava-Tal.
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Zeit für das Mittagessen. Diesmal nehme ich das Rindergulasch.
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Nachdem mein erster Versuch am dritten Reisetag gescheitert war, waren heute Schomlauer Nockerln vorrätig. Hmmm, ein Schmackofatz!
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Kurz nach Viertel nach Drei wird Prag mit knapp 20 Minuten Verspätung erreicht.
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Um den wertvollen Interrail-Reisetag schon enden zu lassen, ist es mir noch zu früh. Erstmal werde ich aber meinen Rucksack in meinem nahegelegenen Hostel los. Die Anschrift an dem Altbau legt nahe, dass er noch aus der Zeit einer größeren deutschsprachigen Gemeinde in Prag stammt.
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Das Hostel ist nicht nur eine positive Überraschung, sondern liegt auch direkt gegenüber vom Masarykovo-Bahnhof.
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Ein spannender Zug steht aber leider nicht darin. Somit verfolge ich den Plan, den ich vorhin während der Fahrt geschmiedet habe, gehe zum Hauptbahnhof rüber und nehme den Comfortjet Richtung Cheb, der nach wenigen Minuten die Moldau überquert.
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Kurz darauf endet meine Fahrt aber schon wieder in Praha-Smíchov.
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Dort hat ein großer Umbau begonnen.
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Vom modernsten Fernverkehr der CD wechsle ich zum kleinsten Nahverkehr Prags: den Prager Semmering.
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Vor der Abfahrt steigt eine Schulklasse oder Jugendgruppe mit einem CD-Mitarbeiter ein, die kurz darauf in wieder für eine Baustellenführung aussteigen.
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Bei diesem „unplanmäßigen“ Halt wechselt der Lokführer den Führerstand. Ich bin verwirrt. Bin ich im richtigen Zug? Als dann der Gegenzug einfährt, beginne ich zu verstehen, dass wir wie bei einigen tschechischen Nebenstrecken durch eine Spitzkehre müssen, um auf die Strecke zu kommen. Das erklärt dann auch die lange Fahrzeit bis zum ersten Verkehrshalt.
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Direkt danach beginnt die Strecke ordentlich Höhenmeter aus dem Moldautal nach oben zu machen und überquert dabei zwei Brücken.
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Dabei fällt der Blick aufs Richtung Innenstadt aufs Moldautal .
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So muss moderner Nahverkehr in der Hauptstadt aussehen. :-)
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Nach etwas über einer halben Stunde ist der Nebenbahnknoten Hostivice erreicht.
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Rush-Hour in Hostivice.
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Weiter geht es im 754 nach Praha-Dejvice.
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Horní-Liboc – ein Dorfidyll in der Hauptstadt.
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Nach einer Viertelstunde ist Praha-Dejvice erreicht. Hier ist aktuell Endstation.
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Gut ausgeschildert ist es zwar nicht, aber im Grunde genommen bin ich jetzt im Hinterhof des Hradschins, also nichts wie hin. Unterwegs fährt eine historische Tram an mir vorbei.
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Da ist der Hradschin.
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Im Vergleich zu meiner Ankunft heute Nachmittag hat es deutlich aufgeklart, aber jetzt wird es merklich dunkler.
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Vom Hradschin gehe ich runter und über die Karlsbrücke rüber Richtung Altstädter Markt.
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Jetzt wird es mal wieder Zeit für eine lange osteuropäische Metro-Rolltreppe. Ich möchte wieder in das Restaurant, das mich vor zwei Jahren überzeugt hat und kürze dazu zwei Stationen mit der Metro ab.
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Das Vinohradsky Parlament bekam ich bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren empfohlen und war sehr zufrieden damit. Es gibt traditionelle böhmische Küche, aber mit etwas modernerem Flair.
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Nach zwei warmen Mahlzeiten im Hungaria müssten das Essen eigentlich nicht mehr sein, aber es ist ja Urlaub. Wie letztes Mal nehme ich Rehbraten mit Knödel und verschiedenen Soße. Von letzteren beiden darf man Nachschlag bestellen.
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Im nächsten Teil bleibe ich noch ein wenig im Westen des Landes, bevor es dann im letzten Teil abseits der Hauptstrecken nach Deutschland zurückgeht.


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