Erkläre ich dir. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 08.10.2024, 20:29 (vor 630 Tagen) @ J-C

Moin.

Gegeben sei: Eingleisige Strecke.

Nehmen wir an, in Amelsbüren soll gekreuzt werden. An 19:11, ab 19:17.

Wenn der Gegenzug Verspätung hat, muss man trotzdem bis 19:17 warten. Also schreibt man für die Kunden 19:13 als Abfahrtzeit.

In Davensberg hält der Zug von 19:25 bis 19:26. Im Kundenfahrplan steht 19:21 bis 19:22.

In Ascheberg hält der Zug von 19:31 bis 19:32. Im Kundenfahrplan steht 19:27 bis 19.28.

In Capelle hält der Zug von 19:43 bis 19:44. Im Kundenfahrplan steht 19:39 bis 19:44.

Mit dem verspäteten Gegenzug wird in Ascheberg gekreuzt. Angekommen ist man, weil ja in Amelsbüren nicht gewartet wurde, schon um 19:27. Da wartet man jetzt 4 Minuten auf den Gegenzug und fährt um 19:31 ab. Doofe Bahn, wieder 3 Min Verspätung, denkt der Kunde. In Capelle kommt man dann um 19:42 an und fährt um 19:44 WIEDER PÜNKTLICH! ab und ist im weiteren Fahrtverlauf pünktlich.

Die Differenzierung dient also dazu, bei Verspätungen von Gegenzügen und verschobenen Kreuzungen trotzdem im späteren Zugverlauf pünktlich zu sein. Ohne Differenzierung führe der Zug bis Ascheberg pünktlich und hätte ab dort durchgehend 3 Min Verspätung.

Und das Bsp ist nicht aus der Luft gegriffen; auf der ADAC-Bahn handhabt man das tatsächlich so. Nicht nur theoretisch, sondern regelmäßig auch praktisch. Nur die Uhrzeiten sind andere.

Na, leuchtet das alles dem lieben J-C ein? ;-). Ich habe mir Mühe gegeben, es zu verdeutlichen. Puh ....

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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