9 sind trotzdem weniger als 10 und 555 sind weniger als 610. (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Freitag, 05.04.2024, 08:53 (vor 946 Tagen) @ JeDi

Ich hab das grad auf vagonweb.cz angeschaut, was ja recht akkurat bislang ist. Der EC 170/171 ist offenbar das einzige Zugpaar, welches in der Hochsaison im Sommer eben einen 10. Wagen führt. Ab 17.08. an einem Wochentag, sonst wären es 9 Wagen. Abseits der Saison auch nur 8 Wagen. Und dann gibt es davor bzw danach noch den Railjet 256/257, auf den man ausweichen könnte. Laut vagonweb.cz fährt just jener Zug aber nicht ab 9.06. Ich hab jetzt eine steile Vermutung: der zehnte Wagen verkehrt nur, weil der sonst verkehrende Railjet aus welchen Gründen auch immer nicht fährt. Das würde meine These bestätigen, dass es eher mehr Züge als mehr Wagen braucht und täte nach meinem beschränkten Verständnis auch Sinn ergeben. Ich lade dich ein, mich zu widerlegen. Letztes Jahr wurde beim EC 170/171 nämlich kein zehnter Wagen geführt, damals verkehrte nämlich Railjet 256/257 ab 1.7. regulär von/nach Berlin.

Vorgesehen ist, dass man bis zum Vorhandensein vom Steuer- und Bistrowagen an beiden Enden Wagen anhängen kann. Sind jene Wagen da, die den Zug komplettieren, könnte man dann auch theoretisch einen UIC Übergang am Wagenende hinter der Lok belassen. Das beißt sich ja - wie man bei den neuen ÖBB Zügen sieht - auch grundsätzlich nicht mit der vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h im regulären Betrieb ohne extra Wagen.

Also selbst wenn für das eine Zugpaare an dem einen Wochentag in der Sommersaison die 9 Wagen nicht ausreichen sollten, wäre es im Prinzip schon möglich, dann einfach einen zehnten Wagen anzuhängen. Das wird aber nach meinem Dafürhalten aus vorher genannten Gründen gar nicht nötig werden. Denn sofern du meine Schlussfolgerungen nicht widerlegt hast, steht eben fest, dass wenn das Angebot so bleibt, wie es ist, die Kapazitäten genügen und ein zehnter Wagen gar nicht benötigt wird und damit auch faktisch keine Minderkapazität vorliegt.

Es wird wie gesagt dann auch so sein, dass ein Stundentakt Prag - Berlin noch innerhalb der Laufzeit dieser Züge Realität werden kann. Da wird eben der Erzgebirgs-Basistunnel ein entscheidendes Momentum darstellen, von wo aus weitere Planungen ausgehen können. Das wird Zeit brauchen, klar. Doch schon nächstes Jahr startet die Genehmigungs- und Ausführungsplanung. Das wird so langsam schon greifbar.

Damit bleibt für mich das Fazit übrig: die Kapazitäten genügen sowohl für den regulären Status Quo als auch für künftige Fahrgastentwicklungen. Da eine Angebotsausweitung noch innerhalb der Laufzeit jener Züge greifbar sein wird, wird es lange genug so sein, dass die Kapazitäten auch ausreichen. Es wäre sinnlos, für temporäre Angebotsbeschränkungen dauerhaft mehr Kapazitäten bereitzustellen, alsdass man es sinnvoll vertreten kann. Die Züge wurden nicht nur für Prag - Berlin - Hamburg( - Kopenhagen) bestellt, sondern auch für andere Linien.

Der Metropolitan Prag - Budapestzum Beispiel, der nur 7-8 Wagen meist führt und lediglich an Sonntagen auch mal 10 Wagen vereinzelt haben kann. Da hier erst perspektivisch überhaupt erstmal nicht mehr als 200 (derzeit überhaupt nur 160 km/h) vorgesehen sind, kann man auch hier einfach so einen Wagen anhängen.

Die Züge sollen auch von Prag über Wien nach Villach fahren. Dort wird man die Koralmbahn befahren und auch 9 statt bisher 7 Wagen daherbringen.

Man sieht, insgesamt ist das ganze gut durchdacht. Man hat eine einheitliche Plattform bestellt, mit der man sehr gut den regulären Bedarf abdeckt und man hat grundsätzlich die Möglichkeit, bei Bedarf auch den Zug zu verstärken.

Ob das dann in der Realität auch eintrifft, wird sich erweisen. Könnte ja sein, dass die 10 Wagen auch beim Metropolitan jetzt nicht alle voll sind. Das wäre ja auch die einzige Linie, wo die Kapazitäten nicht immer ausreichen werden

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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