Fahrgastverband PRO-Bahn - Mach Druck für Fernpendler BC100 (Allgemeines Forum)

Dampflokgaudi, Montag, 18.07.2022, 04:43 (vor 1372 Tagen)

Der Fahrgastverband sollte jetzt ENDLICH mal Druck machen und für die Fernpendler sprechen!

Es kann nicht angehen, dass die Nahverkehrskunden Pro Monat für 39, 49, 59 oder 69 Euro Monatstickets bekommen / den genauen Betrag wissen wir dann nach der Verkehrsministerkonferenz im Herbst / und alle Fernpendler sollen nicht begünstigt werden?.

ALSO:
Bitte, Verkehrsministerium etc. P.p. und vor allem unsere Vertreter von Pro-BAHN- sprecht endlich mit der DB, dass auch Kunden, die den Zug für längere Strecken nützen müssen auch in den Genuss deutlich billigerer BAHN CARDS 100 Monatskarten kommen!

Fahrgastverband PRO-Bahn - Mach Druck für Fernpendler BC100

gnampf, Montag, 18.07.2022, 07:13 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Und das "müssen" machst du dann woran fest? Nur für die ohne Führerschein, mit Familie und min 2h Fahrzeit täglich im fv? Und wieso die DB? Das musst du wenn an die Politik adressieren. Die DB hat null Interesse, sich das Chaos vom NV auch noch Überfall im FV anzutun.
Und ja, ich bin selbst Pendler mit BC100. Aber freiwillig, ich muss nicht, ich hab auto, Führerschein, wohne freiwillig soweit weg, etc. Gilt in meinen Augen aber für sehr viele Fernpendler, freie Entscheidung, nicht alternativlos. und: die bc100 ist bisher noch genau so teuer wie Anfang des Jahres, ergo bisher keine Mehrbelastung. also warum Entlastung?

Fahrgastverband PRO-Bahn - Mach Druck für die Marktwirtschaf

GUM, Montag, 18.07.2022, 07:49 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Der Fahrgastverband sollte jetzt ENDLICH mal Druck machen und für die Fernpendler sprechen!

Es kann nicht angehen, dass die Nahverkehrskunden Pro Monat für 39, 49, 59 oder 69 Euro Monatstickets bekommen / den genauen Betrag wissen wir dann nach der Verkehrsministerkonferenz im Herbst / und alle Fernpendler sollen nicht begünstigt werden?.

ALSO:
Bitte, Verkehrsministerium etc. P.p. und vor allem unsere Vertreter von Pro-BAHN- sprecht endlich mit der DB, dass auch Kunden, die den Zug für längere Strecken nützen müssen auch in den Genuss deutlich billigerer BAHN CARDS 100 Monatskarten kommen!

Hallo Dampflokgaudi,
hallo Community,

danke für diesen sehr schönen Beitrag zu Wochenbeginn. Dieser gibt mehr wegen seines ökopopulistischen, radikalen Ansatzes zu denken. Wenn Du in der "Ampel" nachfragen würdest, dann sind diese Ansichten noch etwa drei weitere Jahre nicht mehrheitsfähig.

Was mich an Deinem Vorschlag stört ist die Kurzsichtigkeit. Es ist noch kein in der Marktwirtschaft agierendes System besser geworden, wenn man ihm Gelder entzieht.

Bei einem numerisch auf die arbeitende Bevölkerung begrenzten Pendlerpotenzial bringt eine Absenkung der Fahrpreise - ausser weniger Geld im System: Nichts.

Wenn 100 % der Pendler diese Karte nutzen würden, dann würde bei deren individueller Steuererklärung auch die Kilometerpauschale gesenkt werden müssen. Also je nach Steuerklasse und Entfernung fast ein Nullsummenspiel.

Der zweite Punkt ist der, den ein viel zu früh verstorbener "gelber" Parteivorsitzender super häufig genannt hat: Wir dürfen den Menschen nicht so viel Steuern abnehmen, dass alle zu Hilfeempfängern werden.

Dann das ist ja eine steuerfinanzierte BahnCard.

In der unvergessenen Mitmacharena ließ er dann für das damalige Zeitalter der gerade endenden Bundesrepublik eine revolutionäre Abstimmung laufen:

Leistung muss sich wieder lohnen,
Arbeit muss sich wieder lohnen.

Egal welche der beiden Varianten gewonnen hat: Deine Subvention BahnCard verstößt gegen beide Inkarnation der marktwirtschaftlichen Grundsätze.

Und nur am Rande: Die Mobility BahnCard 100 ist ein super günstiges Angebot.

Liebe Grüße

GUM

--
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BahnCard 100 kein günstiges Angebot mehr

mrhuss, FKON, Montag, 18.07.2022, 13:06 (vor 1372 Tagen) @ GUM

Und nur am Rande: Die Mobility BahnCard 100 ist ein super günstiges Angebot.

Leider nicht (mehr), aus mehreren Gründen.

Zum einen hat man nie das Problem behoben, dass die BahnCard 100 (im Gegensatz zum Generalabonnement in der Schweiz) nicht in allen Verkehrsmitteln gilt, so dass für manche Strecken doch noch zusätzliche Nahverkehrsfahrkaten nötig sind.

Zum zweiten lassen sich viele Fahrten billiger mit Sparpreisen erledigen, so dass sie sich nur noch lohnt, wenn man wirklich viel und dann zu den Stoßzeiten fährt. Und für letzteren Fall hat sie dann wieder den Nachteil, dass in der 2. Klasse Reservierungen nicht inkludiert sind (und nein, die bahn.comfort bzw. Bahn-Bonus-Status-Plätze sind KEINE Alternative!)

Drittens legt man sich für ein Jahr fest. Sollten sich zwischenzeitlich die persönlichen Verhältnisse ändern (oder eine Pandemie ausbrechen) und man die Karte auf einmal nicht mehr (im ursprünglich geplanten Umfang) braucht, hat man eine Menge Geld in den Sand gesetzt. Und nein, die Bahncard 100 im Abo ist KEINE Alternative, weil der Mehrpreis zur Einmalzahlung viel zu hoch ist und man für das erste Jahr trotzdem festgelegt ist.

Und last but not least: Gerade im letzten Jahr hat die gelieferte Qualität einfach bedeutend nachgelassen, im besonderen (aber nicht nur) was die Pünktlichkeit im Fernverkehr angeht. Gerade in den letzten Wochen und Monaten hatte ich kaum mehr eine Fahrt ohne Verspätung oder Ausfall. Die Pünktlichkeitsstatistik zeigt, dass das nicht nur meine "anecdotal evidence" ist.

Fahrgastverband PRO-Bahn - Mach Druck für Fernpendler BC100

agw, NRW, Montag, 18.07.2022, 08:29 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Hatten wir ja schon hier diskutiert.
Wir reden hier über ca. 50 Euro Zuschuss pro Monat.
Kann auch gern der Steuerzahler direkt bezahlen statt über den Umweg DB (100% in Steuerzahlerhand).

--
"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

Fahrgastverband PRO-Bahn - Mach Druck für Fernpendler BC100

Sanformatiker, Montag, 18.07.2022, 09:05 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Warum sollte da etwas passieren? Beim 9€-Ticket konnte ich die Forderung ja wenigstens noch im Ansatz verstehen, weil man zum Zeitpunkt des Kaufes ggf. diese Alternative noch nicht kennen konnte, aber wenn nun das 69€-Ticket wirklich dauerhaft kommen sollte, hat doch jeder die Wahl: Ich bleibe bei meiner BC100 und kann auch IC, ICE nutzen und habe genug Status-Punkte für die Lounge oder ich spare Geld und nutze nur noch den Nahverkehr.

69 € Ticket führt zu Massenentlassungen und ist NICHT umwelt

GUM, Montag, 18.07.2022, 10:08 (vor 1372 Tagen) @ Sanformatiker
bearbeitet von GUM, Montag, 18.07.2022, 10:08

freundlich

Hallo Sanformatiker,
hallo Community,

eine sogenannte 69 €-Flatrate für den Nahverkehr hat viele Nachteile, beginnen wir erst einmal mit den Verkehrsverbünden in den 90er-Jahren.

Damals gab es den schönen Trend, dass Familien, Nachbarn, Wohngemeinschaften das Monatsticket eines Nutzers/Hauptverdieners/Mitbewohners als Umweltticket für mehrere Personen nutzen konnten.

Sei es als abendliche Mitnahmeregelung für bestimmte Personengruppen (Kinder) in manchem Verbund oder die Entbürokratisierung dieses Ticket als Inhaberpapier auszustellen.

Wer immer es in der Hand hatte konnte damit fahren. So konnte man auch komplett eisenbahnferne Nachbarn (heute: Nachbar:innen) von der halbwegs erträglichen Stabilität der S-Bahn überzeugen.

Oder der "Schlepp"-Einkauf des großen Waschmittel-Eimer beim Edeka in einigen Kilometern Entfernung kann plötzlich mit der Karte erledigt werden. Weil sie eben zeitlich hintereinander von jedermann genutzt werden kann.

Darauf waren die Verkehrsverbünden stolz. Von VRR (Ticket 2000? Oder Berlin oder MVV). Einfach genial.

Ein personengebundenes Ticket lässt das Vier-Reifen-Stinktier plötzlich wieder anspringen und zum Edeka/Rewe/Penny... fahren.

Darüberhinaus steigert die Flatrate die gefahrenen Kilometer. Weil nach einer einmal gezahlten Pauschale, der mehr gefahrene Kilometer (Wirtschafts"wissenschaftler" würden dies Grenzkosten nennen) gar nichts kostet.

Damit ist die Flatrate der Booster für nicht notwendige Fahrten.

Unbd letztendlich führt dies auch dazu, dass in den Verkaufsstellen und im Bereich der Einnahmensicherung noch weniger Personal beschäftigt ist. Stichwort: Massenentlassungen.

Meiner Meinung nach ist das 69 Euro Ticket das Ende des Bahnsystems, wie wir es kennen.

Leider muss der Beitrag so deutlich sein, weil die Zeit davon läuft. Die Politik wird sicherlich dieses Feigenblatt nutzen, um andererseits die absurde CO2-Bepreisung weiter zu steigern. Die Bahn zahlt dann wieder die Zeche sozusagen.

Liebe Grüße

GUM

--
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Und wenn die Eisenbahn Vorreiter wäre?

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 18.07.2022, 10:57 (vor 1372 Tagen) @ GUM

Hey.

Meiner Meinung nach ist das 69 Euro Ticket das Ende des Bahnsystems, wie wir es kennen.

Man sollte das System ausweiten!

Für 529 Euro bekommt man eine Wohnung.
Für 359 Euro bekommt man überall unbegrenzt Lebensmittel
Für 119 Euro bekommt man jede Form von Medien und Kommunikation.
Für 129 Euro bekommt man Kultur zum unbegrenzten Besuch.
Für 109 Euro bekommt man Freizeitvergnügen/Urlaub.
Für 229 Euro bekommt man Energie. Strom. Öl. Gas. Egal.
Für 559 Euro bekommt man einen Pkw samt Kraftstoff.

Aus den 69 Euro ÖPNV machen wir 149 Euro für den ÖV gesamt incl FV.

Unterm Strich habe ich für 2.182 Euro dann mein Leben. Niemand muss mehr mehr Geld verdienen.

Wer sparen will - aber auf was und wofür? - der kann ja auf Auto oder Kultur oder Medien verzichten.


Ein Traum alles. Egal, wieviel jeder arbeitet und wo und warum ==> mehr als 2.182 Euro brauchen es als Verdienst netto nie zu sein. Im Portemonnaie, wobei man das ja auch nicht mehr braucht, stecken die 8 Berechtigungskarten für jeden der o.g. Posten. Fertig.

Ein Paradies wird das!

Liebster GUM, da stehst du auf verlorenem Posten! Natürlich hast du völlig Recht. Und die Absurdität der ÖV-Flatrate sollte doch mit obigem Gedankenspiel deutlich werden. Aber die Zeiten sind andere. Man sehnt sich nach "Vater Staat" zurück, der alles regeln soll. Der soll mich überwachen, der soll mich impfen, der soll mir billig ÖV ermöglichen usw.

Nun ist es nicht so, dass es für solche Ideen nicht schon mal ein Vorbild gegeben hätte. Und da brauchen wir nicht mal in eine exotische Ecke dieser Welt zu schauen. Nach Venezuela z.B. Haben die größten Ölvorkommen der Welt - müssen aber Öl importieren, weil im eigenen Land alles kaputtgewirtschaftet wurde dank falscher ideologischer Ideen. Nein, es reicht aus, sich etwas geschichtlich zu erinnern. An die DDR z.B. Wo man solche Ideen auch hatte. Und damit schon in den 1970ern pleite ging und nur dank westlicher Unterstützung - Milliardenkredit, Zwangsumtausch, Gefangenenfreikauf (ganz übel!), "Kommerzielle Koordinierung" - überhaupt bis 1989 durchhalten konnte; da war dann das meiste trotzdem so ruinös, dass der Zusammenbruch eine Zwangsläufigkeit war.

Trotzdem ist es der Menschheit nicht verboten, Fehler zu wiederholen und denselben Unsinn noch mal durchzuexerzieren. Wir sind auf gutem Weg! Und wenn du, lieber GUM, das nicht auch bald einsiehst ... - denk an die Spider Murphy Gang: 'und morgen sitzen wir in Stadelheim"; nur dass du nicht 'in' bist, sondern 'out' und deswegen innen bist ...


Schöne Grüße von jörg

Und wenn die Eisenbahn Vorreiter wäre?

oska, Montag, 18.07.2022, 19:50 (vor 1372 Tagen) @ Der Blaschke

Man sollte das System ausweiten!

So abwegig wie Du denkst, sind Deine Vorschläge gar nicht.

Für 529 Euro bekommt man eine Wohnung.

Wohngeld gibt es schon seit Jahrzehnten. Nicht nur für Menschen, die nicht arbeiten wollen oder können, sondern auch für Studierende, Alleinerziehende und andere Menschen mit geringem Einkommen, etc. Die Flatrate gibt es also bereits.

Für 359 Euro bekommt man überall unbegrenzt Lebensmittel

Das ist natürlich absurd. Da würde einer in der Familie das Ticket kaufen und alle anderen würden es gleichzeitig! mitbenutzen. Das ist im ÖPNV ausgeschlossen.

Manchmal glaube ich hier im Forum herauszulesen, dass manche diese Flatrate bei Ihrer BC 100 inkludiert sehen.

Für 119 Euro bekommt man jede Form von Medien und Kommunikation.

Es ist durchaus denkbar, dass sich einige Medien zusammenschliessen und einen gemeinsamen Zugang zu den Plus-Inhalten anbieten. Die Telekom bietet ja auch Netflix oder so ein Zeug mit an.

Für 129 Euro bekommt man Kultur zum unbegrenzten Besuch.

Hier darfst Du nicht den NV mit dem ICE 1. Klasse verwechseln. Flatrate für alle staatlichen Museen in allen Bundesländern. Warum nicht? Den teuersten Platz in der Oper? Sicherlich nicht.

Für 109 Euro bekommt man Freizeitvergnügen/Urlaub.

Es gibt zahlreiche Freizeitvergnügen, Parks und Badeseen, die Du kostenlos nutzen kannst. Früher hatte die Bahn bei den Regionalen Angeboten/ Ländertickets mit bestimmten Ausflugszielen dafür geworben.

Für 229 Euro bekommt man Energie. Strom. Öl. Gas. Egal.
Für 559 Euro bekommt man einen Pkw samt Kraftstoff.

Hier macht eine Flatrate keinen Sinn. Der Verbrauch soll reduziert werden. Eine Alternative zum Pkw ist ein guter NV.

Aus den 69 Euro ÖPNV machen wir 149 Euro für den ÖV gesamt incl FV.

Gibt es schon. Nennt sich Bahncard 100, nur der Preis stimmt nicht.

Der Schwachpunkt im ÖPNV sind die Landkreis- und Landesgrenzen. Da fehlt es sowohl an Verbindungen als auch an guten Tarifen.

Wenn jemand monatlich für das komplette Stadtgebiet von München, Hamburg oder Berlin bezahlt, warum soll er mit dem Ticket nicht auch in Osnabrück fahren dürfen? Würde vieles einfacher machen.
Viele Menschen verzichten auf den ÖPNV in anderen Städten und fahren dann lieber komplett mit dem Auto. Zeitnot/-druck sich ins fremde System einzulesen, Angst schwarz zu fahren (wo kaufe ich das Ticket? In der Bahn oder muss ich schon vorher entwerten? Beim Fahrer? Was sind Streifenkarten? Wer stempelt die ab? Der Schaffner?), ... +City des FV nimmt einem solche Sorgen. Genau wie eine im Zielgebiet gültige Monatskarte.

Wer erst mal im Berufsleben steckt, wird gar nicht die Zeit haben, "sinnlos" Bahn zu fahren. Wer [noch] nicht [mehr] arbeitet, dem sei es gegönnt. Wer Bahn fährt, lernt andere Städte und Menschen kennen. Ich finde das positiv für unsere Gesellschaft.

Und wenn die Eisenbahn Vorreiter wäre?

gnampf, Dienstag, 19.07.2022, 08:28 (vor 1371 Tagen) @ oska

Aus den 69 Euro ÖPNV machen wir 149 Euro für den ÖV gesamt incl FV.


Gibt es schon. Nennt sich Bahncard 100, nur der Preis stimmt nicht.

Nee, gibt es nicht in Deutschland. Bei der BC100 ist naemlich laengst nicht alles an OePNV enthalten. Den Grossteil der EBA-Bahnen darf ich fahren, hier und da mal Bus/Tram/U-Bahn in einem City-Ticket-Bereich... aber laengst nicht ueberall.

Der Schwachpunkt im ÖPNV sind die Landkreis- und Landesgrenzen. Da fehlt es sowohl an Verbindungen als auch an guten Tarifen.

der Schwachpunkt sind die Verkehrsverbuende, die halt nur in ihren eigenen Grenzen denken, dazu noch alle ein anderes Preismodell sich ausdenken, das nur eins mit dem der Nachbarn gemein hat: es ist kompliziert.

+City des FV nimmt einem solche Sorgen.

nicht. Denn da geht es ja wieder los mit "bis wohin gilt denn jetzt das City-Ticket-Gebiet?". Das ist vielfach gar nicht so leicht zu durchblicken bzw. an die Infos zu kommen. Da heisst es dann lapidar "in Stadt XYZ haben sie das CityTicket", aber in Wirklichkeit nur in Zone 4711 und 0815. Bloederweise weiss dann keiner, wo Zone 4711 und 0815 sind, weil der Verbund selbst von Wabe A und B spricht, und die DB-Seite auch nichts konkretes liefert.

Wer erst mal im Berufsleben steckt, wird gar nicht die Zeit haben, "sinnlos" Bahn zu fahren. Wer [noch] nicht [mehr] arbeitet, dem sei es gegönnt. Wer Bahn fährt, lernt andere Städte und Menschen kennen. Ich finde das positiv für unsere Gesellschaft.

Sinnlos ist eine Bahnfahrt fuer mich dann, wenn ich z.B. nicht rechtzeitig ans Ziel komme und zurueck muss. Eine Bahnfahrt um der Bahnfahrt willen ist fuer mich nicht sinnlos... andere wuerden sie so bezeichnen, denn waere ich nicht gefahren waere ja auch nichts "passiert", ausser das ich eben kein Freizeitvergnuegen hatte.
Und nebenbei, ich arbeite, Vollzeit, seit vielen Jahren und noch viele Jahre. Und trotzdem habe ich aktuell ein Interrail-Ticket und bin jedes Wochenende wo anders. Oft genug aber nicht um mir eine andere Stadt anzuschauen, sondern der Weg ist das Ziel. Insofern ist deine Aussage also haltlos, wenn man das "sinnlos" so wie die breite Bevoelkerung interpretiert.

Und wenn die Eisenbahn Vorreiter wäre?

tommie, Montag, 18.07.2022, 19:58 (vor 1372 Tagen) @ Der Blaschke

Für 119 Euro bekommt man jede Form von Medien und Kommunikation.
Für 129 Euro bekommt man Kultur zum unbegrenzten Besuch.

Medien und Kultur?
Das gibt es schon und kostet momentan 18,36€ pro Monat - und die meisten Haushalte müssen es sogar buchen.

Danke für einen der schönsten Beiträge seit langem

GUM, Montag, 18.07.2022, 22:36 (vor 1372 Tagen) @ Der Blaschke

Huhu Jörg,

jetzt fällt mir wirklich nur noch ein WOW ein.

Dein Beitrag führt mit Auge für das Detail einen Großteil dessen ad absurdum, was ein Teil der Davos Agenda ist. "Weniger besitzen und dabei glücklich sein".

Also Autoflatrate, Heizung nicht mehr kaufen, sondern "Contracting".

Und worauf auch die Wolfsburger mit ihrem Auto Abo reinfallen.

Danke dafür und ich staune...

Liebe Grüße

GUM

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Massenentlassungen?

mrhuss, FKON, Montag, 18.07.2022, 12:47 (vor 1372 Tagen) @ GUM

Unbd letztendlich führt dies auch dazu, dass in den Verkaufsstellen und im Bereich der Einnahmensicherung noch weniger Personal beschäftigt ist. Stichwort: Massenentlassungen.

Sag mal, was denkst Du, wie viele Menschen überhaupt in dem Bereich arbeiten?

Und wie viele davon würden wirklich nicht mehr gebraucht oder könnten nicht mit anderen Aufgaben betraut werden, für die aktuell Mitarbeiter:innen fehlen?

! @mrhuss: Plötzlich kommt der erschreckende Moment...

GUM, Montag, 18.07.2022, 14:03 (vor 1372 Tagen) @ mrhuss
bearbeitet von GUM, Montag, 18.07.2022, 14:05

Hallo mrhuss,
hallo Community,

lass uns doch ein kleines Experiment durchführen? Bereit.

Dann kann es losgehen. Stelle Dir folgendes Setup vor: Du befindest Dich auf Seite des seine Arbeitsleistung Anbietenden in einem Gespräch in einem Unternehmen und hast die "Vorfilter" bereits überstanden.

Nun kommst Du in einen eigentlich viel zu großen Raum und vier Personen sitzen Dir gegenüber.

Den ersten Fehler, sich nicht auf den Chefplatz zu setzen, hast Du nicht gemacht. Auch hast Du an die "Winkel-Regel" gedacht.

Doch nun fällt Dir auf: Da steht ein Whiteboard und der Leiter Rechnungswesen pinnt mit vier Magneten dieses Bild auf das Whiteboard.

Screenprint aus dem BVG Video Allein Allein


Und stellt diese Frage: Was glauben Sie, wie viele Menschen sind in Deutschland mit der Kontrolle von Nahverkehrsfahrscheinen befasst?

Sie dürfen alles benutzen, was im Raum ist.

Also: Wie viele Mitarbeiter realisieren Mitarbeitereinkommen dadurch.
Voraussetzung: Wir befinden uns im Jahr 2025 und die beliebig hohen Krankschreibungen durch telefonische Arztbesuche und Laborergebnisse sind vorbei. Rechnen Sie also bitte mit - damit es einfach zu rechnen ist - 10 % Krankenstand und Fortbildung, plus 15 % Urlaub. Jede Planstelle wird also mit 1,25 Vollzeitäquivalenten besetzt.

Deshalb heißt es heute nicht: Wie viele Fenster gibt es in Detroit?

Sondern Herr mrhuss, wie viele Planstellen sind es bundesweit?

Hilfsmittel: Whiteboard, Stift, Offline Taschenrechner.

Stille macht sich breit.

Wie gehst Du vor?

Liebe Grüße

GUM


PS: Wer genau mitliest, wird feststellen. Dieser Beitragsbaum hat sich gerade kurzfristig und unangekündigt auf Selbstbedienung umgestellt. Wir arbeiten mit Hochdruck daran diesen Schalter möglichst kurzfristig wieder zu besetzen. Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung.

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Plötzlich kommt der erschreckende Moment...

mrhuss, FKON, Montag, 18.07.2022, 15:17 (vor 1372 Tagen) @ GUM

Wie gehst Du vor?

Nein, die Frage lautet: Wie gehst DU vor? Da DU das Gespenst von Massenentlassungen an die Wand gemalt hast, erwarte ich dazu auch ein wenig Unterfütterung durch Fakten. Da bist Du selbst in der Bringschuld!

Die echte "Massenentlassung" ist doch schon lange erfolgt. Viele Haltestellen und Bahnhöfe, die früher noch personenbesetzt waren, sind es schon lange nicht mehr. Längst nicht alle Züge fahren mehr mit Zugbegleitern.

Und ich gebe Dir mal noch folgendes zu bedenken: Die verbliebenen Zugbegleiter werden nicht komplett abgeschafft werden können, da sie bei der Bahn je nach Betriebsverfahren teils auch andere betriebliche Aufgaben erfüllen. Und auch wenn die Tickets verbilligt sind, will man ja vielleicht immer noch kontrollieren, ob auch jeder Fahrgast eins hat. Schalter werden auch nicht reihenweise geschlossen werden, weil die wenigen, die von den Verbünden (DB-Reisezentren sind für die Betrachtung hier nicht relevant, wenn wir nur über Nahverkehr reden!) überhaupt noch betrieben werden, eher für Kundeninformation wichtig sind als für tatsächlichen Ticketverkauf. Und dann wäre da noch die Tatsache, dass Kontrollen im Stadtverkehr immer öfter nicht mehr von Angestellten der Verkehrsbetriebe, sondern von Mitarbeitenden von Sicherheitsdiensten durchgeführt werden.

Chance verpasst, schade!

GUM, Montag, 18.07.2022, 22:29 (vor 1372 Tagen) @ mrhuss

- kein Text -

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Winkel-Regel

Saluton, Mittwoch, 20.07.2022, 20:55 (vor 1370 Tagen) @ GUM

Den ersten Fehler, sich nicht auf den Chefplatz zu setzen, hast Du nicht gemacht. Auch hast Du an die "Winkel-Regel" gedacht.

Was ist diese "Winkel-Regel"?

Und stellt diese Frage: Was glauben Sie, wie viele Menschen sind in Deutschland mit der Kontrolle von Nahverkehrsfahrscheinen befasst?

Und weiss hier jemand die aktuelle Anzahl und kann diese durch belastbare Quellen belegen?

Winkel-Regel

GUM, Donnerstag, 21.07.2022, 07:13 (vor 1369 Tagen) @ Saluton
bearbeitet von GUM, Donnerstag, 21.07.2022, 07:17

Hallo Saluton,
hallo Community,

danke für das außerordentliche Interesse an meinem Beitrag. Ich schätze das.

Bei der "Winkel-Regel" handelt es sich um den Versuch (in der damaligen Welt der "analogen") Verkaufsgespräche mal auszutesten, welche Einflußfaktoren die Wahrscheinlichkeit des Vertragsabschlusses oder einer erfolgreichen Verhandlung erhöhen.

Befindest Du Dich als Kunde (oder Anbieter) nicht im "Bühnenbild" beispielsweise der Verkaufssituation in einem Autohaus oder ähnlichem, so gibt es ja Situationen mit freier Platzwahl.

Beispielsweise an einem Vierertisch, setzt Du Dich vis-a-vis des Kunden oder im rechten Winkel zu ihm.

Erklärst Du eine Grafik, Verkaufsunterlagen (oder bekommst diese erklärt), welcher Winkel hat welche Vorteile.

Beim vis-a-vis kommt weniger das Gefühl des gemeinsamen Lesens auf, zudem muss der Anbieter "auf dem Kopf" lesen können.

Das Ganze war Bestandteil eines Seminars zu diesem Thema. Welches noch viele andere Hinweise enthielt. Gibt ja meterweise mehr oder weniger sinnvolle Literatur dazu.

Im Endeffekt war in der klassischen Verhandlunsgsituation wohl der rechte Winkel besser. Ich glaube sogar rechts vom Kunden.

Inzwischen haben sich aber Verhandlungsformen sowie auch die Wahrnehmung von Distanz und Machtgefälle beim Vertrieb je
nach Branche enorm verschoben.

Wobei die Geveration der Digital Naives eher von Konversionsrate, denn Wahrscheinlichkeit des Vertragsabschlusses spricht.

Zu Deiner 2. Frage:
Der Weg ist dabei das Ziel. Natürlich habe ich als Nicht-Bahnen keine verlässlichen Zahlen.

Es wäre aber im Endeffekt darum gegangen, dass irgendetwas systematisches auf das Whiteboard kommt.

Da kannst Du mit geschätzten Pendlerfahrten, Kontrollhäufigkeit, Arbeitswerten pro ausgestellter Fahrkarte und vielem mehr argumentieren.

Nicht zu vergessen auch die Automatenwartung, die bei einer Flatrate fast wegfällt.

Dann kommst Du aif irgendeine beeindruckende Mitarbeiterzahl. Wenn Du dann bedenkt, dass der Krankenstand sukzessive wieder sinkt, dann könnte auch die gesamte Volkswirtschaft froh sein über die erzielte Lohnsumme.

Ich hoffe das ist hilfreich.

Liebe Grüße

GUM

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Umgekehrt wird ein Schuh draus!

musicus, Montag, 18.07.2022, 13:43 (vor 1372 Tagen) @ GUM

Wer immer es in der Hand hatte konnte damit fahren. So konnte man auch komplett eisenbahnferne Nachbarn (heute: Nachbar:innen) von der halbwegs erträglichen Stabilität der S-Bahn überzeugen.
Ein personengebundenes Ticket lässt das Vier-Reifen-Stinktier plötzlich wieder anspringen und zum Edeka/Rewe/Penny... fahren.

....was aber zu einem nicht unerheblichen Teil daran liegt, dass mit der Personenbindung kein Preisvorteil einhergeht. Gerade deswegen ist es sehr sinnvoll, personengebundene Fahrscheine angesichts ihrer ganz erheblich eingeschränkten Nutzbarkeit preislich attraktiver zu gestalten.

Darüberhinaus steigert die Flatrate die gefahrenen Kilometer. Weil nach einer einmal gezahlten Pauschale, der mehr gefahrene Kilometer (Wirtschafts"wissenschaftler" würden dies Grenzkosten nennen) gar nichts kostet.

Sollte man also die BahnCard 100 abschaffen? Wenn nein, weshalb nicht? Ihre Existenz lässt sich mit deiner Argumentation nicht in Einklang bringen. Die Frage ist aber allerdings auch nicht, ob Flatrates sinnvoll sind, solange nicht diskutiert wird, was sie bezwecken.

69 € Ticket führt zu Massenentlassungen und ist NICHT umwelt

gnampf, Montag, 18.07.2022, 14:29 (vor 1372 Tagen) @ GUM

eine sogenannte 69 €-Flatrate für den Nahverkehr hat viele Nachteile, beginnen wir erst einmal mit den Verkehrsverbünden in den 90er-Jahren.

Ja, stimmt, die Verkehrsverbuende haben viele Nachteile, gegenueber einem deutschlandweiten Tarif... vor allem ihre tarifliche Undurschaubarkeit.

Damals gab es den schönen Trend, dass Familien, Nachbarn, Wohngemeinschaften das Monatsticket eines Nutzers/Hauptverdieners/Mitbewohners als Umweltticket für mehrere Personen nutzen konnten.

Sei es als abendliche Mitnahmeregelung für bestimmte Personengruppen (Kinder) in manchem Verbund oder die Entbürokratisierung dieses Ticket als Inhaberpapier auszustellen.

Wer immer es in der Hand hatte konnte damit fahren. So konnte man auch komplett eisenbahnferne Nachbarn (heute: Nachbar:innen) von der halbwegs erträglichen Stabilität der S-Bahn überzeugen.

Womit das Ticket dann also verramscht wurde. Gerade du, der immer angemessene Preise fordert, sollte da ja dagegen sein.

Oder der "Schlepp"-Einkauf des großen Waschmittel-Eimer beim Edeka in einigen Kilometern Entfernung kann plötzlich mit der Karte erledigt werden. Weil sie eben zeitlich hintereinander von jedermann genutzt werden kann.

Das ginge ja mit Einzelfahrscheinen oder einem sonstigen Ticket fuer jeden einzelnen genauso. Spaetestens beim gemeinsamen Ausflug hilft dir die Uebertragbarkeit ja eh nix, ausser du versuchst illegal das Ticket nach der Kontrolle weiter zu reichen.

Darauf waren die Verkehrsverbünden stolz. Von VRR (Ticket 2000? Oder Berlin oder MVV). Einfach genial.

Ein personengebundenes Ticket lässt das Vier-Reifen-Stinktier plötzlich wieder anspringen und zum Edeka/Rewe/Penny... fahren.

Ja, das sieht man aktuell an den Zuegen, wie sie alle wieder mehr Auto fahren. Also bis zum Bahnhof, um sich dann mit 9 Euro Ticket in den rappelvollen Zug zu quetschen.

Darüberhinaus steigert die Flatrate die gefahrenen Kilometer. Weil nach einer einmal gezahlten Pauschale, der mehr gefahrene Kilometer (Wirtschafts"wissenschaftler" würden dies Grenzkosten nennen) gar nichts kostet.

Ja, und dein obiges Ticket-Sharing hat auch die gefahrenen Kilometer gesteigert. Genauso wie jede sonstige Zeitkarte. Hat also mit 9/69/...-Euro-Ticket nichts zu tun.

Damit ist die Flatrate der Booster für nicht notwendige Fahrten.

Also ab sofort nur noch Fahrscheine fuer Einzelfahrten. Keine Zeitkarten mehr. Problem geloest, sitzen alle wieder im Auto.

Unbd letztendlich führt dies auch dazu, dass in den Verkaufsstellen und im Bereich der Einnahmensicherung noch weniger Personal beschäftigt ist. Stichwort: Massenentlassungen.

Also aktuell macht sich das Personal eher selbst ueberfluessig, indem es sich irgendwohin verkriecht und nichtmals mehr die 1. Klasse kontrolliert, geschweige denn z.B. den Zustieg von Fahrraedern regelt etc.

Meiner Meinung nach ist das 69 Euro Ticket das Ende des Bahnsystems, wie wir es kennen.

Meiner Meinung nach muss man als erstes Mal das System so auslegen, dass es dem Ansturm dann auch gewachsen ist. Danach ist das auch kein Problem mehr.
Zur Wertschaetzung, die du gerne anfuehrst: oft genug erlebt man, dass die Leute sich voellig daneben benehmen, mit der Begruendung "hab doch dafuer bezahlt, und war eh alles zu teuer". Fuesse auf den Sitz, Abfall auf den Boden, ... Gut, zumindest unsere Toiletten sind noch nicht so beschmiert wir in NL. Und beim Anspruch auf einen Sitzplatz interessiert auch keinen wieviel Aufpreis die 1. Klasse kostet, der wird so oder so als gegeben angesehen.

Leider muss der Beitrag so deutlich sein, weil die Zeit davon läuft. Die Politik wird sicherlich dieses Feigenblatt nutzen, um andererseits die absurde CO2-Bepreisung weiter zu steigern. Die Bahn zahlt dann wieder die Zeche sozusagen.

Absurd ist die CO2-Bepreisung allerhoechstens in ihrer Hoehe... das muesste noch viel teurer werden. Und das Geld dann in den Ausbau vom OePNV und erneuerbaren Energien gesteckt werden, damit es da mit Turbo-Tempo vorwaerts geht.

69 € Ticket führt zu Massenentlassungen und ist NICHT umwelt

oska, Montag, 18.07.2022, 17:39 (vor 1372 Tagen) @ GUM

Darüberhinaus steigert die Flatrate die gefahrenen Kilometer. Weil nach einer einmal gezahlten Pauschale, der mehr gefahrene Kilometer (Wirtschafts"wissenschaftler" würden dies Grenzkosten nennen) gar nichts kostet.

Genau das ist der Sinn und Wunsch des ÖPNV. Wer sowieso das Ticket hat, soll zusätzliche Fahrten mit Bus und Bahn machen statt das Auto zu benutzen.

Damit ist die Flatrate der Booster für nicht notwendige Fahrten.

Statt mit dem Auto am Wochenende in die große Stadt im benachbarten Bundesland zu fahren, nimmt man nun die Bahn. Ist das so schlimm?

Nicht notwendige Fahrten kann man auch heute bereits mit dem Länderticket unternehmen. Oder mit dem Auto.

69 € Ticket führt zu Massenentlassungen und ist NICHT umwelt

tommie, Montag, 18.07.2022, 19:15 (vor 1372 Tagen) @ GUM

Ein personengebundenes Ticket lässt das Vier-Reifen-Stinktier plötzlich wieder anspringen und zum Edeka/Rewe/Penny... fahren.

Nein. Das Auto springt an, weil man nicht bereit ist, für die eine Fahrt in die Innenstadt (oder meinetwegen auch zum Penny) 6€ für die Straßenbahn auf den Tisch zu legen - mit 2 Leuten sind das nämlich bereits 12€, mit Kind 15€, dafür gibt es auch locker das Parkticket und ein paar Liter Sprit.

Alle weiteren Kostenfaktoren des PKW lässt man außer acht, denn vieles davon läuft unter EDA-Kosten.

Unbd letztendlich führt dies auch dazu, dass in den Verkaufsstellen und im Bereich der Einnahmensicherung noch weniger Personal beschäftigt ist. Stichwort: Massenentlassungen.

Massenentlassungen? Klar. Wenn es keinen personengebunden Verkauf mehr in meiner alten Heimatstadt gäbe - was sollte man dann mit den 5-6 Leuten auch sonst machen?
Mehr sind das doch nicht - zu den wenigen verbliebenen personenbedienten Verkaufsstellen (z.B. in der Innenstadt) müsste man ja erstmal hinfahren, wofür man erstmal ein Ticket braucht. Die Mehrheit kauft wohl ihr Ticket am Automaten oder direkt per Smartphone.

Meiner Meinung nach ist das 69 Euro Ticket das Ende des Bahnsystems, wie wir es kennen.

Das muss ja nichts schlechtes sein. Oder hat Österreich die Schienen inzwischen alle herausgerissen? Regiert in der Schweiz das schienenlose Chaos, weil 14% der Einwohner ein GA besitzen?

Fahrgastverband PRO-Bahn Verkehrswende mit BC100 - günstig

Dampflokgaudi, Montag, 18.07.2022, 10:24 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi
bearbeitet von Dampflokgaudi, Montag, 18.07.2022, 10:25

Wer eine Verkehrswende möchte muss die BC100 deutlich günstige machen.

Die Menschen nehmen, zu weit über 90% die schnellste Verbindung von A - nach B und meistens nicht die "komfortabelste".

ERGO:
Beste Verkehrswende, wenn Nah - und Fernverkehr gemeinsam für den selben Preis oder zumindest für nahezu den selben Preis benutzt werden können.

1 FAHRKARTE für alle Züge zum selben Preis!

Dampflokgaudi, Montag, 18.07.2022, 10:27 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Eine DB Lounge braucht kein Mensch, wenn die Borrestaurants / Bordbistros gut gefüllt sind, preiswerte Preise anbieten, die Bahn pünktlich und ohne Verspätung fährt.
Das muss doch das Ziel sein!

1 FAHRKARTE für alle Züge zum selben Preis!

rainman51, Paderborn, Montag, 18.07.2022, 10:43 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Eine DB Lounge braucht kein Mensch, wenn die Borrestaurants / Bordbistros gut gefüllt sind, preiswerte Preise anbieten, die Bahn pünktlich und ohne Verspätung fährt.
Das muss doch das Ziel sein!

Die Bordgastro ist sehr verlustreich und wird zum Komfort der Fahrgäste angeboten.

Billiger führt zur Abschaffung. Es kann nicht immer alles billig sein.

Bordgastronomie

mrhuss, FKON, Montag, 18.07.2022, 13:20 (vor 1372 Tagen) @ rainman51

Die Bordgastro ist sehr verlustreich und wird zum Komfort der Fahrgäste angeboten.

Könnte man sich als Fahrgast auf das Vorhandensein und Funktionieren der Bordgastronomie verlassen, wäre es tatsächlich ein Komfort. Dass ein Bordrestaurant mit dem vollen Angebot geöffnet ist, ist inzwischen leider eher die Ausnahme als die Regel. Gewinn kann man mit einem Bordrestaurant aber nur erzielen, wenn dort etwas zum Kauf angeboten wird und nicht, wenn mal wieder wahlweise warme Getränke/kalte Getränke/warme Speisen/kalte Speisen nicht angeboten werden, weil die Kaffeemaschine/die Kühlung/der Ofen ausgefallen ist oder keine Anlieferung von Ware stattgefunden hat.

1 FAHRKARTE für alle Züge zum selben Preis!

agw, NRW, Montag, 18.07.2022, 15:17 (vor 1372 Tagen) @ rainman51

Eine DB Lounge braucht kein Mensch, wenn die Borrestaurants / Bordbistros gut gefüllt sind, preiswerte Preise anbieten, die Bahn pünktlich und ohne Verspätung fährt.
Das muss doch das Ziel sein!


Die Bordgastro ist sehr verlustreich und wird zum Komfort der Fahrgäste angeboten.

Wenn man die Hälfte der Zeit Personal mitführt, aber keine/zu wenig Ware zum Verkaufen und die andere Hälfte zwar die Waren, aber kein oder nicht genug Personal, diese zu verkaufen, wird man wohl Verluste machen.

Ist aber nicht intrinsisch beim Bordverkauf, sondern liegt daran, dass die DB es nicht auf die Reihe bekommt.

Ansonsten wäre es wohl eine Goldgrube.
Kann man sich ja auch vorstellen: wie ein stationäres Restaurant, aber der Eintritt kostet schon bis zu 300 Euro. :-)

--
"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

Der 1 braucht lange Strecken, der andere Kurze Strecken

Dampflokgaudi, Montag, 18.07.2022, 10:31 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Menschen fahren zum überwiegenden Teil nicht aus Spaß mit der Bahn eine kurze oder lange Strecke sondern aus Notwendigkeiten heraus - Arbeit, Freunde, Verwandte, Einkauf, Krankenhausbesuch etc. P.p.

Das System an sich muss gut ineinander vernetzt sein "Reisekette muss von Anfang bis Ende gut funktionieren. Das muss das Ziel sein.

MEHR LEUTE AUF DIE SCHIENE DURCH EINFACHE FAHRKARTEN VON A nach B - mit welcher man(n) immer alle Produktklassen nutzen kann, welche einen am schnellsten zum Ziel bringen!

Autsch.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 18.07.2022, 11:06 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Hallo.

Menschen fahren zum überwiegenden Teil nicht aus Spaß mit der Bahn eine kurze oder lange Strecke sondern aus Notwendigkeiten heraus - Arbeit, Freunde, Verwandte, Einkauf, Krankenhausbesuch etc. P.p.

Das wird nicht deswegen richtiger, weil es im Fettdruck geschrieben wird.

Das 9 Euro-Ticket dient zum ganz deutlich überwiegenden Teil Freizeitfahrten! Freunde und Verwandte sind in deiner Aufzählung oben übrigens auch keine Notwendigkeit.

Die Fahrgastzuwächse des 9 Euro-Tickets sind zu einem sehr großen Anteil auf reine Freizeitfahrten zurückzuführen.

Und ja, das kann ich so behaupten, da ich schon zig hunderte Fahrgäste zu allen möglichen Uhrzeiten und Tagen befragt habe. Nämlich auch nach dem Grund der Fahrt.

Schöne Grüße von jörg

Fragen bleiben offen

mrhuss, FKON, Montag, 18.07.2022, 13:32 (vor 1372 Tagen) @ Der Blaschke

Die Fahrgastzuwächse des 9 Euro-Tickets sind zu einem sehr großen Anteil auf reine Freizeitfahrten zurückzuführen.

Da bleiben dennoch ein paar Fragen offen.

Hätten diese Freizeitfahrten ohne das 9€-Ticket trotzdem stattgefunden, dann mit dem Auto oder mit einem anderen Ticket? Dann wäre der Zweck immer noch erfüllt.

Hätten sich die Menschen, die jetzt mit dem 9€-Ticket einen Ausflug machen, den sonst nicht leisten können? Auch dann halte ich den Zweck für erfüllt.

Und wie würde sich das verhalten, wenn ein günstiges Angebot über einen längeren Zeitraum bliebe? Wie viele wollen es nur jetzt schnell ausnutzen, weil das Angebot zeitlich begrenzt ist? Irgendwann ist die Ferienzeit ja auch mal wieder vorbei und/oder die Menschen haben schlicht genug von Spaßfahrten in Nahverkehrszügen.

Fragen bleiben offen

markman, Montag, 18.07.2022, 14:06 (vor 1372 Tagen) @ mrhuss

Die Fahrgastzuwächse des 9 Euro-Tickets sind zu einem sehr großen Anteil auf reine Freizeitfahrten zurückzuführen.


Da bleiben dennoch ein paar Fragen offen.

Hätten diese Freizeitfahrten ohne das 9€-Ticket trotzdem stattgefunden, dann mit dem Auto oder mit einem anderen Ticket? Dann wäre der Zweck immer noch erfüllt.

Hätten sich die Menschen, die jetzt mit dem 9€-Ticket einen Ausflug machen, den sonst nicht leisten können? Auch dann halte ich den Zweck für erfüllt.

Und wie würde sich das verhalten, wenn ein günstiges Angebot über einen längeren Zeitraum bliebe? Wie viele wollen es nur jetzt schnell ausnutzen, weil das Angebot zeitlich begrenzt ist? Irgendwann ist die Ferienzeit ja auch mal wieder vorbei und/oder die Menschen haben schlicht genug von Spaßfahrten in Nahverkehrszügen.

wenn es Champagner all the day gibt, dann wird man auch einige Gläser zu sich nehmen, die man eigentlich nicht nicht mehr braucht, aber dennoch einen "befriedigen".

Natürlich wird doch jeder in Niedersachsen sagen, lass uns mal nach Hamburg für 9 EUR fahren, das Ticket haben wir ja schon. Ein Mal auf die Reeperbahn und zurück. Und wir können jederzeit zurück. 95% der Fahrten sind m.E. reine Freizeitfahren, das WIR alle durch die Steuern subventionieren,

Grüße,
Markman

Fragen bleiben offen

mrhuss, FKON, Montag, 18.07.2022, 15:24 (vor 1372 Tagen) @ markman

das WIR alle durch die Steuern subventionieren,

So what, ich subventioniere ja auch durch meine Steuern den Straßenbau und die "Spritpreisbremse", obwohl ich kein Auto habe und mich das nicht interessiert. Ist halt Solidarität.

Fragen bleiben offen

gnampf, Montag, 18.07.2022, 16:05 (vor 1372 Tagen) @ markman

Natürlich wird doch jeder in Niedersachsen sagen, lass uns mal nach Hamburg für 9 EUR fahren, das Ticket haben wir ja schon. Ein Mal auf die Reeperbahn und zurück. Und wir können jederzeit zurück. 95% der Fahrten sind m.E. reine Freizeitfahren, das WIR alle durch die Steuern subventionieren,

Nein, subventionieren wuerden wir die nur dann, wenn extra dafuer weitere Zuege/Personal/... eingesetzt wuerden. Da aber eh nur das faehrt, was eh faehrt, spielt es praktisch keine Rolle wie viele wegen ihrer Flatrate da nu zusaetzlich drin sitzen. Im Gegenteil: wenn die nu auf der Reeperbahn sind, werden sie da sicherlich nicht einfach nur drueber schlendern, sondern die gesparte Kohle dort in Umlauf bringen, und noch mehr. Wovon dann auch wieder der entsprechende Anteil zurueckfliesst an Vater Staat.

Fragen bleiben offen

tommie, Montag, 18.07.2022, 19:20 (vor 1372 Tagen) @ markman

Natürlich wird doch jeder in Niedersachsen sagen, lass uns mal nach Hamburg für 9 EUR fahren, das Ticket haben wir ja schon. Ein Mal auf die Reeperbahn und zurück. Und wir können jederzeit zurück. 95% der Fahrten sind m.E. reine Freizeitfahren, das WIR alle durch die Steuern subventionieren,

Zum Glück funktionierte der Nahverkehr davor kostendeckend und hat hohe Gewinne in die Stadt- und Staatskassen gespült.

Meine Eindrücke zum 9 €-Ticket ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 18.07.2022, 22:43 (vor 1372 Tagen) @ mrhuss

Hallo.

Hätten diese Freizeitfahrten ohne das 9€-Ticket trotzdem stattgefunden, dann mit dem Auto oder mit einem anderen Ticket? Dann wäre der Zweck immer noch erfüllt.

Hätten sich die Menschen, die jetzt mit dem 9€-Ticket einen Ausflug machen, den sonst nicht leisten können? Auch dann halte ich den Zweck für erfüllt.

Und wie würde sich das verhalten, wenn ein günstiges Angebot über einen längeren Zeitraum bliebe? Wie viele wollen es nur jetzt schnell ausnutzen, weil das Angebot zeitlich begrenzt ist? Irgendwann ist die Ferienzeit ja auch mal wieder vorbei und/oder die Menschen haben schlicht genug von Spaßfahrten in Nahverkehrszügen.


Ich würde die Dinge so bewerten:

Es gibt relativ viele Neukunden, die sonst mit der Eisenbahn nichts am Hut hatten.

In den meisten Fällen handelt es sich um Freizeitverkehr bzw Menschenbesuche.

Ein Teil der Fahrgäste nutzt insbesondere im Bereich "Besuche" sonst Fernverkehrsfahrscheine, SP und SSP und hat auch BC zur weiteren Ermäßigung. In gewissem Umfang zieht das 9 Euro-Ticket also Kunden vom FV weg.

Kunden mit Abotickets nutzen diese relativ selten für zusätzliche Fahrten über den Geltungsbereich hinaus. Allerdings gibt's da auch erschreckend öfters Unwissen - ich sah Kunden mit Abokarte UND 9 €-Ticket zusätzlich. 'Fremde' Abokarten kommen mir daher nur selten unter. Und wenn, meist aus der 'Nähe' - in Niedersachen vom HVV, VRR oder eben niedersächsischen Verbünden. Sonst öfters BVG-Abos aus der Hauptstadt.

Ähnlich verhält es sich mit Semestertickets.

Einige Kunden nutzen das 9 €-Ticket zwecks Arbeitsplatzpendelei. Offenkundig war da vorher kein Abo mehr vorhanden, sondern es wurden wohl Monatskarten/Wochenkarten/Tageskarten gekauft. Der Anteil dieser Tickets war vor 9 € im Vergleich zu Abokarten eh gestiegen; Corona/Home-Office.


Soweit meine Eindrücke aus meinen Fahrten und Befragungen vorrangig im niedersächsischen Raum zwischen den Rändern Nordsee, Niederlande, Hannover, Braunschweig, Bremerhaven, Cuxhaven.


Schöne Grüße von jörg

Autsch.

musicus, Montag, 18.07.2022, 13:51 (vor 1372 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von musicus, Montag, 18.07.2022, 13:52

Das 9 Euro-Ticket dient zum ganz deutlich überwiegenden Teil Freizeitfahrten! Freunde und Verwandte sind in deiner Aufzählung oben übrigens auch keine Notwendigkeit.

Aber sicher doch! Ein gewisses Maß an sozialen Kontakten sind durchaus ein Grundbedürfnis. Die aufgestellte gegenteilige Behauptung ist leider mal wieder völlig unseriös.

Und ja, das kann ich so behaupten, da ich schon zig hunderte Fahrgäste zu allen möglichen Uhrzeiten und Tagen befragt habe. Nämlich auch nach dem Grund der Fahrt.

Und wie viele Fahrtgründe stehen da zur Auswahl? Und nur weil wer angibt, die Fahrt sei beruflich, macht es das noch lange nicht zu einer notwendigen Reise.

Autsch.

tommie, Montag, 18.07.2022, 19:21 (vor 1372 Tagen) @ Der Blaschke

Das 9 Euro-Ticket dient zum ganz deutlich überwiegenden Teil Freizeitfahrten! Freunde und Verwandte sind in deiner Aufzählung oben übrigens auch keine Notwendigkeit.

Die Fahrgastzuwächse des 9 Euro-Tickets sind zu einem sehr großen Anteil auf reine Freizeitfahrten zurückzuführen.

Na und? Wo ist denn das Problem dabei?
Natürlich gibt es eine gewisse Mitnahmementalität, wenn das Ticket in den Ferien(!) und zeitlich begrenzt(!) auf den Markt gebracht wird.

Autsch.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 18.07.2022, 22:25 (vor 1372 Tagen) @ tommie

Hallo.

Die Fahrgastzuwächse des 9 Euro-Tickets sind zu einem sehr großen Anteil auf reine Freizeitfahrten zurückzuführen.

Na und? Wo ist denn das Problem dabei?

Wo ist von einem Problem die Rede?

Im Kontext lesen hilft ...

Natürlich gibt es eine gewisse Mitnahmementalität, wenn das Ticket in den Ferien(!) und zeitlich begrenzt(!) auf den Markt gebracht wird.

Was im Beitrag, auf den sich meine Aussage bezog, eher negiert wurde.


Schöne Grüße von jörg

Der 1 braucht lange Strecken, der andere Kurze Strecken

gnampf, Montag, 18.07.2022, 14:34 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

MEHR LEUTE AUF DIE SCHIENE

ja, das ist eine gute Idee. Und damit auf der Schiene auch ausreichend Platz ist fuer mehr Leute, und das auch nicht mehr so gefaehrlich ist, lassen wir die ollen Zuege einfach weg. Schon koennen die Leute alle auf der Schiene von A nach B laufen.

Mehr Leute in die Zuege kannst du ja nicht ernsthaft gemeint haben, ausser du lebst im Ausland und hast nicht mitbekommen wie es hier in vielen Nahverkehrszuegen ausschaut. Oder bist im Irrglauben, dass wir die noetige Kapazitaet einfach mal in kurzer Zeit schaffen koennten.
Klar, es gibt Regionen, da koennten mehr Leute auf den Zug umsteigen, weil genug Platz in den Zuegen ist. Das die leer sind hat aber halt auch seinen Grund, denn das Angebot ist dort halt fuer gewoehnlich auch unterirdisch.

Keine Geschenke mehr!

ktmb, Montag, 18.07.2022, 10:36 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Der Staat sollte zusehen, dass er Geld einnimmt und dafür die Infrastruktur verbessert.
Wenn jetzt wieder 2 Mrd. € pro Jahr für ein 9-€-Nachfolgerticket verbrannt werden sollen, weiß ich nicht, ob das zielführend ist.
Herzliche Grüße und viel Gesundheit!

Keine Geschenke mehr!

agw, NRW, Montag, 18.07.2022, 15:19 (vor 1372 Tagen) @ ktmb

Der Staat sollte zusehen, dass er Geld einnimmt und dafür die Infrastruktur verbessert.
Wenn jetzt wieder 2 Mrd. € pro Jahr für ein 9-€-Nachfolgerticket verbrannt werden sollen, weiß ich nicht, ob das zielführend ist.
Herzliche Grüße und viel Gesundheit!

Die sind ja nicht verbrannt. Die stecken jetzt in unser aller Taschen. wenn du damit nichts anzufangen weißt...die meisten anderen schon.

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- bahn.de

Viel Dampf und das eigentliche Problem

Murrtalbahner, Montag, 18.07.2022, 12:51 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Hallo Dampflokgaudi,

du scheinst bei dem Thema ja mächtig Dampf auf dem Kessel zu haben.

Die BC100 ist erstmal ein freibleibendes Angebot von DB Fernverkehr zur Benutzung derer Züge. Das 9-Euro-Ticket ist ein Angebot des Bundes und der Länder zur Benutzung aller Nahverkehrsangebote ausschließlich des sich weigernden EVUs.

Das eigentliche Problem der BC100 sehe ich eher darin, dass man sehr sehr viel Geld jährlich hinblättert und dann trotzdem nicht alle ÖV-Angebote nutzen kann. Daher sollte die Diskussion nicht in Richtung einer Rabattierung der BC100 gehen, sondern mehr in Richtung echter Mobilitätskarte, wie es in Österreich die Umweltkarte ist oder in der Schweiz das Generalabo. Darin eingeschlossen sollten alle von öffentlicher Hand geförderten und lizenzierten Angebote sein, sowie alle sich in öffentlicher Hand befindlichen Unternehmensangebote. Was das ganze dann kosten soll, müssen Bund und Länder aushandeln. Der Preis sollte aber deutlich unter dem der BC100 liegen, damit die Einstiegshürde nicht zu hoch ist.

Das hätte einen echten Mehrwert! Nicht aber ein paar Euro Rabatt für die BC100.

Viel Dampf und das eigentliche Problem

Schlusslicht, Montag, 18.07.2022, 13:40 (vor 1372 Tagen) @ Murrtalbahner

Genau. Eine BC100, die das jetzige Angebot beinhaltet plus alles, was im 9 Euro-Ticket inkludiert ist. Der Preis ist diskutierbar, sollte aber unter der Summe der Preise von BC100 und 9-Euro-Nachfolgemodell liegen.

Viel Dampf und das eigentliche Problem

agw, NRW, Montag, 18.07.2022, 15:40 (vor 1372 Tagen) @ Schlusslicht

Genau. Eine BC100, die das jetzige Angebot beinhaltet plus alles, was im 9 Euro-Ticket inkludiert ist. Der Preis ist diskutierbar, sollte aber unter der Summe der Preise von BC100 und 9-Euro-Nachfolgemodell liegen.

Ist einfach auszurechnen:
BC100-Preis minus dem, was dort als NV-Nutzung drinsteckt. Dazu Die 9 Euro/69 Euro.

Leider kenne ich die Einnahmenaufteilung nicht.
Gehen mehr als 69 Euro an den NB, könnte der Preis sinken können, sonst müsste er eher steigen.

Fahrgastrechte kosten natürlich auch noch, wenn man nicht von zwei getrennten Kartenfunktionen ausgeht für FV und NV.

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Viel Dampf und das eigentliche Problem

Schlusslicht, Montag, 18.07.2022, 16:24 (vor 1372 Tagen) @ agw
bearbeitet von Schlusslicht, Montag, 18.07.2022, 16:27

Exakt. Da kommt dann ein fairer Preis heraus für ein Produkt, mit dem wirklich was anfangen kann.

Ich denke, es gehen (etwas?) mehr als 69 Euro pro Monat an den Nahverkehr. Allein das ganze City-Gedöns. Es müsste also günstiger werden.

Es wäre ja auch seltsam, wenn zwei Einzelprodukte zusammen günstiger wären als das Gesamtprodukt, das alles beinhaltet.

Viel Dampf und das eigentliche Problem

agw, NRW, Montag, 18.07.2022, 17:28 (vor 1372 Tagen) @ Schlusslicht

Es wäre ja auch seltsam, wenn zwei Einzelprodukte zusammen günstiger wären als das Gesamtprodukt, das alles beinhaltet.

Es sei denn, man setzt für die Fahrgastrechte der durchgehenden Fahrkarte einen Preis.

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Viel Dampf und das eigentliche Problem

musicus, Montag, 18.07.2022, 13:56 (vor 1372 Tagen) @ Murrtalbahner

Das eigentliche Problem der BC100 sehe ich eher darin, dass man sehr sehr viel Geld jährlich hinblättert und dann trotzdem nicht alle ÖV-Angebote nutzen kann. Daher sollte die Diskussion nicht in Richtung einer Rabattierung der BC100 gehen, sondern mehr in Richtung echter Mobilitätskarte, wie es in Österreich die Umweltkarte ist

Und genau die IST eine Rabattierung nebst ersatzloser Streichung der ÖsterreichCard!

Der Preis sollte aber deutlich unter dem der BC100 liegen, damit die Einstiegshürde nicht zu hoch ist.

Was nun? Rabatt oder nicht?

Das hätte einen echten Mehrwert! Nicht aber ein paar Euro Rabatt für die BC100.

Ja? Nein? Vielleicht?

Viel Dampf und das eigentliche Problem

Murrtalbahner, Montag, 18.07.2022, 14:25 (vor 1372 Tagen) @ musicus

Das eigentliche Problem der BC100 sehe ich eher darin, dass man sehr sehr viel Geld jährlich hinblättert und dann trotzdem nicht alle ÖV-Angebote nutzen kann. Daher sollte die Diskussion nicht in Richtung einer Rabattierung der BC100 gehen, sondern mehr in Richtung echter Mobilitätskarte, wie es in Österreich die Umweltkarte ist

Und genau die IST eine Rabattierung nebst ersatzloser Streichung der ÖsterreichCard!

Der Preis sollte aber deutlich unter dem der BC100 liegen, damit die Einstiegshürde nicht zu hoch ist.

Was nun? Rabatt oder nicht?

Das hätte einen echten Mehrwert! Nicht aber ein paar Euro Rabatt für die BC100.

Ja? Nein? Vielleicht?

Nochmal: Wenn es ein dauerhaftes Vielfahrer-Angebot geben soll, das auch den Fernverkehr beinhaltet, sollte dies ein neues Angebot neben der BC100 sein, das wirklich "ALLES" im ÖV beinhaltet, was irgendwie aus öffentlicher Hand angeboten oder lizenziert wird. Nicht aber eine Ermäßigung der BC100, die nichts halbes und nichts ganzes ist.

Viel Dampf und das eigentliche Problem

musicus, Montag, 18.07.2022, 15:00 (vor 1372 Tagen) @ Murrtalbahner

Nochmal: Wenn es ein dauerhaftes Vielfahrer-Angebot geben soll, das auch den Fernverkehr beinhaltet, sollte dies ein neues Angebot neben der BC100 sein

Ok, jetzt hab ich begriffen, was du sagen willst.

Mercedes fahren, Volkswagen bezahlen? (Sammelantwort).

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 18.07.2022, 15:09 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Dampflokgaudi:

Der Fahrgastverband sollte jetzt ENDLICH mal Druck machen und für die Fernpendler sprechen!
Es kann nicht angehen, dass die Nahverkehrskunden Pro Monat für 39, 49, 59 oder 69 Euro Monatstickets bekommen / den genauen Betrag wissen wir dann nach der Verkehrsministerkonferenz im Herbst / und alle Fernpendler sollen nicht begünstigt werden?.

Ich gucke mit einem Augen in die Autofahrergemeinschaft. Die möchten also Mercedes fahren aber Volkswagen bezahlen.

Bin nicht sicher, wie das in DE aussieht, aber hier in NL sollte mehr als anderthalb Stunden Reisezeit pro Strecke die Ausnahme sein. Entspricht Eindhoven-Den Haag oder Eindhoven-Amsterdam.

GUM:

Darüberhinaus steigert die Flatrate die gefahrenen Kilometer. Weil nach einer einmal gezahlten Pauschale, der mehr gefahrene Kilometer (Wirtschafts"wissenschaftler" würden dies Grenzkosten nennen) gar nichts kostet.

Aktuelles Gejammer hier in NL: unsere Bahn ist viel zu teuer, wieso machen wir es nicht so wie in Deutschland?
Die beste Bahn der Welt braucht das nicht. Generalabo, Halbtaxabo, und gut ist. Auch bei uns gibt es keinerlei Anlass die Bahnfahrerei zu verramschen. Und meiner Meinung nach aus gutem Grund: Ticketverramschung führt nicht zu einer besseren Bahn. Investitionen aber schon.

Damit ist die Flatrate der Booster für nicht notwendige Fahrten.

Definiere "nicht notwendige Fahrt".
Für mich ist das z.B. die Pendlerei die wir ICE-Fans mal auf der Rennbahn K-F gemacht haben. Unter dem Motto "ICE entdecken - ICE verstehen" an einem Tag so viel wie möglich Fahrten auf der Rennbahn absolvieren.
Wenn Otto und Bärbel zum Spass in die Natur spazieren gehen und dafür mit Bus & Bahn anreisen, dann sehe ich das nicht als "nicht notwendige Fahrt". Erst recht nicht, wenn die beiden zuvor die Reise mit einem Verbrennerauto gemacht hätten.

ktmb:

Der Staat sollte zusehen, dass er Geld einnimmt und dafür die Infrastruktur verbessert. Wenn jetzt wieder 2 Mrd. € pro Jahr für ein 9-€-Nachfolgerticket verbrannt werden sollen, weiß ich nicht, ob das zielführend ist.

Sehe ich auch so. Alle rufen, die Bahn soll mehr investieren. Keiner ruft, ich bin bereit extra dafür zu bezahlen.
Nun gehen die Investitionen leider nicht mit Geld das man nicht hat.
Die japanische Vision gefällt mir. Biete ein gutes Produkt an, und die Leute bezahlen dafür. Shinkansen. S-Bahn in 10-Minutentakt. Nennt sich Kundeneffizienz. Sowas kriegt man nicht hin mit Ticketverramschung.

Viele finden die schweizer Bahn teuer.
Ich sage: es kostet was, aber dann hat man auch was.
Aus ähnlichen Gründen kaufen Leute ja auch Mercedes statt Volkswagen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Die Bahn wird zum kostenfreien Spielzeug gelangweilter Leute

testfahrer, Montag, 18.07.2022, 19:07 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

Hallo,

ich bin der Ansicht, dass das 9-Euro-Ticket eine schlechte Lösung ist. Es schadet auch dem System "Bahn" (Wertigkeit). Eine ganz billige BahnCard100 braucht man auch nicht. Wenn man Pendlern etwas gutes tun will, dann sollte man ihnen die Möglichkeit geben, dass sie steuerlich mehr absetzen (zurück holen) können, dass die Züge wieder pünklicher sind und dass man zu Hauptverkehrszeiten einen Sitzplatz im Fernverkehr bekommt. Ich weiß nicht, wie oft ich bei Fahrten zwischen Frankfurt und Köln gestanden habe oder die Züge von der Polizei wegen Überfüllung geräumt wurden.

Das 9-Euro-Ticket wurde von der Partei eingeführt, die die Energiewende durchführen will. Zur Energiewende gehört auch, mit der Energie sinnvoller/sparsamer umzugehen und die Energien (elektrische Energie und/oder aus Verbrennung (auch Verbrennermotor)) sinnvoll zielgerichtet einzusetzen.
Ich habe jetzt seit fast 20 Jahren eine BahnCard100 und bin als Pendler damit sehr gut gefahren und habe auch viele Dienstreisen damit gemacht. Man kommt in Deutschland sehr weit damit, ohne im Nahverkehr zuzahlen zu müssen.
Dieses 9-Euro-Ticket führt zu einer erhöhten Mobilität, die nicht der beruflichen Situation zugute kommt, sondern ein reiner Freizeitverkehr ist. Ich fahre zwar viel Fernverkehr, benötige allerdings den Nahverkehr als Zubringer. Die Züge sind morgens jetzt brechend voll, gerade auf der Rheinschiene. Man hat manchmal Schwierigkeiten mit zu kommen. Die Züge waren vor dem 9-Euro-Ticket morgens auch schon voll, d.h., das Angebot "Bahn" wurde auch vor dem 9-Euro-Ticket im Berufsverkehr schon sehr gut angenommen. Ich weiß nicht wie man argumentieren will, dass eine erhöhte Mobilität zum Spaß, eine Methode zum Energiesparen ist. Die Physik sagt dazu schon etwas anderes, denn die Bahn ist ja kein Perpetuum Mobile (man wendet einmal etwas Energie auf und dann können beliebig viele damit fahren).

Es braucht einfach bessere Lösungen, es sei denn, man ist immer nur an Wahlkampfgeschenken (verdeckte Wahlkampffinanzierung)interessiert. Insbesondere sollte man die Bahn stärken, d.h. technisch und personell verbessern/erneuern. Durch diese billigen Tickets fährt man noch mehr auf Verschleiß und wir wissen alle, zu was so etwas führt.

Grüße vom Testfahrer

2,5 Mrd. € kostet der Spaß

ktmb, Montag, 18.07.2022, 19:13 (vor 1372 Tagen) @ testfahrer

Leider ist dieser Betrag für eine Verbesserung des ÖPNV nun futsch.
Ich habe bisher eine Fahrt mit dem 9 €-Ticket ausprobiert. Aber da wurde es mir schon zu voll. Seitdem bin ich konsequent auf den FV umgestiegen und das Reisen war trotz längerer Fahrzeiten wegen aktueller Baustellen und allgemeiner Verspätungen irgendwie erholsamer und auch produktiver.

2,5 Mrd. € kostet der Spaß

testfahrer, Montag, 18.07.2022, 22:07 (vor 1372 Tagen) @ ktmb

Ich versuche natürlich auch auf den Fernverkehr auszuweichen, aber wie kommt man nach Trier? Hier gibt es keinen Fernverkehr mehr. Dies ist nur eins von meinen Problemen, zumal ich pünktlich in Trier sein muss. Gottseidank nur einmal pro Woche.

Fernverkehr nach Trier

Barzahlung, Montag, 18.07.2022, 22:34 (vor 1372 Tagen) @ testfahrer
bearbeitet von Barzahlung, Montag, 18.07.2022, 22:34

Ich versuche natürlich auch auf den Fernverkehr auszuweichen, aber wie kommt man nach Trier?

https://www.flixbus.de/

Die Bahn wird zum kostenfreien Spielzeug gelangweilter Leute

agw, NRW, Montag, 18.07.2022, 20:10 (vor 1372 Tagen) @ testfahrer

ich bin der Ansicht, dass das 9-Euro-Ticket eine schlechte Lösung ist. Es schadet auch dem System "Bahn" (Wertigkeit). Eine ganz billige BahnCard100 braucht man auch nicht. Wenn man Pendlern etwas gutes tun will, dann sollte man ihnen die Möglichkeit geben, dass sie steuerlich mehr absetzen (zurück holen) können, dass die Züge wieder pünklicher sind und dass man zu Hauptverkehrszeiten einen Sitzplatz im Fernverkehr bekommt. Ich weiß nicht, wie oft ich bei Fahrten zwischen Frankfurt und Köln gestanden habe oder die Züge von der Polizei wegen Überfüllung geräumt wurden.

Das 9-Euro-Ticket wurde von der Partei eingeführt, die die Energiewende durchführen will. Zur Energiewende gehört auch, mit der Energie sinnvoller/sparsamer umzugehen und die Energien (elektrische Energie und/oder aus Verbrennung (auch Verbrennermotor)) sinnvoll zielgerichtet einzusetzen.
Ich habe jetzt seit fast 20 Jahren eine BahnCard100 und bin als Pendler damit sehr gut gefahren und habe auch viele Dienstreisen damit gemacht. Man kommt in Deutschland sehr weit damit, ohne im Nahverkehr zuzahlen zu müssen.
Dieses 9-Euro-Ticket führt zu einer erhöhten Mobilität, die nicht der beruflichen Situation zugute kommt, sondern ein reiner Freizeitverkehr ist. Ich fahre zwar viel Fernverkehr, benötige allerdings den Nahverkehr als Zubringer. Die Züge sind morgens jetzt brechend voll, gerade auf der Rheinschiene. Man hat manchmal Schwierigkeiten mit zu kommen. Die Züge waren vor dem 9-Euro-Ticket morgens auch schon voll, d.h., das Angebot "Bahn" wurde auch vor dem 9-Euro-Ticket im Berufsverkehr schon sehr gut angenommen. Ich weiß nicht wie man argumentieren will, dass eine erhöhte Mobilität zum Spaß, eine Methode zum Energiesparen ist. Die Physik sagt dazu schon etwas anderes, denn die Bahn ist ja kein Perpetuum Mobile (man wendet einmal etwas Energie auf und dann können beliebig viele damit fahren).

Ich glaube, das 9-Euro-Ticket zeigt, dass es ein Mobilitätsbedürfnis gab, was nur besserverdienende ausleben konnten (z.B. durch Bahncard 100).

Die alte Situation gottgegeben anzusehen, finde ich falsch. Das wäre ja das Motto "Flüge sind schlecht, also Flugpreise soweit erhöhen, dass ich mir die gerade noch leisten kann, aber möglichst viele andere (auf der Welt) nicht mehr".
Das auf die Eisenbahn ausweiten klingt so: "Eisenbahn muss für mich gut funktionieren, die Tickets müssen so teuer sein, dass ich mir die gerade noch leisten kann, aber möglichst viele andere (in Deutschland) bitteschön nicht".

Die Mobiliät außerhalb des Nahbereiches (zu Fuß, Fahrrad) kann nunmal am besten mit dem Zug und ÖPNV am umweltfreundlichsten dargestellt werden.
D.h. genau das muss dem Menschen schmackhaft gemacht und allen ermöglicht werden. Die 2.Klasse im Nahverkehr ist da schon ein so niedriger Standard, dass die wenigsten (außer ein paar Freaks) sich gerne in den Zug setzen, nur um Zug zu fahren.

Wer mit dieser grundlegenden Art der Mobilität nicht zurechtkommt ("zu voll von Geringverdienern"?) sollte die Möglichkeit haben, dem zu entkommen.
Dafür könnte man die 1.Klasse nutzen. Aufpreise kann man kaufen, wenn man das möchte.

Was halt auf keinen Fall funktionieren wird: Den Bürgern die Bahn verbieten (z.B. durch zu hohe Preise) und damit das Mobilitätsbedürfnis auf für die Umwelt schlechtere Arten befriedigen lassen.

"Steuerlich besser absetzen können" kommt übrigens immer nur von Leuten, die besser verdienen als der Durchschnitt, denn die Geringverdiener zahlen gar keine Steuern, die sie absetzen können.
"Den Pendlern" bringt das also nicht viel, gerade wo Geringverdiener größerenteils nicht zu hause arbeiten können.

Dass aber auch die besserverdienenden oft zu geizig sind, ordentlichen Nahverkehr zu bezahlen, sah man in Köln ja an der leeren 1.Klasse. 400 Leute und angeblich waren alle so zufrieden, dass sie kein Upgraden kaufen wollten, aber doch so unzufrieden, dass sie den wenigen 1.Klasse-Fahrern das Bahnfahren madig machen wollten. Naja.

Vielleicht kann man ja noch eine weitere Klasse für Vollzahler einführen. Zwischen 1. Klasse und 2.Klasse. Wäre das in deinem Sinne?

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"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

Die Bahn wird zum kostenfreien Spielzeug gelangweilter Leute

testfahrer, Montag, 18.07.2022, 22:16 (vor 1372 Tagen) @ agw

Es gibt kein Recht auf kostenlose Mobilität. Viele, die mit dem 9-Euro-Ticket unterwegs sind, kommen aus dem Mittelstand. Die könnten durchaus auch höhere Preise zahlen. Bei höheren Preisen sind denen dann aber andere Dinge wichtiger. Dann lieber mit billigen Flugtickets nach Mallorca. So machen wir alles kapput.
Mittlerweile sind wir in allen Bereichen eine leistungslose Gesellschaft geworden.

Ich wäre sehr dankbar, wenn ich mehr Homeoffice machen könnte. Aber in der Digitalisierung hinken wir ja noch weiter hinterher als im Verkehr. Wenn man mit personenbezogenen Daten umgehen muss, dann kennt man die Probleme.

Die Bahn wird zum kostenfreien Spielzeug gelangweilter Leute

gnampf, Dienstag, 19.07.2022, 08:48 (vor 1371 Tagen) @ agw

Ich glaube, das 9-Euro-Ticket zeigt, dass es ein Mobilitätsbedürfnis gab, was nur besserverdienende ausleben konnten (z.B. durch Bahncard 100).

Oder, dass viele vorher halt das vermeintlich billigere Auto genommen haben. Es also nicht drum ging, ob man sich die Fahrt leisten kann, sondern nur darum, dass einem die Bahn zu teuer erschien.

Die alte Situation gottgegeben anzusehen, finde ich falsch. Das wäre ja das Motto "Flüge sind schlecht, also Flugpreise soweit erhöhen, dass ich mir die gerade noch leisten kann, aber möglichst viele andere (auf der Welt) nicht mehr".

Ist prinzipiell ein Steuerungselement, natuerlich. Wer der Umwelt staerker schadet soll dafuer nicht noch belohnt werden, sondern umgekehrt investieren um den Schaden moeglichst wieder auszugleichen. Und wenn dann z.B. das Zusatzgeld fuer den OePNV genutzt wird.

Das auf die Eisenbahn ausweiten klingt so: "Eisenbahn muss für mich gut funktionieren, die Tickets müssen so teuer sein, dass ich mir die gerade noch leisten kann, aber möglichst viele andere (in Deutschland) bitteschön nicht".

Noe, denn da fehlt der Umweltaspekt. Die Leute vom Flieger weg treiben ist gut, die Leute aufs Auto treiben schlecht.

Die Mobiliät außerhalb des Nahbereiches (zu Fuß, Fahrrad) kann nunmal am besten mit dem Zug und ÖPNV am umweltfreundlichsten dargestellt werden.

Ob der NV auf Fernstrecke so viel umweltfreundlich ist als der FV? Gerade wenn fuer den NV dann noch entsprechende Umwege gemacht werden muessen? Da koennte man auch sagen "das beste waere, alle fahren Fahrrad / gehen zu Fuss". Damit kommt man auch durch Europa, wenn man genug Zeit hat. Und ist sicherlich gesuender und umweltfreundlicher als die Bahn zu nehmen.

D.h. genau das muss dem Menschen schmackhaft gemacht und allen ermöglicht werden. Die 2.Klasse im Nahverkehr ist da schon ein so niedriger Standard, dass die wenigsten (außer ein paar Freaks) sich gerne in den Zug setzen, nur um Zug zu fahren.

Dafuer muesste man in den Zug dann wohl eine Lounge einbauen, in der es gratis fuer alle Schampaninger gibt... oder fuer manche vermutlich eher ein Gratis-McDonalds.

Wer mit dieser grundlegenden Art der Mobilität nicht zurechtkommt ("zu voll von Geringverdienern"?) sollte die Möglichkeit haben, dem zu entkommen.
Dafür könnte man die 1.Klasse nutzen. Aufpreise kann man kaufen, wenn man das möchte.

Das klappt nicht, kann ich dir aus Erfahrung berichten. Wieviel meine Mitreisenden verdienen ist mir voellig latte, solange sie sich benehmen koennen. Dann reicht mir mein einzelner Sitzplatz.
Nur: dank nicht stattfindender Kontroller (und wenn doch der Folgenlosigkeit) gibt es halt die verbreitete Meinung, dass wenn die 2. Klasse voll ist, man natuerlich sich in die 1. Klasse ohne passendes Ticket setzen darf. Und damit bin ich dann angesch..., zahle ueber 500 Euro zuviel im Monat ohne einen Vorteil.

Was halt auf keinen Fall funktionieren wird: Den Bürgern die Bahn verbieten (z.B. durch zu hohe Preise) und damit das Mobilitätsbedürfnis auf für die Umwelt schlechtere Arten befriedigen lassen.

Was halt auch nicht funktioniert: das Mobilitaetsbeduerfnis durch zu billige Angebote steigern, ohne die Kapazitaet daran anzupassen. Was dann passiert sieht man ja aktuell vielerorts. Und wir wissen auch alle, wie lange es dauert die Kapazitaet anzupassen. Das wird die jetzige Regierung wohl nichtmals dann hinbekommen, wenn sie sofort anfangen und so lange durchhalten wie Merkel zuvor.

"Steuerlich besser absetzen können" kommt übrigens immer nur von Leuten, die besser verdienen als der Durchschnitt, denn die Geringverdiener zahlen gar keine Steuern, die sie absetzen können.
"Den Pendlern" bringt das also nicht viel, gerade wo Geringverdiener größerenteils nicht zu hause arbeiten können.

Korrekt. Steuerliche Anreize sind Bloedsinn. Prinzipiell faende ich kostenlosen oeffentlichen Verkehr das richtige, egal ob NV oder FV, Bus, Tram, U-Bahn... aber mit Durchsetzung der 1. Klasse-Berechtigung, weil die das System dann naemlich zumindest zum Teil finanzieren duerfen, neben Autofahrer, Flugzeugusern, etc. Und mit angepassten Kapazitaeten. Nachteil: eine Auslastungssteuerung klappt noch weniger als bisher. Hier gehoeren die Arbeitgeber in die Pflicht genommen, damit Arbeitsbeginn/ende entzerrt werden. Voelle Zuege dann doch kostenpflichtig zu machen wuerde dem Sinn wieder entgegenlaufen, weil sich das dann wieder nur betuchte leisten koennen, waehrend die Kassiererin im Netto dann 2h zu frueh zur Arbeit fahren und dort die Zeit abtroedeln muss. Eine "Fahrtberechtigung" waere erstrecht Bloedsinn, bombastischer bueorkratischer Aufwand, und wer sollte das auch beurteilen, nach welchen Kriterien? Waere also hauptsaechlich eine weitere Stelle um Schmiergelder fliessen zu lassen.

Dass aber auch die besserverdienenden oft zu geizig sind, ordentlichen Nahverkehr zu bezahlen, sah man in Köln ja an der leeren 1.Klasse. 400 Leute und angeblich waren alle so zufrieden, dass sie kein Upgraden kaufen wollten, aber doch so unzufrieden, dass sie den wenigen 1.Klasse-Fahrern das Bahnfahren madig machen wollten. Naja.

Aufpreis koennen viele allerdings auch nicht kaufen. Fuer das 9 Euro Ticket z.B. gibts keinen Klassenwechsel. Schuelerkarten auch nicht, Sparpreise nicht, etc.

Vielleicht kann man ja noch eine weitere Klasse für Vollzahler einführen. Zwischen 1. Klasse und 2.Klasse. Wäre das in deinem Sinne?

Waere bei der defacto-Klassenlosigkeit im NV sinnfrei. Was sollte die einem auch bieten, ohne mit der 1. Klasse gleich zu ziehen? Der Vorteil der 1. Klasse im NV ist ja meist lediglich die hoehere Sitzplatzwahrscheinlichkeit. Nichtmals auf 2+1-Bestuhlung kann man vertrauen, geschweige denn auf bessere Sitze, mehr Ruhe, angenehmere Mitreisende,... also wie sollte sich da die 2+ von der 1 unterscheiden?

Die Bahn wird zum kostenfreien Spielzeug gelangweilter Leute

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 21.07.2022, 14:42 (vor 1369 Tagen) @ testfahrer

Ich habe jetzt seit fast 20 Jahren eine BahnCard100 und bin als Pendler damit sehr gut gefahren und habe auch viele Dienstreisen damit gemacht. Man kommt in Deutschland sehr weit damit, ohne im Nahverkehr zuzahlen zu müssen.

Was heißt für dich „sehr weit“? Ich kann mit keiner der beiden von meiner Wohnung fussläufig erreichbaren Straßenbahnen bis zur Endstation fahren, ohne zuzahlen zu müssen.

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Weg mit dem 4744!

Schluss mit den Subventionen! Teure Tickets her!

rheinbahn95, Düsseldorf, Montag, 18.07.2022, 22:36 (vor 1372 Tagen) @ Dampflokgaudi

2016 wurde der Flugverkehr mit 11,6 Mrd. Euro subventioniert - u.a. durch das Weglassen der MwSt auf internationale Flüge und der fehlenden Energiesteuer auf Kerosin. Was ist das Ergebnis? Spaßflüge! Mal eben nach Malle? Klar warum nicht! Ein Espresso in Mailand? Aber gerne!

Was ist nun der Unterschied zum 9€-Ticket? Das Geld bleibt zu 99% in Deutschland. Die Leute haben mehr Geld im Portemonnaie, Ausflüge werden unternommen, Geschäfte besucht und Essen gegangen.

Wie hoch der Verlust ist wird sich erst später zeigen - wieviele Leute greifen weiterhin zu? Gab es vorher eine Person, die sich ein 80€ Ticket gekauft hat und jetzt zwei Personen, die beim 30€ Ticket zugreifen sind es nicht 100€ Verlust sondern nur 20. Einfache Wirtschaftstheorien.
Hinzu kommt, dass viele Fahrten die jetzt stattfinden so dann nicht mehr stattfinden werden - irgendwann ist der zehnte Ausflug nach Hamburg dann doch nicht mehr den Zeitaufwand wert.

Viele schreien hier: Wegen der günstigen Tickets wird am Nahverkehr gespart werden. In welchem Traum lebt ihr denn? Wo waren die Investitionen, als die Tickets teuer waren?

Jobverluste? Die immer kleiner und älter werdende Bevölkerung braucht wegfallende Jobs. Was bringt mir ein Ticketverkäufer, wenn es keine Fahrdienstleiter oder Lokführer mehr gibt? Die größten Posten die wegfallen würden und darüber wäre ich froh, sind die Vorstände der Verkehrsverbünde, denn die braucht nun wahrscheinlich keiner mehr und bei 6-stelligen Jahresgehältern kommt da ja auch gut Geld für Investitionen zurück.

Apropos Verkehrsverbünde: Besitze ich ein Ticket2000 kann ich das ganze Wochenende durch den VRR fahren - 1000 Kilometer sind da locker drin. Will ich aber nur 2 Kilometer hinter Langenfeld eine Fahrt antreten muss ich zahlen und ein Studium „Grundlagen VRS-Ticketkunde“ abschließen. Das nervt, das ist unnötig und ein Konstrukt von früher.

Zum Thema FV: Wie einige Vorredner bereits geschrieben haben - die meisten Fernpendler machen dies, um mehr zu verdienen. Mich eingeschlossen. Ich kalkuliere also die Kosten ein und Wege ab. Will ich günstig fahren ginge es das auch - wäre halt nur deutlich länger, aber vom Sparen durch das 9€-Ticket werde ich nicht abgehängt. Will ich mehr Komfort (und gewonnene Zeit ist Komfort), dann muss ich halt in teuren Apfel beißen und ein teures Ticket nutzen oder eben eine weniger gut bezahlte Stelle in meiner Nähe annehmen.

Schluss mit den Subventionen! Teure Tickets her!

tommie, Montag, 18.07.2022, 22:46 (vor 1372 Tagen) @ rheinbahn95

Hinzu kommt, dass viele Fahrten die jetzt stattfinden so dann nicht mehr stattfinden werden - irgendwann ist der zehnte Ausflug nach Hamburg dann doch nicht mehr den Zeitaufwand wert.

Eben - haben die Diskutanten eigentlich auch aufgeschrieben, als das NRW-Ticket an den dortigen Hochschulen eingeführt wurde, oder wie ich sie nannte: die Bahncard des kleinen Mannes? Nicht wenige haben sich pro forma in ein Studium eingeschrieben, um quer durchs (Bundes-)Land fahren zu können, zu einem Bruchteil des sonst abgerufenen Preises.

Hat das auch den Untergang des ÖPNV eingeleitet? Hätte man die Studis wirklich besser schröpfen sollen?

Schluss mit den Subventionen! Teure Tickets her!

Barzahlung, Montag, 18.07.2022, 22:53 (vor 1372 Tagen) @ tommie

Eben - haben die Diskutanten eigentlich auch aufgeschrieben, als das NRW-Ticket an den dortigen Hochschulen eingeführt wurde, oder wie ich sie nannte: die Bahncard des kleinen Mannes?

Die ist schon das IC/EC-Semesterticket Hessen Plus.

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