Verbindung Mannheim/Heidelberg - Würzburg. (Allgemeines Forum)

MC_Hans, 8001376, Freitag, 17.06.2022, 12:41 (vor 13 Tagen) @ viajerus98

Die Strecke zwischen Mosbach(Baden) und Osterburken stellt einen Randbereich der S-Bahn Rhein-Neckar dar. Hier gibt es heute einen Stundentakt, da die S2, die im Neckartal zusammen mit der S1 einen Halbstundentakt herstellt, nur bis Mosbach fährt. Ab Mosbach ist die zweigleisige Strecke weitgehend verwaist, da fährt nur die stündliche S1.

Einen durchgehenden RE von Osterburken bis Heidelberg gibt es derzeit, und zwar als Einzelzug 38112, Osterburken ab 5:57 Uhr. Dieser bedient bis Neckarelz alle Stationen und fährt ab da in der Trasse des RE10a nach Heidelberg Hbf. Um die Trasse zu erreichen fährt er nur um 23 Minuten versetzt zur vorherigen S-Bahn anstatt 30 Minuten. So benötigt er von Osterburken bis Mosbach-Neckarelz genau wie die S-Bahn 33 Minuten. Wenn der RE nur in Seckach und Mosbach hielte, könnte er vielleicht 7-8 Minuten sparen. Das ergibt aber keinen Sinn, da er dann bis Mosbach weitgehend ohne Fahrgäste fahren würde und es trassentechnisch sowieso keine Restriktionen gibt. Insgesamt sind der Neckar-Odenwald-Kreis und das Bauland ziemlich ländlich geprägt und eher schwach besiedelt. Ohne Auto geht da fast nichts und das merkt man dann auch an der Auslastung der Züge.

Ein RE-Linie, die zwischen Heidelberg und Neckarelz als RE verkehrt und ab dort bis Osterburken alle Halte bedient ("RE10c"), würde somit theoretisch ca. 75 Minuten benötigen. Der genannte Zug 38112 benötigt 79 Minuten und die S-Bahn 86 Minuten. Abends benötigt die Verbindung 19283 auf 38133 77 Minuten. Viel Zeit ist damit also nicht zu gewinnen. Dagegen ein Zug, der zwischen Mosbach und Osterburken nur in Seckach hielte ("RE10d"), würde von Heidelberg bis Osterburken nur theoretische 40 + 25 = 65 Minuten benötigen.

In Seckach besteht derzeit aus Richtung Mosbach ein Anschluss von der S1 auf die RB84. Zudem
ist die S1 in Osterburken zur Symmetrieminute xx:29 an den RE8 Stuttgart-Würzburg gekoppelt. Es handelt sich um eine wichtige Umsteigeverbindung für viele Pendler. S1 und RE8 liegen recht fix im Fahrplan. Ein RE10d würde vorerst also nicht an die Anschlüsse in Osterburken gekoppelt werden können. Damit muss die gewonnene Zeit in Osterburken am Bahnsteig abgebummelt werden. Da der Umstieg in Osterburken von S1 auf RE8 allerdings nicht gerade stabil ist - die RE fahren auch mal ohne die Umsteiger aus der S-Bahn - wäre eine frühere Ankunft in Osterburken auch vorteilhaft. Als der RE8 noch im Zweistundentakt fuhr, gab es bei Anschlussverlust in Osterburken durchaus mal knapp 2 h Wartezeit dazu.

Profitieren von schnellen REs würden also primär Reisende zwischen Osterburken und Heidelberg/Mannheim. Auch Mosbach profitiert von schnelleren (Direkt-)Verbindungen. Die Gesamtreisezeit von Heidelberg über Osterburken nach Würzburg würde durch einen schnellen RE bis Osterburken in absehbarer Zeit aber nicht abnehmen, die Umsteigeverbindung höchstens stabilisiert.

Trassentechnisch wäre eine Angebotsverdichtung zwischen Mosbach und Osterburken überhaupt kein Problem.

Ob zusätzliche RE sich durch eine gute Auslastung bewähren können, muss sich erst zeigen.

Da zwischen Mosbach und Mosbach-Neckarelz noch die S2 und die S41 fahren, wäre es zur Steigerung der Betriebsqualität günstig, im Bahnhofsbereich von Neckarelz die kurze Eingleisigkeit zu beheben (Einmündung von Strecke 4120 in 4111). Wie da der Stand ist, weiß ich allerdings nicht.

Viele Grüße


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