NL: Delft Campus & meine Jungfernfahrt im SNG-Triebwagen. (Reiseberichte)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 13.05.2022, 10:03 (vor 10 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

gestern durfte ich dann endlich meine erste Fahrt im SNG-Triebwagen erleben. Das Kürzel steht für "Sprinter Neue Generation"; die Bezeichnung "Sprinter" wurde 1972 eingeführt nach dem deutschen S-Bahn-Vorbild. Inzwischen ist der "Sprinter" auch eine Zuggattung; diese hat den "stoptrein" (Regionalbahn) abgelöst.

SNG ist die dritte von drei Baureihen, die die guten alten Nahverkehrstriebwagen aus 1964-1976 ablösten. In chronologischer Reihenfolge:

A. SLT (in etwa: "ET425NL"; 24nn = vierteilig, 26nn = sechsteilig).
B. FLIRT3 (in etwa "ET429NL";20nn = zweiteilig, 22nn = dreiteilig, 25nn = vierteilig).
C. SNG (23nn und 30nn = dreiteilig, 27nn = vierteilig).

Die Länge eines N-teiligen Zuges ist in etwa 25 + 15*(N-1) Meter. Somit sollte ein dreiteiliger Zug etwa die Kapazität einer guten alten Schienenbanane (Plan V, 52 m) halten.

Einsatzstrecke war Dordrecht-Rotterdam-Den Haag. Hier gibt es bis Rotterdam einen 10-Minutentakt mit allen Halten. Nach Den Haag ist der 10-Minutentakt zur Zeit nicht möglich, weil hier Streckenkapazität fehlt. In der Zeit wenn auch der IC Eindhoven-Den Haag fährt, verkehrt der "Sprinter" nicht. Das Ergebnis ist ein 10-20-Takt.
Zusätzlich verkehren hier noch "IC"s via Den Haag HS. Wegen Personalmangel aktuell in 15-Minutentakt; das soll aber wieder 10-Minutentakt werden.

Meine Fahrt war Rotterdam-Delft Campus v.v. Delft Campus hiess zuvor noch Delft Zuid. Inzwischen ist der Bahnhof umfangreich verbaut; es gibt eine halboffene Überdachung mit Solarzellen und die zwei Aussenbahnsteige sind jetzt zwei Inselbahnsteige geworden, wobei das innere Gleis befahren wird. In Vergleich zum alten Bahnhof liegt der neue etwas nördlicher.
Das bedeutet auch dass man vom Bahnsteig nicht mehr via Treppe auf die quer auf der Strecke verlaufende N470 kommt. An der Brücke wurden früher recht oft Fahrräder verkettet für die Weiterreise mit der Bahn. Stattdessen gibt es jetzt einen Fahrradtunnel unter die Gleise durch. Die alte Fahrradstrecke parallel an der N470 ("Kruithuispad") gibt es nach wie vor, allerdings dann als "Transitstrecke".
Zum Unicampus muss man jetzt den Schieweg niveaugleich queren via eine Ampelkreuzung.

Die Hinfahrt wurde von einem Zugausfall (8:25) geprägt, also musste die Fahrt von 8:35 drei Leistungen übernehmen. Das war dann zuviel des Guten für die beiden Vierteiler; es mussten in Schiedam Leute auf dem Bahnsteig zurückbleiben.
Auf der Rückfahrt hatte ich dann mehr Platz und konnte ich das Sitzkomfort ausprobieren. Dass die Neulinge enger bestuhlt sind als die guten alten Schienenbananen war mir bekannt; in Deutschland sind die aktuellen Triebwagen ja auch enger bestuhlt als die guten, alten n-Wagen.
In den Oldies gab es auf 52 m Zuglänge 24 A- und 96 B-Sitze und 4 Türbereiche; beim Dreiteiler sind die Zahlen 19, 125 und 6.
In Vergleich zu den anderen beiden Baureihen musste ich mich an die Sitzform gewöhnen. Sitzabstand war mehr oder weniger in Ordnung. Und wer mit Rollstuhl unterwegs ist, muss bedenken, dass die Trittstufe in Gegensatz zu der des ET425NL nicht ganz bis zum Bahnsteig reicht. Einigermassen nervig fand ich die hohen Töne beim Bremsvorgang; als ob eine Mücke im Zug schwarzfuhr.

Das Beschleunigungsverfahren dieser spanischen "Mosquitos" war nicht wirklich beeindruckend. Da habe ich bessere Beispiele in Deutschland erlebt. Gut, mit 1500 V= kann man mit einer Vollbahn auch nicht ordentlich Gas geben. Das geht mit 15kV~ schon besser.

Es gibt also noch einiges zu verbessern, sowohl am Triebwagen als am Einsatz.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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