Stuttgart 21 weiterhin zerfahren... (Allgemeines Forum)
bendo, Dienstag, 04.05.2021, 16:02 (vor 1807 Tagen)
Hallo zusammen,
auch im fortgeschrittenen Bauzustand kann ich für noch verbleibende Entscheidungen die Situation leider nur als „zerfahren“ bewerten!
Beispielhaft und plakativ zeige ich einen Screenshot aktueller Meldungen aus der Stuttgarter Zeitung (die Titel genügen i.w.; alle Artikel befinden sich zudem hinter einer Paywall).
![[image]](https://abload.de/image.php?img=s21x8kk6.jpg)
Meine Meinung: Ein Zusatz-/Ergänzungsbahnhof zum 8-gleisigen Durchgangsbahnhof (90° zum Durchgangsbahnhof, bzw. in Orientierung zum heutigen Kopfbahnhof) würde die Kapazitäten und Robustheit der zukünftigen Eisenbahninfrastruktur zweifellos optimieren. Der Bau dieses Ergänzungsbahnhofs wäre dabei wesentlich einfacher/günstiger, solange die bisherigen Gleisflächen noch nicht anderer Nutzung übergeben worden sind!
Die aktuelle Koalition der Landesregierung spricht sich sogar für diesen Ergänzungsbahnhof aus (Artikel rechts, unten). Als Argument wird dabei der Klimaschutz vorgebracht. Dieses Argument mag zwar im weitesten Sinne seine Gültigkeit haben, jedoch würde ich konkreter an die Leistungsfähigkeit, Zukunftsfähigkeit und an einen notwendigen Zeitpunkt für einen Bau (eben dann, wenn die Flächen noch nicht komplett verbaut sind!) appellieren!
Der aktuelle Oberbürgermeister spricht sich leider komplett gegen einen Zusatzbahnhof aus. Er argumentiert mit dem vorrangigen Wohnungsbau. Bei diesem Argument interpretiere ich, dass der OB getriebener einflussreicher Kräfte ist, die sich seinerzeit für den Bau von S21 aussprachen. Meine Meinung: Der Wohnungsbau könnte trotz Zusatzbahnhof in nahezu vergleichbarem Umfang realisiert werden. Sind die Flächen allerdings einmal bebaut, wird der Ausbau der Eisenbahn an dieser Stelle wesentlich erschwert!
Mein Wunsch wäre, dass die Entscheidungsträger jetzt – und „jetzt“ ist dabei genau der späteste Zeitpunkt – wichtige bauliche Voraussetzungen schaffen um noch möglichst günstig zukunftsorientierte Eisenbahnpotentiale zu heben. Neben dem Zusatzbahnhof gehören m.E. ebenfalls dazu: Die Umsetzung von „P-Option“ und „T-Spange“, sowie Anknüpfungsstellen eines möglichen „Fernbahntunnels“ zwischen Tunnel Feuerbach und der SFS Mannheim-Stuttgart.
Gruß, bendo
Stuttgart 21 weiterhin zerfahren...
Aphex Twin, Dienstag, 04.05.2021, 16:57 (vor 1807 Tagen) @ bendo
Die aktuelle Koalition der Landesregierung spricht sich sogar für diesen Ergänzungsbahnhof aus (Artikel rechts, unten). Als Argument wird dabei der Klimaschutz vorgebracht. Dieses Argument mag zwar im weitesten Sinne seine Gültigkeit haben, jedoch würde ich konkreter an die Leistungsfähigkeit, Zukunftsfähigkeit und an einen notwendigen Zeitpunkt für einen Bau (eben dann, wenn die Flächen noch nicht komplett verbaut sind!) appellieren!
Klimaschutz ist Code für mehr die Fähigkeit deutlich mehr Verkehr abwickeln zu können (und dies auch in einer attraktiven Weise, zuverlässig mit guten Umsteigeverbindungen, erbringen zu können).
korrigierter Bildlink
sflori, Dienstag, 04.05.2021, 17:25 (vor 1807 Tagen) @ bendo
bearbeitet von sflori, Dienstag, 04.05.2021, 17:26
korrigierter Bildlink
bendo, Dienstag, 04.05.2021, 19:51 (vor 1807 Tagen) @ sflori
Danke. KA, was ich bei der Eingabe des Links falsch gemacht habe...
OT: korrigierter Bildlink
218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Mittwoch, 05.05.2021, 04:25 (vor 1807 Tagen) @ bendo
Danke. KA, was ich bei der Eingabe des Links falsch gemacht habe...
Du wolltest die ganze Seite mit dem Bild einbetten.
Um das Blid alleine hier direkt einzubetten, einmal Rechtsklick bei abload auf das Bild -> Bild in neuem Tab öffnen -> die URL des puren Bildes kopieren und hier im Bild-button einfügen:
![[image]](https://abload.de/img/s21x8kk6.jpg)
--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
![[image]](https://i.ibb.co/3FX2shg/signature-met.png)
Strategische Reserve künftiger Verkehrsspitzen
Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Dienstag, 04.05.2021, 20:42 (vor 1807 Tagen) @ bendo
bearbeitet von Alibizugpaar, Dienstag, 04.05.2021, 20:44
Der aktuelle Oberbürgermeister spricht sich leider komplett gegen einen Zusatzbahnhof aus. Er argumentiert mit dem vorrangigen Wohnungsbau.
Suttgart -wie überhaupt der Süden Deutschlands- ist nicht so mein Interessensgebiet, weshalb ich S21 nur ganz fern am Rande verfolge. Als es seinerzeit zum großen Schlichtungsstreit mit Heiner Geißler kam dachte ich angesichts der Skepsis um Zukukunftsszenarien mit deutlich mehr Zugverkehren, ob man wohl auch mal eine Alternative beleuchtet hat, in der Stuttgart Hbf oben vier Kopfgleise für Regionalverkehrsspitzen behält, daß man diese Anlage überdeckelt und oben drauf die benötigten Wohnblöcke setzt.
Ein 'Deckel drauf'-Szenario, das mir auch für Altona nicht aus dem Kopf ging. Denn ich hatte zwischenzeitlich ein paar Bedenken, wenn man alle Regios aus Richtung Westerland/Flensburg/Kiel zum Hbf verpressen will. Altona ist und bleibt ein nicht zu unterschätzender Verteilerknoten zur S-Bahn wie zum Stadtbus. Was Diebsteich so nie bieten kann.
--
Gruß, Olaf
"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797
Kombilösung
bendo, Mittwoch, 05.05.2021, 21:08 (vor 1806 Tagen) @ Alibizugpaar
...Als es seinerzeit zum großen Schlichtungsstreit mit Heiner Geißler kam dachte ich angesichts der Skepsis um Zukukunftsszenarien mit deutlich mehr Zugverkehren, ob man wohl auch mal eine Alternative beleuchtet hat, in der Stuttgart Hbf oben vier Kopfgleise für Regionalverkehrsspitzen behält, daß man diese Anlage überdeckelt und oben drauf die benötigten Wohnblöcke setzt.
Hallo,
genau diese Idee (in Art und Gleisanzahl) wird wohl erst seit 2019 diskutiert: sechster Punkt
Allerdings war so eine Kombilösung bereits 2011 auf dem Tisch. In den vielen Diskussionen wurden sicher nicht nur streng Durchgangs- und Kopfbahnhof diskutiert.
Meine Vermutung: S21 war zum kritischen Zeitpunkt (2010/11) bereits auf Kante genäht (finanziell und bez. von Mehrheitsverhältnissen). Man konnte sich keine weiteren Chromleisten leisten, wenn das Projekt noch umgesetzt werden sollte.
Gruß, bendo
Kombilösung war nie Thema, nie sinnvoll.
Henrik, Mittwoch, 05.05.2021, 22:06 (vor 1806 Tagen) @ bendo
...Als es seinerzeit zum großen Schlichtungsstreit mit Heiner Geißler kam dachte ich angesichts der Skepsis um Zukukunftsszenarien mit deutlich mehr Zugverkehren, ob man wohl auch mal eine Alternative beleuchtet hat, in der Stuttgart Hbf oben vier Kopfgleise für Regionalverkehrsspitzen behält, daß man diese Anlage überdeckelt und oben drauf die benötigten Wohnblöcke setzt.
genau diese Idee (in Art und Gleisanzahl) wird wohl erst seit 2019 diskutiert: sechster Punkt
Allerdings war so eine Kombilösung bereits 2011 auf dem Tisch. In den vielen Diskussionen wurden sicher nicht nur streng Durchgangs- und Kopfbahnhof diskutiert.
wurde sicher.. oder auch nicht.
aber so ganz genau weißt Du auch nicht.. oder doch.. sicher nicht.
..oder willst es einfach nicht genau wissen. auch ok.
es steht jedem frei.
Meine Vermutung: S21 war zum kritischen Zeitpunkt (2010/11) bereits auf Kante genäht (finanziell und bez. von Mehrheitsverhältnissen). Man konnte sich keine weiteren Chromleisten leisten, wenn das Projekt noch umgesetzt werden sollte.
Laut neuem Koalitionsvertrag konnte man sich wohl sicher (nicht vermutet sicher, sondern faktisch sicher) so einige weitere Chromleisten leisten und das Projekt konnte faktisch ganz offensichtlich weiterhin umgesetzt werden.
Wenn das Projekt Deiner Vermutung nach zu einem Zeitpunkt (2010/11) bereits auf Kante genäht gewesen sei,
so ist das Projekt in der Folge.. in den nunmehr vergangenen über 10 Jahren stets auf der gleichen sicheren Seite dieser Kante geblieben.. und das wo es hinsichtlich finanziell und bez. von Mehrheitsverhältnissen mit der Zeit eher schlechter denn besser aussah.
..Respekt vor so einem Projekt! Hut ab!
oder mit Deiner Vermutung stimmt da einfach so einiges nicht.
Kombilösung war nie Thema, nie sinnvoll.
Aphex Twin, Donnerstag, 06.05.2021, 10:47 (vor 1805 Tagen) @ Henrik
Meine Vermutung: S21 war zum kritischen Zeitpunkt (2010/11) bereits auf Kante genäht (finanziell und bez. von Mehrheitsverhältnissen). Man konnte sich keine weiteren Chromleisten leisten, wenn das Projekt noch umgesetzt werden sollte.
Laut neuem Koalitionsvertrag konnte man sich wohl sicher (nicht vermutet sicher, sondern faktisch sicher) so einige weitere Chromleisten leisten und das Projekt konnte faktisch ganz offensichtlich weiterhin umgesetzt werden.Wenn das Projekt Deiner Vermutung nach zu einem Zeitpunkt (2010/11) bereits auf Kante genäht gewesen sei,
so ist das Projekt in der Folge.. in den nunmehr vergangenen über 10 Jahren stets auf der gleichen sicheren Seite dieser Kante geblieben.. und das wo es hinsichtlich finanziell und bez. von Mehrheitsverhältnissen mit der Zeit eher schlechter denn besser aussah.
Ich habe keine Idee wen du damit glaubst von irgendetwas überzeugen zu können. Je weiter der Baufortschritt von S21 war umso sicherer wurde die Zukunft des Projekts weil einfach gesagt die Kosten jeder Alternative im wesentlichen um die schon für S21 ausgegebenen Mittel anstiegen (ditto für das Fertigstellungsdatum jeder Alternative). Solange die Kostensteigerungen ungefähr parallel zu den schon ausgegebenen (und vertraglich zugesicherten) Mitteln anstiegen, blieben die Fertigstellungskosten immer gerade noch unter den relativ unveränderten Nutzen des Projekts (finanziell bezieht sich dies vor allem auf die DB).
Nie sinnvoll?
bendo, Donnerstag, 06.05.2021, 12:38 (vor 1805 Tagen) @ Henrik
...Als es seinerzeit zum großen Schlichtungsstreit mit Heiner Geißler kam dachte ich angesichts der Skepsis um Zukukunftsszenarien mit deutlich mehr Zugverkehren, ob man wohl auch mal eine Alternative beleuchtet hat, in der Stuttgart Hbf oben vier Kopfgleise für Regionalverkehrsspitzen behält, daß man diese Anlage überdeckelt und oben drauf die benötigten Wohnblöcke setzt.
genau diese Idee (in Art und Gleisanzahl) wird wohl erst seit 2019 diskutiert: sechster Punkt
Allerdings war so eine Kombilösung bereits 2011 auf dem Tisch. In den vielen Diskussionen wurden sicher nicht nur streng Durchgangs- und Kopfbahnhof diskutiert.
wurde sicher.. oder auch nicht.aber so ganz genau weißt Du auch nicht.. oder doch.. sicher nicht.
..oder willst es einfach nicht genau wissen. auch ok.
es steht jedem frei.
Danke lieber Hendrik, dafür dass Du mich darauf aufmerksam machst, dass in meiner Formulierung eine sprachliche Ungänze enthalten ist, die offenbar zu Missverständnissen führen kann. Deshalb erläutere ich Dir meinen Gedanken noch einmal ausführlich: Das Wort "sicher" habe ich oben umgangsprachlich im Sinne von "sicherlich" und damit in der Tat als "nicht mit letzter Gewissheit wissend" verwendet. Hintergrund ist, dass meine zitierten Quellen keine letzte Gewissheit darüber geben, ob ein Erhalt von vier Gleisen des bisherigen Hbf für Regionalverkehr während oder vor der Schlichtung diskutiert wurde. Allerdings spricht u.a. folgendes Argument dafür, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Kombilösung zu diesem Zeitpunkt nicht ebenfalls bedacht wurde:
Während der Schlichtung wurde in vielen Terminen mit vielen Beteiligten umfangreich über S21 und die (damalige) Alternative K21 diskutiert. Es ist unwahrscheinlich, dass Zwischenlösungen völlig außer acht gelassen wurden.
Meine Vermutung: S21 war zum kritischen Zeitpunkt (2010/11) bereits auf Kante genäht (finanziell und bez. von Mehrheitsverhältnissen). Man konnte sich keine weiteren Chromleisten leisten, wenn das Projekt noch umgesetzt werden sollte.
Laut neuem Koalitionsvertrag konnte man sich wohl sicher (nicht vermutet sicher, sondern faktisch sicher) so einige weitere Chromleisten leisten und das Projekt konnte faktisch ganz offensichtlich weiterhin umgesetzt werden.
Du hast mit der Spitzfindigkeit begonnen, dann mache ich mal weiter:
- dein Link zeigt keinen Koalitionsvertrag, sondern einen Entwurf, der am 8.Mai diskutiert wird (s.S.2)
- als "Chromleisten" werden in diesem Entwurf genannt: Wendlinger Kurve, Digitalisierung (ETSC) und Panoramabahn (s. Kap. 10, "Eisenbahnknoten Stuttgart zukunftsfähig machen", S. 124). Diese wurden erst in jüngerer Zeit finalisiert.
Randbemerkung: Der Entwurf zum Koalitionsvertrag "wünscht" sich zwar so einige Verbesserungen, wenn es ums Geld geht hält man sich aber gerne raus: "Wir setzen auf eine...Finanzierung durch den Bund im Rahmen des BVWP. Zu einer ... Anpassung des Finanzierungsvertrags ... sind wir bereit, sofern eine ... Finanzierungsabsicherung ohne Zusatzkosten für das Land gesichert ... ist".
Und ja: Das Projekt konnte faktisch weiterhin umgesetzt werden. Ich behaupte (ja, Behauptung, weil ich nicht so tief drin stecke, um es genau wissen zu können) weiterhin: Die Entscheidung zur Umsetzung hing damals (2010/11) am seidenen Faden. Auch wenn sich später Bahnchefs oder Verkehrsminister rückblickend gegen das Projekt in der nun gebauten Form aussprachen, und einige Gegnergruppierungen lange weiterhin an K21 festhielten, war das Projekt irgendwann einfach zu weit gedien um es nochmal zu stoppen. Woran mache ich das fest: Auch hier fehlen mir die Fakten: Einfach mein Bauchgefühl: 2010/2011 war das Projekt umkämpft. Seitdem relevante Tunnelanteile fertig gestellt waren hatte ich nciht die geringste Sorge mehr, dass alles noch gekippt werden könnte.
Wenn das Projekt Deiner Vermutung nach zu einem Zeitpunkt (2010/11) bereits auf Kante genäht gewesen sei,
so ist das Projekt in der Folge.. in den nunmehr vergangenen über 10 Jahren stets auf der gleichen sicheren Seite dieser Kante geblieben.. und das wo es hinsichtlich finanziell und bez. von Mehrheitsverhältnissen mit der Zeit eher schlechter denn besser aussah.
s.o.; D.W.: Finanziell und bez. Mehrheitsverhältnissen mag es nachfolgend schlechter da gestanden haben. Allerdings waren viele Fakten geschaffen, die einen Stopp/eine Umkehr unwahrscheinlicher machten als zum Zeitpunkt der Schlichtung.
..Respekt vor so einem Projekt! Hut ab!
oder mit Deiner Vermutung stimmt da einfach so einiges nicht.
KA, ob Dein Respekt ironisch gemient ist oder nicht. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Auch ich stehe hinter dem Projekt in seiner Grundidee (Durchgangsbahnhof, verkürzte Zulaufstrecken, Unmittelbare SFS-Anbindung). Das heißt nicht, dass auch ich mich für weitere Optimierungen/Veränderungen im Detail von S21 ausspreche.
Zur "Vermutung": s.o.
Gruß, bendo
über Kombilösung und so.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 07.05.2021, 12:12 (vor 1804 Tagen) @ bendo
Alibizugpaar:
...in der Stuttgart Hbf oben vier Kopfgleise für Regionalverkehrsspitzen behält, daß man diese Anlage überdeckelt und oben drauf die benötigten Wohnblöcke setzt.
Ich glaube, vier Regio-Kopfgleise sei für Stuttgart ein bisschen wenig... auch wenn ich die S-Bahn nicht mitrechne.
bendo:
genau diese Idee (in Art und Gleisanzahl) wird wohl erst seit 2019 diskutiert: sechster Punkt
Allerdings war so eine Kombilösung bereits 2011 auf dem Tisch. In den vielen Diskussionen wurden sicher nicht nur streng Durchgangs- und Kopfbahnhof diskutiert.
Ich habe immer in Erinnerung, die Kombilösung war nur eine ernsthafte Alternative bei uns ICE-Fans...;)
Also: Kopfbahnhof 16 -> 8 Gleise, unterirdischer Fernbahnhof für die IC(E)s von Mannheim/Karlsruhe Richtung Ulm-Augsburg-München v.v. Züge die in Stuttgart enden, halten im Kopfbahnhof. So wie es vorgesehen war in Firenze Santa Maria Novella.
Option: Überdachung der 8 Gleise.
Leider hat man dann zwei Elende: einerseits die unterirdische jahredauernde Baustelle und andererseits nach wie vor eine zerschnittene Stadt (die Überdachung wird wohl nicht bis Stadtrand sein).
Bei uns in Den Haag ist Kopfbahnhof Centraal überdacht; auf Ebene 1 befinden sich die Trambahn und der Bushof. Dennoch ist die Stadt zerschnitten und sind manchmal Umwege nötig, die nicht sein sollten.
Wegen der beiden Elende wurde hier in Eindhoven die Tieflage der (durchaus nervigen) Hochgleise abgelehnt (NL, Premium). Der Bahndamm hat zur Zeit mindestens 4 Gleise, der Bahnhof hat 6 und mit Rangierbahnhof dazu werden es doppelt so viele Gleise.
Zudem werden Tunnel irgendwie (keine Ahnung warum) immer zu günstig geplant. Bei uns hat die Tunnellage von Delft auch mehr als das doppelte gekostet vom ursprünglich geplanten Betrag.
Best (Wiki (NL)) ist eine positive Ausnahme. Da hat die Tieflage gut funktioniert. Vorher waren die Bahnübergänge 35-40 Minuten pro Stunde geschlossen (passiert nunmal bei 360 Zügen pro Tag). Von Ebene 0 gingen die Gleise nach Ebene -1. Der Tunnel begann am Ortsrand und endete am anderen Ortsrand.
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
über Kombilösung: ICE-Treff vs. Wikipedia
Re 8/12, Winterthur, Freitag, 07.05.2021, 14:50 (vor 1804 Tagen) @ Oscar (NL)
Es scheint hier die Ansicht vorzuherrschen, eine Kombilösung sei bisher nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden. Gemäss der von mir oben verlinkten Wikipedia-Stelle wäre eine solche aber explizit das Ergebnis der Schlichtung gewesen.
Was stimmt nun?
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über Kombilösung: ICE-Treff vs. Wikipedia
frank_le, Montag, 26.07.2021, 16:19 (vor 1724 Tagen) @ Re 8/12
Es scheint hier die Ansicht vorzuherrschen, eine Kombilösung sei bisher nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden. Gemäss der von mir oben verlinkten Wikipedia-Stelle wäre eine solche aber explizit das Ergebnis der Schlichtung gewesen.
Was stimmt nun?
Heiner Geisler hat am Letzten Tag der Schlichtung zu aller Überraschung die Variante S21 + Kopfbahnhof aus dem Hut gezaubert. Darauf ist aber keiner mehr eingegangen.
Aber das offizielle Ergebnis war S21.
über Kombilösung: ICE-Treff vs. Wikipedia
Re 8/12, Winterthur, Montag, 26.07.2021, 17:05 (vor 1724 Tagen) @ frank_le
Sorry aber das macht jetzt schlicht keinen Sinn. Dann würden ja 'offizielles' Schlichtungsergebnis und die schlussendlichen Aussagen des Schlichters miteinander im Widerspruch stehen.
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Kombilösung: kein Ergebnis, keine Folge der Schlichtung
Henrik, Montag, 26.07.2021, 20:39 (vor 1724 Tagen) @ Re 8/12
Sorry aber das macht jetzt schlicht keinen Sinn. Dann würden ja 'offizielles' Schlichtungsergebnis und die schlussendlichen Aussagen des Schlichters miteinander im Widerspruch stehen.
ja ach.
Natürlich hat es schlicht keinen Sinn gemacht,
daher ja auch zu aller Überraschung.
Selbst die schärfsten fundamentalsten Gegner des Projekts bezeichneten es gar als "unrealistisch".
Die Kombilösung war vorher nie Thema und anschließend auch nie bei den Projektpartnern.
Der Schlichterspruch ist rechtlich nicht bindend - ist gar so zu lesen auf der Seite, die Du verlinkt hattest.
Kombilösung: kein Ergebnis, keine Folge der Schlichtung
Re 8/12, Winterthur, Dienstag, 27.07.2021, 07:00 (vor 1724 Tagen) @ Henrik
Wenn das Ergebnis der Schlichtung rechtlich nicht bindend war, kommt dem 'offiziellen Ergebnis' auch keine grössere Bedeutung zu als der erwähnten Schlussbemerkung des Schlichters. Und die machte eben sehr wohl Sinn, weil Geissler erkannt hatte, dass der achtgleisige Tiefbahnhof allein nicht genug Kapazität bietet.
--
Die Farce geht weiter...
bendo, Montag, 26.07.2021, 14:19 (vor 1724 Tagen) @ bendo
Hallo,
nachdem Landesregierung und OB sich gegen Ergänzungshalte ausgesprochen haben, wenden sich nun S21-Gegner gegen weiteren Bahnausbau:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.brief-an-winfried-kretschmann-s-21-gegner-wei...
Das aktuell gültige Allzweckargument "Klimaschutz" wird dieses mal verwendet, um gegen weitere Tunnelbauten zu wettern. Es wird vorgerechnet, dass dabei so viel CO2 frei werden würde, als wenn alle in S zugelassenen PkW 11.000km fahren würden.
Meine Anmerkung: Das passt evtl. ganz gut mit der durchschnittlichen Jahresfahrleistung dieser PkW zusammen.
Folgeanmerkung: Haben die Gegner auch mal daran gedacht, dass so ein Tunnel länger als 1 Jahr bedient werden soll?
"Die geplante Bebauung des alten Gleisfeldes" wird als „Betonorgie und Klimasünde“ verurteilt, wobei im Folgesatz von "Tunnelbauten" gesprochen wird. Deshalb ist vermutlich weniger von der Wohnbebauung, sondern von Tunnelbauten im Zuge eines Ergänzungshalts die Rede. Die Gegner, die entsprechend des letzten Absatzes immer noch am Kopfbahnhof festhalten, wenden sich damit offenbar auch gegen einen Ergänzungshalt. Mit dem Ergänzungshalt würden die Mängel von S21 ("Viel teurer, viel später, viel schlechter") "überdeckt" werden.
Aus meiner Sicht wenden sich aktuell Politik, Bahn und gegnerische Interessengemeinschaften gegen Ideen, die eine zukunftsfähige Bahn benötigt oder zumindest besser machen. Diese Ideen müssten allerdings jetzt angepackt werden. In einigen Jahren ist es zu spät (Bebauung heutiges Gleisvorfeld). So richtig knackige Argumente gegen diese Ideen konnte ich bisher nicht vernehmen. "Klimaschutz" ist an der Stelle kein knackiges Argument!
Gruß, bendo
Die Farce geht weiter...
Re 8/12, Winterthur, Montag, 26.07.2021, 16:47 (vor 1724 Tagen) @ bendo
Kannst du für distanziertere Beobachter kurz zusammenfassen, was es mit den besagten Ideen bzw. den zur Debatte stehenden 'Ergänzungshalten' auf sich hat?
--
Ergänzungsprojekte
bendo, Dienstag, 27.07.2021, 16:08 (vor 1723 Tagen) @ Re 8/12
Kannst du für distanziertere Beobachter kurz zusammenfassen, was es mit den besagten Ideen bzw. den zur Debatte stehenden 'Ergänzungshalten' auf sich hat?
Hallo,
die Summe aller als "Ergänzungsprojekte" geführten Themen findest Du hier.
Die wesentlichen drei Teile, die im Zeitungsartikel angesprochen werden hat Henrik in seinem Beitrag schon gut zusammengefasst:
- P-Option (+ neuerdings Fernbahntunnel) im Nordzulauf
- Gäubahntunnel im Stuttgarter Süden, zum Anschluss der Gäubahn über Flughafen an den HbF
- "Ergänzungshalt"
Bei Letzterem geht es darum neben dem zukünftigen 8-gleisigen Tiefbahnhof eine weitere (z.B. 4-gleisige) Station zu errichten, die im rechten Winkel zum Tiefbahnhof angeordnet sein soll und auch die Zulaufstrecken entlang der Streckenführung des bisherigen Kopfbahnhofs. Ergänzungshalt und Zulaufstrecken sollen (ebenfalls wie der neue HBF) unterirdisch geführt werden, damit es keine wesentliche Einschränkung im Bereich der geplanten Verwendung der frei werdenden heutigen Gleisflächen gibt (Städtebau). Ziel wäre Kapazitätserhöhung und Robustheit gegen Störungen.
Abgesehen von kleinen vorbereitenden Maßnahmen zur P-Option können die P-Option, inkl. einem Fernbahntunnel, und der Gäubahntunnel bei Bedarf auch noch nachträglich erstellt werden. Im Unterschied dazu würde bei sich später abzeichnendem Bedarf und dann bereits existierender Bebauung des heutigen Gleisvorfelds ein nachträglicher Ergänzungshalt mit den Zulaufstrecken fast unmöglich.
Und weil das so ist, spreche ich mich bereits heute für Robustheit und Zukunftssicherheit der Bahn aus und plädiere für den Bau des Ergänzungshalts. Wohlwissend, dass das Geld kostet, jemand bezahlen muss, ein NKV>1 (im Moment) ggf. nicht gesehen wird und der OB seine Stadtplanung im Detail nochmal überdenken muss (was wieder zu geringeren Einnahmen der Stadt führen könnte). Das alles sind Argumente und Überlegungen, deren nachgelagerte Entscheidung Jahrzehnte oder gar länger betrifft. Und genau daran gemessen halte ich die Diskussion um den Klimaschutz aufgrund ein par zusätzlicher Betonbauten für sehr unangemessen.
Gruß, bendo
Die Farce der Stuttgart21-Gegner geht weiter...
Henrik, Dienstag, 27.07.2021, 01:31 (vor 1724 Tagen) @ bendo
Die Farce geht weiter...
nachdem Landesregierung und OB sich gegen Ergänzungshalte ausgesprochen haben,
Es geht um folgende drei Ergänzungsprojekte:
- P-Option / beschleunigter Nordzulauf
- Gäubahntunnel
- unterirdische Ergänzungsstation als neuen Kopfbahnhof quer zum Hbf Stuttgart für NV
Der Landesverkehrsminister ist gegen den Gäubahntunnel. Dass die Landesregierung gegen diesen Tunnel als auch gegen die P-Option sei, wäre mir neu. Das sind beides Projekte des Bedarfsplans, des BVWP, also des Bundes. ("Wir befürworten die Umsetzung der im Zuge des Deutschlandtaktes vorgesehenen Bundesprojekte des beschleunigten Nordzulaufs, der P-Option und des Ausbaus der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen mit dem langen Gäubahntunnel zum Flughafen. Wir setzen auf eine sehr zeitnahe Umsetzung der Planungen" - Koalitionsvertrag)
Der Stuttgarter Gemeinderat hat dem Bau der von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) geforderten unterirdischen Ergänzungsstation eine deutliche Absage erteilt nachdem sie vom Geschäftsführer des Verkehrswissenschaftlichen Instituts Stuttgart (VWI) die Ergebnisse einer Studie präsentiert bekamen, nach der andere Projekte deutlich besser abschneiden wie T-Spange und Nordkreuz (vgl. hier).
wenden sich nun S21-Gegner gegen weiteren Bahnausbau:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.brief-an-winfried-kretschmann-s-21-gegner-wei...
Das aktuell gültige Allzweckargument "Klimaschutz" wird dieses mal verwendet, um gegen weitere Tunnelbauten zu wettern. Es wird vorgerechnet, dass dabei so viel CO2 frei werden würde, als wenn alle in S zugelassenen PkW 11.000km fahren würden.
Meine Anmerkung: Das passt evtl. ganz gut mit der durchschnittlichen Jahresfahrleistung dieser PkW zusammen.
Folgeanmerkung: Haben die Gegner auch mal daran gedacht, dass so ein Tunnel länger als 1 Jahr bedient werden soll?
Im Original heißt es:
"die ermittelte Menge von rund 730.000 t Treibhausgase ist beachtlich: Sie erreicht fast das Niveau des jährlichen Treibhausgas-Ausstoßes durch alle PKW, welche derzeit in Stuttgart zugelassen sind und insgesamt ungefähr 900.000 t Treibhausgas pro Jahr emittieren."
haben sie und sie sehen in all drei Projekten keinen Sinn, insofern keinen Nutzen. Und dann wären 730.000 t ne echte Hausnummer.
"Die geplante Bebauung des alten Gleisfeldes" wird als „Betonorgie und Klimasünde“ verurteilt, wobei im Folgesatz von "Tunnelbauten" gesprochen wird. Deshalb ist vermutlich weniger von der Wohnbebauung, sondern von Tunnelbauten im Zuge eines Ergänzungshalts die Rede. Die Gegner, die entsprechend des letzten Absatzes immer noch am Kopfbahnhof festhalten, wenden sich damit offenbar auch gegen einen Ergänzungshalt. Mit dem Ergänzungshalt würden die Mängel von S21 ("Viel teurer, viel später, viel schlechter") "überdeckt" werden.
Alle drei Projekte werden insgesamt behandelt. Mit "Beton-Orgie" sind eben jene Projekte gemeint (vgl. PM)
Aus meiner Sicht wenden sich aktuell Politik, Bahn und gegnerische Interessengemeinschaften gegen Ideen, die eine zukunftsfähige Bahn benötigt oder zumindest besser machen. Diese Ideen müssten allerdings jetzt angepackt werden. In einigen Jahren ist es zu spät (Bebauung heutiges Gleisvorfeld). So richtig knackige Argumente gegen diese Ideen konnte ich bisher nicht vernehmen. "Klimaschutz" ist an der Stelle kein knackiges Argument!
Ist Deine Sicht.. Deine persönliche Meinung,
muss man aber auch nicht für plausibel halten.
Den Ausführungen des Aktionsbündnis gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 kann ich folgen, klingen komplett plausibel.
aktuell? Bahn?
Ich kann aktuell bei den von Dir benannten Akteuren keine Änderungen in der Haltung erkennen.
Inwiefern sollte sich die Bahn gegen Ideen sperren? Wieso sollte sie überhaupt?
Hinsichtlich P-Option und Gäubahntunnel wird die DB recht bald den Planungsauftrag vom Bund erhalten - wird jetzt angepackt.
Sollte sie einen solchen hinsichtlich einer unterirdischen Ergänzungsstation erhalten, dann nimmt sie auch dieses an.
Eigenwirtschaftlich wird sie bei keinem dieser drei Projekte tätig sein. Im Gegensatz zu Stuttgart 21 rechnen sich diese nicht für die DB.
Bürgerinitiativen gibt es überall und das ist auch gut so,
da würde ich eher mal sehr für Respekt und Anerkennung für diese werben.
knackige Argumente gegen diese Projekte sind die Kosten und die sind so richtig knackig.
P-Option und Gäubahntunnel weisen positiven NKV aus,
Für die unterirdische Ergänzungsstation liegt bis heute noch immer keine NKU vor. Nun liegt aber seit zwei Wochen eine Studie des VWI vor, bei der Alternativen weitaus günstiger abschnitten. Und auch mit deswegen ist der politische Rückhalt in Stadt und Land flöten gegangen.