DB plant neue Sprinterverbindungen als „Rail-Express“ (Allgemeines Forum)

Destear, Berlin, Donnerstag, 04.03.2021, 11:34 (vor 1805 Tagen)

So berichtet es heute BILD, leider hinter der Bezahlschranke. Sollte jemand eine offene Quelle haben - immer her damit.

Im Kern geht es DB wohl darum, auf Strecken mit starkem Anteil an Inlandsflügen schnelle Sprinter-Züge anzubieten, die nur sehr wenige Zwischenhalte haben. Das Ganze soll „Rail-Express“ heißen bzw. ist das der derzeitige Arbeitstitel.

Im Einzelnen:

1.) Düsseldorf - Frankfurt Flughafen - München
Zwischenhalt nur in Köln-Deutz und Nürnberg, 2 Zugpaare täglich, Reisezeitverkürzung um 30 Minuten und auf der Gesamtstrecke damit Reisezeit < 4 Stunden

2.) Hamburg - Hannover - Frankflug
Zwischenhalt in Frankfurt aM Hbf, Reisezeitverkürzung um nur 10 Minuten

3.) Bonn/Köln - Berlin
Ohne Zwischenhalt, 3 Zugpaare täglich, Reisezeitverkürzung um
25 Minuten (Köln) und damit Reisezeit <4 Stunden


Sieht insgesamt nicht nach einem großen Wurf, sondern nach kleineren Anpassungen aus.


Besten Gruß

Also quasi ein "Inter City Express"

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Donnerstag, 04.03.2021, 11:36 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Ach shit, der Name ist ja schon belegt ...

DB plant neue Sprinterverbindungen als „Rail-Express“

Ösi, Donnerstag, 04.03.2021, 12:12 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Also gibt es dann den Intercity-Express, den Intercity-Express Sprinter und den Rail-Express. Fehlt noch der Superintersprinterexpress, der 1x täglich von Berlin nach München ohne Zwischenhalt fährt und zehn Minuten einspart.

DB plant neue Sprinterverbindungen als „Rail-Express“

Lumi25, Donnerstag, 04.03.2021, 13:43 (vor 1805 Tagen) @ Ösi

Bei der DB AG scheint man etwas gegen alte Zuggattungen zu haben abseits des IC.

InterRegio ist für die DB ein rotes Tuch genau so wie der frühere Airport-Express.

Also muss man einen neuen Namen erfinden.

DB plant neue Sprinterverbindungen als „Rail-Express“

GibmirZucker, Donnerstag, 04.03.2021, 12:17 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Namen sind Schall und Rauch. Wichtiger ist, was das Angebot ausmacht, z.B. Reservierungspflicht, Flugnummern, Einsatz Rollmaterial. Schön, wenn es eingeführt wird, besser wenn das Angebot gehalten wird. Und nicht nach einem halben Jahr Lokalpolitiker aus Kassel und Stendal zusätzliche Halte durchsetzen.

Nennen ma's Railjet

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 04.03.2021, 12:18 (vor 1805 Tagen) @ Destear

- kein Text -

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Hier ein frei verfügbarer Link

Junior, Donnerstag, 04.03.2021, 12:44 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Jetzt also "Super-Sprinter". Der W(/B)ahnsinn!

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Donnerstag, 04.03.2021, 13:21 (vor 1805 Tagen) @ Junior

- kein Text -

"mit Extra-Abteilen für LH-Kunden" -> ICE1(LDV) oder IC1?

Hansjörg, Donnerstag, 04.03.2021, 13:25 (vor 1805 Tagen) @ Junior
bearbeitet von Hansjörg, Donnerstag, 04.03.2021, 13:25

- kein Text -

"mit Extra-Abteilen für LH-Kunden" -> ICE1(LDV) oder IC1?

Alexander, Donnerstag, 04.03.2021, 13:45 (vor 1805 Tagen) @ Hansjörg

Hi,

Düsseldorf - Frankfurt Flughafen - München geht nur mit ICE3 oder ICE4.
Das „Abteil“ wird dann wahrscheinlich (ähnlich wie jetzt) z. B. Wagen 21 sein...

Viele Grüße

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Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

Abteile

danielausberlin, Freitag, 05.03.2021, 09:16 (vor 1804 Tagen) @ Hansjörg

Mit "Abteilen" meinen Journalisten, die nie einen Zug von innen sehen, meist Wagen oder Plätze.

Nicht zu unrecht...

Benjamin.Keller, Freitag, 05.03.2021, 09:38 (vor 1804 Tagen) @ danielausberlin

...gibt es doch den Begriff des Großraumabteils: https://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/deutsch-englisch/Gro%C3%9Fraumabteil

Es ist eben ein "appes" Teil des gesamten Zuges. Ein Teilbereich des Zuges.

Richtung ist doch klar

GreenLine, Donnerstag, 04.03.2021, 13:32 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Lufthansa macht viele Lounges in Leipzig, etc. dicht

Für mich deutet das daraufhin das in Zukunft gezielt Kurzstreckenflüge als Zubringer durch die Bahn ersetzt werden soll.

Macht wirtschaftlich ja auch für beide Seiten Sinn

Richtung ist doch klar

Zauberpilz, Donnerstag, 04.03.2021, 14:26 (vor 1805 Tagen) @ GreenLine

Lufthansa macht viele Lounges in Leipzig, etc. dicht

Für mich deutet das daraufhin das in Zukunft gezielt Kurzstreckenflüge als Zubringer durch die Bahn ersetzt werden soll.

Macht wirtschaftlich ja auch für beide Seiten Sinn

Die Lufthansa hat dem wohl heute auf einer PK eine Absage erteilt und gesagt das ein großflächiger Ersatz von Inlandsflügen unrealistisch ist.

Vermutlich eine Art Wiederbelebung der LH-Züge

ffz, Donnerstag, 04.03.2021, 13:51 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Hallo,

ich vermute mal stark, das wird eine Art Wiederbelebung der Lufthansa-Airport-Express Züge werden wird ggf dieses Mal auch für andere Fluggesellschaften der Staralliance buchbar. Würde bedeuten Lufthansa bzw Staralliance chartern die Züge bei DB Fernverkehr inklusive Personal und verkaufen die Plätze dann als "normale" Flüge. Macht ja auch ein Stück weit für beide Unternehmen Sinn, einen Zug mit Personal zu chartern ist weit billiger wie ein Flugzeug mit Personal zu bezahlen und DB Fernverkehr hat sichere Einnahmen, ohne sich Gedanken über die Auslastung machen zu müssen.

Gruß

(Echter) Sprinter Köln - Berlin jetzt also doch möglich

Pfälzer, Donnerstag, 04.03.2021, 13:54 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Hallo,

3.) Bonn/Köln - Berlin
Ohne Zwischenhalt, 3 Zugpaare täglich, Reisezeitverkürzung um
25 Minuten (Köln) und damit Reisezeit <4 Stunden

das überrascht dann doch etwas, denn sind nicht erst kürzlich Versuche, einen "echten" Sprinter Köln - Wupperschiene - Hannover - Berlin voran zu bringen, an der Nicht-Vereinbarkeit mit dem Taktgerüst des Nahverkehrs gescheitert? Jetzt soll es dann doch gehen, Züge als Einzellagen in unter 4 Stunden durch das dichte Trassenkonstrukt zu bekommen.

Bedeutet das dann, dass dafür einzelne NV-Trassen geopfert werden müssen (ähnlich der nie in Anspruch genommenen Flixtrain-Trasse am Mittelrhein, durch die einige Halte für die RB26 weggefallen sind)? Das würde dieser Idee einiges an Gegenwind bescheren.

Auch interessant dürfte die Streckenführung in Hannover sein:
Lässt man den Premium-Deluxe-Lufthansa-Sprinter ohne Halt durch den Hauptbahnhof fahren (oder besser: schleichen) zieht man möglicherweise den Unmut einiger Hannoveraner auf sich, die dann mit dem Top-Angebot zwar nach Hamburg und Frankfurt, aber nicht nach Köln fahren können. Alternativ könnte man zwischen Seelze und Lehrte "unten rum" über Linden fahren. Dabei wäre aber der zeitliche Mehraufwand grob mit dem eines 2-Minuten-Halts am Hauptbahnhof vergleichbar. Insgesamt wäre eine Auslassung des Halts in Hannover daher nicht einfach zu kommunizieren.

Freundliche Grüße aus dem Süden!

Linden

sflori, Donnerstag, 04.03.2021, 18:41 (vor 1805 Tagen) @ Pfälzer

Alternativ könnte man zwischen Seelze und Lehrte "unten rum" über Linden fahren. Dabei wäre aber der zeitliche Mehraufwand grob mit dem eines 2-Minuten-Halts am Hauptbahnhof vergleichbar.

Ich bin mal vor Jahren da untenrum gefahren - und es war wirklich ein elendliches Gezuckel. :)
Da müsste man dann schon im Hbf. durchfahren - alles andere würde für den Super-Duper-ICE keinen Sinn machen.


Bye. Flo.

Laufweg in Köln?

TEE Rheingold, Donnerstag, 04.03.2021, 22:06 (vor 1805 Tagen) @ Pfälzer

Doch über Deutz Tief (Gleis 11/12)...dort sollte man halten, wäre für "Inlandsflieger" besser zu erreichen als der Flughafen und kaum Zeitverlust. Früher gab es viele ICE vom Flughafen nach Berlin, es wurden mangels Auslastung immer weniger.

gefällt mir!

sflori, Donnerstag, 04.03.2021, 14:34 (vor 1805 Tagen) @ Destear

Als Bahnfan/Pendler (also einfache Strecke) habe ich mir soche Verbindungen immer gewünscht und würde sie auch sofort nutzen. Lieber 4 Stunden mit dem Zug pendeln als mit dem Flieger.

Für Geschäftsreisen (also morgens hin, abends zurück) wäre mir z.B. Köln-Berlin-Köln mit dem Zug immer noch zu lange. Da müsste der Flieger herhalten.

Von daher: Gute Idee, das anzubieten. Nach ein, zwei Jahren weiß man, ob es was taugt.


Bye. Flo.

München-Berlin nicht schneller

Mike65, Donnerstag, 04.03.2021, 14:55 (vor 1805 Tagen) @ Destear

München-Berlin schafft der Sprinter doch schon jetzt in unter 4 Stunden. Was ist hier neu?

München-Berlin nicht schneller

Siggis Malz, Donnerstag, 04.03.2021, 15:03 (vor 1805 Tagen) @ Mike65

München-Berlin schafft der Sprinter doch schon jetzt in unter 4 Stunden. Was ist hier neu?

Keiner der drei genannten fährt München - Berlin, was meinst du also?

München-Berlin nicht schneller

oska, Donnerstag, 04.03.2021, 15:48 (vor 1805 Tagen) @ Siggis Malz

München-Berlin schafft der Sprinter doch schon jetzt in unter 4 Stunden. Was ist hier neu?


Keiner der drei genannten fährt München - Berlin, was meinst du also?

Vermutlich bezog er sich auf den Beitrag von Ösi, dem der Superintersprinterexpress, der 1x täglich von Berlin nach München ohne Zwischenhalt fährt und zehn Minuten einspart fehlte.

...und was passiert mit den anderen Zügen?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 05.03.2021, 09:57 (vor 1804 Tagen) @ Destear

Hallo zusammen,

sah es gerade im Gesichtbuch (Bahnblogstelle). Kommentar dazu: ach nee, die Chinesen haben es schwer, also geben wir denen mal etwas worüber die sich "bahnsinnig" lustig machen können...
Beijing-Nanjing, 1023 km in 3:30, DAS ist ein Supersprinter.

Und schon alleine die Tatsache, dass Bahnblogstelle ein Bild eines nur 230 km/h schnellen ICE-T verwendet, soll zu kritisch nachdenken ansetzen.

Gut, mal ernst.

Dass Deutschland (noch?) nicht die Infra für solche Züge hat, sei zuerst mal dahingestellt. Und dass die Chinesen auf Höhe null vierstellige Kilometerzahlen innerhalb 4 Stunden schaffen, herzlichen Glückwunsch für sie.

Auf der Strecke Düsseldorf – Frankfurt Flughafen – München soll die bisherige Reisezeit um 30 Minuten unterboten werden. Die Fahrzeit Nürnberg – Frankfurt soll zwei Stunden, München – Frankfurt drei und München – Köln unter vier Stunden liegen. Auch die Strecke Bonn/Köln – Berlin werde ohne Zwischenhalte 25 Minuten schneller als heute; die Fahrzeit dauere dann weniger als vier Stunden.

Also nur dadurch, dass ich weniger halte, soll die Reisezeit 25-30 Minuten kürzer werden. Sieht in Theorie gut aus, aber nun die harte Praxis.

Unser Supersprinter befährt die Bestandsstrecken leider nicht alleine. Es gibt auch Züge die öfter halten und Züge die langsamer sind. Was soll mit denen gemacht werden? Werden diese gestrichen, damit unser Supersprinter ordentlich sprinten kann? Müssen Taktzüge 3x pro Tag 1-2 Halte auslassen, damit unser Supersprinter nicht allzuviel ausgebremst wird?

Ich kann auch sagen:

a. Stundentakt wird Halbstundentakt -> durchschnittlich 15 Minuten weniger Wartezeit
b. dadurch durften Fahrgastwechsel auch kürzer sein, weil Reisende sich über mehr Züge verteilen -> 1-2 Minuten
c. ich ersetze in jeder Grossstadt 40 km/h Weichen durch 80 km/h Exemplare -> 1 Minute pro Stadt
d. dort wo keine Rennbahn ist, beseitige ich alle Langsamfahrstellen -> 5 Minuten.
e. zulässige vmax wird konsequent ausgefahren (lies: keine ICE 4 über die Rennbahn K-F) -> 2-3 Minuten

Dann kann ich auch 25 Minuten Fahrzeitgewinn vermarkten, und alle haben etwas davon.

Im Kern geht es DB wohl darum, auf Strecken mit starkem Anteil an Inlandsflügen schnelle Sprinter-Züge anzubieten, die nur sehr wenige Zwischenhalte haben. Das Ganze soll „Rail-Express“ heißen bzw. ist das der derzeitige Arbeitstitel.

Wie schon so oft geschrieben: im Strassenverkehr ist viel mehr zu holen.


Im Einzelnen:

1.) Düsseldorf - Frankfurt Flughafen - München
Zwischenhalt nur in Köln-Deutz und Nürnberg, 2 Zugpaare täglich, Reisezeitverkürzung um 30 Minuten und auf der Gesamtstrecke damit Reisezeit < 4 Stunden

Nur 2x pro Tag. Wow... ;)
Wie oft wird die Strecke geflogen?

Gut, bei uns fährt der e320 auch nur 2x pro Tag direkt, während Amsterdam-London 60x pro Tag geflogen wird.

Zum Schluss noch:

1. die beste Bahn der Welt schafft es ohne Supersprinter, oder sie verkehren (mindestens?) stündlich, z.B. Zürich-Mailand.
2. die zweitbeste Bahn der Welt hat ganz viele Supersprinter, aber dafür dann auch eine eigene Infra (Shinkansen).
3. die drittbeste Bahn der Welt siedelt in einem Land das für Supersprinter zu klein ist. Bevor man ab Amsterdam auf langen Strecken ordentlich Gas geben kann, ist man schon über die Grenze.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

...und was passiert mit den anderen Zügen?

Elefant01, Freitag, 05.03.2021, 11:44 (vor 1804 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

zunächst einmal vielen Dank für die Einordnung der drittbesten Bahn der Welt ;-)
Wie alle im Forum wissen kann das aber nicht sein, denn die drittbeste ist nun einmal die Südostbayernbahn ....

Was die Anzahl der Verbindungen angeht, so sieht es natürlich im Moment anders aus. Es gibt zum Beispiel am Freitag 12. März genau 3 Direktflüge von MUC nach DUS, hingegen aber 25 durchgehende Tages- und einen Nachtzug.

Was die neuen "SuperSprinter" angeht, so zielen die wohl eher auf den Ersatz der Flüge DUS - FRA und FRA - MUC ab als den der Flüge DUS - MUC. Ein SuperSprinter = Zwei SuperSprinter.
Hintergrund ist vermutlich, dass auch Lufthansa ihre CO2-Bilanz im Auge hat und man diese Verbindungen wirklich ersetzen könnte, zumal man sicherlich auch keine große Zeiteinsparung erzielt mit dem Flug.

Weiter vorne war ja schon von Leipzig die Rede. Die Flüge von FRA dorthin sind ja schon ganz eingestellt und werden es wohl auch bleiben.
Ein anderes Beispiel ist die Flugverbindung Salzburg-Wien, die ebenfalls kürzlich eingestampft wurde. Es geht also durchaus hier und da in die (meines Erachtens) richtige Richtung.

Beste Grüße

Elefant01

...und was passiert mit den anderen Zügen?

J-C, In meiner Welt, Freitag, 05.03.2021, 12:09 (vor 1804 Tagen) @ Elefant01

Hallo Oscar,

zunächst einmal vielen Dank für die Einordnung der drittbesten Bahn der Welt ;-)
Wie alle im Forum wissen kann das aber nicht sein, denn die drittbeste ist nun einmal die Südostbayernbahn ....

Ach und die ÖBB? Wo sind die dann?

Was die Anzahl der Verbindungen angeht, so sieht es natürlich im Moment anders aus. Es gibt zum Beispiel am Freitag 12. März genau 3 Direktflüge von MUC nach DUS, hingegen aber 25 durchgehende Tages- und einen Nachtzug.

Klar, derzeit ist die Lufthansa eher nicht im Höhenflug, was die Bilanz betrifft.

Was die neuen "SuperSprinter" angeht, so zielen die wohl eher auf den Ersatz der Flüge DUS - FRA und FRA - MUC ab als den der Flüge DUS - MUC. Ein SuperSprinter = Zwei SuperSprinter.
Hintergrund ist vermutlich, dass auch Lufthansa ihre CO2-Bilanz im Auge hat und man diese Verbindungen wirklich ersetzen könnte, zumal man sicherlich auch keine große Zeiteinsparung erzielt mit dem Flug.

Genauso wie man weitestgehend Flüge Wien - Linz und auch Wien - Salzburg schon vor Corona ersetzen konnte.

Weiter vorne war ja schon von Leipzig die Rede. Die Flüge von FRA dorthin sind ja schon ganz eingestellt und werden es wohl auch bleiben.
Ein anderes Beispiel ist die Flugverbindung Salzburg-Wien, die ebenfalls kürzlich eingestampft wurde. Es geht also durchaus hier und da in die (meines Erachtens) richtige Richtung.

Das hat auch damit zu tun, dass eine Bedingung für die Stützung der Austrian Airlines, welche ja diese Flüge bedient, war, dass solche Kurzstrecken durch Zugsverbindungen ersetzt werden.
Hier ein Artikel dazu

Die AUA-Rettung hat auch konkrete Auswirkungen auf Salzburg. "Die Verbindung Salzburg-Wien wird von der AUA auch weiterhin nicht mehr geflogen", erklärte Salzburgs Klimareferent LHStv. Heinrich Schellhorn (Grüne) am Montagabend in einer Aussendung. Für alle Strecken, die unter drei Stunden per Bahn erreichbar sind, gelte jetzt das Prinzip "Zug statt Flug".

"Zusätzliche Zugverbindungen können diese Kürzest-Strecken schnell, komfortabel und klimafreundlich ersetzen", so Schellhorn. "Ich bin froh, dass hier die Zeichen der Zeit erkannt werden und es durch die Grünen endlich zu einem Richtungswechsel kommt." Mit dem AUA-Paket würden Arbeitsplätze gesichert und gleichzeitig deutliche Schritte Richtung Klimaschutz im Flugverkehr gesetzt.

Beste Grüße

Elefant01

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

...und was passiert mit den anderen Zügen?

GibmirZucker, Samstag, 06.03.2021, 00:04 (vor 1804 Tagen) @ Elefant01

Es geht weniger um die Umweltbilanz als um wirtschaftliche Überlegungen. Kurzstreckenflüge befördern häufig Passagiere zum Null- oder Minustarif als Zubringer zu Langstrecken. Wenn einige wenige Vollzahler wegfallen (Umweltbewusstsein und langfristige Coronafolgen), wird es noch kritischer. Der springende Punkt wird sein, wie Lufthansa das mit der Bahn abrechnet. Pauschale pro Zug? Pauschale pro Fahrgast? Verrechnung über die DB, d.h. Lufthansa vermittelt nur Fahrkarten?

Infos am Montag

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 06.03.2021, 03:59 (vor 1803 Tagen) @ Oscar (NL)

Herr Nagl hat geschrieben, daß es am Montag weitere Infos geben soll. Ob wir daraus dann interessante betriebliche Details und Auswirkungen auf andere Verkehre ablesen können, das werden wir noch abwarten müssen.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

...und was passiert mit den anderen Zügen?

Re 8/12, Winterthur, Samstag, 06.03.2021, 22:55 (vor 1803 Tagen) @ Oscar (NL)

Also nur dadurch, dass ich weniger halte, soll die Reisezeit 25-30 Minuten kürzer werden. Sieht in Theorie gut aus, aber nun die harte Praxis.

Unser Supersprinter befährt die Bestandsstrecken leider nicht alleine. Es gibt auch Züge die öfter halten und Züge die langsamer sind. Was soll mit denen gemacht werden? Werden diese gestrichen, damit unser Supersprinter ordentlich sprinten kann? Müssen Taktzüge 3x pro Tag 1-2 Halte auslassen, damit unser Supersprinter nicht allzuviel ausgebremst wird?

Wie das in der Praxis aussieht, lässt sich erst aufgrund der konkreten Fahprplangrafik beurteilen. In den meisten Fällen gibt es verschiedentlich noch etwas Luft im Fahrplangefüge. Wie sich solche auf Teilstrecken noch freie Trassen miteinander verknüpfen lassen, ist letztlich Zufall, d.h. Glückssache. Dabei ist im Einzelfall nicht auszuschliessen, dass der Zufall dem Supersprinter in die Hand spielt.

a. Stundentakt wird Halbstundentakt -> durchschnittlich 15 Minuten weniger Wartezeit
b. dadurch durften Fahrgastwechsel auch kürzer sein, weil Reisende sich über mehr Züge verteilen -> 1-2 Minuten
c. ich ersetze in jeder Grossstadt 40 km/h Weichen durch 80 km/h Exemplare -> 1 Minute pro Stadt
d. dort wo keine Rennbahn ist, beseitige ich alle Langsamfahrstellen -> 5 Minuten.
e. zulässige vmax wird konsequent ausgefahren (lies: keine ICE 4 über die Rennbahn K-F) -> 2-3 Minuten

Massnahmen a bis e schliessen m.E. nicht aus, zu sagen:

f. Einsatz von Supersprintern, wo günstige nachfrage- und infrastrukturseitige Bedingungen vorliegen.

Dann kann ich auch 25 Minuten Fahrzeitgewinn vermarkten, und alle haben etwas davon.

Wie schon so oft geschrieben: im Strassenverkehr ist viel mehr zu holen.

Aber auch dabei macht eine halbe Stunde Fahrzeitdifferenz einen ziemlichen Unterschied.

1. die beste Bahn der Welt schafft es ohne Supersprinter, oder sie verkehren (mindestens?) stündlich, z.B. Zürich-Mailand.

Danke für die Blumen. Allerdings gibt es hier seit Jahrzehnten z.B. den Supersprinter Zürich-Bern. Wäre dieser bloss ein normaler IC oder ginge es nach den Forderungen von betroffenen Lokalpolitikern, so müsste dieser sicher zwei bis drei Zwischenhalte einlegen. Die 1974 eröffnete Heitersberglinie hätte man gar nich bauen dürfen, weil sie die wichtige Agglomeration Baden-Wettingen vom Fernverkehr abschneidet.

2. die zweitbeste Bahn der Welt hat ganz viele Supersprinter, aber dafür dann auch eine eigene Infra (Shinkansen).

Die Infra ist aber gemeinsam für ganz viele Shinkansen-Kategorien - insofern kein grundsätzlicher Unterschied zu europäischen Ländern.

3. die drittbeste Bahn der Welt siedelt in einem Land das für Supersprinter zu klein ist. Bevor man ab Amsterdam auf langen Strecken ordentlich Gas geben kann, ist man schon über die Grenze.

Da bin ich leider völlig unbedarft. Wie lange dauert denn eigentlich eine Fahrt z.B. von Amster- nach Rotterdam? Oder nach Eindhoven?

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...und was passiert mit den anderen Zügen?

GibmirZucker, Sonntag, 07.03.2021, 01:58 (vor 1803 Tagen) @ Re 8/12

Bern-Zürich nonstop ist kein Supersprinter, 120 Kilometer ohne Halt gibt es beim normalen ICE häufiger. Kommt mehrfach in Deutschland vor. Und Baden wäre aus deutscher Sicht ein Kaff, das RE Verbindungen bekommt.
In Bezug auf Zürich-Mailand: trotz übersichtlicher Zahl von Zwischenhalten eine ziemlich magere Ausbeute an Fahrzeuggewinn mit GBT und Ceneri. Noch brutaler bei Bern-Mailand, wo die Fahrzeiten nur knapp darunter liegen, was der Cisalpino lange vor dem LBT geschafft hat. Gerade Richtung Italien wäre mit Sprinterangeboten ohne Einbindung in den nationalen Takt was zu holen. Richtung Deutschland via Basel auch, ohne Bedienung von Basel SBB und ohne Rücksicht auf Anschlüsse in Freiburg (Basel Bad - Freiburg werden etwa 10 Minuten verbummelt). Zürich/Bern - Frankfurt wären locker 30 Minuten geschenkt. Vielleicht wird die Schweizer Lufthansa Niederlassung aka Swiss, das auch mal pushen?

...und was passiert mit den anderen Zügen?

Re 8/12, Winterthur, Montag, 08.03.2021, 04:08 (vor 1801 Tagen) @ GibmirZucker

Bern-Zürich nonstop ist kein Supersprinter, 120 Kilometer ohne Halt gibt es beim normalen ICE häufiger. Kommt mehrfach in Deutschland vor.

Ist aber dennoch nicht die Regel. Gab es in der Schweiz früher auch noch eher häufiger als heute, z.B. Zürich-Lugano.

Und Baden wäre aus deutscher Sicht ein Kaff, das RE Verbindungen bekommt.

Vielleicht aus deutscher Sicht, aber auch das nicht mit Sicherheit - vgl. etwa Offenburg.

In Bezug auf Zürich-Mailand: trotz übersichtlicher Zahl von Zwischenhalten eine ziemlich magere Ausbeute an Fahrzeuggewinn mit GBT und Ceneri. Noch brutaler bei Bern-Mailand, wo die Fahrzeiten nur knapp darunter liegen, was der Cisalpino lange vor dem LBT geschafft hat. Gerade Richtung Italien wäre mit Sprinterangeboten ohne Einbindung in den nationalen Takt was zu holen.

+1

Richtung Deutschland via Basel auch, ohne Bedienung von Basel SBB und ohne Rücksicht auf Anschlüsse in Freiburg (Basel Bad - Freiburg werden etwa 10 Minuten verbummelt). Zürich/Bern - Frankfurt wären locker 30 Minuten geschenkt. Vielleicht wird die Schweizer Lufthansa Niederlassung aka Swiss, das auch mal pushen?

Lezteres wohl eher nicht, die wollen ja weiterhin nicht nur Frankfurt, sondern auch Zürich direkt bedienen können.

Im übrigen bin ich völlig mit deiner Problemanalyse einverstanden, nicht so ganz aber mit dem Lösungsvorschlag. Basel SBB scheint mir nun eben genau einer jener Halte, die man am schlechtesten auslassen kann, weil dabei zuviele Verbindungen verlorengehen. Die 30 Minuten kämen dann nämlich nicht "Zürich/Bern" zugute, sondern nur entweder dem einen oder dem andern, höchstwahrscheinlich sogar noch mit Verschlechterung für die benachteiligte Seite.

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...und was passiert mit den anderen Zügen?

flierfy, Dienstag, 09.03.2021, 01:05 (vor 1801 Tagen) @ Re 8/12

Sprinter zielen auf die kurze Fahrzeiten ab. Schlanke Anschlüsse an Zu- und Abbringer-Züge in Unterwegshalten müssen andere Züge herstellen. Es wird schliesslich nie den einen Zug geben, der alle Aufgaben erfüllen kann.

...und was passiert mit den anderen Zügen?

Re 8/12, Winterthur, Dienstag, 09.03.2021, 03:12 (vor 1800 Tagen) @ flierfy

Sprinter zielen auf die kurze Fahrzeiten ab.

Das Ziel müssen kurze Fahrzeiten für möglichst viele Reisende sein. Wird ein ICE von Frankfurt oder München nach Hamburg von dort noch weiter nach Kiel durchgebunden, so wird man kaum die Halte in HH auslassen, nur um eine möglichst kurze Fahrzeit auf dem Gesamtlaufweg zu erzielen. Desgleichen, wenn ICE's der Rheintalbahn in die Schweiz durchgebunden werden. Der Zuglauf endet dann möglicherweise in Interlaken Ost, wo man zwar Anschluss zu verschiedenen Kurorten und aufs Jungfraujoch, aber eine Bevölkerung von gerade mal knapp 6000 Nasen hat.

Schlanke Anschlüsse an Zu- und Abbringer-Züge in Unterwegshalten müssen andere Züge herstellen.

Das muss man von Fall zu Fall entscheiden. Ausschlaggebend ist dabei nicht, ob Unterwegs- oder Endhalt, sondern wie viele Reisende bedient werden können.

Es wird schliesslich nie den einen Zug geben, der alle Aufgaben erfüllen kann.

Gewiss. Aber schnellste Sprinter wäre einer, der überhaupt nirgendwo mehr hält und so zwar die bestmögliche Fahrzeit erzielt, aber keinerlei Aufgabe mehr erfüllen kann.

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...und was passiert mit den anderen Zügen?

flierfy, Dienstag, 09.03.2021, 18:17 (vor 1800 Tagen) @ Re 8/12

Das Ziel müssen kurze Fahrzeiten für möglichst viele Reisende sein. Wird ein ICE von Frankfurt oder München nach Hamburg von dort noch weiter nach Kiel durchgebunden, so wird man kaum die Halte in HH auslassen, nur um eine möglichst kurze Fahrzeit auf dem Gesamtlaufweg zu erzielen. Desgleichen, wenn ICE's der Rheintalbahn in die Schweiz durchgebunden werden. Der Zuglauf endet dann möglicherweise in Interlaken Ost, wo man zwar Anschluss zu verschiedenen Kurorten und aufs Jungfraujoch, aber eine Bevölkerung von gerade mal knapp 6000 Nasen hat.

Nach Kiel oder Interlaken fährt ein ICE aus politischen Gründen oder weil es in einigen Grossbahnhöfen nicht genug Kapazität zum Wenden gibt. Auf diesen Austrudelstrecken wird die Zeit ja auch nicht verbummelt, sondern zwischen den Metropolen. Dort fehlen die Sprinter.
Zwischen Frankfurt(M) und Zürich z.B. sind die Fahrzeiten unter aller Kanone. Dass eines der beiden involvierten Bahnnetze hier als "Bestes der Welt" bezeichnet wird, muss wohl blanker Hohn sein.


Gewiss. Aber schnellste Sprinter wäre einer, der überhaupt nirgendwo mehr hält und so zwar die bestmögliche Fahrzeit erzielt, aber keinerlei Aufgabe mehr erfüllen kann.

Wieso nicht? Sie halten ja noch in den ganz grossen Bahnhöfen und würden diese ordentlich schnell miteinander verbinden und somit dem ganzen Netz die fehlende Geschwindigkeit bringen.

...und was passiert mit den anderen Zügen?

Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 10.03.2021, 04:56 (vor 1799 Tagen) @ flierfy

(...) sondern zwischen den Metropolen. Dort fehlen die Sprinter.

Klar. Und nicht nur Metropolen. Man kann nach dem Prinzip "Sammeln - fahren - verteilen" auch in den Sammel- und Verteilräumen kleinere Orte bedienen. Dazwischen sollte dann einfach eine längere Strecke mit möglichst kurzer Fahrzeit und keinen oder nur wenigen Halten zurückgelegt werden. Was wäre nun die Mission eines solchen Sprinters auf der Rheintalbahn? Die Schweiz mit Süddeutschland verbinden? Dafür braucht es keinen Sprinter. Süddeutschland mit Italien? Dafür würde man am besten zwischen Karlsruhe oder Freiburg und Mailand ohne Halt durchfahren. Soll die Schweiz mit Mittel- und Norddeutschland verbunden werden, dann ist der Halt in Basel SBB aber absolut unverzichtbar. Dies weil die Schweiz eben nicht nur aus Zürich besteht.

Zwischen Frankfurt(M) und Zürich z.B. sind die Fahrzeiten unter aller Kanone. Dass eines der beiden involvierten Bahnnetze hier als "Bestes der Welt" bezeichnet wird, muss wohl blanker Hohn sein.

Da bin ich ganz bei dir. Spannendes Thema, das durchaus weiterer Vertiefung bedarf.

Wieso nicht? Sie halten ja noch in den ganz grossen Bahnhöfen und würden diese ordentlich schnell miteinander verbinden und somit dem ganzen Netz die fehlende Geschwindigkeit bringen.

Die Grösse des Bahnhofs kann m.E. nicht das alleinige Kriterium sein. Soll ein Zug z.B. Belgien mit Südfrankreich verbinden, so kann sehr wohl auch in Paris durchgefahren werden. Lässt sich der Zug mit den B-I-Transitreisenden zuwenig füllen, braucht es natürlich weitere Zwischenhalte, etwa in CDG.

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...und was passiert mit den anderen Zügen?

Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 10.03.2021, 07:07 (vor 1799 Tagen) @ Re 8/12

mit den B-I-Transitreisenden

Sollte heissen: mit den Belgien-Südfrankreich-Transitreisenden. Aber man könnte das Ganze natürlich auch mit Italien durchspielen.

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Rolle eines Sprinters Frankfurt - Zürich

naseweiß, Mittwoch, 10.03.2021, 11:11 (vor 1799 Tagen) @ Re 8/12
bearbeitet von naseweiß, Mittwoch, 10.03.2021, 11:13

Was wäre nun die Mission eines solchen Sprinters auf der Rheintalbahn? Die Schweiz mit Süddeutschland verbinden? Dafür braucht es keinen Sprinter. Süddeutschland mit Italien? Dafür würde man am besten zwischen Karlsruhe oder Freiburg und Mailand ohne Halt durchfahren. Soll die Schweiz mit Mittel- und Norddeutschland verbunden werden, dann ist der Halt in Basel SBB aber absolut unverzichtbar. Dies weil die Schweiz eben nicht nur aus Zürich besteht.

Der Halt in Basel SBB nicht unverzichtbar. Kein Halt ist unter gegebenen Umständen unverzichtbar. Mit Halt in Basel Bad Bf und Zürich HB würde man immerhin Basel und Zürich (und was an Zürich HB hängt) erschließen. Das sollte mit der wichtigsten Klientel für so einen Sprinter übereinstimmen. Sicher würde ein kleiner Teil der Sprinter auch statt Zürich über Olten nach Bern verkehren, womit die andere Hälfte der Schweiz angeschlossen wäre.

Ich würde rechnen:

- Zürich/Bern - Basel-Bad-Bf 45 min (entsprechende Ausbauten)
- Basel - Karlsruhe 60 min (SFS + Bypass Freiburgs als SFS)
- Karlsruhe - Frankfurt/Frankflug 45 min (SFS + Bypass Mannheim)

Damit würden sich folgende Fahrzeit ab Bern bzw. Zürich ergeben:

- nach Frankfurt/Frankflug 2,5 Stunden
- nach Köln 3,5 Stunden
- nach Hamburg/Berlin ca. 5,5 Stunden (entsprechende Zeit ab Frankfurt vorausgesetzt)
Oder eben Frankfurt-Mailand in ebenso 5,5 Stunden.

Die Fünfeinhalbstunden sind leider nicht mehr ganz das, was attraktiver als bestehender Flugverkehr ist. Es wäre aber ein Fortschritt.

Gruß, naseweiß

--
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Rolle eines Sprinters Frankfurt - Zürich

Re 8/12, Winterthur, Donnerstag, 11.03.2021, 02:40 (vor 1798 Tagen) @ naseweiß

Der Halt in Basel SBB nicht unverzichtbar. Kein Halt ist unter gegebenen Umständen unverzichtbar.

Stimmt. A priori ist kein Halt sakrosankt. Aber man muss eben die Aufgabe eines Zuglaufs klar definieren und schauen, wo die dafür nötigen Fahrgastpotentiale herkommen. Für Verbindungen D-CH ist Seite Schweiz ein Anschluss an das landesweite Taktsystem anzustreben. Dafür ist Basel SBB prädestiniert und letztlich wohl alternativlos.

Mit Halt in Basel Bad Bf und Zürich HB würde man immerhin Basel und Zürich (und was an Zürich HB hängt) erschließen.

Exakt - und das ist eben genau zu wenig.

Das sollte mit der wichtigsten Klientel für so einen Sprinter übereinstimmen.

Wenn 40 Prozent für dich eine vernachlässigbare Grösse sind ;)

Sicher würde ein kleiner Teil der Sprinter auch statt Zürich über Olten nach Bern verkehren, womit die andere Hälfte der Schweiz angeschlossen wäre.

... und dafür Zürich nicht? Nein, es braucht einfach beide Hälften!

Ich würde rechnen:

- Zürich/Bern - Basel-Bad-Bf 45 min (entsprechende Ausbauten)

Bei durchgehend hochgeschwindigkeitstauglichem Ausbau wären für beide Verbindungen auch 30 Min. denkbar.

- Basel - Karlsruhe 60 min (SFS + Bypass Freiburgs als SFS)

Interessanter Vorschlag. Wie sähe der Bypass Freiburg genau aus? Zusätzliche NBS oder Benützung der Güterzugumfahrung?

- Karlsruhe - Frankfurt/Frankflug 45 min (SFS + Bypass Mannheim)

Karlsruhe-Mannheim und Mannheim-Frankfurt erhalten ja eh Neubaustrecken. Wenn man hier nicht unnötigerweise Minuten verschenkt, wären 45 Min. locker auch ohne Bypass MA und mit (kurzem) Korrespondenzhalt daselbst erreichbar.

Damit würden sich folgende Fahrzeit ab Bern bzw. Zürich ergeben:

- nach Frankfurt/Frankflug 2,5 Stunden
- nach Köln 3,5 Stunden

OK

- nach Hamburg/Berlin ca. 5,5 Stunden (entsprechende Zeit ab Frankfurt vorausgesetzt)
Oder eben Frankfurt-Mailand in ebenso 5,5 Stunden.

Falls auf der Gotthardachse ebenfalls noch Ausbauten stattfinden, v.a. auch zwischen Lugano und Mailand, sollte letzteres deutlich schneller erreichbar sein.

Die Fünfeinhalbstunden sind leider nicht mehr ganz das, was attraktiver als bestehender Flugverkehr ist. Es wäre aber ein Fortschritt.

Zweifellos. Die 3-Stunden-Grenze ist keine Guillotine. Im Freizeitverkehr können auch längere Fahrzeiten noch gewisse Fahrgastpotentiale anziehen.

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Sprinter, Sammelantwort.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 12.03.2021, 10:44 (vor 1797 Tagen) @ flierfy

flierfy:

Nach Kiel oder Interlaken fährt ein ICE aus politischen Gründen oder weil es in einigen Grossbahnhöfen nicht genug Kapazität zum Wenden gibt.

Bin ich mir nicht sicher. Klar, Bern ist Hauptstadt aber demnach könnte der ICE statt nach Interlaken auch via LBT und Visp nach Brig fahren. Diese Strecke durfte mehr Potential haben. Allerdings hat Interlaken grosse touristische Bedeutung (OK, Visp auch, wegen Zermatt).

Auf diesen Austrudelstrecken wird die Zeit ja auch nicht verbummelt, sondern zwischen den Metropolen. Dort fehlen die Sprinter.

Genauer: dadurch, dass der Ski-Thalys Brüssel-Chambéry nonstop über Rennbahnen fährt, kann er sich eine Bummelei Albertville-Bourg St. Maurice leisten.

Dass eines der beiden involvierten Bahnnetze hier als "Bestes der Welt" bezeichnet wird, muss wohl blanker Hohn sein.

Definiere: "Netz". Als Alternative für das Privatautomobil durfte das schweizer Netz unschlagbar sein. Hier in NL gibt es reichlich ordentlich besiedelte Gegende, wo man ohne Bus & Bahn kaum oder sogar nicht kommt.
FR/ES/IT/TR/CN durften alle bessere Rennbahnnetze haben, aber zu den Rennbahnhöfen muss man zuerst auch mal kommen.

Re 8/12:

Klar. Und nicht nur Metropolen. Man kann nach dem Prinzip "Sammeln - fahren - verteilen" auch in den Sammel- und Verteilräumen kleinere Orte bedienen. Dazwischen sollte dann einfach eine längere Strecke mit möglichst kurzer Fahrzeit und keinen oder nur wenigen Halten zurückgelegt werden.

Genau das passiert z.B. bei unserem Ski-Thalys im Winter. Es wird eingesammelt in Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Brüssel, danach geht's nonstop in die Alpen. Nächster Halt Chambéry, dann Albertville, Moûtiers, Aime, Landry, Bourg St. Maurice. Busse bringen die Wintersportler in die Skigebiete.
Frage ist nun, ob sowas auch im deutschsprachigem Raum möglich wäre (angenommen, man wäre dabei/bereit, die fehlende Infra zu bauen). ICE International Amsterdam-Utrecht (einsammeln aus Den Haag und Rotterdam) via neu zu bauen Rennbahn nach Köln (einsammeln aus NRW/Nordbrabant/Provinz Limburg, zweiter Zugteil aus Belgien) nonstop nach München und dann nonstop nach Wörgl, 1 Zugteil via Innsbruck nach Bludenz und 1 Zugteil via Kitzbühel nach Zell am See.

Die Schweiz mit Süddeutschland verbinden? Dafür braucht es keinen Sprinter. Süddeutschland mit Italien? Dafür würde man am besten zwischen Karlsruhe oder Freiburg und Mailand ohne Halt durchfahren. Soll die Schweiz mit Mittel- und Norddeutschland verbunden werden, dann ist der Halt in Basel SBB aber absolut unverzichtbar. Dies weil die Schweiz eben nicht nur aus Zürich besteht.

Vermutlich war die Gedanke, dass man für all diese Aufgaben eigene Zugleistungen/-Linien/-Gattungen schaffen sollte. Genauso wie es in Italien Frecciarossa Mailand-Rom nonstop gibt und solche mit Halt in Bologna und Florenz. Genauso wie Lyon und Marseille jeweils eigene Nonstopverbindungen mit Paris haben.
Frage ist nun, ob sowas in einem dezentralisierten Deutschland umzusetzen wäre. Ich bin mir da nicht sicher. Bei uns war die Rennbahn Paris-Amsterdam ziemlich selbstverständlich; man bindet Amsterdam und Rotterdam direkt an (und Den Haag ist nur 20 Minuten, 6x pro Stunde mit "IC"). Für die Anbindung nach Deutschland muss man von Den Haag und Rotterdam kommend zuerst nach Utrecht (35-40 Min., 15-Minutentakt), bevor man den ICE hat. Zudem sind nur 3 von 6 Grosstädten in Rhein/Ruhr/Sieg direkt angebunden, während man in Belgien Antwerpen und Brüssel mit auf der Strecke hat. Aus diesem Grund also kein "HSL-Oost".

naseweiß:

Der Halt in Basel SBB nicht unverzichtbar. Kein Halt ist unter gegebenen Umständen unverzichtbar.

Man könnte stattdessen in Basel Badischer Bahnhof halten. Sozusagen "Basel ICE". 1 Zugteil aus Chur und Zürich, 1 Zugteil aus Lausanne und Bern und als Kuppelzug weiter. Allerdings verliert man dann die Knotenfunktion von Basel SBB.

Bzgl. "unverzichtbar": lass es Rotterdam nicht bemerken. Ein e320 Amsterdam-Brüssel-London (nur diese Halte) wäre aufgrund der Bummelfahrt durch Rotterdam und dichter Belegung langsamerer Züge nicht viel schneller, lässt aber Potentiale von Den Haag und Utrecht weg.
Gut, wenn man halbstündlich IC200 Amsterdam-Schiphol-Rotterdam-Antwerpen-Brüssel hat, dazu stündlich "IC"200 Venlo-Helmond-Eindhoven-Tilburg-Breda-Noorderkempen-Antwerpen-Mechelen-Brüssel, vielleicht doch.

Damit würden sich folgende Fahrzeit ab Bern bzw. Zürich ergeben:

- nach Frankfurt/Frankflug 2,5 Stunden
- nach Köln 3,5 Stunden
- nach Hamburg/Berlin ca. 5,5 Stunden (entsprechende Zeit ab Frankfurt vorausgesetzt)
Oder eben Frankfurt-Mailand in ebenso 5,5 Stunden.

Da fühlt man sich als Niederländer doch innerhalb des Nadelohres Europas, denn Köln-Amsterdam immer noch 2,5 Stunden bei 230 km Luftlinie und keinen Berg zu sehen.
Daher dieser Vorschlag. Zürich-Amsterdam 5 Stunden (mit Umstieg in Utrecht auch Den Haag und Rotterdam, mit Umstieg in Köln auch Eindhoven).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

"Urlaubs-Sprinter"

ETR575, Samstag, 13.03.2021, 16:35 (vor 1796 Tagen) @ Oscar (NL)

Klar. Und nicht nur Metropolen. Man kann nach dem Prinzip "Sammeln - fahren - verteilen" auch in den Sammel- und Verteilräumen kleinere Orte bedienen. Dazwischen sollte dann einfach eine längere Strecke mit möglichst kurzer Fahrzeit und keinen oder nur wenigen Halten zurückgelegt werden.


Genau das passiert z.B. bei unserem Ski-Thalys im Winter. Es wird eingesammelt in Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Brüssel, danach geht's nonstop in die Alpen. Nächster Halt Chambéry, dann Albertville, Moûtiers, Aime, Landry, Bourg St. Maurice. Busse bringen die Wintersportler in die Skigebiete.
Frage ist nun, ob sowas auch im deutschsprachigem Raum möglich wäre (angenommen, man wäre dabei/bereit, die fehlende Infra zu bauen). ICE International Amsterdam-Utrecht (einsammeln aus Den Haag und Rotterdam) via neu zu bauen Rennbahn nach Köln (einsammeln aus NRW/Nordbrabant/Provinz Limburg, zweiter Zugteil aus Belgien) nonstop nach München und dann nonstop nach Wörgl, 1 Zugteil via Innsbruck nach Bludenz und 1 Zugteil via Kitzbühel nach Zell am See.

Finde das Konzept von diesem Wintersport-Thalys ziemlich gut.
So etwas könnte es häufiger geben, z.B. auch in der Art:
Frankfurt - bis Basel Bad Bf einsammeln - nonstop durch die Schweiz - Genua (Zugteilung) - dann entlang Cote d´ Azur/Ligurien und Toskana verteilen.
Solche Züge müssen ja auch nicht in einem Takt fahren, es würden meines Erachtens sogar 1-2 pro Woche reichen.

"Urlaubs-Sprinter"

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 13.03.2021, 20:25 (vor 1796 Tagen) @ ETR575

Frage ist nun, ob sowas auch im deutschsprachigem Raum möglich wäre (angenommen, man wäre dabei/bereit, die fehlende Infra zu bauen). ICE International Amsterdam-Utrecht (einsammeln aus Den Haag und Rotterdam) via neu zu bauen Rennbahn nach Köln (einsammeln aus NRW/Nordbrabant/Provinz Limburg, zweiter Zugteil aus Belgien) nonstop nach München und dann nonstop nach Wörgl, 1 Zugteil via Innsbruck nach Bludenz und 1 Zugteil via Kitzbühel nach Zell am See.

Finde das Konzept von diesem Wintersport-Thalys ziemlich gut.
So etwas könnte es häufiger geben...

Im Sommer fährt der Thalys nach Marseille, mit Halt in Valence und Avignon (bin mir nicht sicher ob das "Ville" oder "TGV" ist). Also Brüssel-Valence nonstop. Andere TGVs fahren Brüssel-Lyon (mit Halt im Flughafenbahnhof Paris), wieder andere Brüssel-Montpellier oder Brüssel-Bordeaux.

..., z.B. auch in der Art:
Frankfurt - bis Basel Bad Bf einsammeln - nonstop durch die Schweiz - Genua (Zugteilung) - dann entlang Cote d´ Azur/Ligurien und Toskana verteilen.

Es dauert noch ein bisschen, bevor die italienische Rennbahn bis Genova kommt.
Toskana ist ab Mailand via Bologna schneller erreichbar. Dann müsste man in Milano Rogoredo Zugteile trennen (Milano Centrale ist ab dort mit S-Bahn oder U-Bahn erreichbar).

Was auch ein Manko der von mir besagten ICE International Verbindung ist: das Anteil Lowspeed ist relativ gross. Dagegen ist Chambéry-Albertville zumindest noch IC-würdig; ab Albertville wird's langsam aber Bourg St. Maurice ist dann nur 50-60 km entfernt.

Solche Züge müssen ja auch nicht in einem Takt fahren, es würden meines Erachtens sogar 1-2 pro Woche reichen.

Sommer-Thalys und Ski-Thalys verkehren Samstagmorgen NL-FR, Samstagabend FR-NL. Es sind reine Touristenzüge.
In Frankreich sind solche Leistungen leichter einzustufen. In Deutschland mit dem Taktfahrplan wird das schwerer.

Es gab 2007 einen ICE International Amsterdam-München / München-Amsterdam.
Positiv war die Direktverbindung. Negativ war die relativ lange Fahrzeit von 7,5 Stunden für 670 km Luftlinie. Aber auch in Vergleich zur Strasse ist 820 / 7,5 = 109 km/h recht langsam. Gut, mea culpa: fast 3 Stunden werden auf Köln-Amsterdam verbummelt. Mit IC-Tempo (140 km/h vdurch) hätte man 6 Stunden, ICE-Tempo (vdurch 190-200 km/h) wäre 4,5 Stunden.


gruß,

Oscar (NL).

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Bern und Eisenbahnnetze in Europa ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 13.03.2021, 21:07 (vor 1796 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Der Blaschke, Samstag, 13.03.2021, 21:08

Hey.

Bern ist Hauptstadt

Aber nicht die der Schweiz. Denn die hat keine Hauptstadt.


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hauptstadtfrage_der_Schweiz

Auf diesen Austrudelstrecken wird die Zeit ja auch nicht verbummelt, sondern zwischen den Metropolen. Dort fehlen die Sprinter.


Genauer: dadurch, dass der Ski-Thalys Brüssel-Chambéry nonstop über Rennbahnen fährt, kann er sich eine Bummelei Albertville-Bourg St. Maurice leisten.

Und als da noch DB Nachtzug hinfuhr und ich mal mit, kam mir sogar ein EUROSTAR entgegen. Auf dem Plan von Bourg-St. Maurice stand auch LONDON als Ziel.

Dass eines der beiden involvierten Bahnnetze hier als "Bestes der Welt" bezeichnet wird, muss wohl blanker Hohn sein.

Eher nicht. Schlechtes Foto - aber eine Weltkarte der Eisenbahnen zeigt, dass die Netze in Kerneuropa schon ganz vorzeigbar sind.


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Schöne Grüße von jörg

Sprinter, Sammelantwort.

Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 14.03.2021, 00:30 (vor 1796 Tagen) @ Oscar (NL)

Man könnte stattdessen in Basel Badischer Bahnhof halten. Sozusagen "Basel ICE". 1 Zugteil aus Chur und Zürich, 1 Zugteil aus Lausanne und Bern und als Kuppelzug weiter. Allerdings verliert man dann die Knotenfunktion von Basel SBB.

Letzteres wäre eben genau das Problem bei diesem Ansatz. Ausserdem müssten die Sprinter-Halbzüge in der Schweiz zusätzlich zu den nationalen IC's geführt werden, die weiterhin Basel SBB bedienen würden; das wäre hinsichtlich der Streckenkapazitäten wohl nicht ganz unproblematisch.

Bzgl. "unverzichtbar": lass es Rotterdam nicht bemerken. Ein e320 Amsterdam-Brüssel-London (nur diese Halte) wäre aufgrund der Bummelfahrt durch Rotterdam und dichter Belegung langsamerer Züge nicht viel schneller, lässt aber Potentiale von Den Haag und Utrecht weg.

Entweder in Rotterdam halten oder eine mindestens 200 km/h schnelle Um- oder Unterahrung bauen

Daher dieser Vorschlag. Zürich-Amsterdam 5 Stunden (mit Umstieg in Utrecht auch Den Haag und Rotterdam, mit Umstieg in Köln auch Eindhoven).

Oder in Utrecht flügeln? Wichtig wäre übrigens auch die Verbindung Ruhrgebiet-Schiphol, denn letzteres wäre ja dann gleich schnell oder schneller erreichbar wie Frankflug (was die Sache für NL aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht doch ziemlich attraktiv machen könnte).

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...und was passiert mit den anderen Zügen?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 08.03.2021, 09:28 (vor 1801 Tagen) @ Re 8/12

Hallo Re 8/12,

Wie das in der Praxis aussieht, lässt sich erst aufgrund der konkreten Fahprplangrafik beurteilen.

25-30 Minuten Fahrzeitgewinn bedeutet allerdings, dass man bei einem Halbstundentakt zumindest 1x einen Zug überholen muss. Das kann ggf. rollend, ist aber meistensfalls dadurch, dass der langsame Zug steht.
In Deutschland habe ich mal Halbstundentakt angenommen. Sozusagen: stündlich ein schneller Zug und stündlich ein langsamer Zug.

In den meisten Fällen gibt es verschiedentlich noch etwas Luft im Fahrplangefüge.

Für einen Supersprinter K-F-N-M müsste die Überholung wohl zwischen Frankfurt und Würzburg stattfinden, da dort relativ wenige Fernverkehrslinien gebündelt sind.

Danke für die Blumen. Allerdings gibt es hier seit Jahrzehnten z.B. den Supersprinter Zürich-Bern. Wäre dieser bloss ein normaler IC oder ginge es nach den Forderungen von betroffenen Lokalpolitikern, so müsste dieser sicher zwei bis drei Zwischenhalte einlegen.

Wo wären diese denn? Olten ist IC-Halt für Basel-Bern. Aarau ist s.i.w. IR-Halt.
IC-Halt bedeutet nicht dass jeder IC dort halten muss.
Bei uns hält der "IC" Eindhoven-Amsterdam ja auch nicht in Amsterdam Bijlmer. Dort hält der "IC" Nijmegen-Schiphol.

Die Infra ist aber gemeinsam für ganz viele Shinkansen-Kategorien - insofern kein grundsätzlicher Unterschied zu europäischen Ländern.

Dafür macht der haltende Shinkansenzug konsequent die Rennbahn frei für den hinterherfahrenden nicht-haltenden Shinkansenzug.
In Deutschland ist das nicht überall möglich. Wenn bei uns der "IC" Eindhoven-Den Haag in Tilburg hinter einen "Sprinter" kommt, dann kann der "IC" ihn erst in Breda überholen, 26 km weiter.

Wie lange dauert denn eigentlich eine Fahrt z.B. von Amster- nach Rotterdam? Oder nach Eindhoven?

Amsterdam-Rotterdam = 70 km in 0:41 (vdurch 102,4 km/h).
Amsterdam-Eindhoven = 122 km in 1:19 (vdurch 92,7 km/h).

Zum Vergleich: Zürich-Bern = 122 km in 60 Minuten Kantenzeit. Das ist auf Amsterdam-Eindhoven mit lediglich Haltauslassung unmöglich, denn der "IC" hält hier nur 3x (Amsterdam Amstel, Utrecht, 's Hertogenbosch). Einwohnerzahlen sind 360.000 (Utrecht) und 150.000 ('s Hertogenbosch).


gruß,

Oscar (NL).

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Die Lösung: Umgehungsstrecken

flierfy, Dienstag, 09.03.2021, 01:20 (vor 1801 Tagen) @ Oscar (NL)

25-30 Minuten Fahrzeitgewinn bedeutet allerdings, dass man bei einem Halbstundentakt zumindest 1x einen Zug überholen muss. Das kann ggf. rollend, ist aber meistensfalls dadurch, dass der langsame Zug steht.
In Deutschland habe ich mal Halbstundentakt angenommen. Sozusagen: stündlich ein schneller Zug und stündlich ein langsamer Zug.

Mit der bestehenden Infrastruktur sieht das genau so aus. Würde man aber diese durch Umgehungsstrecken ergänzen, könnte ein haltender Zug durch Göttingen bummeln und dort halten, während ein Sprinter ohne Geschwindigkeits-Einbruch über die Umgehung an ihm vorbeifährt. Man würde so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

...und was passiert mit den anderen Zügen?

Re 8/12, Winterthur, Dienstag, 09.03.2021, 03:26 (vor 1800 Tagen) @ Oscar (NL)

25-30 Minuten Fahrzeitgewinn bedeutet allerdings, dass man bei einem Halbstundentakt zumindest 1x einen Zug überholen muss. Das kann ggf. rollend, ist aber meistensfalls dadurch, dass der langsame Zug steht.

Oder dadurch, dass beide Züge stehen, aber der schnellere weniger lang als der langsamere. Auf der Rheintalbahn z.B. in Mannheim und Basel SBB. Dann könnte oder müsste der Sprinter zwischen Mannheim und Basel 30 Minutern schneller sein als der normale ICE, welcher Offenburg, Basel Bad. Bf. etc. bedient.

In Deutschland habe ich mal Halbstundentakt angenommen. Sozusagen: stündlich ein schneller Zug und stündlich ein langsamer Zug.

Halbstundentakt heisst für mich: Stündlich je zwei schnelle und langsame Züge.

Wo wären diese denn? Olten ist IC-Halt für Basel-Bern. Aarau ist s.i.w. IR-Halt.

Lokale und kantonale Politiker fordern immer wieder mal Halte in Olten bzw. Aarau. Beim für 2035 vorgesehenen partiellen Viertelstundentakt Zürich-Bern würden die Viertelstundenzüge voraussichtlich auch Aarau bedienen. Olten hat bereits Nonstop-Verbindungen nach Zürich und nach Bern.

Amsterdam-Rotterdam = 70 km in 0:41 (vdurch 102,4 km/h).
Amsterdam-Eindhoven = 122 km in 1:19 (vdurch 92,7 km/h).

Danke. (War zu faul, um selber nachzuschauen ;)

Zum Vergleich: Zürich-Bern = 122 km in 60 Minuten Kantenzeit. Das ist auf Amsterdam-Eindhoven mit lediglich Haltauslassung unmöglich, denn der "IC" hält hier nur 3x.

Da frage ich mich aber schon, ob Reisezeit 55 Minuten mit Halt nur in Utrecht nicht drinläge. Vmax 200 unter 1,5 kV = fuhren die Franzosen ja auch bzw. tun es immer noch. Wenn nötig könnte der Sprinter in Utrecht andere Züge stehend überholen. Oder man müsste ev. im Herzogenbusch Überholgleise bauen.

--
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NL: Amsterdam-Eindhoven in einer Stunde?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 09.03.2021, 13:40 (vor 1800 Tagen) @ Re 8/12
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 09.03.2021, 13:42

Hallo Re 8/12,

Amsterdam-Rotterdam = 70 km in 0:41 (vdurch 102,4 km/h).
Amsterdam-Eindhoven = 122 km in 1:19 (vdurch 92,7 km/h).

Danke. (War zu faul, um selber nachzuschauen ;)

Zum Vergleich: Zürich-Bern = 122 km in 60 Minuten Kantenzeit. Das ist auf Amsterdam-Eindhoven mit lediglich Haltauslassung unmöglich, denn der "IC" hält hier nur 3x.

Da frage ich mich aber schon, ob Reisezeit 55 Minuten mit Halt nur in Utrecht nicht drinläge. Vmax 200 unter 1,5 kV = fuhren die Franzosen ja auch bzw. tun es immer noch. Wenn nötig könnte der Sprinter in Utrecht andere Züge stehend überholen. Oder man müsste ev. im Herzogenbusch Überholgleise bauen.

1. An Utrecht wird man nicht ohne Halt vorbeikommen. Genauso wie ein IC Zürich-Lausanne nicht ohne Halt an Bern vorbeikommt.
Der "SuperCity" könnte theoretisch hinter dem Takt-"IC" ankommen und vor ihm losfahren, aber man muss bedenken dass auf den beiden Ferngleisen Utrecht Amsterdam ein 10-Minutentakt Utrecht-Amsterdam C verkehrt (kein Halt in Bijlmer, dafür in Amstel), sowie ein 15-Minutentakt Utrecht-Schiphol (mit Halt in Bijlmer, soll 10-Minutentakt werden). Hinzu kommt noch 7-8x pro Tag ein ICE International aus Frankfurt.
Viel Zeit zum Abwarten haben die Takt-"IC"s also nicht.

2. Amsterdam Amstel: kann man auslassen, aber die Passage erfolgt bei lediglich 70 km/h. Nördlich vom Bahnhof geht's in einer engen Kurve nach Muiderpoort. Hier müsste man kompromisslos vorgehen, wie etwa bei Zürich-Thalwil. Sozusagen: eine Tunnelbahn von Centraal ganz bis Holendrecht am Stadtrand.
Nur schade, dass der Boden in Amsterdam butterweich ist; da kann man nicht so einfach sagen: legen wir doch mal einen zweiten Tunnel neben dem Metrotunnel.

3. 's Hertogenbosch: ja, es gibt drei bahnsteigfreie Gleise, 2, 5 und 8. Gleisplan.
Davon sind Gleis 5 und 8 mit 80 km/h befahrbar; Gleis 2 nur mit 60 km/h. Und nur Gleis 5 ist von beiden Richtungen aus befahrbar.
Auch hier müsste man kompromisslos vorgehen. Denkbar wäre eine westliche 200 km/h Umfahrung, zwischen Hedel und Ammerzonden durch über die Maas, mit Untertunnelung des Erholungsgebietes "De IJzeren Man" und eine Verzweigung nach Tilburg, etwa bei Helvoirt, danach schurgerade via Esch nach Boxtel (auch hier Tunnel notwendig) mit Anschluss an die Bestandsstrecke.

4. 200 km/h und 1500V= durfte in FR gehen aber nicht bei uns. Grund dafür ist die enorme Stromabnahme. Geplant ist aber 3kV=. Das wird schon besser.
Allerdings muss man dann Teile der Strecke neu trassieren, weil die Gleise zu nah beieinander liegen. Vermutlich 200 km/h Neubau Houten-Waardenburg, weitgehend parallel an der Autobahn.

Dann hätte man vielleicht Utrecht-Eindhoven 88 km in 0:37 (aktuell 0:52) und Utrecht-Tilburg 83 km in 0:34.


gruß,

Oscar (NL).

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Das passiert mit den anderen Zügen.

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Sonntag, 07.03.2021, 07:51 (vor 1802 Tagen) @ Oscar (NL)

Unser Supersprinter befährt die Bestandsstrecken leider nicht alleine. Es gibt auch Züge die öfter halten und Züge die langsamer sind. Was soll mit denen gemacht werden? Werden diese gestrichen, damit unser Supersprinter ordentlich sprinten kann? Müssen Taktzüge 3x pro Tag 1-2 Halte auslassen, damit unser Supersprinter nicht allzuviel ausgebremst wird?

Notfalls muss man halt Taktabweichungen bei den Zügen in Kauf nehmen um sie für Überholungen zur Seite zu nehmen, wenn man das kosequent umsetzen will.
Um die Zeit wieder reinzuholen vlt. ein paar Milchkannenhalte streichen (die evtl. andere Züge kompensieren können), oder eben frühere Abfahrt am Start bzw. spätere Ankunft am Ziel, sofern es keine wichtigen Anschlüsse kostet.
Also z.B. auf der Flucht vor dem Sprinter in Wolfsburg durchfetzen aber in Stendal den "Blinker" setzen. ;)
Ggf. auch mal ein 230 Km/h ICE-T auf der NIM in Kinding(Altmühltal) planmässig raus nehmen für den 300 km/h Sprinter.
Beides - den Takt nicht beeinträchtigen UND die Super-Duper-Sprinter mit grüner Welle durchbringen, ist bei Mischverkehr nicht möglich. Dazu müsste vier- oder je nach Strecke sogar sechsgleisig ausgebaut werden für fliegende Überholungen. Für GWB muss meistens alles fast schon auf die Sekunde genau zusammenpassen und wird daher planmässig nur noch ganz selten genutzt.
Richtige Sprinter zusätzlich zum Takt gab es ja nur in den 1990er (Laufwege damals kurz genug um zwischen dem Takt zu fahren, der NV wurde aber gnadenlos angepasst) und wieder seit VdE8 in Betrieb ist.
MET war ja selbst im (4h) Takt gefahren.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Anmerkungen

Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Sonntag, 07.03.2021, 08:45 (vor 1802 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar

das neidvoll anerkennende Schauen nach China sei dir nicht genommen. Aber ich halte diese Vergleiche mit China aus mehreren Gründen für eine Vergleich von Äpfeln und Birnen.

1. Die Flächen von China und Deutschland sind so gravierend unterschiedlich, dass man keine realistischen Vergleiche der Länder machen kann. China mit fast 10 Mio km² und Deutschland mit ca 360.000 km² (als rein von der Fläche her das 27fache). Das damit in China deutlich mehr Distanzen zurückgelegt werden ist Kern der Sache. Auch das in China andere Grundvoraussetzungen für Bau und Genehmigung von Sprinter Projekten hat, liegt auf der Hand.

2. Die Besiedelung Deutschlands ist eine wesentlich dichtere als die in China und für neue Trassen müssten in Deutschland man eher eine Art Hochbahn bauen. Dann könnte man auch Strecken wie in China sprintermäßig autark betreiben und nur wenige Halte anbieten/ermöglichen.

3. Fliegen Düsseldorf-München. Eine aktuelle Suche über ein bekanntes Flugauskunftsportal gibt an. 1 Flug DUS-MUC um 6.40 am Morgen. Mehr ist es aktuell nicht. Da kommt der dichte Takt mit 2 Linien Düsseldorf-München wesentlich besser weg.

--
Gruß
Uwe

Anmerkungen

brandenburger, Perleberg, Sonntag, 07.03.2021, 11:26 (vor 1802 Tagen) @ Ost-Lok-Fan

1. Die Flächen von China und Deutschland sind so gravierend unterschiedlich, dass man keine realistischen Vergleiche der Länder machen kann. China mit fast 10 Mio km² und Deutschland mit ca 360.000 km² (als rein von der Fläche her das 27fache). Das damit in China deutlich mehr Distanzen zurückgelegt werden ist Kern der Sache. Auch das in China andere Grundvoraussetzungen für Bau und Genehmigung von Sprinter Projekten hat, liegt auf der Hand.

2. Die Besiedelung Deutschlands ist eine wesentlich dichtere als die in China und für neue Trassen müssten in Deutschland man eher eine Art Hochbahn bauen. Dann könnte man auch Strecken wie in China sprintermäßig autark betreiben und nur wenige Halte anbieten/ermöglichen.

Hallo,

darf ich das mal relativieren?

So viel dünner besiedelt ist China nicht. China hat 148 Einwohner/km² und Deutschland 233. Insbesondere in den Regionen, wo die Schnellstrecken verlaufen, ist China vermutlich deutlich dichter besiedelt als woanders.

Noch unplausibler erscheint mir, dass die Chinesen größere Distanzen zurücklegen als die Deutschen, nur weil das Land größer ist. Die meisten Chinesen verlassen vermutlich eher selten ihre unmittelbare Umgebung, und die meisten Deutschen lassen sich (außer zu Corona-Zeiten natürlich) nicht von Staatsgrenzen aufhalten.

Es ist nur leider so, dass Staatsgrenzen durchgehende Bahnverbindungen aufhalten, und wir von einem guten europaweiten Bahnnetz noch weit entfernt sind. Dafür braucht es auch nicht lauter Superschnellstrecken, sondern eher mehr gute Verbindungen, auch über Nacht, und bessere grenzüberschreitende Tarife.

Anmerkungen

Aphex Twin, Sonntag, 07.03.2021, 15:06 (vor 1802 Tagen) @ brandenburger

Noch unplausibler erscheint mir, dass die Chinesen größere Distanzen zurücklegen als die Deutschen, nur weil das Land größer ist. Die meisten Chinesen verlassen vermutlich eher selten ihre unmittelbare Umgebung, und die meisten Deutschen lassen sich (außer zu Corona-Zeiten natürlich) nicht von Staatsgrenzen aufhalten.

Interne Migration gibt es in China aber in deutlich größerem Ausmaß als in Europa, vor allem in absoluten Zahlen. Und dies führt durchaus zu großen Reisedistanzen. Auch ist sprachlich China viel homogener als Europa was Migration, Tourismus und berufliche Beziehungen vereinfacht.

NL: "SuperCity" versus 10-Minutentakt.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 08.03.2021, 10:48 (vor 1801 Tagen) @ Destear
bearbeitet von Oscar (NL), Montag, 08.03.2021, 10:48

Hallo ICE-Fans,

Im Kern geht es DB wohl darum, auf Strecken mit starkem Anteil an Inlandsflügen schnelle Sprinter-Züge anzubieten, die nur sehr wenige Zwischenhalte haben. Das Ganze soll „Rail-Express“ heißen bzw. ist das der derzeitige Arbeitstitel.

Klar ist unser Land zu klein für Inlandsflüge. Dennoch hat es auch bei uns Ansätze gegeben, schnellere Verbindungen anzubieten als die aktuellen "IC"s. So hatte mal als Probe ein beschleunigter "IC" Groningen-Zwolle-Amsterdam gefahren (nur diese Halte). Dank Trassenoptimierung war er 10 Minuten schneller als der normale "IC".

Denkbar (wurde sogar vor 10-12 Jahren vorgeschlagen) wäre eine Netz von "SuperCitys" (nur diese Halte):

a. Den Haag C - Amsterdam Z - Zwolle - Groningen
b. Rotterdam - Utrecht - Zwolle - Leeuwarden
c. Amsterdam C - Deventer - Hengelo - Enschede
d. Schiphol - Utrecht - Arnhem - Nijmegen
e. Alkmaar - Amsterdam C - Utrecht - Eindhoven - Maastricht
f. Den Haag C - Rotterdam - Eindhoven - Venlo

a. und b. korrespondieren in Zwolle.
d. und e. korrespondieren in Utrecht.
e. und f. korrespondieren in Eindhoven.

Das war aber noch in einem Zeitalter, als der 10-Minutentakt noch Zukunftsmusik war. Unser Land setzt zur Zeit vor allem auf häufig statt schnell, zumal der Autofahrer jederzeit losfahren kann. Bei 10-Minutentakt hat man durchschnittlich innerhalb 5 Minuten den Zug.

Aber 10-Minutentakt bedeutet auch, dass bei 2 Minuten Zugfolgezeit ein vor einem "IC" fahrender SuperCity schon nach 6 Minuten Fahrzeitgewinn in den Blockabstand des vorherfahrenden "IC"s kommt. Und meistens fahren auf 10-Minutentaktstrecken auch weitere Züge auf demselben Gleis (Amsterdam-Utrecht: weitere "IC"-Linie, Utrecht-Den Bosch: "Sprinter" Utrecht-Geldermalsen auch in bis zu 10-Minutentakt).

Nur dort, wo die Takte sowieso dünn sind, sind Zeitgewinne durch Haltauslassung möglich. Nur schade, dass man einen Halt nur einmal streichen kann; der "IC" Zwolle-Groningen hält heute schon nur noch in Assen.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Einer wurde Realität

flierfy, Dienstag, 09.03.2021, 01:36 (vor 1801 Tagen) @ Oscar (NL)

a. Den Haag C - Amsterdam Z - Zwolle - Groningen
b. Rotterdam - Utrecht - Zwolle - Leeuwarden
c. Amsterdam C - Deventer - Hengelo - Enschede
d. Schiphol - Utrecht - Arnhem - Nijmegen
e. Alkmaar - Amsterdam C - Utrecht - Eindhoven - Maastricht
f. Den Haag C - Rotterdam - Eindhoven - Venlo

g. Amsterdam C - Schiphol - Rotterdam C - Breda

Diesen hast du vergessen, aufzuzählen. Und das ist der, der nicht blos ein Gedankenspiel blieb. Das Beispiel zeigt, dass man eben immer auch die Infrastruktur schaffen muss, wenn man schnelle Verbindungen haben will.

NL: Amsterdam-Breda, Erweiterungen.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 09.03.2021, 14:30 (vor 1800 Tagen) @ flierfy

a. Den Haag C - Amsterdam Z - Zwolle - Groningen
b. Rotterdam - Utrecht - Zwolle - Leeuwarden
c. Amsterdam C - Deventer - Hengelo - Enschede
d. Schiphol - Utrecht - Arnhem - Nijmegen
e. Alkmaar - Amsterdam C - Utrecht - Eindhoven - Maastricht
f. Den Haag C - Rotterdam - Eindhoven - Venlo


g. Amsterdam C - Schiphol - Rotterdam C - Breda

Diesen hast du vergessen, aufzuzählen.

Hast recht, habe ich.

Und das ist der, der nicht blos ein Gedankenspiel blieb.

Auf Dauer sollen die Inlandsdienstleistungen nach Groningen verlängert werden.
Also Breda - Rotterdam - Schiphol - Amsterdam Z - Almere - Zwolle - Assen - Groningen.
Dafür müssen aber zuerst mal asreichend IC200-Triebwagen vorhanden sein.
Mit den aktuellen Surrogatgarnituren kann man das nicht fahren.
Leider wird der Zug dann nicht mehr nach Amsterdam Centraal fahren.

In der anderen Richtung hat man die Möglichkeit Amsterdam C - Schiphol - Rotterdam - Dordrecht, ggf. weiter nach Roosendaal oder sogar Vlissingen.

Das Beispiel zeigt, dass man eben immer auch die Infrastruktur schaffen muss, wenn man schnelle Verbindungen haben will.

Nur schade, dass das ganze sehr, sehr viel gekostet hat.
Soviel, dass man heute eher zurückhaltend ist wenn es um grosse Bahnprojekte geht.


gruß,

Oscar (NL).

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Einordnung Zuggattungen im Fernverkehr

ETR575, Dienstag, 09.03.2021, 08:59 (vor 1800 Tagen) @ Destear

Für meine Begriffe sollte man die Zuggattungen im FV in Deutschland nach Haltefrequenz neu einordnen. Bzw. teilweise wieder so wie früher.

ICE: Sprinter, z.B. heutige ICE-Linien 15, 29, 78, 79
IC: heutige "normale" ICE/IC, z.B. heutige ICE-Linien 10, 25, 43
IR: "Bummel-ICE/IC" und IC 2, z.B. heutige ICE-Linien 26, 49

Dass das aktuell mit dem Preissystem der DB nicht vereinbar ist, weiß ich selbst. Würde mir wünschen, dass mit der Einführung des Deutschlandtakts und -tarifs eine klarere Einteilung der Zuggattungen erfolgt, auch wenn es wohl leider nicht so aussieht. Der IR könnte ja auch tariflich mit dem IC gleichgestellt sein, er sollte nur deutlich machen, dass eben öfter gehalten wird.

Das sind vergangene Zeiten der 90iger...

bendo, Mittwoch, 10.03.2021, 20:38 (vor 1799 Tagen) @ ETR575

Für meine Begriffe sollte man die Zuggattungen im FV in Deutschland nach Haltefrequenz neu einordnen. Bzw. teilweise wieder so wie früher.

ICE: Sprinter, z.B. heutige ICE-Linien 15, 29, 78, 79
IC: heutige "normale" ICE/IC, z.B. heutige ICE-Linien 10, 25, 43
IR: "Bummel-ICE/IC" und IC 2, z.B. heutige ICE-Linien 26, 49

Dass das aktuell mit dem Preissystem der DB nicht vereinbar ist, weiß ich selbst. Würde mir wünschen, dass mit der Einführung des Deutschlandtakts und -tarifs eine klarere Einteilung der Zuggattungen erfolgt, auch wenn es wohl leider nicht so aussieht. Der IR könnte ja auch tariflich mit dem IC gleichgestellt sein, er sollte nur deutlich machen, dass eben öfter gehalten wird.

Das Problem ist: Weder Kunde noch die Bahn wollen das :-( Auch wenn es keinen zwingenden Zusammenhang zu Fahrzeit oder Komfort geben muss, ist FV für den Kunden gleichbedeutend mit "ICE". Und das fordert der Kunde auch ein. Die Bahn selbst nimmt diesen Wunsch an und bezeichnet alles was im FV so herum fährt als "ICE". Nebeneffekt: Man kann natürlich auch "ICE-Tarife" verkaufen. Den "Schritt zurück", den ich übrigens auch begrüßen würde, wird`s daher wohl leider nicht mehr geben...
Gruß, bendo

(Geschäftsreorganisation vermarktet als) Kundenwunsch.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 11.03.2021, 08:48 (vor 1798 Tagen) @ bendo

ETR575:

Für meine Begriffe sollte man die Zuggattungen im FV in Deutschland nach Haltefrequenz neu einordnen. Bzw. teilweise wieder so wie früher.

ICE: Sprinter, z.B. heutige ICE-Linien 15, 29, 78, 79

Freut mich, dass Du den ICE International Frankfurt-Amsterdam (78) einstufst. Der ist nur auf F-K ein Sprinter. Auf NL-Boden ist er eher ein "Sprinter" wie von NS betrieben. Sozusagen eine hochluxuriöse S-Bahn mit (streckenbedingt) nur 140 km/h vmax. Dann muss erst das hier passieren.

IC: heutige "normale" ICE/IC, z.B. heutige ICE-Linien 10, 25, 43
IR: "Bummel-ICE/IC" und IC 2, z.B. heutige ICE-Linien 26, 49

Würde mir wünschen, dass mit der Einführung des Deutschlandtakts und -tarifs eine klarere Einteilung der Zuggattungen erfolgt, auch wenn es wohl leider nicht so aussieht. Der IR könnte ja auch tariflich mit dem IC gleichgestellt sein, er sollte nur deutlich machen, dass eben öfter gehalten wird.

Idealerweise gibt es keinen Unterschied. Zürich-Chur ist immer gleich teuer, egal ob IR oder IC. Und bei uns ist Utrecht-Den Haag auch immer gleich teuer, egal ob "IC" oder "Sprinter" (S-Bahn).
Ansonsten gibt es zwei Tarife. S.i.w. wird für Zürich-Bern via Rennbahn etwas mehr Kilometer berechnet als mit dem IR via Altstrecke. Und bei uns muss man für "Schiphol-Rotterdam direkt" einen Aufpreis bezahlen.
In Deutschland wäre es dann FV-Tarif und NV-Tarif.

bendo:

Das Problem ist: Weder Kunde noch die Bahn wollen das :-( Auch wenn es keinen zwingenden Zusammenhang zu Fahrzeit oder Komfort geben muss, ist FV für den Kunden gleichbedeutend mit "ICE".
Und das fordert der Kunde auch ein.

Bin ich mir nicht sicher. Möchten die Kunden das wirklich so, oder hat die Bahn das so mehr oder weniger abgezwungen? Es hat ja in den 1990ern ICE, IC und IR nebeneinander gegeben. Dass von diesen drei der ICE offenbar am meisten zukunftsweisend war, heisst nicht, dass IC und IR nutzlos sind. Trotz Rennbahn K-F kann man immer noch mit dem IC über die Linksrheinische fahren.

Die Bahn selbst nimmt diesen Wunsch an und bezeichnet alles was im FV so herum fährt als "ICE". Nebeneffekt: Man kann natürlich auch "ICE-Tarife" verkaufen. Den "Schritt zurück", den ich übrigens auch begrüßen würde, wird`s daher wohl leider nicht mehr geben...

Abschaffung von Tarifen und Zuggattungen macht die Geschäftsbetreibung leichter. In DE wurde ja vmax 250 mehr oder weniger als Norm gestellt und daraus entstand die ICE4-Beschaffung. Sozusagen: ICE wird langsamer, der IC schneller.
Hätte man einen 250-300 km/h A-Netz a la "RailExpress" (wie von DB und Lufthansa vorgeschlagen), einen 200-250 km/h B-Netz wie der ICE heute und einen 160-200 km/h C-Netz wie der IR/IC, dann müsste man drei Tarife und drei Zugfamilien beibehalten.
Bei uns wurde der IR aufgegeben zugünsten des IC. Das erlaubte NS die Einführung des 10-Minutentaktes.

Aber nochmal: ist das Kundenwunsch, oder Geschäftsreorganisation vermarktet als Kundenwunsch?


gruß,

Oscar (NL).

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Kundendenken: FV = ICE?

ETR575, Donnerstag, 11.03.2021, 10:08 (vor 1798 Tagen) @ bendo

Ich würde mal sagen: Ja und nein.
Dass der ICE für viele Kunden der Inbegriff von Fernverkehr auf der Schiene in Deutschland sein wird, gebe ich Dir Recht.
Aber ich würde mal behaupten, dass mit dem ICE generell auch schnelles Reisen verbunden wird.
Es werden sich, denke ich, schon einige Fahrgäste wundern, wenn ihr ICE dann in Wiesloch-Walldorf oder Stadtallendorf hält, weil das ist dann ja eher nicht die Art zu Reisen, die man sich vom ICE verspricht.

Kundendenken: FV = ICE?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 13.03.2021, 20:42 (vor 1796 Tagen) @ ETR575

Hallo ETR575,

Aber ich würde mal behaupten, dass mit dem ICE generell auch schnelles Reisen verbunden wird.
Es werden sich, denke ich, schon einige Fahrgäste wundern, wenn ihr ICE dann in Wiesloch-Walldorf oder Stadtallendorf hält, weil das ist dann ja eher nicht die Art zu Reisen, die man sich vom ICE verspricht.

Es halten TGVs in St. Pierre d'Albigny (FR). Ein Dorf, das viele auf der Karte suchen müssen. Damit verglichen ist Stadtallendorf (DE) eine Grossstadt.
Aber die TGVs, die in St. Pierre d'Albigny halten, haben von Paris kommend zwei Stunden nacheinander nonstop Vollgas über Rennbahnen gefahren. DAS ist der Unterschied mit dem ICE.


gruß,

Oscar (NL).

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Deutsche Tarife sorgten schon ...

Sportdiesel612, Donnerstag, 11.03.2021, 10:45 (vor 1798 Tagen) @ ETR575

... vor über 100 Jahren für Spott.

German travelling, it may be explained, is somewhat complicated. You buy a ticket at the station you start from for the place you want to go to. You might think this would enable you to get there, but it does not. When your train comes up, you attempt to swarm into it; but the guard magnificently waves you away. Where are your credentials? You show him your ticket. He explains to you that by itself that is of no service whatever; you have only taken the first step towards travelling; you must go back to the booking-office and get in addition what is called a "schnellzug ticket." With this you return, thinking your troubles over. You are allowed to get in, so far so good. But you must not sit down anywhere, and you must not stand still, and you must not wander about. You must take another ticket, this time what is called a "platz ticket," which entitles you to a place for a certain distance.


http://www.online-literature.com/jerome/bummel/9/


https://de.wikipedia.org/wiki/Drei_M%C3%A4nner_auf_Bummelfahrt

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