Alternative zum ITF wäre das S-Bahn-Modell oder Mischkonzept (Allgemeines Forum)

ICETreffErfurt ⌂ @, Eisenach, Freitag, 31.07.2020, 11:17 (vor 13 Tagen) @ WbuIV

Ich bin und war immer ein Verfechter des ITF als grundlegendes Prinzip der Verkehrsplanung. Allerdings funktioniert dieser am besten kleinräumig. Denn ein ITF hängt sehr stark von der Maschengröße ab.

Ein ITF ist im Prinzip ein Karo oder Schachbrettmuster von Knoten und Verbindungen (Kanten). Macht man dieses Muster zu groß, bleiben große Flächen ohne gute Verkehranbindung.

Und genau dieses Problem stellt sich aktuell für Deutschland. Der ITF wird nur für bereits bestehende Eisenbahnstrecken geplant. Das mag wirtschaftlich sinnvoll sein, ist es aber nicht verkehrstechnisch.

Darum bleibt immer noch die Alternative einer HGV-S-Bahn. Also statt die Züge wie in einem Orchester exakt abzustimmen und aufeinander zu timen sollte man möglichst oft fahren. Dann sind die Reiseketten zwar unterm Strich langsamer, da man mehr Umsteigezeiten an den Knoten hat, aber das System ist in sich stabiler.

Der betriebliche Nachteil ist, dass man gegenüber einem durchoptimierten ITF mehr Fahrzeuge und mehr Personal benötigt und das die Hauptstrecken deutlich stärker ausgelastet sind.

Ich sehe die Zukunft in einer Art Mischkonzept. Also ITF dort, wo die Auslastung der Strecken keine höhere Taktung her gibt und eine vom ITF abweichende Taktung dort, wo die Knoten zu instabil sind und dort wo die Maschen zu groß sind.

Für Erfurt würde sich beispielsweise eher das S-Bahn-Konzept bewähren, da der Hauptbahnhof keine für einen ITF geeignete betriebliche Struktur besitzt.

Wenn man die ICE München–Berlin alle 20 Minuten fahren lassen würde, könnte man den Nahverkehr besser verteilen und damit die Zulaufstrecken entlasten.

In Leipzig und Nürnberg könnte man wiederum daraus einen ITF generieren, indem man einfach einen Takt 10 Minuten langsamer macht und dann die Züge, welche im 20-Minuten-Takt Erfurt verlassen im ITF-kompatiblen 30-Minuten-Takt in Nürnberg ankommen. 10 Minuten entsprechen ziemlich genau dem Zeitverlust eines Zusatzhaltes in Coburg oder zweier Zusatzhalte in Bamberg UND Erlangen.

Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob man zusätzlich zu den Taktzügen noch Direktverbindungen anbietet. Beispielsweise 3x täglich ein ICE/IC-Zugpaar Wien–Passau–Regensburg–Nürnberg–Erfurt–Berlin.


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