Zukunft für tägliche Urlaubszüge? (Allgemeines Forum)

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 12.04.2010, 11:57 (vor 5842 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

Deine Frage nach der Zukunft des Königssee würde ich ausweiten auf die Frage, welche Zukunft täglich verkehrende Urlaubszüge bei der Deutschen Bahn haben. Als ich noch klein und niedlich war, gab es die FD-Züge und später Interregios, die täglich Ziele wie Berchtesgaden und Oberstdorf, aber auch Seebrugg, Freudenstadt oder Zwiesel anfuhren.

Heute sind die Verbindungen nach Freudenstadt (Straßenbahn ab Karlsruhe) und Seebrugg entfallen, Berchtesgaden wird nur noch mit einem IC bedient (wann fiel der aus dem Ruhrgebiet eigentlich weg?), Oberstdorf aus dem Ruhrgebiet und aus dem Norden.
Dazu kommen die Verbindungen nach Rügen, Sylt, Ostfriesland und saisonal nach Fehmarn; Konstanz nicht zu vergessen. Diese Züge sind auf Teilstrecken in den normalen Taktverkehr integriert.
Zusätzlich gibt es einige Verbindungen einmal die Woche (Garmisch-Partenk), die auf dem Großteil des Laufweges in den Taktverkehr integriert sind, aber auch noch ein Zugpaar Hamburg - Passau - Mühldorf, das außerhalb des Taktgefüges fährt.

Neben den Verbindungen nach Oberstdorf sehe ich auch diejenigen nach Sylt und Fehmarn durch das Ende lokbespannter IC-Züge bedroht (bei Fehmarn ist aber die Elektrifizierung der Strecke nach Skandinavien geplant). Daß aber ein Bedürfnis nach solchen Direktzügen vorhanden ist, dürfte wohl außer Frage stehen.

Beim DB-Fernverkehr sehe ich eine Konzentration auf die Magistralen, die aufgrund der politisch gewollten Eigenwirtschaftlichkeit des Fernverkehrs auch naheliegend ist. Schwach ausgelastete Strecken und stark durch den subventionierten Nahverkehr konkurrenzierte fallen weg. Da ist dann die Frage, wie lange die Urlaubsverbindungen sich noch halten, gerade wenn dafür besondere Fahrzeuge vorzuhalten sind oder angemietet werden müssen (Dieselloks). Dazu kommt der Umstand, daß solche Einzelzugpaare in den Taktfahrplan eingefügt werden müssen und andererseits trotzdem (halbwegs) attraktive Fahrzeiten anbieten müssen.* Hier sehe ich einen großen Haken für einen eventuellen Einstieg anderer Anbieter in diesen Markt; privaten Urlaubsfernverkehr auf deutschen Schienen halte ich für recht unwahrscheinlich.

Ich kann über die Aulastung nichts sagen; es würde mich jedoch nur wenig wundern, falls die Verkehre in die Urlaubsgebiete früher oder später in der Zahl der Verkehrstage reduziert und eventuell noch stärker saisoniert würden, bis sie dann still und leise eingestellt werden. Die Attraktivität gerade für ältere Reisende möchte ich aber nicht in Frage stellen.

Viele Grüße, Sören

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* Zwischen Hamburg und Westerland hingegen verunmöglicht der IC-Verkehr einen durchgehenden Stundentakt der Eilzüge.

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