Sammelantwort. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 08.06.2020, 09:49 (vor 2067 Tagen) @ Oscar (NL)

GibMirZucker:

Leider ist das ganze weder Fisch noch Vogel. Selbst kann/will Serbien und Ungarn die Strecke nicht kurzfristig bauen, freie Hand will auch niemand den Chinesen geben. Also geht das Rumgeheule weiter. Dabei zeigen gerade in Afrika verschiedene Infrastrukturprojekte, dass chinesische Firmen durchaus in der Lage sind, sich den lokalen Gegebenheiten anzupassen. Man muss ihnen nur freie Hand geben, chinesische Ingenieure ohne Schikanen einreisen lassen, die Sorgen schon dafür, dass mit lokalen Arbeitskräften es schnell vorwärts geht.

Ich habe den Eindruck, dass die EU lieber in spanische Rennbahnen investiert als in z.B. die vier Länder im Themastart. Etwas mit Lobbys und Renditen und so (wobei ich mich wundere, wie gut die spanischen Rennbahnen wirklich rentieren). Das führt dann zum Sentiment der Zweiträngigkeit in HU/RS/MK/GR. Und die Chinesen wissen das. Also zielen die vor allem auf die Regionen, wo es an Infra fehlt und wo die Zukunft nicht gerade hell aussieht.

Aber Beispiel Äthiopien; in fünf Jahren fast 800 km Hochleistungsstrecke gebaut. Natürlich primär für den Güterverkehr.

Welche Güter werden da transportiert?
a. Güter, die Äthiopien selber braucht
b. Güter, die China braucht, aber nicht in China vorhanden sind

Ähnliche Frage für die Strecke Piraeus-Budapest: welche Güter sollen da transportiert werden? Vermutlich nicht die Güter, die dort erstellt werden. Dafür reicht die bestehende Infra aus; ich habe zumindest noch nichts über einen Verkehrsinfarkt in Mittel-/Osteuropa gelesen.

Es durfte sich eher um massenhaft produzierte Billigware aus China handeln. Mit tausenden Containern zugleich auf Ozeanriesen verschifft. Das ganze kommt dann in Piraeus an und wird dort auf die Bahn verlagert, mit Zielorten kreuz und quer durch Europa.

Zudem kann man die Frage stellen, wieso Piraeus-Budapest eine Rennbahn werden soll, wenn es primär um Gütertransport geht.

Tabernaer:

Die Frage ist doch zu welchem Preis kommen die Chinamänner zum Bauen...
...Der Chinamann kommt sicherlich nicht aus reiner Nächstenliebe zum Bauen oder weil er zu viel Geld hat und nicht weis wohin damit... ;)

Also Geld durfte den Chinesen zwar wichtig sein, aber nicht so wichtig wie EINFLUSS.

ktmb:

Die EU sollte doch selbst in der Lage sein, entsprechende Investitionen in die Infrastruktur zu fördern. So lässt man eine Diktatur ohne Abwehr gewähren.

Also in der Lage schon. Vor einigen Wochen hatte die EU sich für einen Förderprogramm zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Coronakrise ausgesprochen. S.i.w. eine dreizehnstellige Zahl an Euros.
Aber auch bereitwillig? Bin ich mir nicht sicher. Kann es sein, dass die EU lieber die ernsthaft getroffenen Verkehre auf den italienischen Rennbahnen wieder zu Normalzustand bringt, als in neue Rennbahnen durch dünnbevölkerte Regionen investiert?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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