Wieder in die Slowakei! (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Dienstag, 26.05.2020, 18:09 (vor 2135 Tagen) @ Krümelmonster

Im Morgengrauen drehte ich zunächst eine Runde durch die hübsche Altstadt von Trenčín. Ich hatte mir für die Tour extra das letzte Wochenende vor der Zeitumstellung ausgesucht, wo es am frühesten hell wird. ;-)
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91 Blick über den Busbahnhof auf die Burg von Trenčín
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92 Die beste Adresse der Stadt liegt heutzutage unten
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93 Rückansicht des Stadttors in Trenčín
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94 Aber warum bitte bauen sie so eine dermaßen hässliche Kommunalverwaltung daneben? :-s
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95 – 96 Frühmorgens am Friedensplatz
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97 Die katholische Kirche St. Franz Xaver
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98 Auch von der Altstadt aus kann man die Burg sehen
Kurz vor halb sieben begann ich den Zugtag mit einer kurzen Fahrt auf der Hauptstrecke bis Nové Mesto nad Váhom, wo ich in eine Doppelbrotbüchse umstieg. Die Fahrt führte durch hübsche Hügellandschaft. Auch die Burg Čachtice war zu erkennen. Dort lebte im 16. und frühen 17. Jahrhundert die berüchtigte Blutgräfin Elisabeth Báthory, die angeblich am liebsten im Blut der durch ihre eigene Hand (bzw. Fingernägel) getöteten Jungfrauen badete. Mit 611 umgebrachten Jungfrauen steht sie auf der Liste der Mörderinnen im Guinnes-Buch der Rekorde auf Platz 1 – unnützes Wissen der zweiten Potenz. ;-) Die Geschichte, ob nun wahr oder (größtenteils) erfunden, lieferte Inspiration für diverse Bücher oder Filme, am bekanntesten ist sicher „Dracula“. Während Tunneldurchfahrten war der Fahrgastraum komplett dunkel. Aber der KiN passte bestimmt auf uns beide auf, dass der andere Fahrgast nicht meine Sachen klaute. ;-) Als er bei der Ticket-Kontrolle sah, dass ich ein ČD-Ticket hatte, sprach er gleich Tschechisch mit mir. :-O Später stellte ich fest, dass sogar drei Fahrgäste im Zug waren. :D Der Zug war unter durchgehender Zugnummer unterwegs, hatte aber nach einer knappen Stunde in Myjava geschlagene 43 min Aufenthalt. Als ich meinte, ich gehe in die Stadt, bot der KiN gleich an, mich mit seinem Škoda mitzunehmen. Ich lief lieber selbst hinab in die Stadt und beschaute kurz das Gebäude, in dem 1848/49 zum ersten Mal der Slowakische Nationalrat getag hatte. Sonntag um kurz vor acht morgens war das Museum freilich noch nicht geöffnet, doch ich hätte ja ohnehin nicht genug Zeit gehabt.
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99 Umstieg in Nové Mesto. Seit wann fahren denn auf den innerslowakischen Zügen tschechische Restaurants?
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100 Oben auf dem Hügel sind die Reste der unheimlichen Burg Čachtice erkennbar
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101 Hier tagte der erste Slowakische Nationalrat
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102 Schläfchen
Weiter ging es noch 10 min bis zum Grenzbahnhof Vrbovce, wo ein schlanker Anschluss in den tschechischen Zug bestand. Dieser hatte in Veselí nad Moravou 8 min Aufenthalt zur Aufnahme mehrerer Anschlüsse, was natürlich wieder nicht hinhaute.^^ Leicht verspätet ging es weiter. Dieses monotone Gebrumme, wenn der Zug durch ebene Landschaft auf schnurgerader Strecke mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h tuckerte, konnte einen auf Dauer auch wahnsinnig machen...^^ Nach einer guten Stunde war (nunmehr wieder pünktlich) Hodonín erreicht. Hier hatte ich fast eine Stunde Aufenthalt und ging in die Stadt zum Rathaus.
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103 Die Hundehütte von Vrbovce zastávka
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104 In Vrbovce war ein internationales Brotbüchsentreffen geplant. Zu diesem feierlichen Anlass entsendeten die Slowaken sogar eine Doppelbrotbüchse (eine pro Fahrgast^^). Und was machten die Tschechen? Wollten protzen mit ihrer „coolen“ Dreifach-Regionová. -.-
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105 Das Bahnhofsgebäude von Vrbovce
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106 Zugparade
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107 Der Bahnhof von Hodonín
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108 Das Rathaus ebendort
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109 Ein schöner Rücken kann auch entzücken
Zurück am Bahnhof ging es weiter mit einem Panther bloß 12 min nach Břeclav. Die glatt 60 min Aufenthalt hier nutzte ich diesmal nicht für einen Ausflug in die Stadt. Dann stieg ich einen Triebwagen mit Beiwagen. In meiner Hoffnung, dass letzterer nicht so grummelt, wurde ich bestätigt, die Fahrt von 1:20 h war ruhig. ;-) Fünf Strecken führen nach Břeclav, jetzt hatte ich sie alle. B-) Seit Donnerstag Abend war ich mit nicht übertragbaren Online-Tickets unterwegs, jetzt wollte zum ersten Mal jemand meinen Ausweis sehen.^^ 12:59 Uhr erreichte ich planmäßig Znojmo. Mein Anschluss fuhr alle zwei Stunden, z. B. 12:55 Uhr. -.- Deshalb blieb ich bis zum nächsten Anschluss hier und erkundete die überaus hübsche Altstadt in herrlichem Frühlingswetter! =)
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110 Dieses Vehikel brachte mich weiter
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111 Das Stadttheater in Znojmo
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112 Der Masaryk-Platz, benannt nach dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei (komisch, in der Slowakei kenne ich keinen Platz, der nach ihm benannt ist ;-) )
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113 Blick von der St.-Nikolaus-Kirche aufs andere Ufer der Thaya
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114 Das Viadukt von Znojmo, dahinter das Kloster Louka
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115 Die Rotunde St. Katharina auf dem Gelände der Přemyslidenburg entstand bereits im 10. Jh.!
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116 Blick von der Burg auf die herrliche Altstadt von Znojmo
Weiter brachte mich ein wieselflinkes ÖBB-Vehikel. Die ersten 10 min bis Šatov fuhr tatsächlich ein eigener ČD-KiN mit. Hinter der Grenze war sofort LTE+ verfügbar, das hatte ich s i w in der ganzen Slowakei nicht gehabt. Dort ist die Netzqualität kaum besser als bei uns.^^ Das Wiesel fuhr durch bis Wien und erreichte nach knapp 1:45 h den Hauptbahnhof.
Passend zum Tag der langen Anschlüsse hatte ich hier nochmal fast zwei Stunden Wartezeit. Dann ging es mal mit dem letzten Railjet nach München. Hinter Salzburg versuchte der DB-Mensch, mein Ticket in der Klarsichthülle zu scannen. Es hat nicht geklappt. Irgendwann hat er aufgegeben.^^ Ein Zangenabdruck war natürlich schon drauf. Ich verstehe nicht, warum die Tschechen und Slowaken das durch die Hülle hindurch scannen können, aber ich es in Österreich und Deutschland jedes Mal rausnehmen muss.^^ Zwischen Haar und Trudering fuhr der Railjet über die S-Bahn-Gleise. Die Ankunft in München war pünktlich halb elf, aber auf Gleis 6 im Flügelbahnhof. Von dort war im Gefolge der Masse war ein mehrminütiger Fußmarsch in die Haupthalle nötig. -.-
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117 Fast schon wieder heimatlich ;-)
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118 Blick vom Viadukt auf Plattenbauten und Kloster Louka
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119 Hallo, Brunnen!
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120 Schnell, …!
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121 Kein Bahnhofsrätsel
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122 Richtig tief rein nach Tschechien hab ich mich nicht getraut^^
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123 Die Bergrenne
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124 Den hochwertigen internationalen Zug schickt man in den Flügelbahnhof… -.-

Wenn man den Aufenthalt in Myjava trotz gleichbleibender Zugnummer als zwei Fahrten wertet, hatte ich insgesamt 25 Fahrten absolviert. Dabei legte ich 2.358 km zurück, davon 141 in Tschechien, 286 auf deutschem Boden, 790 in Österreich und 1.141 km in der Slowakei. Die planmäßige Reisezeit betrug 37:41 h, davon gleich 6:43 h für Zwischenhalte (allein schon über 2½ h nachts in Salzburg).
Das macht also eine planmäßige Durchschnittsgeschwindigkeit von lahmen 76,6 km/h bzw. im Ø 1:14 h pro Fahrt.
Der Preis war mit 6,3 ct/km nicht ganz günstig, aber die Tour beinhaltete ja auch eine Fahrt im Nachtzug, und sonst waren viele Tickets für eher kurze Distanzen ausgestellt.

Dann grüße ich mal wieder ;-)
Das Krümelmonster

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