[6MGA] Teil 06: Weltkulturerbe [m85B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 07.03.2020, 12:42 (vor 2212 Tagen) @ Math5D

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39 Weiter am See entlang werden die Wolken immer dichter - normalerweise ist südlich des soeben überquerten Alpenhauptkamms immer besseres Wetter als nördlich. Aber gut, solange es nicht regnet, zieht das meine Laune nicht runter.

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40 Noch ein letzter Blick auf die Ospizio

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41 und den ganzen See im Überblick.

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42 Der ist nach Süden auch etwas aufgestaut.

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43 Nun geht es steil bergab und bald zeigt sich der Lagh da Palü, bis zu dem früher mal der gleichnamige Gletscher reichte.

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44 Vielleicht das berühmteste Restaurant der Schweiz, jedenfalls bestimmt unter Eisenbahnern.

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45 Und die ebenso berühmte Kehre danach. Da die Weiche im Bahnhof vor der Alp früher immer vereist ist, wurde die Kehre zweigleisig ausgebaut, um die Weiche an ihr anderes Ende setzen zu können. Weil die Gleise aber nur 50cm voneinander entfernt sind, können sich hier keine Züge begegnen.

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46 So hat man nach links raus immer freie Sicht auf das Puschlav (Poschiavo), das in zwei großen Stufen erreicht wird. Nach der ersten ist der Bahnhof Cavaglia zu erkennen, in dem der Gegenzug steht, und nach der zweiten der Lago di Poschiavo. Etwa 1200 Höhenmeter werden hier überwunden, auf fast durchgehend 70 Promille Steigung.

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47 Noch einmal geht es am Palüsee vorbei.

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48 Und dann kommt die Kehre vor der Begegnungsstation Stablini, in der wir planmäßig etwa 10min auf den Gegenzug warten.

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49 Dieser kommt mit 2x ABe4/4 III an,

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50 und hinten einem offenen Aussichtswagen. Cool! (Im wahrsten Sinne des Wortes, mehr als 10 Grad haben wir bestimmt nicht)

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51 Mit der letzten Kehre der ersten Stufe wird die Talseite gewechselt.

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52 Von Cavaglia aus ist die Kehre bei Alp Grüm dann wieder zu sehen, sowie die Strecke darunter.

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53 Hier einmal der gesamte Überblick über das geschaffte Stück,

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54 und hier auf das, was noch vor uns liegt.

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55 Mehrere Kehren später trifft im Tal auch die Passtraße, die nicht den direkten Weg nimmt, auf die Bahn.

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56 Vor Poschiavo folgt wieder ein längeres zweigleisiges Stück,

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57 auf dem schon der nächste Gegenzug kommt. Der 1h-Takt von St. Moritz-Pontresina ist durch asymmetrische Zugbegegnungen (auch durch die Bernina-Expresse) hier unten eher ein 40/80min-Takt.

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58 Im Bahnhof ist leider kein historisches Fahrzeug zu sehen, dafür ein weiterer Allegra.

Kleine OT-Anekdote: Bei meinen Fotos halte ich ja üblicherweise die Kamera mit der rechten Hand aus dem Fenster und habe sie zusätzlich an einem kleinen Riemen am Handgelenk. Ein Stück nach Poschiavo hänge ich gerade ebenso aus dem Fenster rechts, möchte die Kamera zusätzlich mit der linken Hand stabilisieren und streife mit dieser meine Brille, die weit außerhalb des Wagens runterfällt. Zum Glück ist das menschliche Gehirn in Stresssituationen zu erstaunlichen Leistungen fähig - innerhalb einer Millisekunde lasse ich mit der rechten Hand die Kamera fallen, die ja (wie dem Unterbewusstsein offenbar klar war) durch den Riemen sicher ist, und fange die Brille wieder auf. Danach muss ich aber erstmal meinen Puls beruhigen, und somit kommen keine Fotos des folgenden Straßenabschnitts.

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59 Entlang des Sees gibt es aufgrund der steilen Berghänge nur ein paar Monate im Jahr Sonne. Entsprechend schmeichelhaft war früher der Name der folgenden Ortschaft, Meschino "ärmlich" - heute Miralago.

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60 Nach dem See folgt die dritte und letzte Stufe der Südrampe, die auch ein besonderes Bauwerk beinhaltet, das hier schonmal halb zu sehen ist.

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61 Erstmal geht es aber nach Brusio mit Zugbegegnung. Bei der RhB kann man ja vor allem die Loks mit seiner Werbung anpinseln lassen, die Preise stehen hier. Dass der Allegra dort als "auf Anfrage" gelistet ist, lässt ahnen, dass der Preis wirklich fantastisch ist. Nur eine einzige Firma hat diese Leistung trotzdem in Anspruch genommen, die schweiz-schwedische ABB.

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62 Hier nochmal aus der Nähe.

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63 Blick zurück auf das Dorf.

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64 Und dann folgt der Kreisviadukt von Brusio, der mit meinem maximalen Weitwinkel leider so gerade nicht ganz aufs Foto passt.

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65 Und rüber gehts.

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66 Dann schön in der Sonne einmal drehen um die Skulpturen in der Mitte, die bei der einzigen Renovierung des Bauwerks vor gut 10 Jahren dazugekommen sind.

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67 Und unten durch

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68 und wieder raus. Irre!

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69 Bei Campocologno wird gemeinsam mit der Straße der Poschiavino überquert - fast wie in Lindaunis. Nur anders.

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70 Schon in Poschiavo durfte der Zug Straßenbahn spielen. Auf der entsprechenden Strecke werden übrigens die Wagen dauerhaft gebremst und die Motorleistung entsprechend erhöht, damit bei gleicher Geschwindigkeit (30km/h) ein kürzerer Bremsweg möglich ist. In Tirano geht es wieder über die Straße und links um die Ecke direkt in den Bahnhof rein. Ankunftszeit pünktlich 14:23, und 14:25 fährt mein Bernina-Express zurück nach Chur - und den sollte ich besser bekommen. Der Zug danach würde zwar theoretisch als letzter auch noch reichen, hat aber zahlreiche knappe Umstiege, deren Stress ich mir ersparen möchte (insbesondere muss man bei der letztmöglichen Verbindung in Pontresina, Samedan, Chur (6min), und Zürich umsteigen). Es klappt aber alles wie geplant, und so setze ich mich in den ziehenden Allegra, der im Gegensatz zu den (übervollen) Panoramawagen zuschlagsfrei ist. Auch der ist aber gut voll, und alle zu öffnenden Fensterplätze zur Landwasserviaduktseite sind besetzt. So setze ich mich trotzdem auf diese Seite, aber wieder an ein geschlossenes Fenster. Der Vierer gegenüber mit Fenster nach rechts raus bleibt aber erstmal frei, sodass ich dieses mitnutze.

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71 Wieder durch den Kreisviadukt

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72 auch noch mit Sonne.

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73 Unser BEX hat übrigens fast die maximale Wagenanzahl - sieben sind es.

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74 Ein auf der Hintour verpasstes Motiv: In der von Tirano aus ersten Kehre der zweiten Stufe wird zweimal eine Schlucht überquert, deren beiden Brücken vor Kurzem marode wurden und durch Stahlkonstruktionen ersetzt wurden.

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75 Der Palüsee zeigt bereits, dass die Wolken etwas weiter runtergekommen sind.

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76 Am weißen See bestätigt sich das.

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77 Ein paar Fotoexperimente durch die Scheibe - so schlecht sieht es gar nicht aus. Das macht Hoffnung für nachher.

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78 Die Diavolezzabahn nun in besserem Licht.

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79 Joa, gut ist was anderes. Aber immerhin.

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80 In Thusis steige ich kurz aus, um die "Wartende" aufzunehmen.

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81 Noch ein verpasstes Motiv der Hintour: Zwischen Bild 4 und 5 überqueren noch beide Strecken vereint den Hinterrhein. Bisher gab es dafür nur eine eingleisige Brücke. Neben dieser wurde 2018 eine zweite gebaut, auf der wir hier auch fahren. Seitdem (bis Ende 2019) wird die alte Brücke renoviert, und ab Dezember sind dann beide in Betrieb, was einen wichtigen Engpass im Netz der RhB eliminiert.

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82 In Chur habe ich genug Umsteigezeit, um den Bahnsteig der Strecke nach Arosa anzuschauen, der ähnlich wie in Brig auf dem Bahnhofsvorplatz ist (das "vor" ist jetzt extra).

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83 Hier kommt noch eine Ge4/4 II mit einem PE.

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84 Genauer ein Glacier-Express, und zwar der letzte des Tages. Gezogen von der "KOHLE"-Lok, auf der die RhB für sich selbst wirbt, und zwar indem sie um Spenden zur Instandsetzung der Nr. 1 Dampflok bittet. Weiß einer, ob der Ladebalken auf der Lok mit aufgefüllt wird? Man könnte ja kleine Rechtecke immer draufkleben, wenn ein paar Prozentpunkte des Spendenziels mehr erreicht sind.

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85 Nebenan steht mein IC3 mit einer Re420 und Panoramawagen für die 1. Klasse.

Nach dem Umstieg in den IC5 in Zürich und in die S3 in Morges (mit 27min Umsteigezeit, weil man dort die S4 immer genau verpasst (aber so spät fährt die eh nicht mehr)) erreiche ich pünktlich um 22:46 wieder St.-Prex. Uff! 17h und 5min Bahnfahrt sind (mit Ausnahme von Nachtzügen) für mich definitiv Rekord. Mit Fußweg von und nach Hause sind es sogar 17:45. Nach so einem Tag lässt es sich ganz wunderbar bis zum nächsten Mittag schlafen.
Entprechend der Dauer und der Gesamtzahl Fotos des Tages (357) ist dieser Bericht auch etwas länger geworden und sprengt mit 22577 Zeichen sogar das neue Limit dieses Forums - @Admins, wollt ihr nicht nochmal aufstocken? Mindestens Teil 17 wird noch länger ;)


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