Fußball & Bahn VI – Mit dem Eurostar nach London (2/2, 20B) (Reiseberichte)

ICE 1517, Freitag, 28.02.2020, 18:40 (vor 2216 Tagen) @ ICE 1517

Ruhrgebiet: Essen, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen
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Blick aus dem InterCityHotel in Essen: Wer Statistiken führen möchte, welcher ICE hier vorbeikommt und wie viele Türstörungszettel an einer S-Bahn hängen, ist mit so einem Zimmer bestens bedient. Und schon oft genug erwähnt in früheren Beiträgen: Für den Aufenthalt gibt’s vom Hotel wieder ein Ticket für alle Busse und Bahnen im VRR dazu - eine gute Grundlage, um im Ruhrgebiet auf Entdeckungsreise zu gehen.

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Der Essener Hauptbahnhof am Vormittag.


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Seit meinem letzten Besuch hier hat sich die S-Bahnflotte ein wenig modernisiert. Heute geht’s erstmal nach Dortmund, allerdings mit einem RE.

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Das Binarium im Dortmunder Norden ist ein Museum für Computer und Konsolen.

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Und ganz wichtig: Man darf hier an zahlreichen Konsolen Videospiele von damals und heute selbst zocken. Ich begnüge mich überwiegend mit Mario und Sonic, nachdem ich in FIFA erstmal einen Elfmeter verschuldet habe. Und in der ausgestellten FIFA-Version kann RB Leipzig noch nicht mal als Mannschaft gewählt werden. ;-)


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Mit der Dortmunder Stadtbahn geht’s zurück zum Hauptbahnhof.

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Und die eurobahn bringt mich eine Haltestelle weiter.

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Dort befindet sich der Signal Iduna Park von Borussia Dortmund. Heute muss ich mich von außen mit dem Anblick begnügen, aber der Tag wird kommen, an dem ich hier noch ein Spiel verfolgen werde.

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Zurück in der Innenstadt ein schneller Blick aufs Dortmunder U. Keine U-Bahnstation, sondern Wahrzeichen und ein Ort für Kunstinteressierte.

Eng verbunden mit der Region ist natürlich der Bergbau. Für mich geht’s weiter nach Bochum ins Bergbau-Museum:

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Und dieses Museum hat neben Ausstellungen zur Kohle auch ein großes Schaubergwerk mit einem 2 Kilometer langen Tunnelnetz in 20m Tiefe. Das Bergwerk dient tatsächlich nur Anschauungszwecken, hier wurde nie Kohle abgebaut. In einer Kurzführung oder bei einer Erkundung auf eigene Faust gewinnt man einen Eindruck, wie die Arbeit unter Tage war.

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Und ohne schweres Gerät läuft heutzutage da unten nichts mehr.

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Kurze Pause in Essen und dann geht’s weiter zum nächsten Stadion. Im Vordergrund fährt der RE42 nach Gelsenkirchen ein, im Hintergrund steht der Gegenzug.

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Bei der Straßenbahnfahrt auf der Schalker Meile kommt man auch an der Kirche St. Joseph vorbei. Der ein oder andere schickt hier vor dem Spiel nochmal ein Gebet zum Himmel. Und in der Straßenbahn wird gesungen, vor allem Schmähgesänge gegen den 1. FC Köln, den Erzrivalen Borussia Dortmund und natürlich RB Leipzig.

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Abendspiele haben immer ihre ganz eigene Magie. In der Veltins-Arena wird vor Spielbeginn das Licht ausgeschaltet und mit dem Singen des Steigerlieds an die Bergbautradition in der Region erinnert.

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Dann betreten die Mannschaften das Feld: Der FC Schalke 04 und RB Leipzig treffen an diesem Samstag Abend aufeinander. Und die Schalker Mannschaft hat einen kohleschwarzen Tag erwischt. Nach 55 Sekunden liegt Schalke bereits zurück. Die Schalker legen einen zweifelhaften Rekord seit Aufzeichnung solcher Daten hin: Null Torschüsse in der ersten Halbzeit. Und in der zweiten Hälfte wird’s nicht wirklich besser. Am Ende gewinnt Leipzig hier deutlich mit 0:5.

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Die Veltins-Arena nach dem Spiel. Windig war’s vor dem Spiel schon, jetzt hätten wir auch noch Regen dazu. Und auf der Straßenbahnstrecke in die Innenstadt scheint es Probleme zu geben. Es fahren fast keine Straßenbahnen, also geht’s zur Feier des Tages erstmal zu Fuß Richtung Stadtzentrum. Irgendwann gibt’s dann doch wieder Fahrten, die mich zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof bringen und mit der S-Bahn von Abellio geht’s dann nach Essen.

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Was mir bei meinen letzten Besuchen in Düsseldorf und Essen schon aufgefallen ist: An jeder Ecke sind diese E-Roller zu finden. Ich muss es zu später Stunde auch ausprobieren. Man lädt sich eine App runter und kann damit einen Roller buchen. Für eine Grundgebühr von 1,00 € pro Fahrt und 0,20 € pro Minute kommt man hiermit voran. Im Hintergrund ruft noch jemand „Laufen ist gesund“, aber erstens haben meine Füße genug gelitten in den letzten Tagen und zweitens macht das Fahren mit diesen Dingern schon Spaß. Bis zu 17km/h schaffe ich mit dem Roller. Wenn man das Preissystem im Hinterkopf behält, ist auch klar, warum mancher so rücksichtslos damit fährt: Zeit ist Geld. Und plötzlich erscheint mir auch eine Einzelfahrt für 2,70 € bei den Leipziger Verkehrsbetrieben wieder in einem anderen, günstigeren Licht. Ich glaube, die E-Roller sind eine sinnvolle Ergänzung auf Kurzstrecken und zu Randzeiten mit ausgedünntem ÖPNV (hätte es die Teile doch bloß an der Veltins-Arena gegeben…).

Es ist Sonntag Morgen und es geht von Essen zurück nach Leipzig. In der Nacht habe ich glücklicherweise nochmal in die DB App geschaut, wie es um die Rückfahrt nach Leipzig steht. Es ist jetzt nicht die erste Fahrt in letzter Zeit, bei der es noch zu kurzfristigen Änderungen am Fahrplan gekommen ist. Den geplanten RE1 von Essen nach Dortmund gibt’s in der Form jedenfalls nicht mehr, stattdessen ist früheres Aufstehen angesagt, um mit der S-Bahn zu fahren.

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Dafür klappt damit dann der Umstieg zum gewünschten IC nach Leipzig. Damit geht meine Reise auf die Schlussetappe. Etwa 2400km sind’s am Ende, mit einem zufriedenen Lächeln blicke ich zurück auf 6 Tore und viele, schöne Erinnerungen an die letzten Tage.

Ich hoffe, der ein oder andere kann vielleicht auch Anregungen oder Infos für seine nächste Reise mitnehmen.

An dieser Stelle allen ein schönes Wochenende und allzeit gute Reise.


Frühere Berichte dieser Serie:
Teil 1: NRW und Göteborg
Teil 2: Frankfurt, Augsburg und Berlin
Teil 3: Wolfsburg, Salzburg und München
Teil 4: Düsseldorf, Nürnberg und Gelsenkirchen
Teil 5: Hamburg, Bremen und Berlin


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