Unterwegs zwischen Achensee und Schafberg | Fortsetzung (Reiseberichte)

TD ⌂ @, Samstag, 11.01.2020, 17:02 (vor 214 Tagen) @ TD

[image]

So, und das hier ist das eigentliche Ziel für heute: die Citybahn Waidhofen. An einem Schmalspurbahnsteig am Bahnhofsvorplatz von Waidhofen hatte einst die gut 70 Kilometer lange Ybbstalbahn ihren Ausgangspunkt. Heute wird von hier aus nur noch ein kurzes Rumpfstück befahren, unter dem Namen Citybahn verbindet die Linie den außerhalb gelegenen ÖBB-Bahnhof mit dem Stadtzentrum von Waidhofen.

[image]

Die Bahnstrecke ist in der sogenannten Bosnischen Spurweite von 760 mm ausgeführt. Zum Einsatz kommen Dieseltriebwagen, die ursprünglich bei der ÖBB als Reihe 5090 geführt wurden.

[image]

Die kurze Fahrt vom Bahnhof ins Zentrum von Waidhofen ist durchaus reizvoll und bietet beste Aussichten auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Hier sehen wir das neugotische Stöckelgebäude mit Turm und die Stadtpfarrkirche.

[image]

Vom Schwarzbachviadukt gibt es einen Blick auf die Bürgerspitalkirche hl. Katharina, sie geht auf eine Stiftung aus dem Jahr 1274 zurück und lag früher außerhalb der Stadtmauer.

[image]

Um das Jahr 1870 war geplant, das Ybbstal mit einer normalspurigen Bahnlinie zu erschließen. Der Börsenkrach von 1873 bereitete dem Projekt jedoch ein Ende, so dass man sich vor Ort nach Alternativen umsah und schließlich den Bau einer Lokalbahn beschloss. Der erste Teilabschnitt wurde 1896 eröffnet, aus jenem Jahr stammt auch das Empfangsgebäude des Lokalbahnhofs. Wir steigen hier aus und laufen ins Stadtzentrum.

[image]

Waidhofen an der Ybbs hat rund 11.000 Einwohner und eine sehenswerte Altstadt mit mittelalterlichen Wurzeln. Wahrzeichen der Stadt ist der 50 Meter hohe Stadtturm. Eine der vier Uhren des Turms zeigt immer dreiviertel Zwölf – die Stunde eines historischen Siegs über die Türken im Jahr 1532. Die Innenstadt liegt am Ufer der Ybbs.

[image]

[image]

[image]

Nachdem wir das Gepäck ins Hotel gebracht haben, machen wir uns nochmals auf den Weg zum Lokalbahnhof. Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir natürlich die komplette Strecke der Citybahn Waidhofen abfahren.

[image]

Die Ybbstalbahn verlief ursprünglich durch das Tal der Ybbs bis nach Lunz am See. Die sinkende wirtschaftliche Bedeutung der Strecke und Unwetterschäden führten zum Niedergang, im Jahr 2010 endete der Betrieb durch die ÖBB. Die Infrastruktur wurde vom Land übernommen und ist heute dreigeteilt. Auf dem kurzen Abschnitt von Waidhofen bis Gstadt fährt die Citybahn, der mittlere Abschnitt ist nicht mehr in Betrieb und auf der Bergstrecke gibt es einen Museumsbetrieb.

Die Citybahn Waidhofen wird von der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) im Stundentakt betrieben. Hierfür haben die Triebwagen ein eigenes Design bekommen.

[image]

[image]

Endstation der 5,5 Kilometer langen Strecke ist in Gstadt, wo ein großer Möbelhersteller seinen Sitz hat. So arg viel gibt es hier sonst nicht zu entdecken und da es mal wieder regnet und dies auch der letzte Kurs ist, fahren wir gleich wieder zurück. Wer die Strecke bis Gstadt auch befahren möchte, sollte besser nicht mehr allzu lange warten, die Strecke gilt als einstellungsgefährdet, auch eine Verkürzung ist in der Diskussion.

[image]

Entlang der Ybbs fahren wir zurück...

[image]

...nach Waidhofen.

[image]

An der Stelle des früheren Prangers auf dem Oberen Stadtplatz steht seit 1665 die barocke Mariensäule.

[image]

Und mit Einbruch der Dunkelheit endet unser dritter Reisetag – hier mit Blick zur Stadtpfarrkirche von Waidhofen.

In den nächsten Tagen folgt Teil 4 mit der Fahrt durch das Gesäuse und auf der Salzkammergutbahn an den Hallstättersee.

Viele Grüße

Tobias

--
www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum