Unterwegs zwischen Achensee und Schafberg | Fortsetzung (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 07.01.2020, 18:36 (vor 2264 Tagen) @ TD

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Die Bahnstrecke nach Cividale del Friuli wurde 1886 eingeweiht, seither wechselten die Betreiber mehrfach. Seit 2005 erfolgt der Betrieb unter Regie der FUC. Die letzte große Veränderung gab es 2008, als ein neuer Endbahnhof in Cividale del Friuli in Betrieb genommen wurde. Die Strecke wurde dabei etwas verkürzt und das historische Bahnhofsgebäude verlor seine Funktion.

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Und dieses Schmuckstück ist die neue Stazione di Cividale. Es handelt sich um einen kombinierten Bahn- und Busbahnhof mit klimatisiertem Warteraum, Schalter und Sanitäranlagen. Die FUC vermarktet sich als „Zug der Sprachen“ und greift damit die Vielsprachigkeit der Region Friaul-Julisch Venetien auf. Amtssprache ist Italienisch; Furlanisch, Deutsch und Slowenisch sind als geschützte Minderheitensprachen anerkannt.

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Da die FUC nur zwei GTW besitzt, lag die Vermutung nahe, dass bei den Verstärkerkursen die älteren Triebwagen zum Einsatz kommen könnten. Und tatsächlich: als wir zum Bahnhof kommen, läuft beim FIAT-Triebwagen der Motor. Sehr schön, so können wir auch noch diese Triebwagen-Generation mitnehmen.

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Die FUC besitzt drei Dieseltriebwagen der ALn 663-Familie. Der Triebwagen wurde 1984 gebaut und ist damit eines der älteren Exemplare dieser Baureihe, die Fahrzeuge wurden von 1983 bis 1993 gebaut und gingen sowohl an die Staatsbahn als auch an Privatbahnen.

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So, dann kann es jetzt gleich losgehen. Ob die Uhr am rechten Bildrand ein Relikt des früheren Bahnhofsgebäudes ist? Mit einer Dieselwolke verlassen wir nun den Bahnhof und fahren zurück nach Udine.

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Auch die Bahnhofsschilder unterwegs sind zweisprachig. In Remanzacco (furlanisch Remanzâs) findet eine Zugkreuzung mit einem GTW statt.

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Wenig später führt die Strecke über den Fluss Torre, die Brücke ist einer der wenigen Kunstbauten der Strecke. 1938 stützte die Brücke durch eine Flut ein, als sich gerade ein Personenzug auf der Brücke befand. Das Unglück forderte 21 Todesopfer.

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Doch, doch, wir passieren hier San Gottardo. Wer denkt denn da gleich an die Schweiz oder Ungarn? San Gottardo ist ein Vorort von Udine, der Haltepunkt wurde 2008 in Betrieb genommen.

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Bei diesem Bild sind wir schon im Stadtgebiet von Udine angekommen und treffen auf die Gleise der Pontebbana. Kurz darauf endet die Fahrt im Bahnhof von Udine.

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Na toll, jetzt konnten wir mit Schirm durch Cividale del Friuli laufen und hier in Udine herrscht wieder strahlendes Sommerwetter. Andersherum wäre es mir lieber gewesen, denn in Udine war ich schon einmal (zum Reisebericht). Und jene Reise bzw. der damalige Reisebericht hatten sich gelohnt. Das österreichische Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen hatte mich nämlich im Nachhinein angefragt, ob ich ein Foto aus Udine aus dem Reisebericht für das Titelbild einer topographischen Karte zur Verfügung stellen würde. Ich habe einige Freiexemplare bekommen, deshalb folgendes Angebot: wer häufiger in der Region unterwegs ist, Verwendung für die BEV-Karte NL 33-04, Udine 1:250.000 hat und als erstes einen Beitrag mit einer Interessenbekundung schreibt, dem schenke ich ein Exemplar.

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Für uns geht es im Anschluss gleich weiter, mit einem Regionalzug fahren wir nach Gorizia. Auf der Strecke verkehrt ein Minuetto-Triebzug der Trenitalia.

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Wir sind nun weiter in Friaul-Julisch Venetien unterwegs, die Fahrt bis Gorizia dauert eine halbe Stunde. Hier treffen wir wieder auf den Fluss Torre – oder besser gesagt dessen Flussbett. In der Region wird schon seit der Antike Weinbau betrieben.

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Kurz vor dem Bahnhof Gorizia führt die Bahnstrecke über den Fluss Isonzo. Der Fluss entspringt in Slowenien und heißt dort Soča. Am nächsten Reisetag wird es ein Wiedersehen mit der Soča geben.

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Und hier sind wir am Bahnhof Gorizia Centrale angekommen. Gorizia (deutsch Görz) ist eine Stadt auf der italienisch-slowenischen Grenze. Der italienische Teil heißt Gorizia, der slowenische Teil Nova Goriza. Beide Stadtteile haben Bahnhöfe an unterschiedlichen Strecken, es gibt zwar eine grenzüberschreitende Gleisverbindung, jedoch findet dort kein Personenverkehr mehr statt. Die Distanz zwischen beiden Bahnhöfen lässt sich mit dem Stadtbus überwinden, da wir hier jedoch einen Übernachtungsstopp eingeplant haben, legen wir diesen Teil der Rundreise zu Fuß zurück. Vorbei am Verdi-Theater laufen wir Richtung Innenstadt.

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Im Zentrum liegt die Piazza della Vittoria mit dem Neptunbrunnen aus dem Jahr 1756. Auf der anderen Seite der Piazza erhebt sich die Chiesa di Sant'Ignazio.

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Zum Abschluss des Tages laufen wir hinauf zum Burghügel und lassen den Blick über die Dächer der Stadt schweifen.

Damit sind wir am Ende dieses Teils angelangt. In den nächsten Tagen folgt Teil 3, dann laufen wir hinüber zum slowenischen Bahnhof und setzen die Reise auf der Wocheinerbahn fort.

Viele Grüße

Tobias

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