Unterwegs zwischen Achensee und Schafberg | 2/6 m. 52 B. (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 07.01.2020, 18:35 (vor 2264 Tagen)
bearbeitet von TD, Dienstag, 07.01.2020, 18:35

Hallo zusammen,

willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Rundfahrt durch die Alpen. Im letzten Teil waren wir von Konstanz über Zürich nach Jenbach gefahren und hatten die Achenseebahn besucht.

[image]


Tag 2: Jenbach – Schwarzach-St.Veit – Villach – Udine - Cividale del Friuli – Udine - Gorizia

Wir haben in Jenbach übernachtet und beginnen den Reisebericht am dortigen Bahnhof. Eine Lok der Reihe 1144 kommt mit einem Intercity der Relation Innsbruck-Graz eingefahren. Wir nutzen den Zug bis Schwarzach-St.Veit.

[image]

[image]

[image]

Der Zug befährt von Jenbach bis Wörgl die Unterinntalbahn, dann geht es weiter auf der Salzburg-Tiroler-Bahn durch das Brixental in die Kitzbüheler Alpen und durch das Leukental und über den Grießenpass. Hier fahren wir gerade durch das Saalfeldner Becken.

[image]

Vom Zeller See gelingt mir diesmal kein vorzeigbares Bild, hier sind wir schon ein Stück weiter und fahren durch das enge Tal der Salzach. Die Bahnstrecke ist auch als Giselabahn bekannt, benannt nach der zweiten Tochter von Kaiser Franz Joseph I.

[image]

Schwarzach-St. Veit ist ein Trennungsbahnhof, hier zweigt die Tauernbahn von der Salzburg-Tiroler-Bahn ab. Der zugehörige Ort Schwarzach im Pongau hat nur etwa 3.500 Einwohner und ist dennoch ein wichtiger Bahnknoten selbst im internationalen Verkehr. Für uns geht es mit einem Railjet weiter.

[image]

[image]

[image]

Auf der Tauernbahn fahren wir nun ins Gasteinertal und auf die Nordrampe der Gebirgsstrecke. Es folgen die ganzen „Gasteins“, Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein, dabei gewinnt der Zug ständig an Höhe. Der Halt des Railjets in den Orten dient der touristischen Erschließung – außerdem gibt es hier so gut wie keinen Regionalverkehr.

[image]

[image]

Nachdem der Zug im Tauerntunnel den Scheitelpunkt auf 1.226 Meter über dem Meer passiert hat, geht es nun auf der kärntner Seite wieder hinab. Auf einem Felsgrat über dem Mölltal erhebt sich die Burg Niederfalkenstein.
In Villach verlassen wir den Zug.

[image]

Für die Weiterfahrt nach Udine wählen wir ausnahmsweise nicht den Zug – schlicht, weil es vom Fahrplan hier nicht anders gepasst hat. Und weil ich doch auch etwas neugierig auf den Intercitybus der ÖBB bin. Die ÖBB nahmen 2007 eine Fernbusverbindung zwischen Graz und Klagenfurt auf. Als sich 2008/2009 die italienische Bahn im Personenverkehr von der Pontebbana-Strecke Udine-Villach zurückzog, wurde auch hier eine Busverbindung eingerichtet. Obwohl mittlerweile auch wieder Züge nach Italien fahren, wurden einige Busverbindungen beibehalten.

[image]

Die Doppelstockbusse im ÖBB-Design verkehren nach Eisenbahn-Tarif, im Italien-Verkehr gilt ein Sparschiene-Globalpreis. Als Beförderer ist auf der Fahrkarte „ÖBB Postbus“ genannt. Im Untergeschoss gibt es die erste Klasse mit Ledersitzen. Und so geht es nun auf der Autobahn durch das Kanaltal zwischen Karnischen und Julischen Alpen.

[image]

[image]

Für die Fahrgäste der ersten Klasse gibt es ein kostenloses Getränkeangebot, aus dem Wasserspender kommt Heißwasser für Instantkaffee oder Tee.

[image]

In Sichtweite verläuft die Pontafelbahn – besser bekannt als Pontebbana. Bei der Fahrzeit gibt es keinen großen Unterschied, der Railjet ist auf der Strecke Villach-Udine planmäßig 7-8 Minuten schneller als der Bus. In Udine verlassen wir den Bus, dieser fährt weiter bis Venedig.

[image]

Erinnert Ihr Euch noch an den Regen im ersten Teil des Reiseberichts? Genau so geht es hier weiter, pünktlich mit der Ankunft in Udine geht ein Gewitterschauer nieder und wir können uns gerade noch unter das Bahnsteigdach retten. Und hier kommt gerade der Grund für den Abstecher nach Udine eingefahren: ein Zug der regionalen Eisenbahngesellschaft Società Ferrovie Udine Cividale (FUC). Die FUC betreibt gemeinsam mit den ÖBB den grenzüberschreitenden Micotra-Zug und außerdem den Regionalverkehr von Udine auf der Stichstrecke nach Cividale del Friuli.

[image]

Den Micotra-Zug kennen wir bereits (zum Reisebericht) und so wollen wir heute mit dem GTW nach Cividale fahren. Auf der Strecke gibt es einen Stundentakt, der in der Hauptverkehrszeit zu einem Halbstundentakt verdichtet wird. Die Hauptlast tragen zwei Diesel-GTW, die seit 2006 auf der Strecke im Einsatz sind.

[image]

Die Strecke ist gut 15 Kilometer lang, sie ist nicht elektrifiziert und überwiegend eingleisig. Die Fahrt dauert 22 Minuten, sie führt mit mehreren kleinen Zwischenhalten durch die Ebene des Friaul.

[image]

Und hier sind wir schon am Endbahnhof in Cividale del Friuli angekommen. Am Nachbarbahnsteig steht ein älterer Triebwagen – ach schade, mit dem wäre ich auch gerne gefahren. Wir starten nun (natürlich bei Regen) zu einem Spaziergang durch Cividale del Friuli.

[image]

Cividale del Friuli hat 11.000 Einwohner, die traditionsreiche Stadt liegt im Dreiländer-Eck zwischen Italien, Österreich und Slowenien und trägt deshalb auch mehrere Namen: furlanisch Cividât, slowenisch Čedad und deutsch Östrich. Hier die Piazza Paolo Diacono.

[image]

Und weiter geht’s zum dreischiffigen Dom Santa Maria Assunta (Mariä Himmelfahrt) aus dem 14. Jahrhundert.

[image]

Das Wahrzeichen der Stadt ist jedoch die Teufelsbrücke über den Fluss Natisone. Nach der Sage soll der Teufel die Brücke über den reißenden Fluss gebaut haben und als Lohn die Seele des Ersten gefordert haben, der die Brücke überqueren würde. Die findigen Bürger jagten jedoch als erstes einen Hund über die Brücke. Durch die Altstadt machen wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof.

[image]

Es geht gleich weiter...

--
[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum